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Oberrheinisches Tabakmuseum Mahlberg

Tabakmuseum Mahlberg - inside

Patrick Benz - Museumsleiter des Oberrheinischen Tabakmuseums Mahlberg

Überwältigend ist der erste Eindruck, sobald man vor dem Oberreinischen Tabakmuseum in Mahlberg steht. Riesig das Areal für einen kleinen Ort.

Da steht im Zentrum das ehemalige Fabrikgebäude der Familie Weinacker - zweigeschossig mit Mansardausbau (Gaupen), in welchem früher Zigarren hergestellt wurden - zur Linken eine Remise und der große Trockenschopf, in welchem man noch eine originale französiche Tabak-Werbekutsche zu sehen bekommt und rechts die ehemalige Fabrikantenvilla - heute für offizielle Besuche und Organisationsbesprechungen genutzt.

Das Angebot der Präsentationsstücke ist kaum zu überschauen. Von alten Fabrikationsmaschinen über diverse Exponate von in die Jahre gekommenen Zigarettenautomaten und sehr edle Tabakpfeifen im Hauptgebäude in der oberen Etage.

Museumsleiter Patrick Benz (rechtes Bild) ist stolz - nicht ohne Grund - das größte europäische Tabakmuseum präsentieren zu können. Dabei war der Fortbestand der Anlage nicht immer selbstverständlich, weil auch entsprechend der Größe und des umfangreichen Bestands Kosten anfallen, die es zu "stemmen" gilt.

Ohne die vielen Ehrenamtlichen wäre die Museumsarbeit schlicht nicht zu denken.

Dies würdigte im Mai 2018 auch Bürgermeister Dietmar Benz bei seiner Eröffnungsrede zur 27sten Saison des Oberrheinischen Tabakmuseums Mahlberg. Besonders dankte der Bürgermeister dem aktuell 260 Mitglieder starken Förderkreis des OTM mit Wolfgang Ohnemus an der Führungs- Spitze. Ohne den könne die kleine Stadt das Museum nicht unterhalten. Ob Kassendienste, Führungen, neu von Horst Baum übernommene Tabak- Schaufeldpflege und dem Maschinen- Tausendsassa Bernhard Beier würde nichts funktionieren, könnten keine Museumsfeste und weitere Veranstaltungen stattfinden.



Museumsleiter Patrick Benz schloss sich den zahlreichen Danksagungen an.

Neben seiner ebenfalls weiterhin ehrenamtlichen Arbeit hatte der Lehrer initiiert, dass in Kooperation mit dem Ettenheimer August- Ruf- Bildungszentrum ein museal- pädagogisches Schülerprojekt startet. Da geht es um Tabakanbau als historischem Wirtschaftszweig, aber auch Gesundheitserziehung, besonders contra Nikotinsucht. Nächstes Jahr sollen die von vielen Lehrern erarbeiteten fächerübergreifenden Unterrichtsmittel nach erster Testphase sogar allen Ortenauer Schulen angeboten werden. Der Museumsleiter kam ebenfalls nicht ohne Dank davon. Sein Namensvetter Benz überreichte ihm ein Büchlein von 1846, in dem damals schon ein "Bund gegen das Rauchen" vor entsprechender Pestilenz gewarnt hatte. (Text - Webseite OTM)

Dass Rauchen auch schon in Lahr in früheren Zeiten verpönt war, geht aus einem kurzen Bericht im Altvater hervor (anonym)

ALTVATERS PLAUDERSTÜBLI - "Tabakrauchen mit offenen Pfeifen" (Der Altvater, 4.9.1953)

"Tabakrauchen mit offenen Pfeifen"

Im Jahre 1828, vor 125 Jahren, gab der Lahrer Stadtrat im "Lahrer Wochenblatt" folgende Verordnung bekannt:

"Man hat sich durch eigene Wahrnehmung überzeugt, daß trotz des bestehenden Verbots Leute mit offenen Pfeifen auf den Straßen herumgehen, wodurch leicht, zumal bei Sturm, ein Unglück entstehen könnte. Das Verbot wird deshalb nachdrücklich erneuert und die Bürgerschaft aufgefordert, es nicht zu dulden. Das Polizeipersonal ist zur strengsten Aufsicht schärfstens angewiesen worden. Stadtrat dahier.

Funk, Oberbürgermeister"

Bürkle, Bernhard: Museum soll lebendig gestaltet werden (Ettenheimer Heimatbote, 3./4.10.1987)

Leiter der Landesstelle für Museumsbetreuung besuchte am Donnerstag die Stadt

Mahlberg (b). Am Donnerstag nachmittag besuchte der Leiter der Landesstelle für Museumsbetreuung, Neuffer, mit seiner Mitarbeiterin, Frau Schley, das Oberrheinische Tabakmuseum. Auf der Tagesordnung standen Fragen zum weiteren Ausbau, Schutzmaßnahmen, Belichtung und Beleuchtung, sowie die Beschriftung der Exponate.

Vom Träger des Museums, der Stadt Mahlberg, war



 Bürgermeister Hehr sowie verschiedene Vorstandsmitglieder des Förderkreises anwesend.

Um die ausgebauten Kellerräume an das Museum zu binden, soll der künftige Museumseingang durch den Keller von der Südseite geschaffen werden. Für die Unterbringung der Großexponate wie Tabakkutsche, Tabaklieferwagen oder Tabakballenwaage, soll der Schöpf in seiner ursprünglichen Form wieder aufgebaut werden.

Der Kelleraum nach dem Eingang soll die Information zum Museum und zur allgemeinen Tabakgeschichte des Oberrheins, zum Tabakanbau, zum Aufbau der Tabakindustrie, zur sozialen Entwicklung und zum Niedergang des Tabaks enthalten.

Hierzu wird ein Querschnittsplan des Hauses, farblich nach Stockwerken abgesetzt, dem Museumsbesucher in anschaulicher Weise den Weg zeigen. Die verwendeten Farben sind bei den Beschriftungen in den Stockwerken zu verwenden. Der zweite Kellerraum, in dem vorläufig der Tabakanbau gezeigt wird, soll mit weiteren Exponaten ergänzt werden. Den Aufenthaltsraum mit Teeküche würdigte Neuffer als bedeutende Einrichtung für ein lebendiges Museum.Im Raum für die maschinelle Tabakverarbeitung sind sowohl einzelne Maschinen, als auch Maschinenpaare so mit bruchsicheren Glasstellwänden zu umstellen, daß die Museumsbesucher nicht mit beweglichen Teilen in Berührung kommen können.

Gleichzeitig sollen die aufgestellten Glaswände die Besucher durch den Raum leiten. Die wertvollen Tabakstiche im Treppenhaus, müssen vor dem Tageslicht geschützt werden. Entsprechende, lichtundurchlässige Vorhänge wären dort zu montieren und elektrisches Licht zu installieren. Auch der Raum für manuelle Tabakverarbeitung mit seinen zahlreichen Vitrinen und der Raum für Sonderausstellung ist für lichtempfindliche Exponate zu hell.Die Numerierung der Vitrinen und Exponate soll so erfolgen, daß sie im künftigen Museumsführer verwendet werden kann. Zu den Themen Beschaffung und der optischen Darstellung in den Vitrinen gab Dr. Neuffer viele Anregungen, so daß in den Wintermonaten auf die Mitglieder des Förderkreises noch einige Arbeit wartet.

Ein besonderes Augenmerk ist darauf zu richten, das Museum lebendig zu gestalten, wobei daran gedacht ist, einen Raum für wechselnde Sonderausstellungen zu reservieren* Neuffer gab zu verstehen, daß die Museumsstelle sehr wohlwollend einer baldigen Eröffnung des Tabakmuseums gegenübersteht und nannte weitere zuschußbare Aufwendungen. Sollten sich der abgesteckte Rahmen von Gemeinde und Förderkreis verwirklichen, dann dürfte einer Eröffnung im kommenden Jahr nichts entgegenstehen, womit Mahlberg sicherlich um eine Attraktion reicher wird.


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