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Turenne Museum Sasbach Lageplan Geroldseck - Schönberg


Turenne Denkmal in Sasbach Das 1945 entstandene Turenne-Denkmal, von General de Gaulle feierlich als Symbol des Gedenkens an den französischen Marschall und an den Sieg über Nazideutschland eingeweiht.

Turenne-Museum Sasbach - Musée Turenne à Sasbach

Deutsch-französisches Kooperationsprojekt: Vom Hass zur Völkerverständigung

Was bedeutet das kleine Museum - nicht weit von Straßburg auf der deutschen Rheinseite gelegen - und was bedeutet der Name Turenne, den kaum jemand je gehört hat? Denkmal und Museum können als Symbol für die von Kriegen und ihren Folgen geprägten letzten 200 Jahre deutsch-französischer Geschichte gelten, die sich hier in nuce spiegeln. Marschall Turenne, der in einer Schlacht zwischen französischen und kaiserlichen Truppen 1675 in Sasbach ums Leben kam, gilt den Franzosen gleich nach Napoleon als Held, der bis heute die größte nationale Verehrung genießt. Je mehr aber die französische Seite diesen "Mordbrenner", der weite Teile der Pfalz verwüstet hatte, verehrten, desto größer wurde der Hass auf deutscher Seite. Kaum waren die Deutschen 1940 einmarschiert, wurde das verhasste französische Denkmal gründlich beseitigt, um 1945 von General de Gaulle umgehend wiedererrichtet zu werden. Nur langsam wandelten sich die Beziehungen zwischen den Nachbarn.

Seit die letzten französischen Truppen abgezogen waren und der Verkauf des Wächterhauses am Denkmal an die Gemeinde Sasbach im Jahr 1998 perfekt war, konnte der von beiden Seiten geäußerte Wunsch verwirklicht werden, sowohl das Denkmal zu erhalten, als auch einen Ort der friedlichen Begegnung zu schaffen. Die Gemeinde Sasbach, das Haus der Geschichte Baden-Württemberg und das Französische Generalkonsulat in Stuttgart setzten diesen Plan in einem Gemeinschaftsprojekt um, das zunächst Denkmal und Museum umfasst, das aber erweitert werden soll zu einem Deutsch-französischen Museumspark. Im Mittelpunkt wird die "Allee der Versöhnung" stehen, früher Aufmarschgebiet der französischen Garnison in Achern.

Das Museum lässt zunächst die historischen Voraussetzungen Revue passieren: Die Schlacht von Sasbach aus dem 17. Jahrhundert, die Heldenverehrung im Petit Musée de Turenne, die Geschichte der vier Versuche, Turenne ein Denkmal zu setzen, der Mythos, wie er sich bei Besuchern und Denkmalswächtern ausgedrückt hat und wie er bis heute in Frankreich gepflegt wird.

Aber dabei bleibt es nicht: Die wechselvolle Geschichte des Denkmals wird anhand von Diaprojektionen in den Zusammenhang der zahlreichen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und Frankreich gestellt, die seit Turennes Zeiten unzählige Franzosen und Deutsche das Leben gekostet haben. Schließlich zeigt ein letzter Raum "Ausblick" die deutsch-französischen Beziehungen heute und ihre Perspektiven für die Zukunft. Der Ausblick aus dem Fenster bietet ein Rheinebenen-Panorama und freie Sicht auf den Nachbarn Frankreich!

Ein Versammlungs- und Veranstaltungsraum im Nebengebäude kann für Vor- und Nachbereitung sowie Vorträge genutzt werden. Das noch neue Museum plant umfangreiche Begleitprogramme mit Workshops und Wechselausstellungen. - Erreichbar ist das Museum über den Bahnhof Achern, von dort fährt ein Bus nach Sasbach (5 km). Oder: Autobahn A5, Abfahrt Achern oder Bühl, B3 Richtung Sasbach.

Adresse:

Turenne-Museum Sasbach
Turenneweg 24
77880 Sasbach (Ortenau)

Museumsbeauftragter der Gemeinde Sasbach: Kurt Degen
Tel.: 0 78 41/2 60 79 (Anmeldung)

Internet: Turenne-Museum Sasbach

Öffnungszeiten:

Sonntag: 14.00-18.00 Uhr Mittwoch: 14.00-18.00 Uhr Gruppen und Schulklassen jederzeit nach Vereinbarung