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Sehenswertes in Lahr / Schwarzwald:


In frühen Zeiten hatten die Lahrer und ihre Stadt wohl ganz besondere Beziehungen nach oben. Sonst wären sie nicht - entgegen der für die ganze übrige Schöpfung geltenden Ordnung - in drei Geschlechtern, nämlich als Männli, Wibli und Lohrer, geschaffen worden. Und der Herrgott persönlich hätte sich wohl kaum um das Bürgerrecht in der Stadt beworben.

Denn, so steht es im Bürgerbuch der Stadt Lahr von 1356:

Zumindest in späteren Zeiten wurde Lahr, wie viele andere deutsche Städte und Landschaften, von den Auseinandersetzungen seiner Herren und fremder Mächte hart getroffen. Wie von einer traumatischen Erinnerung berichtet die heimatgeschichtliche Überlieferung vor allem, dass bald nach den Leiden des Dreißigjährigen Krieges Lahr im großen Stadtbrand 1677 zerstört wurde, als es "die Truppen des Marschalls Crequi nach vorausgegangener Plünderung fast völlig einäscherten". Und in einem dem Kirchenbuch von 1680 bis 1724 von späterer Hand vorangestellten Text bedauert der Schreiber, dass man von früher wenig wisse, "in deme Vormalige Kirchenbücher darauß Bericht von 100 und mehr Jahren hat sollen gewonnen werden, in der traurigen Einäscherung der gantzen Stadt, welche anno 1677 den 15. Septembris geschehen, verbrannt worden, mithin gäntzliche Belehrung in Lahrischen Kirchensachen verlohren gegangen". Es wurde sogar behauptet, dass "nur ein einziges Haus den Brand überstanden" habe.



Sicher ist aber, dass bald darauf, trotz weiterhin kriegerischer Zeiten in Lahr eine Entwicklung begann, wie sie für seine eigene Geschichte wie auch im Blick auf vergleichbare badische Städte jener Zeit als einzigartig empfunden wird.

Diese Aufwärtsentwicklung in den Jahrzehnten nach dem Stadtbrand drängte Winfried Knausenberger zu dem fast euphorischen Titel seiner Serie im "Altvater": Eine Stadt erhebt sich aus den Trümmern. Zu ähnlichen Einschätzungen kam auch der Arbeitskreis "18. Jahrhundert in Lahr". Die "große Zeit" der Stadt lag also in der Epoche der Frühindustrialisierung, vor der Expansion der großen Industrien des 19. Jahrhunderts. Wie sich diese "große Zeit" in den Bevölkerungszahlen widerspiegelt, versuche ich nun in meinem Aufsatz von verschiedenen Ansätzen her zu beantworten. In einem ersten Schritt will ich Zahlen und Namen darstellen, die sich vor allem aus den Kirchenbüchern ergeben, und deren große Datenfülle in Tabellen zusammenfassen.
(Kopp, Karl: Lahrs Bevölkerung im 18. Jahrhundert (Geroldsecker Land, Heft 49 - 2007))


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