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Schutterwald - Ortenau


Schutterwald liegt im Naturraum mittlere Oberrheinebene. Die nächste größere Stadt ist Offenburg (zirka 6 km entfernt). Die Gemeinde grenzt im Norden an Marlen und Hohnhurst, im Osten an die Kreisstadt Offenburg, im Süden an Hofweier und Niederschopfheim und im Westen an Dundenheim, Altenheim und Müllen.
Lage im Ortenaukreis - Symbol anklicken: Lageplan Gemeinde Schutterwald


Freizeit in Schutterwald


Schutterwald verfügt über ein umfangreiches Freizeitangebot. Hierfür sorgen allein schon an die 50 Vereine (s.Vereinsregister ) mit ihrem kulturellen oder oder sportlichen Angebot. Zahlreiche Freizeiteinrichtung stellt die Gemeinde den Bürgern und Gästen kostenfrei zu Verfügung:

  • Freibad am See


  • Windsurfer Anlegestelle (Surfschule)


  • Skaterplatz mit "Halfpipe" am Waldstadion


  • Gut ausgebautes Radwegenetz


  • Seerundweg


  • Waldlehrpfad


  • Dazu kommen kostenpflichtige Einrichtungen wie..

  • Kids & Play (Indoor Kinderspielplatz)


  • Tennisplatz, und -Halle


  • Squash- und Badminton-Center


  • Fitness-Center, Sauna, Massage


  • 6 Bundeskegelbahnen


  • Minigolfanlage


  • Durch die zentrale Lage von Schutterwald im Herzen der Ortenau sind viele lohnenswerte Ausflugsziele zur Fuß, per Fahrrad oder innerhalb weniger Minuten per Auto zu erreichen



    Die "Trachteninsel" Schutterwald


    Die Tracht der Schutterwälder unterschied sich von den Trachten der Nachbardörfer darart stark, dass oft von einer "Trachteninsel" gesprochen wird. Während sich die Männertracht dabei nur wenig unterschied, entwickelte sich die Frauentracht zu Formen und Farben, die in ihrer Buntheit und Abwechslung zu den eigenartigsten zählt, die es in Süddeutschland gab.

    Die Männer- und Burschentracht

    Der mündlichen Überlieferung zufolge haben die Männer bis Mitte des 19. Jahrhunderts lederne Kniehosen mit weißen Strümpfen getragen. Gegen Ende des Jahrhunderts wurde dann einheitlich die lange schwarze Hose getragen, die keinen Hosenschlitz, sondern eine breite Stoffklappe, den Hosenladen hatte. Dazu wurde eine rote oder schwarze Weste mit zwei Reihen Knöpfen, und darüber noch einmal eine kurze zweireihige Jacke mit breitem Revers, der sog. Mutzen, getragen.


    Der Festtagsrock, der Halbleinene, war ein Mantel aus feinstem schwarzen Tuch mit karminrotem Futter und rot pasperlierten Ärmelaufschlägen. Auf dem Kopf trug man einen rundern, schwarzen Filzhut, zum Tanz wurden hohe Pelzmützen gertragen. Daheim trugen vor allem die alten Männer auch die handgestrickte Zipfelmütze mit rundem festen Deckel und Quaste.

    Die Frauentracht

    Die Tracht der Frauen bestand aus wertvollen Woll- oder Seidenstoffen, die von der Mutter an die heiratsfähige Tochter vererbt wurde. Der Unterrock (oft mehrere) bestand aus rotem Flanellstoff mit mehreren Reihen schwarzer Samtbänder. Als Überrock folgt dann ein ärmelloses Leibchen mit von der Hüfte bis fast auf den Boden reichender faltenreicher Rock. Das Schutterwälder Charakteristikum an diesem Rock war ein breites rotes Band. Selbst der einfachere Überrock für die Werktage, die sog. Kutte, aus tiefblauem Baumwollstoff trägt diesen roten Bändel. Das bezeichnendste Merkmal jedoch war die Art, wie die wertvollen Halstücher getragen wurden. Kunstvoll geknüpft oder über die Brust gekreuzt - in der Art der Anordnung erkannte man die Funktion der Trägerin: die Ledige, die Verheiratete, die Hochzeiterin, die Witwe, Kommunionmädchen, Kirchenchormädchen usw.

    Vertreter der Trachten- und Volkstanzgruppe Schutterwald zeigen hier die verschiedensten Ausprägungen der bekannten Schutterwälder Tracht. Frauen in Festtags- und Sommertracht, immer aber mit rotem Rocksaum (Bändel) ; die Männer rechts in Festtagsrock, dem Halbleinenen bzw. im Sommer nur mit roter Weste. Junggesellen auf Brautschau tragen zum Tanz die hohe Pelzmütze, sowie breite, handbestickte Hostenträger. Diese Hosenträger zeigte der Schutterwälder Bursche voller Stolz, waren diese doch meist ein handgearbeitetes Geschenk seines Mädchens.

    Geschichte Schutterwalds


    St. Jakobus-Kirche
    Schutterwald mit seinen beiden Filialdörfern Höfen und Langhurst liegt inmitten der Ortenau. 1268 erstmals namentlich erwähnt, galt das Interesse der damaligen Herrschergeschlechter weniger dem Dorf, als vielmehr dem Wald, der mit seinem Holzreichtum, den Weide- und Zehntrechten ein begehrtes Objekt war. So erfahren wir jahrhundertelang immer nur von Verkauf, Beleihung, Streit um die Nutzung, um Jagd-, Wald- und Weiderecht unseres Schutterwaldes.

    Über 400 Jahre herrschte des Waldes wegen ein erbitterter Streit zwischen Schutterwald und Offenburg, der beiden Gemeinwesen viel Sorge und Widerwärtigkeit einbrachte. Bereits 1316 bestand nach einem Urkundenbuch der Stadt Straßburg eine ,,parochia (Pfarrei) Schutterwald. Es ist deshalb anzunehmen, dass Schutterwald bereits gegen Ende des 13. Jahrhunderts als Holzfällersiedlung existierte. Der schon früher erwähnte Name Langhurst kann sich sowohl auf einige Gehöfte als auch - was wahrscheinlicher ist - auf einen Gewannamen beziehen. Ebenso ungewiss ist die Gründung von Höfen. Wir wissen lediglich, dass im Süden von Höfen die berühmte Römerstraße verlief, die im Jahre 74 n.Chr. der römische Kaiser Vespasian durch seinen Legaten Cornelius Clemens als Nachschubstraße von Straßburg nach Rottweil zum römischen Limes (Grenzwall) bauen ließ und zu deren Schutz ein Kastell an der Stelle der späteren Mörburg (Freihof) errichtet wurde. Das unwirtliche Bruch im Süden der Gemarkung sowie das Gebiet des unwegsamen großen Waldes, der sich bis gegen Willstätt im Norden erstreckte, erschwerten die Rodung und Besiedlung

    Ein Flüsschen, dem unser Ort seinen Namen verdankt(Die Schutter und der zugehörige Wald):

    Nach dem Untergang des Herrschergeschlechtes der Staufer 1268 versuchten die Rittergeschlechter der Ortenau sich während der folgenden kaiserlosen Zeit möglichst viele Gebietsteile anzueignen. Man stritt sich nicht nur um den Besitz der Dörfer und ihrer Gemarkungen, sondern auch um einzelne Gehöfte, so dass Schutterwald lange Zeit drei Standesherren zinspflichtig war: Der Herrschaft Binzburg, den Gerolseckern und der Landvogtei Ortenau, ein Gebiet, das der Kaiser Rudolf von Habsburg den Rittern der Ortenau wieder entrissen und als reichsunmittelbares Gebiet für Habsburg gewonnen hatte. So bot Schutterwald das Bild staatlicher Zerrissenheit und Ohnmacht seiner Einwohner, die ganz der Willkür der Adelsgeschlechter unterworfen waren. Diese Abhängigkeit dauerte bis zur Auflösung dieser Grundherrschaften durch Napoleon und ihrer Einverleibung in das neugegründete Großherzogtum Baden (1806).

    Schutterwald war jahrhundertelang ein reines Bauerndorf, das trotz zahlreicher Verwüstungen im 3ojährigen Krieg (1618 - 1648) und den Raubkriegen Ludwigs XIV. bis zur Franz. Revolution immer wieder versuchte, durch Anbau von Handelspflanzen (Flachs, Hanf, Zichorie u. Tabak) die karge Existenz seiner Einwohner zu sichern. Marksteine der politischen Entwicklung unseres Dorfes waren die Verfassung 1818 und die Badische Gemeindeordnung 1831, nach jahr-hundertelanger Abhängigkeit die erste freiheitliche Selbstverwaltung, der 1832 die Aufhebung aller Fronden und 1838 die Ablösung des Zehnten (Abgabe des zehnten Teils aller Feldfrüchte) folgte. Die Schutterwälder beteiligten sich lebhaft am Protest des Volkes gegen die Willkür der großherzoglichen Regierung, der seinen Höhepunkt in der 48er Revolution fand, bei der 19 Schutterwälder Bürger zu Gefängnis oder Geldstrafen verurteilt wurden.

    Charakteristisch für die Bewohner Schutterwalds sind ihr eigenständiger Dialekt und die schöne, weitgerühmte Tracht der Frauen, so dass man mit Recht von Schutterwald als einer ,,Dialekt- und Trachteninsel" sprach. Ausführlicheres darüber in der ,,Chronik von Schutterwald", welche die Gemeindeverwaltung 1974 als stattlichen Leinenband herausgab, der dort käuflich zu erwerben ist.

    Ein Umschwung der bäuerlichen Tradition machte sich bereits gegen Ende des letzten Jahrhunderts bemerkbar, als durch Bahn, Post, Textil- und Glasindustrie im nahen Offenburg neue Arbeitsmöglichkeiten geboten wurden und im Westen des Dorfes eine Arbeitersiedlung entstand. Heute ist Schutterwald eine Arbeiter-, Angestellten- und Beamtensiedlung mit großzügig angelegten modernen Neubaugebieten. Handwerksbetriebe sowie in neuerer Zeit angesiedelte Gewerbe- und Industriebetriebe bieten nicht nur Arbeitsplätze an, sondern tragen auch wesentlich zur Finanzausstattung der Gemeinde bei. Das Bauerntum ist bis auf wenige Familien zurückgegangen. Jahrhundertelang war unsere Kirche eine Filiale von Hofweier. Während um die Mitte des 18. Jahrhunderts unsere Nachbargemeinden ihre durch Kriegseinwirkungen zerstörten Kirchen als Barockkirchen neu errichteten (Hofweier, Niederschopfheim, Griesheim, Appenweier), kämpften die Schutterwälder jahrzehntelang mit ihrem Patronatsherrn Roeder von Diersburg um einen Neubau. Als 1784 endlich der Grundstein zur neuen Kirche gelegt wurde, war die Blütezeit des Barock vorbei. Während das Äußere des Baues den Barockkirchen der Nachbardörfer gleicht, wurde die Inneneinrichtung in einfacherer Weise, ohne die vielfach überladenen Formen des Barock ausgeführt, was lange kunsthistorisch als bedeutungslose Imitation gewertet wurde, bis nach neuesten Feststellungen von Kunstexperten unsere Kirche als wichtiges Übergangsglied vom späten Barock zur folgenden klassizistischen Periode erkannt wurde.

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