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Sehenswertes Hausach


Die Raumschaft Hausach gehörte im 12. Jahrhundert zum Herrschaftsbereich der Herren von Wolfach. Im Jahr 1148 stiftet Friedrich von Wolfach die Kirche in Hausach-Dorf an das Kloster St. Georgen. Im Umfeld dieser bereits in romanischer Zeit errichteten Chorturmkirche entstand wohl im frühen 13. Jahrhundert die Burg Husen auf dem heutigen Schloßberg. Als Erbauer der Burg kommen nach heutigem Forschungsstand die Staufer in Frage, die hiermit ihre östlichste Befestigung des damaligen staufischen Herrschaftsbereichs in der Ortenau errichteten. 1246 eroberte der Straßburger Bischof im Kampf gegen die Staufer die Burg und gab sie in den Besitz der Grafen von Freiburg. Die Burg wird damals als "Castrum Husen" erwähnt. Ein wichtiger Grund in der Anlage einer Burg darf in der Tatsache gesehen werden, dass im Umfeld von Hausach bereits im Hochmittelalter zahlreiche Bergwerke bestanden.

So werden bereits 1272 Silberbergwerke in Einbach erwähnt. Das hier gewonnene Erz war begehrt und brachte auch einen gewissen Reichtum, der wiederum die Gründung der Stadt Hausach unterhalb der Burg nahe legt. Im Jahr 1259 sicherte der Graf Konrad von Freiburg dem Abt des Klosters Alpirsbach zu, dass seine Leute bei der Durchfahrt durch die "Stadt" Hausach zum Martinshof (er gehörte damals den Mönchen von Alpirsbach) keinen Zoll zu entrichten haben.

Hier findet sich somit die erste Erwähnung der Stadt Hausach im Jahr 1259. Beim Bau der Stadt hatte man offenbar bewußt nicht den vorhandenen Weiler Hausach-Dorf ausgebaut, sondern eine - noch unbebaute - sehr günstige Stelle an der wichtigen Kinzigtalstraße gewählt. Mit der Heirat zwischen Verena von Freiburg und Heinrich II. von Fürstenberg-Wolfach (um 1303) kommen Stadt und Burg Hausach an das Haus Fürstenberg und bleiben bis 1806 fürstenbergisch. (Historische Ortsanalyse - Regierungspräsidium Freiburg - Referat 26, Denkmalpflege)

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Burg "Husen" Hausach


etwa um 1150, wird der Bau der Burg angenommen, in dessen Schutz sich dann, etwa um 1200, die Gründung der Stadt Hausach vollzogen haben könnteDie Burg Hausach - Kurt Klein - die Ortenau 1984 / 418 ff.

Name: castrum Husen (1246). Burg, auch Schloß Husen (Hausach)

Westlich der Stadt auf einem Felsvorsprung des auslaufenden Farrenkopfmassivs gelegen. 353 m ü. d. M.

Herausragendes Merkmal der heute noch erhaltenen Ruine ist der Turm (Bergfried), ein Teil der mächtigen Palasmauern mit einigen interessanten Fensterdurchbrüchen, die Grundmauern eines kleinen Türmchens gegen Osten und der sogenannte "Batterieturm" als Rest des einstigen Zwingers. Auch der künstlich angelegte Halsgraben an der Bergseite ist noch deutlich erkennbar. 1966 wurde die Ruine unter der Federführung des Historischen Vereins von den Hausacher Vereinen in einer viermonatigen "Schloßbergaktion" vom überwuchernden Baum- und Heckenwuchs befreit und in einen parkähnlichen Zustand mit einer prächtigen Aussicht auf Stadt und Tal gebracht. Das auf dem Schloßgelände gefundene Bronzebeil befindet sich im Wolfacher Heimatmuseum, während ein eisernes Schloß im Landesmuseum von Karlsruhe aufbewahrt wird.

Über die Gründung, den Ursprung der Burg, kann nichts Genaues gesagt werden. Allgemein geht man jedoch davon aus, daß zuerst die Kirche in Hausach-Dorf (Dorfkirche) um das Jahr 1000 als Mittelpunkt der bäuerlichen Markgenossenschaft Einbach von den Herren von Wolva erbaut wurde. Erst später, etwa um 1150, wird der Bau der Burg angenommen, in dessen Schutz sich dann, etwa um 1200, die Gründung der Stadt Hausach vollzogen haben könnte. (1259 wird Hausach zum ersten Male urkundlich als "Stadt" erwähnt). Neue, wissenschaftliche Forschungen weisen die Existenz eines Geschlechtes der "Herren von Husen" als Erbauer der Burg ab. Ebenso haben damit "Udalricus von Husen" (1086), der "Ruotmann von Husen" als Mitbegründer des Alpirsbacher Klosters (1095) und ein "Berthold von Husen", der in das Kloster St. Georgen eintrat (1155), nichts mit der Burg im Kinzigtal zu tun, ebenso der Minnesänger "Friedrich von Husen".

Es wird nun die Meinung vertreten, daß die Erbauer der Hausacher Burg im weitesten Kreise der Zähringer zu suchen sind. Tatsächlich festigten diese um die Hälfte des 12. Jahrhunderts vornehmlich durch den Bau von Burgen und der Gründung von Städten ihre Macht im südwestdeutschen Raum. So wird angenommen, daß auch die Burg Husen, wie die Schenkenburg im oberen Kinzigtal, zum Schutz der Silbergruben im Hauserbach bzw. in Wittichen angelegt wurden. Zu dem galt es, die mittelalterliche Handelsstraße von Straßburg durch das Kinzigtal - Schiltach nach Rottweil zu schützen. Dies im vermehrten Maße, als der Weg dann durch das Gutachtal - Hornberg - Reichenbach - Langenschiltach hinauf zur Baar geführt wurde. Auch befand sich über Jahrhunderte zu Füßen der Burg eine wichtige Zollstelle (Durchfuhr-, Floß- und Brückenzölle).

Nach dem Aussterben der Zähringer (1218) ging ihr Besitz zum Teil zunächst an die Grafen von Urach über und dann an die Grafen von Freiburg (1237). Aus ihrem Geschlechte stammte die Gräfin Verena, die bei der Hochzeit mit dem fürstenbergischen Grafen Heinrich II. aus Wolfach (1303) die Burg und Stadt Husen (Hausach) als Mitgift in die Ehe brachte. Damit ging Hausach mit seiner Burg für Jahrhunderte in den festen Besitz der Fürstenberger über, die es aber vorzogen, im Wolfacher Schloß zu residieren, während ihre Vögte auf der strategisch wichtigen Hausacher Burg wohnten. Über die Größe und das Aussehen der ersten Burganlage ist uns soviel wie nichts bekannt. Erst durch die Aufzeichnungen des fürstenbergischen Stadt- und Amtsschreibers Michael Spiser erfahren wir erstmals umfangreiche Hinweise.

Die Burg Hausach von Karlleopold Hitzfeld arrowRight

Danach ließ sein Herr, Graf Heinrich VI. von Fürstenberg, 1453 große Teile der bisherigen Burg niederreißen und die Anlage nach und nach erneuern und vergrößern. Zunächst erhielt der Palas, das Hauptwohngebäude, aus grob behauenen Steinen aus den umliegenden Steinbrüchen und der Kinzig seine Form. Nur die Ecken, Tür- und Fenstergewänder wurden mit besser bearbeiteten Steinen versehen. Es folgten der Vorhof (1466), das Schießhaus und der Schutzrain (1467), Anlagen, die durch eine Umfassungsmauer geschützt wurden. Im Jahre 1477 ging der Bau des Turms, des Bergfrieds seinem Ende entgegen.

Dieser Rundbau hatte einen Durchmesser von 9 Meter. Im unteren Teil waren die Mauern drei Meter dick. Mit annähernd 20 Meter Höhe überragte der Turm mit seinem abschließenden kegelförmigen Dach (Turmhelm) die mächtige Burganlage, gewährte einen weiten Blick ins Tal, bot eine gute Möglichkeit zur Verteidigung des Halsgrabens und wurde in höchster Not als letzte Zufluchtsstätte ausersehen. Deshalb wurde der Zugang, eine zwei Meter hohe Spitzbogentür, in einer Höhe von 6,50 m angelegt. Nur über eine Holztreppe (bzw. Leiter), die auf zwei Konsolen auflag, war der Turm zugänglich. Einlassungen im Mauerwerk deuten darauf hin, daß etwa 60 cm über der Eingangstür ein hölzerner Rundgang angebracht worden war. Das Untergeschoß des Bergfrieds diente lange Zeit als Verlies, als Gefängnis, in dem nach Aufzeichnungen immer wieder Menschen inhaftiert waren. Der sogenannte zweite Stock diente lediglich als Treppenaufgang zur Wächterstube im Obergeschoß.

An der östlichen Umfassungsmauer sollte ein nach innen offener Flankierungsturm die Verteidigungsmöglichkeit erhöhen. Schon 1453 wurde eine etwa 300 m hinter der Burg am Abfall des Schloßberges zum Dietersbach gelegene Quelle gefaßt und das Wasser in einer Deichelleitung in die befestigte Anlage geführt. Noch heute sprudelt das Wasser dieser "Schloßquelle" beim Kriegerehrenmal in einen Brunnen. Der Überlauf speist nochmals am Fuße des Schloßberges nahe an der Hauptstraße eine weitere Brunnenanlage.

Unterhalb der oberen Burg ließ der baufreudige Graf 1465 noch einen Zwinger, eine Vorburg (untere Burg), anlegen und diese mit einer ein Meter dicken Umfassungsmauer und einem nach innen geöffneten Batterieturm mit drei Schießscharten (Maulscharten) sichern. Die heute noch erhaltenen Teile der Ruine gehen auf diese in den Jahren 1453 bis 1477 geschaffene Anlage zurück, in der ihr Erbauer, Graf Heinrich VI. (1432 — 1491), gerne residierte. 1504 brachte Graf Wolfgang sogar den ihm wohlgesonnenen Kaiser Maximilian I. als Gast in der repräsentativen Burg unter. Sonst aber wohnten meist nur die fürstenbergischen Vögte oder Beamte wie z.B. Claus Marschalk, Hans Schowenburg (genannt Heffinger), Conrad von Brantloh, Wilhelm Hummel von Staufenberg, Michael Spiser, Hans und Conrad von Felsenberg, Hans von Reckenbach, Martin von Blumeck, Gallus Fürstenberger und Christoph Stächelin von Stockburg auf der Hausacher Burg.

Als man im Laufe des Dreißigjährigen Krieges westlich vor den Toren der Stadt umfangreiche Verschanzungen anlegte (1622), wurde auch die Burg in dieses Verteidigungssystem quer durch das Tal mit einbezogen. 1632 nahmen schwedische und mit ihnen befreundete württembergische Truppen Burg und Stadt Hausach ein. Ein Brand in den Gemächern des Schlosses konnte schnell gelöscht werden. Während der kriegerischen Auseinandersetzungen, in denen das Kinzigtal als Durchzugsland unter Freund und Feind viel zu leiden hatte, stand auf dem Schloß eine Kanone, "Gemerk" genannt, die durch einen weithin dröhnenden Schuß den Bewohnern in Stadt und Tal das Herannahen der plündernden und mordenden Soldateska ankündigte.

Bevor im Herbst 1643 schwedisch-weimarische Regimenter die Gegend wieder verließen, steckten sie die Burg und Stadt Hausach in Brand. Das zerstörte Schloß wurde nie mehr aufgebaut, vielmehr dienten die Mauerreste den Hausacher Bürgern als Steinbruch. Doch bei den Kriegen in den folgenden Jahrhunderten wurde das Schloßgelände als "Redoute", vor allem auch der Turm als Beobachtungsstand, in die Schanzanlagen (letztmals 1815 "in Verteidigung gebracht") eingegliedert.

In den Jahren 1890/91 wurden die Mauerreste der Schloßruine gesichert und nach dem Geschmack der damaligen Zeit der Turmhelm abgenommen und durch einen Zinnenkranz ersetzt. Auch wurde ein ebenerdiger Zugang durch das Mauerwerk gebrochen. 1968 "verkaufte" der Fürst von Fürstenberg die Ruine an die Stadt Hausach, d.h. die Burg ging mit einem Zuschuß von 20.000 DM für dringende Restaurationsarbeiten in städtischen Besitz über. Der Fürst behielt sich dafür das Recht vor, an hohen Fest- und Feiertagen den Turm mit seiner Fahne zu beflaggen.

Sagen:

Die Hausacher Burg hat auch im heimatlichen Sagenschatz einen Niederschlag gefunden. So soll zwischen dem Schloß und dem einstigen Klösterlein St. Sixt ein unterirdischer Fluchtgang angelegt worden sein, der sogar mit einer Kutsche befahren werden könne. - In besonders dunklen Nächten sollen sich bewegende Lichter im Gemäuer zu beobachten sein. - Auch liegt auf dem Schloßgelände noch ein reicher Schatz verborgen. Nach ihm gruben einmal einige Bauersleute. Als sie den Kessel mit den Goldstücken fanden, ertönte gerade vom Dorf herauf die Betzeitglocke. "Kommt, laßt uns beten, den Schatz haben wir ja", riet da einer der Gräber. Doch augenblicklich versank der Behälter wieder und wurde seither nie mehr entdeckt.

Literatur:

E. Bischoff, Die Burg Hausach, in: Ortenau 21/1934, S. 400 - 402;
K. L. Hitzfeld, Die Burg Hausach, in: Ortenau 50/1970, S. 440 - 421;
K. L. Hitzfeld, Die Burg Hausach, in: Ortenau 47/1967, S. 112 - 122;
H. Harter, Gab es "Herren von Hausach?", in: Ortenau 52/1972, S. 67 - 76;
R. Streit, Der Burgenbau im Allgemeinen und die Hochburg Husen. Hausach 1899.

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Klösterlein St. Sixtus


Die Kapuziner schlossen sich erst 1530 als jüngster der drei selbständigen Zweige des Franziskanerordens zusammen. Das Haslacher Kapuzinerkloster wurde dann 1630 gegründetFranziskanerkloster Hausach - Geschichte - kloester-bw.de - Christian Plath

Nachdem Hausach 1468 durch einen Stadtbrand fast vollständig zerstört worden war, ließ Graf Heinrich VI. von Fürstenberg Franziskaner aus Villingen kommen, damit diese für das seelsorgerische Wohl seiner Untertanen sorgten. Auf dem Gelände, das der Graf den Minderbrüdern überließ, bestand bereits eine baufällige Kapelle des Hl. Sixtus. Das erste Franziskanerkloster in Hausach wurde 1475 gegründet und zählte zur Oberdeutschen (Straßburger) Provinz. Bei der Franziskanerniederlassung in Hausach handelte es sich um ein vom Franziskanerkloster Villingen abhängiges Hospiz.

Die Klosterkirche erhielt die Patrozinien des Franziskus, Sixtus und sowie Ulrich und Wolfgang - letztere als Referenz an das fürstenbergische Herrscherhaus. In den folgenden drei Jahren erneuerten die Franziskaner die Kapelle. Papst Sixtus IV: hatte das Kloster mit einem 100tägigen Ablass ausgestattet, dessen Einkünfte in die Ausstattung des Konvents fließen sollten. Der Bau des Klosters ging aber aufgrund fehlender finanzieller Mittel nur langsam voran. 1478 bat der Provinzial um Almosen für den Klosterbau. 1480 wird eine franziskanische Bruderschaft erwähnt, die unter anderem auch für die Finanzierung und den Unterhalt des Klosters aufkommen sollte. Erst 1491 war ein für etwa zehn Personen gedachtes Klostergebäude fertig gestellt. Aber bereits zwei Jahre später, als Hausach von der Pest heimgesucht wurde, verließen die Minderbrüder die Stadt in Richtung Villingen. Das Kloster stand leer und verfiel. 1530 kaufte das Haus Fürstenberg das baufällige Kloster, gab es aber anschließend an den Orden zurück. 1559 ließ Graf Friedrich den Dachstuhl erneuern. Im Jahr 1565 verschenkten die Franziskaner das Kloster an die gräfliche Familie.

Geschichte des Klösterlein St. Sixt in Hausach arrowRight

Erst im 17. Jahrhundert bemühten sich die Villinger Franziskaner um einen Wiederaufbau des Hausacher Konvents. Im Jahr 1617 schloss Graf Ladislaus von Fürstenberg mit der Oberdeutschen (Konventualen-) Provinz einen Vertrag, worin er sich zum Wiederaufbau des Klosters verpflichtete, sofern die Minderbrüder Eschbach seelsorgerisch betreuten. Im Jahr 1619 wurde damit begonnen, ein für sechs Personen geplantes Klostergebäude zu errichten, das 1625 eingeweiht wurde. Im 30-jährigen Krieg verließen die Minderbrüder aber Hausach wieder. Ihre seelsorgerische Arbeit wurde von den Kapuzinern übernommen, die seit 1630 in Haslach ansässig waren.

Die Klosterkirche wurde im 18. Jahrhundert für Andachten genutzt. Um 1760 sollte sie zunächst abgerissen werden, erhielt aber 1771 eine neue Glocke und 1787 einen eigenen Kaplan. 1807 wurde die Kirche mit neuen Kniebänken ausgestattet. 1810 baten Hausacher Bürger um die Abhaltung der Frühmesse in St. Sixtus, da die Dorfpfarrkirche zu klein war. 1871 erhielt die Kirche einen neuen Altar. Als 1895 die neue Stadtpfarrkirche eingeweiht worden war, wurde die frühere Klosterkirche zu einem Wohnhaus umgebaut. Heute ist in dem früheren Kloster ein Museum untergebracht.

Literatur:

K. EUBEL: Geschichte der Oberdeutschen (Straßburger) Minoriten-Provinz. Würzburg 1886, 10, 87.
[KDB VII] 613 - 617.
[AFA] Bd. 3, 81-90 (G. HIRT).
K. KLEIN: Das Klösterlein St. Sixt in Hausach. In: Wolfgang Müller (Hg.): Die Klöster der Ortenau (Die Ortenau, Bd. 58.) Kehl 1978, 445-454.

Klösterle 1 (Flst.Nr. 419/79) - Kulturdenkmal gemäß § 2 DSchG - Kapelle St. Sixtus

Östlich, außerhalb der historischen Kernstadt stehende ehemalige Kapelle St.Sixtus. Massiv gemauertes und verputztes, zweigeschossiges Langhaus (heute als Wohnhaus genutzt) mit eingezogenem Rechteckchor. Nach oben mit zwei Dachgeschossebenen unter einem Satteldach mit Glockentürmchen abschließend. Die Öffnungsgewände aus Buntsandstein teilweise mit gotischen Maßwerkformen. Der Chor mit Eckquaderungen. Im Innern des Chors freigelegte Fresken und Ausstattungselemente. An der Außenwand zwei Sandsteinfiguren (Hl. Nepomuk und Hl. Maria) angebracht. 1475 - 1478 ließ Graf Heinrich VI. von Fürstenberg hier ein Franziskanerkloster errichten. Nach dem Dreißigjährigen Krieg zerfällt das Kloster. Die Kapelle blieb jedoch bestehen und wurde bis zum Bau der Pfarrkirche (1894) genutzt. 1968 restauriert. Die gut überlieferte Kapelle samt Ausstattung stellt ein wichtiges Dokument der Glaubenswelt und Volksfrömmigkeit dar. Sie zeugt als letzter Rest von dem ehemals hier gelegenen Franziskanerkloster. An ihrer Erhaltung besteht aus künstlerischen, wissenschaftlichen und heimatgeschichtlichen Gründen ein öffentliches Interesse. (Historische Ortsanalyse - Regierungspräsidium Freiburg - Referat 26, Denkmalpflege)

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Herrenhaus Hausach


Eines der markantesten Gebäude in Hausach ist das historische Herrenhaus. In seinem Dachgeschoss hat das städtische Museum seinen Platz gefundenAus Hausach Chronik Online:

Eines der markantesten Gebäude in Hausach ist das historische Herrenhaus. In seinem Dachgeschoss hat das städtische Museum seinen Platz gefunden. Vorläufer des Museums war eine "stadtgeschichtliche Sammlung", die der Hausacher Altratschreiber Wilhelm Kienzle im ehemaligen Rathaus Einbach zusammengetragen und museal aufbereitet hatte. Leider verstarb Herr Kienzle im April 1989 und konnte weder die Fertigstellung der Herrenhaussanierung erleben noch die Einrichtung eines neu konzipierten Museums mitgestalten.

Zur Geschichte des Herrenhauses

Der Bau der Schwarzwaldbahn 1866 von Offenburg nach Hausach, dann 1873 bis Villingen und 1886 nach Freudenstadt, prägte die Stadt Hausach. Das städtische Museum im Herrenhaus, ein Barockbau aus dem Jahr 1760, widmet sich dieser Thematik. Aber auch die Bereiche Bergbau, Landwirtschaft, Handwerk und Industrie dokumentieren anschaulich die historische Entwicklung der Kleinstadt im Kinzigtal. Als einzigartige geologische Besonderheit ist der größte bislang im Schwarzwald gefundene 'Turmalin' ausgestellt.

Erbaut wurde es in den Jahren von 1760 - 1770 für die Besitzer und "Herren" des im Jahr 1740 gegründeten Schmelz- und Hammerwerkes, die zuvor im einstigen Laborantenhaus bei der Eichenapotheke gewohnt hatten. Ignaz Speckle, der letzte Abt von St. Peter, wurde in dem Haus geboren. Das Aufkommen der Erze in den Stollen von Haslach, Hausach, Wolfach, Oberwolfach, Gutach und im hinteren Kinzigtal war eher dürftig, sodass der Betrieb zeitweise kaum Erz hervorbrachte und häufig den Besitzer wechselte.

Das Haus wurde in diesen Zeiten immer als Wohnhaus genutzt. Flurnamen aus der Region wie "Grub", "Schmelze" und "Erzwäsche" erinnern noch heute an den einstigen Abbau der Erze. Die Entwicklung dieses Wirtschaftszweiges geht auch einher mit den Glaubensrichtungen der katholischen und evangelischen Bevölkerung: Erstere waren die Fürstenberger, letztere die Württemberger. Auf der Südseite der Kinzig gab es die evangelische und die katholische Grub. Die Kinzig markiert die Trennlinie zwischen dem nördlichen und dem südlichen Schwarzwald. Auf ihrer Nordseite gab es die katholische Erzwäsche auf dem Hohberg und die evangelische im Gebiet Schmelze in Vorderlehengericht, die das Erz ebenfalls vom Hohberg erhielt. Der Kamm war die Religionsgrenze.

Nach dem zweiten Weltkrieg standen die Räume leer und wurden von wohnungslosen Menschen bezogen. Das Haus zerfiel, und in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde lange ein möglicher Abriss des Anwesens diskutiert. Besonders die Initiative des Historischen Vereins verhinderte diesen. Nach einer umfangreichen Sanierung wurde das Gebäude im Jahr 1990 wieder eröffnet; dies unter aktiver Mithilfe des Historischen Vereins und der Narrenzunft, die in den Kellerräumen beide ihre Keller haben. Im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss werden heute die Schüler der Kaufmännischen Schulen und dem Wirtschaftsgymnasium unterrichtet. Im Obergeschoss befindet sich das Museum.

Nach dem zweiten Weltkrieg diente das Gebäude den Schülern der Eisenbahnschule als Wohngebäude. Das Herrenhaus ist ein Haus der Geschichte von Hausach und ein Zeugnis der Entwicklung der hiesigen Industrie. (Webseite: Museum Herrenhaus)

Von 1990 - 1992 beschäftigte die Stadt Hausach zur Erarbeitung und Umsetzung eines Museumskonzeptes Frau Steffi Karius als wissenschaftliche Fachkraft im Rahmen eines befristeten Arbeits-Vertrags. Parallel dazu hatte Kurt Klein, damaliger Vorsitzender des Historischen Vereins Hausach, den "Museumskreis des Historischen Vereins und der Stadt Hausach" gegründet, eine Gruppe heimatgeschichtlich engagierter Bürger.

Als Vorgeschmack auf das künftige Museum wurden 1990 in den neuen Räumlichkeiten unter Regie der Museumsfachkraft zwei Ausstellungen (Historische Fotographien sowie Kunst-Handwerk) gezeigt. Im Jahr 1991 folgte dann eine große Ausstellung des Historischen Vereins zum Thema "125 Jahre Eisenbahn in Hausach". Da das Museum mit Ablauf des Beschäftigungsvertrages der Fachkraft noch nicht fertiggestellt war, übertrug die Stadt Hausach im Jahre 1993 die weiteren Aufbau- und Betreuungsarbeiten an den ehrenamtlichen Museumskreis unter Leitung von Helmut Spinner.

Die zügige Fertigstellung des Projekts fiel allerdings der damaligen massiven Raumnot der Schulen zum Opfer, die eine zeitweise "Ausleihe" von Museumsräumen für die Grundschule sowie die Kaufmännischen Schulen notwendig machte. Als das "Museum im Herrenhaus" schließlich 1996 offiziell eröffnet werden konnte, musste noch einige Zeit das sogenannte Kaminzimmer vom Wirtschaftsgymnasium als Schulraum benutzt werden. Die Dauerausstellung des Museums schildert nicht nur die historische Entwicklung der Raumschaft Hausach, sondern soll vor allem auch die Alltagsgeschichte einer Kinzigtäler Kleinstadt und der einst selbstständigen Landgemeinde Einbach zeigen. So finden die Besucher nicht nur Informationen zu Burg, Bergbau und Kirche, sondern auch zu Landwirtschaft, Brauchtum, Handwerk sowie zur Eisenbahn und zur industriellen Entwicklung. Ganz besondere Erinnerungen weckt eine nachgebaute Arbeiterküche im Stil der Jahre 1930-1960 mit einem von der Hausacher Herdschlosserei Kohmann hergestellten Küchenherd.

Glanzstück der Ausstellung und gleichzeitig eine einzigartige Verbindung zwischen dem historischen Bergbau und dem modernen Sommerbergtunnel ist die beim bergmännisch ausgeführten Tunnelbau gefundene "Turmalinsonne". Der vom damaligen Bürgermeister und heutigen Ehrenbürger Manfred Kienzle sichergestellte Mineralienfund hat zumindest in Deutschland bislang kein vergleichbares Gegenstück. Als Ergänzung zur Dauerausstellung sind im Museum natürlich immer wieder interessante Sonderausstellungen zu sehen, in denen historische Themen aufgearbeitet oder auch das Schaffen heimischer Künstler wie z.B. Paul Falk oder Dieter Schandrach gewürdigt wird. Die besondere Atmosphäre des "Kaminzimmers" im Museum wird übrigens nicht nur für Ausstellungen genutzt; der stilvolle Raum ist seit Jahren auch als offizielles Trauzimmer ausgewiesen und gibt einen ganz besonderen Rahmen für den schönsten Tag im Leben heiratswilliger Brautpaare.

Das Museum im Herrenhaus ist jeden Sonntag von 14.00 - 17.00 Uhr geöffnet. Sonstige Besuchstermine sind nach Vereinbarung möglich. Auskünfte: Tourist-Info Hausach, Tel. 07831/79-75

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Spuren des Bergbaus in Hausach - Einbach


die Burg Husen wurde nicht nur zum Schutze der Handelsstraße durch das Kinzigtal erbaut, sondern auch als wachsames Auge über den SilberabbauAus der Online-Chronik der Stadt Hausach:

Die Begierde nach gleißendem Edelmetall lockte Bergleute einst auch in die Täler um Hausach. Daran wollen augenfällig' in Hausach-Dorf der Bergmannsbrunnen, einige alte Grubenwagen sowie das Freilichtmuseum "Erzpoche" erinnern, die von den "Dorfer Erzbrüdern" liebevoll um die altehrwürdige Dorfkirche gebaut bzw. aufgestellt wurden.

Doch noch mehr will das alte Gotteshaus als einstige Bergmannskirche auf die Jahrhunderte alte Tradition des Bergbaus hinweisen. Mit dem Anna-Altar zu Ehren der Schutzheiligen des Schwarzwälder Silberbergbaus, der großen Darstellung des hl. Christophorus als Patron gegen den jähen Tod an der Außenwand und daneben dem Grabstein eines Bergamtskassiers sind uns weitere Zeugen erhalten geblieben.

Dies alles belegt, dass auf unserer Gemarkung einmal Hammer und Schlägel regierten. Noch mehr, die Burg Husen wurde nicht nur zum Schutze der Handelsstraße durch das Kinzigtal erbaut, sondern auch als wachsames Auge über den Silberabbau.

Im oberen Hauserbach befand sich einst die Grube "Unserer lieben Frau", so genannt nach dem Namen des Freiburger Münsters. Bürger aus Freiburg waren es, die damals das Silber bargen. In einem Schriftstück des Fürstenberger Grafen Heinrich VI. von 1455 wird die Anwesenheit der Knappen im "berg zu Husen in dem Kintzenthal in dem Huserbach" bestätigt und 1515 sollen allein in diesem Tal 300 Bergleute beschäftigt gewesen sein. Um dieselbe Zeit wurde die Kirche erweitert. Die Fürstenberger Grafen sichern 1529, auch wegen der Gewinnerwartung im Hauserbach, durch die Bergordnung ihre Einkünfte aus den Gruben im Kinzigtal.

Der Kinzigtäler Bergbau - Eine Zusammenfassung über Gesichertes und Ungesichertes arrowRight

Im Jahre 1752 erhielt dann diese bedeutende Grube den Namen St. Bernhard. Zwei Pochwerke wurden errichtet, deren Mühlräder von dem in einem "Pochweyer" gestauten Wasser angetrieben wurden. Noch ist das "Steigerhaus" erhalten, indem einmal die originelle "Streife-Monika" wohnte.

Pferdegöppel und zuletzt eine Dampfmaschine wurden zur Beförderung der Erzkübel verwendet. Allerdings ging es mit dem Silberabbau schnell zurück, nachdem Silber billiger aus der neuen Welt bezogen werden konnte. Danach konzentrierte man sich auf den Abbau von Schwerspat.

"Maria Theresia" und "Sophia" hießen die beiden anderen Hauserbacher Gruben, Brauneisenstein wurde beim Limbacher Hof gefunden. Zwei Stollen gehörten zur Grube "St. Elisabeth am Kreuzberg". Einen bekannten Namen hatte die Grube "St. Ludwig" im Adlersbach. Auch im Breitenbach wurde geschürft. In Hausach erzählte einmal das "Schmelzebächle" von einer Erzschmelze. Jedenfalls ist 1740 eine Schmelze nachgewiesen.

Rechts der Kinzig versuchten die Bergleute im Gechbach, beim Wintermaxen-Hof, am Dorschenberg und an der Frohnauer Straße ihr bergmännisches Glück. Auch im Osterbach, besonders beim Übergang in die Frohnau, beim "Bildstöckle", wurde Eisenerz gefördert. Die Barbaraster Gewerkschaft von Welschbollenbach fand im unteren Neuenbach Schwefelkies. Beim Deckerhof und im anschließenden "Löchle" im hinteren Einbach erklang einst auch der Bergwerkshammer. Noch heute kündet der Name "Silberrigele" oder "-ritili" von der Grube "Maria Josepha", wo man in einigen Stollen nach silberhaltigen Erzen - Bleiglanz - grub. Die bekannteste Grube im Einbach ist aber die "Schutzengel-Grube", das Bergwerk "Erzengel Gabriel" im Schierengrund, wo einst die Hausacher und Einbacher Buben ihre Krippensteine - schön kristallisierte Schwerspatsteine - holten.

Als 1750 der Marquis Natolii die Grube pachtete, fiel zunächst so viel Erz an, dass er einen Schmelzofen errichten ließ. Gegenüber im Rappengrund stoßen wir auf einen Schacht und Stollen der Grube "Martin", die Blei und Feinsilber verkaufte. Beim Echle im Wolfsgrund schürfte man nach Eisenerz.

Um die Jahrhundertwende fielen die meisten noch betriebenen Stollen und Schächte ins Freie, wurden wegen Unrentabilität aufgegeben. Doch in den zwanziger Jahren holte der sächsische Bergmann Meng nochmals Schwerspat im Schierengrund. Der alte "Echle" und der "Schwobe-Reinhard" seligen Gedenkens stiegen mit ihm in die Felsennacht vor. Eine noch erhaltene bergmännische Karbidlampe will vom heimischen Bergbau erzählen, ebenfalls die Sage vom "Huserbacher Bärgmooli", besonders aber die Dorfkirche, deren Glockenklang über den modernden Gebeinen so manchen Bergmannes verhallt. Doch auch die "Dorfer Erzbrüder" verkünden noch das herzliche Glückauf und tragen es in die Zukunft.

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Dorfkirche St. Mauritius


Urkundliche Erwähnung findet die alte Pfarrkirche 'Ad Sanctum Mauritium', zu St. Moritz, schon im Jahre 1148Die alte Kirche St. Mauritius in Hausach-Dorf(1) - Von Gustav Hirt - die Ortenau 1954 - S. 164 ff.

Urkundliche Erwähnung findet die alte Pfarrkirche "Ad Sanctum Mauritium", zu St. Moritz, schon im Jahre 1148. Darin wird dieselbe als "ecclesia, quae est apud Husen", die Kirche, welche bei Husen liegt, geschildert. Sie lag also nicht direkt in Husen, sondern außerhalb des Orts. Dem Namen des Kirchenpatrons nach zu schließen, dürfte die Niederlassung als fränkisch angenommen werden. Die Ortschaft selbst, die sich im Mittelalter östlich der Kirche ausbreitete, suchte ihren Entstehungsplatz im Schutze der nahen Ritterburg Husen. Im Jahre 1275 wird die Kirche "in decanatu Kürnbach", im Dekanat Kirnbach, von 1360 bis 1370 in "decanatu Rotwil", im Dekanat Rottweil, im Jahre 1505 "Kirche s. Moritzen zu Husen" und 1508 "Kirche s. Moricien und Jörgen zu Husen" urkundlich aufgeführt. Als amtierendem Pfarrer zu Husen hören wir 1396 von einem "leutpriester Sippolt zu Hausen im Kinzigental", 1454 wird ein "Niclaus von Tönen kirchherr zu husen" genannt, 1467 wird "der Priester Michael Fabri bei der Pfarrkirche der Stadt Husen, frei geworden durch den Tod eines gewissen Heinrich Behem, durch Heinrich Graf von Fürstenberg und Herr in Husen im Kinzigtal vorgeschlagen", 1479 fungierte "pfaff Hans Schnider Kirchherr zu Husen im Kinczigental", und nach der Einführung der Reformation erscheint als Vertreter der neuen Lehre der Prädikant Sebastian Säckelmann.

Die Baugeschichte dieser alten Kirche ist ungefähr wie folgt. Nach der Einführung des Christentums wurde die erste Kirche, wie überall, aus Holz erstellt. Am Anfang des 12. Jahrhunderts wurde die erste Steinkirche in Hausach-Dorf erbaut, wovon allein das noch guterhaltene Tympanon Zeugnis ablegt. Als jedoch die Kirche im 15. Jahrhundert zu klein wurde - es waren um diese Zeit allein 300 Bergknappen im Hauserbacher Silberbergwerk beschäftigt -, wurde der Bau einer neuen Kirche beschlossen. Graf Wilhelm von Fürstenberg holte sich den berühmten Freiburger Baumeister Erhart, der zuletzt am Freiburger und Straßburger Münster gearbeitet hatte. Erhart begann im Jahre 1515 mit Chor, Sakristei und Turm. Der Chor ist reich ausgestattet und wird mit drei vorgelagerten Jochen in drei Seiten des Achtecks geschlossen. Seine Decke bildet ein elegantes Sterngewölbe. Die profilierten Gewölberippen mit Hohlkehle und Birnstab schneiden einander und verlaufen an der Chorwand. Die runden Schlußsteine zeigen eine neue Bemalung. Sechs Spitzbogenfenster mit flamboyantem Maßwerk geben dem Raum des Chores eine ganz besondere Helle. Die Fenster in den Achteckseiten sind zweipfostig, die übrigen einpfostig. Das Gewand der in die Sakristei führenden Spitzbogentür an der Nordseite besteht aus Hohlkehlen und Stabwerk, das entweder stumpf verläuft oder sich im Spitzbogen schneidet. Die aus hübschen Steilbasen hervorwachsenden vorderen Stäbe sind auf der einen Seite gerautet und auf der anderen mit Zickzackkannelüren versehen. Uber dem Bogenscheitel ist die Jahreszahl 1516 eingehauen. Der aus der gleichen Zeit stammende Türflügel besitzt noch das erste alte kunstvoll geschmiedete eiserne Türschloß mit Beschlägen. Eine ähnliche Arbeit weist die gegenüberliegende Tür in das Turmgeschoß auf. Der östlich gelegene Teil des Chores wird durch eine Stufe erhöht. An dieser steinernen Stufe ist "anno domini 1515" eingehauen. Im östlichen Nordwandteil des Chores nach der Stufe kann der Besucher das außerordentlich prachtvolle Sakramentshäuschen bewundern. Die Sakramentsnische, als eine Flachnische gebaut, bildet einen besonders wertvollen Schatz der alten Hausacher Dorfkirche. Die Nische wird von Rundstäben auf steilen, gerauteten Basen flankiert, welche den Kielbogen mit dem astartigen Maßwerk tragen. Die große architektonische Umrahmung von Fialentürmchen mit Krabben und Kreuzblumen läuft in einer gemalten Architektur aus.

Außenwandmalereien St. Mauritius - die alte Pfarrkirche von Hausach arrowRight

Diese wurde bei Renovation der Kirche anfangs des 20. Jahrhunderts von Grund aus erneuert. Die Nische selbst ist mit einem hübsch gearbeiteten Durchsteckgitter mit Rosetten an den sich kreuzenden Eisenstäben und mit einem Schloß versehen. In den Feldern rechts und links der Nischentür ist je eine kleine Steinkonsole zu sehen. Der Chor öffnet sich gegen das Langhaus in einem hohen, gedrückten, kämpferlosen Spitzbogen, der in Hohlkehlen und Stabwerk profiliert ist. Das auf schrägkannelierten, gerauteten, kleinen Basen profilierte Stabwerk läßt seine Nebenstäbe am Bogen sich totlaufen. An dem Gewände sind die Stellen noch feststellbar, wo das ehemalige Abschlußgitter befestigt war. Da, wo die Gewölberippen im Chorinnern ansetzen, zeigt das Äußere des Chors doppelt abgetreppte Strebepfeiler. Dadurch wird eine Abtreppung durch die um den ganzen Bau sich herumziehende Wasserschräge bewerkstelligt. Die Wasserschräge dient zugleich als Kaffgesims der Fenster. Die Strebepfeiler sind konkav geschweißt abgedeckt. Das etwa 50 cm hohe Sockelgesims des Chors hat oben einen Hohlkehlabschluß. Die an der Nordostecke von Langhaus und Chor erstellte Sakristei ziert ein gradscheitliges Sternengewölbe. Die Rippen des Gewölbes mit der einfach gehaltenen Profilierung der Spätzeit verlaufen in den Ecken ohne Konsolen. Kleine lukenartige Fenster mit geradem Sturz und Blenkielbogen geben dem Raum von Norden, Osten und Westen das nötige Licht. Am nördlich gelegenen ist im Sturz die Jahreszahl "1515" zu lesen. Die beiden anderen zeigen ein Wappenschild mit Kelch. An der nördlichen Sakristeiwand ist ein Wasserablauf angebracht. An der äußeren Sakristei verläuft ein Sockel von 1 m Höhe. An der östlichen Seite setzt er ab und kreuzt sich in zwei Stäben über der gradsturzigen mit Blendkielbogen versehenen Tür, die den Eingang zur Beinkammer bildet, welche sich unter der Sakristei befindet.

Der von quadratischem Grundriß erstellte Turm wird in allen vier Geschossen durch eine Wasserschräge getrennt. Ansätze des ehemaligen Rippensterngewölbes sind noch im Erdgeschoß zu erkennen, sodann an der Ost- und Südseite zwei im Kielbogen geschlossene Lichtluken. Der erste Stock zeigt gradsturzige, der zweite zwei ähnliche und eine im Dreieck geschlossene Luke, der dritte Stock, das Glockengeschoß, das von einem Satteldach gedeckt wird, hat nach allen vier Richtungen einpfostige Spitzbogenfenster mit flamboyantem Maßwerk. Die beiden Giebelseiten des Satteldaches zeigen nach Norden und Süden ebenfalls Luken. Alle bisher aufgeführten Bauten einschließlich des Turmes sind aus Bruchsteinen gebaut, die Gewände von rotem Sandstein und die Ecken aus Sandsteinquadern erstellt.

Das Langhaus ist einschiffig, flach gedeckt, äußerlich ohne Sockel und von besonders architektonischer Bauausführung. Durch einpfostige Fenster mit Fischblasenmaßwerk oder Vierpässen geschieht die Lichtzuführung ins Innere. An der inneren Nordwandseite ist eine kleine kielbogenförmig gebildete Wandnische eingebaut.

Die Empore wird von einfachen Holzsäulen getragen, wurde aber erst später eingebaut. Im vorderen westlichen Teil war der Einbau zweier Rundfenster erforderlich geworden, und zur gleichen Zeit wurde ein weiteres gradsturziges Fenster an der Nordwand eingebrochen. Das einfache spitzbogige Hauptportal an der Westfassade befindet sich unter dem im Jahre 1824 vorgelegten malerischen Vorbau, zu dem auf der Nord- und Südseite je eine Treppe zur Empore hinaufführt. Die Orgel ist in der ersten Empore untergebracht.

An der Nordseite befindet sich eine zweite Eingangstür zum Langhaus. Über dieser wohl später eingebrochenen gradsturzigen Tür ist ein dreieckiges Sandstein-Tympanon von 1,75 m Länge und 1,05 m Höhe eingemauert, Im unteren mittleren Felde meißelte der Steinmetz Christus am Kreuze, ohne Bart und mit Lendenschurz, rechts davon Johannes mit rechts erhobenem deutendem Arm und links davon Maria mit kaum mehr erkennbarer Handbewegung. Das Kreuz ist von der Einfassung nicht abgegrenzt. Das in romanischem Baustil gehauene Tympanon enthält in beiden Dreieckspitzen je eine Säule mit Würfelkapitell mit zwei Pfeilern durch Rundbogen verbunden. In dem Felde über dem Kruzifix dagegen einen Pfeiler zwischen zwei Säulen, von denen die Rundbogen weiter führend gedacht sind. Diese ganz primitiv und plumpe Steinmetzkunst führt auf die Bauschule des Klosters Hirsau zurück, das in jener Zeit im Bauen tonangebend war. Im Hinblick auf die nahegelegenen Vorbilder im Kloster Alpirsbach und Kloster Gengenbach ist diese Architektur leicht erklärlich. Und wenn zudem der im Jahre 1099 erwähnte Ritter Ruotmann von Husen als einer der vornehmsten Stifter des Klosters Alpirsbach erwähnt wird und der berühmte Berthold von Husen 1145 in das von den Hirsauer Mönchen gegründete Kloster St. Georgen im Schwarzwald eintrat, dem die Kirche zu Hausach lehenspflichtig wurde, sowie der spätere zweite Kirchenpatron St. Jörgen in Verbindung mit dem Kloster St. Georgen gebracht werden kann, ist aus all den angeführten geschichtlichen Tatsachen der Beweis erbracht, daß diese äußerst einfach gehaltenen Skulpturen aus der Zeit des ausgangs des 11. und anfangs des 12. Jahrhunderts stammen.

Die Innenausstattung der alten Kirche St. Moritz stammt meistens aus dem 16. bis 18. Jahrhundert. Von der Erbauungszeit ist leider nichts mehr erhalten geblieben. Der gutgearbeitete Hochaltar mit dem Tabernakel auf der Mensa, guter Holzschnitzerei mit Voluten und Girlanden, reich bewegten Engeln, auf ihm kleine Putten und das Pelikansymbol, stammt aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Über dem Pelikan ist ein Ölgemälde zu sehen in einem prächtigen Rocaillerahmen, die Halbfigur Christi mit Kreuz und brennender Lampe, das eine gute Arbeit eines deutschen Nachahmers des van Dyck darstellt. Über dem Ölgemälde befindet sich ein Holzkruzifix mit der Drehung des Körpers in verschiedener Richtung, was ein gut durchdachtes Meisterwerk des 18. Jahrhunderts darstellt. Im Langhaus sind zwei Seitenaltäre im Barockaufbau mit gewundenen Säulen und gebrochenen Giebeln aufgestellt. Auf dem nördlichen Altar steht eine Madonnenstatue aus Holz aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, auf dem südlichen befindet sich ein leider jetzt verblaßtes Ölgemälde, Maria und Johannes darstellend, sie deuten auf einen leeren Raum hin, wo sich früher einmal ein Kruzifix befand. Die davor befindlichen beachtenswerten Holzstatuen der Madonna, St. Michael und eines Bischofs sind gute Handwerksarbeiten aus dem 17. Jahrhundert. An der Predella befindet sich ein Ölgemälde der Kreuztragung auf Holz, eine Nachahmung aus dem 16. Jahrhundert. Auf der nördlichen Predella stellen die Seelen im Fegfeuer eine gute Schnitzerei des 17. Jahrhunderts dar. Die Kanzel ist eine einfache Barockarbeit aus dem 18. Jahrhundert. Der über der Nordtür hängende Holzkruzifixus stammt aus der gleichen Zeit, seine Länge und Derbe liegt unter der Durchschnittsarbeit. Der Taufstein ist achteckig und einfach gehauen, er steht auf der linken Chorseite neben dem Hauptaltar. Die von Matthäus Edel in Straßburg gegossenen drei Glocken stammen aus dem 18. Jahrhundert. In der Sakristei befinden sich folgende Holzstatuen: St. Michael in lebhafter Haltung aus dem 18. Jahrhundert, eine meisterhaft gearbeitete Figur des rechten Schächers aus dem 17. Jahrhundert und eine Madonnenholzstatue, mit Seidengewändern bedeckt, aus dem 17. Jahrhundert.

1.) Siehe dazu "Ortenau", 22. Heft 1935, H. Sprauer, " Außenwandmalereien an der ehemaligen Pfarrkirche von Hausach.

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