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Sehenswertes in Mahlberg


Geschichtsschreiber vergangener Zeiten gaben der Herrschaftsteilung 1629 ausreichend Raum. Sie stellten das Kondominatsverhältnis zwischen den Herren von Nassau-Saarbrücken und dem markgräflichen Haus Baden-Baden ausführlich dar und verwiesen auf das Ende der Gemeinschaftsverwaltung 1629, wobei die Herrschaft Mahlberg an Markgraf Wilhelm von Baden-Baden überging, während die Herrschaft Lahr beim Hause Nassau verblieb. Siebzehn Jahre nach der Herrschaftsteilung, 1646, erließ Markgraf Wilhelm den sogenannten Freiheitsbrief, der zugleich ein Bild veranschaulicht vom Leben in deí Stadt Mahlberg vor 350 Jahren.

Die bei Uns eingegangene fleißige Bitte, auch die bis dahin erwiesene Treue und Gehorsam, bewilligen und bestätigen auch Wir diese Freiheiten für Uns und Unsere Erben dergestalt, wie sie vor dieser Zeit gewesen sind und wie sie verbleiben sollen. So sollen sie auch von Unseren jeweiligen Beamten gehandhabt werden.

Zur Beurkundung haben Wir eigenhändig unterschrieben und das fürstliche Siegel anhängen lassen an diesen Brief, der gegeben ist in Unserer Stadt Baden-Baden, den dreißigsten Monatstag im April dieses laufenden 1646ten Jahres.

gez. Wilhelm Markgraf von Baden.


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Oberrheinisches Tabakmuseum


Tabakmuseum Mahlberg - Das Oberrheinische Tabakmuseum in Mahlberg überrascht mit seiner Weitläufigkeit. An der Straße nach Orschweier, kurz vor der nicht zu übersehenden katholischen Kirche Mahlberg, steht der Komplex Das Oberrheinische Tabakmuseum in Mahlberg überrascht mit seiner Weitläufigkeit. An der Straße nach Orschweier, kurz vor der nicht zu übersehenden katholischen Kirche Mahlberg, steht der Komplex - und Komplex darf hier aufgrund der vielen Gebäudeeinheiten sicher gesagt werden - auf der rechten Straßenseite.

Stehen Besucher*innen vor dem Museumskomplex, zeigt sich ein hochaufragendes Fabrikgebäude hinter einer kleinen Parkanlage. Hier arbeiteten in früheren Zeiten bis zu 80 Arbeitskräften in der Zigarrenfabrik. Auf der linken Flanke steht die ehemalige Stallung für die Zugtiere, welche mit ihren Wagen das Rohmaterial, den Tabak, aus der Rheinebene nach Mahlberg zur Fabrikation fuhren.

Ganz rechts präsentiert sich die ehemalige Fabrikantenvilla mit dem Remisengebäude für die Kutschen der Firmenleitung und im gesamten Komplex sind, dem Inhalt der Anlage entsprechend, immer wieder Tabakplanzen - im frühen Herbst in ihrer vollen Blüte zu sehen.

Das Oberrheinische Tabakmuseum hat manch skurrile Attraktion zu bieten: Neben Zigarren aus der Sammlung der Altkanzler Ludwig Erhard und Gerhard Schröder auch eine Originalpfeife von Herbert Wehner. Zu den Raritäten in den Vitrinen zählen auch ein dicker Rauchstängel des kubanischen Revolutionärs Fidel Castro und eine Original-Reyno-Zigarettenschachtel von Altbundeskanzler und Zigarettenraucher aus Überzeugung Helmut Schmidt. Bürkle, Bernhard: Blick über den Bauzaun des Tabakmuseums (Ettenheimer Heimatbote, 28./29.5.1986)

Nach dreijähriger Bauzeit ist das Gebäude kaum wiederzuerkennen

Mahlberg (b). Am Sonntag, 8. Juni, ab 10.30 Uhr, präsentiert sich der Förderkreis Oberrheinisches Tabakmuseum mit einem Museumsfest unter dem Titel "Blick über den Bauzaun". Die- ehemalige Weinacker'sche Fabrik unmittelbar neben dem Feuerwehrgerätehaus wurde von Kopf bis Fuß saniert und ist nach über dreijähriger Arbeit kaum wieder zuerkennen. Fenster und Böden wurden erneuert, das Dach isoliert und mit sonstigen Arbeiten wurde das Gebäude auf Vordermann gebracht. Durch die vom Arbeitsamt geförderte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurde diese Instandsetzung ermöglicht. Von den Mitgliedern des Förderkreises wurde in mühevoller Arbeit die Reinigung und Restaurierung vorgenommen. Viele Exponate wurden zusammengetragen, gereinigt und restauriert, wobei auch die Beschriftung vorgenommen werden mußte.

Das Oberrheinische Tabakmuseum ist auch auf der Museum-Seite museum.de mit einem Audioguide gelistet - hier geht es zum Audioguide  arrowRight16

Im Obergeschoß ist ein Filmvorführungsraum eingerichtet, um auch dieses Hilfsmittel zur Dokumentation des Tabaks einsetzen zu können. Die Jugendgruppe wird einige einschlägige Tabakfilme vorführen. Ebenfalls im Obergeschoß wird das Thema Heimarbeit demonstriert, ebenso der Welthandel des Tabaks mit interessanten Exponaten. Im Obergeschoß werden verschiedene Kleinexponate und die manuelle Tabakfabrikation sowie Schnupf- und Kautabak gezeigt. Ein Teilbereich ist für laufende Sonderausstellungen reserviert. Unter anderem wird eine Briefmarkensammlung mit Tabakmotiven zu sehen sein, ebenso eine reichhaltige Pfeifensammlung, sowie kunstvolle Aschenbecher und Schnupftabakdosen. Im Untergeschoß wird die maschinelle Tabakverarbeitung demonstriert. Das Archiv zeigt interessante Bücher aus der Jahrhundertwende mit den Lohneintragungen, wodurch auch ein Einblick in den sozialen Status der Tabakarbeiter vermittelt wird. Das im Kellergeschoß eingerichtete Lager ist zum besten gefüllt, denn in einem Teil wurde ein schmucker Aufenthaltsraum eingerichtet, sodaß die Palette der Räumlichkeiten abgerundet ist.

Über die Entwicklungs des Tabakplanzens und Rauchengenusses  arrowRight

Viele fleißige Hände der Förderkreismitglieder haben in den letzten Wochen hunderte von Stunden für die Einrichtung des Tabakmuseums geopfert. Ein reger Besuch wäre sicherlich eine Anerkennung für diese Arbeit zur Erhaltung eines Stückes Geschichte dieser Region. Für den geselligen Teil wird erneut Vorsorge getroffen. Ein Zeltanbau an die überdachte Rampe bietet geschützten Platz für die Besucher. Die Bewirtung mit Rollbraten, Grillwürsten, Kaffee und Kuchen ist reichhaltig und erfolgt durchgehend ab 10.30 Uhr. Es finden laufend Führungen durch das Gebäude statt, so daß die interessierten Besucher auch über genaue Einzelheiten informiert werden. Die Elsässische Tabakkutsche wird als besonderer Hinweis am Eingang plaziert. Es bleibt zu hoffen, daß sich eine große Zahl Interessierter zu einem Stelldichein einfindet, um dem Förderkreis die notwendige moralische Unterstützung zur Verwirklichung des Oberrheinischen Tabakmuseums zu liefern.

Öffnungszeiten


1. Mai bis 30. September
Sonn- und Feiertags jeweils von 10.00 - 17.00 Uhr
Aufgrund der CORONA-Pandemie ist das Museum derzeit geschlossen!

Einzeleintritt:
blueCircle Erwachsene 3,50 €
blueCircle Kinder 1,50 €
blueCircle Schüler 1,50 €
Gruppeneintritt:
blueCircle ab 10 Personen 3,00 € pro Person (ohne Führung)
blueCircle ab 10 Personen 4,50 € pro Person (mit Führung) bei mehr als 25 Personen ist eine 2. Gruppe zu bilden

Kontakt:

Oberrheinisches Tabakmuseum Mahlberg
Stadtverwaltung Mahlberg
Rathausplatz 7
77972 Mahlberg

telefon (07825) /8438-0
fax (07825) 8438-39
email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mahlberg - Tabakmuseum inside arrowRight16


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Schlosskirche Mahlberg

Schlosskirche Mahlberg - Die wunderschöne evangelische Kirche liegt im Zentrum des alten Bergstädtchens auf dem Plateau unterhalb des Vulkankegels mit dem Schloss
Falls Sie sich fragen, wie die Innenbilder der Schloss- oder Katharinenkirche in die Galerie unten bzw. in die Einzelbildnachweise gelangten - ich traf den Herrn Pfarrer vor der Kirche an und fragte, ob wohl ein Atheist auch einen Blick in die Kirche werfen und ein paar Fotos machen könne.

Zuerst durfte ich in der Kirche fotografieren und danach ergab sich ein langes Gespräch über "Gott und die Welt".

Dennoch nehme ich gerne die kompetenten Beschreibungen anderer zur Vorstellung der Kirche zuhilfe:

Die wunderschöne evangelische Kirche liegt im Zentrum des alten Bergstädtchens auf dem Plateau unterhalb des Vulkankegels mit dem Schloss. Sie ist ein Juwel des Rokoko, einer der seltenen Zentralbauten im Land. Ihre oktogonale Gestalt stammt aus dem Mittelalter, der Zeit der Kreuzfahrer.  

Als Pfalzkapelle der Reichsburg Mahlberg lag sie zwischen Burg und Stadt. 1734 erhielt sie ihre barocke Gestalt mit dem schmucken Uhrengiebel. Drei Heilige (Josef, Katharina, Jakobus) erinnern an die Vergänglichkeit des Lebens und die Kostbarkeit der geschenkten Zeit.

Die innere Raumschale von 1762 wirkt wie eine offene Säulenhalle, mit wertvollen Stuckaturen, acht Bildern aus dem Leben der Heiligen Katharina von Alexandrien, dem mächtigen Allianzwappen des Hauses Baden-Baden, deren Amtmänner bis 1771 auf dem Schloss residierten und dessen Farben rot-gelb-rot noch heute die Fassade schmücken. Der ursprüngliche Dachreiter wurde 1890 durch einen Sandsteinglockenturm ersetzt.

Staatskirche war sie bis 1803. Im folgenden Jahr erhielt die Evang. Kirchengemeinde Mahlberg, die bis 1622 bestand, und deren Glieder danach Kippenheim zugeordnet worden waren vom Haus Baden-Durlach wieder ihre Selbständigkeit zurück . Die Schlosskirche wurde den Evangelischen übergeben. Die Gottesdienste finden an Sonn-und Feiertagen um 10.15 Uhr statt . Ihre besondere Qualität, auch bei Trauungen und Taufen , sowie zahlreiche Konzerte an der berühmten Jürgen-Ahrend-Orgel und mit kammermusikalischen Besetzungen bis hin zu Oratorienaufführungen haben die Kirche in der Region und darüber hinaus bekannt gemacht. (übernommen von der Webseite Stadt Mahlberg)

Die evangelische Landeskirche in Baden beschreibt die Schlosskirche (Katharinenkirche) wie folgt:

Sie hat acht Ecken. Acht war damals die Super-Zahl: Friedrich II., der große Stauferkaiser, der am 23.11.1218 in Mahlberg war - vielleicht auch in unserer Kirche - war ein Achtzahl-Fan.

Die Acht-Gestalt (Oktogon) bedeutet symbolisch: Ewigkeit oder auch Auferstehung. Wer sich in ihr befindet, steht an der Schwelle von Zeit und Ewigkeit. Er nimmt teil an der Auferstehung, am ewigen Leben Christi.

Im Zeitalter der Reformation, in der Mitte des 16. Jahrhunderts, wurde Mahlberg evangelisch, hatte eigene Pfarrer (Altenmahlberg) und war ab 1624 im Nachbarort Kippenheim eingepfarrt, ebenfalls die Schlosskapelle, die der Besatzung und Beamtenschaft der Burg zugeordnet war. 1629 – im dreißigjährigen Krieg kam die Stadt unter die katholische Herrschaft des Hauses Baden-Baden, dessen Amtmänner nun auf dem Mahlberger Schloss residierten. In den folgenden Jahren hatten Stadt und Kapelle immer wieder unter Zerstörungen und Brandschatzungen zu leiden. Erst nach dem Krieg, 1687 konnten die Schäden beseitigt werden.

1734 erhielt die Kirche ihre heutige barocke Gestalt. Ihre Mauern wurden aufgestockt, die Fassade stuckiert, Scheingewölbe eingezogen, eine neue Orgel von dem Orgelbauer Merkel aus Straßburg angeschafft, der schmucke Uhrengiebel errichtet. Drei Heilige - Josef, Katharina, Jakobus - umgeben das Zifferblatt und erinnern an die Vergänglichkeit des Lebens und die Kostbarkeit der geschenkten Zeit.

Die jetzige, innere Raumschale entstand 1762 und wurde am Hof des Markgrafen in Rastatt geplant: Die strenge mittelalterliche Oktogonkirche wurde geliftet, in die Ecken virtuelle Säulen gestellt. Eine weite, offene Säulenhalle entstand, mit lichten Farben, wertvollen Stuckaturen, einer prächtigen Kanzel, engelbestückt, mit einem – leider verlorenen –Hauptaltar, mit acht Bildern aus dem Leben der Heiligen Katharina von Alexandrien des Tiroler Malers Johann Pfunner, einem großen Deckengemälde mit der Himmelfahrt Katharinas, das schon früh zerstört wurde und 1994 ersetzt wurde durch die Darstellung eines dämmernden Morgens, als Bild für unsere Existenz zwischen Dunkel und dem Licht der Gnadensonne Christus.

Über dem Chor das mächtige Allianzwappen des Hauses Baden-Baden, dessen Regierungszeit in Mahlberg allerdings nur noch wenige Jahre dauern sollte. Denn schon 1771 ging das Reichslehen Mahlberg von den katholischen Markgrafen per Erbvertrag von 1765 an den evangelischen Markgrafen Karl Friedrich von Baden-Durlach über. 1803 wurden durch Napoleon und Karl Friedrich kirchliche Güter säkularisiert. Ein gewaltiger Ruck ging durch die damalige Gesellschaft. Politische Reformen, die auch die Kirchen umfassten, wurden angedacht und umgesetzt.

Mahlbergs Bürger, die seither allzusehr im Schatten des Burgbergs gelebt hatten, wollten selbständiger werden und auch in Glaubensdingen eigene Verantwortung übernehmen: Beide Konfessionen richteten an die staatlichen Behörden das Gesuch, eigene Gemeinden zu bilden, was schließlich auch genehmigt wurde. An Silvester 1803 erhielten die Evangelischen von der badischen Regierung die Schlosskirche - aus einer badischen Staatskapelle war nun die evangelische Gemeindekirche geworden. Die staatlichen Fassadenfarben Gelb-Rot-Gelb blieben allerdings noch für längere Zeit badisch - und sind es heute wieder.



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Mahlberger Schloss

Mahlberger Schloss - Schloß Mahlberg erhebt sich zwischen Lahr und Ettenheim auf einem mäßig hohen, in das Rheintal vorspringenden Basaltkegel und bietet eine weite Ausicht auf Rheinebene, Schwarzwald, Kaiserstuhl und Vogesen

Wenn "einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen" und manchmal auch, wenn es nur eine kurze Fotoreise ist.

Da ergab sich heute die Möglichkeit, weil Handwerker am Mahlberger Schloss am Werke waren, einen - wenngleich unerlaubten - Blick hinter die Schlossmauer zu werfen, worauf ich lange gewartet hatte. Am Tag des offenen Denkmals war ich krank und wie ich später erfahren musste, war das Schloss auch nicht geöffnet.

Da bin ich nun stolz am Ende meiner "Fotoreise", tritt ein Jüngling in seine 20 Lenzen an mich heran und will wissen, ob ich das mit seinem Vater - dem Schossherrn - abgesprochen hätte? "Nein" - antworte ich voller Scham und versichere, dass ich dies mit einer E-Mail nachholen würde und die erforderderliche Erlaubnis erfragen würde.

Hätte er mich aufgefordert, die Fotos zu löschen - ich hätt's getan. Zuhause angekommen schrieb ich auch "schnurstracks" den Freiherrn von Türckheim-Böhl an und fragte um Erlaubnis mit Erwähnung des Gesprächs mit dem jungen Schlossherrn. Freiherr von Türckheim-Böhl schrieb freundlich zurück, nicht ohne zu erwähnen, dass der einzige junge Schlossherr der heute zugegen war neun Jahre alt ist.

Schade nur, dass ich den "Frechling" nicht fotografierte. Falls Du das liest - junger Mann: "Hochstabeln" ist schlimmer, wie unerlaubte Fotos zu nehmen.
Einen Spaziergang durch die Geschichte des Mahlberger Schlosses beschreibt uns Hans Hermann von Bohl:

Hans Hermann von Bohl, Schloß Mahlberg und seine Geschichte (Geroldsecker Land, Heft 3 - 1960/61), Seite 102-105

Wer mit der Bahn die Strecke Offenburg-Freiburg fährt, sieht im Osten aus der fruchtbaren Rheinebene einen Bergkegel sich erheben, der die Gegend machtvoll beherrscht. Bekrönt ist er von hochragenden Mauern, Gebäuden und Türmen, an seine Hänge schmiegen sich wie schutzsuchend die Häuser einer Ortschaft. Dem Wanderer oder Autofahrer aber, der die große Straße Basel-Frankfurt zieht, bietet sich zwischen Altdorf und Lahr wieder ein anderes, nicht minder eindrucksvolles Bild.

Mancher, der fremd in diese Gegend kommt, wird sich wohl fragen, was es mit diesem Ort und dieser Burganlage für eine Bewandtnis habe. "Stadtgemeinde Mahlberg" steht auf dem Wegweiser, und der Fremde wundert sich gewiß, daß ein verhältnismäßig so kleiner Landort eine Stadt ist. Aber schon im frühen Mittelalter hatte Mahlberg Stadt- und Marktgerechtigkeit. Wie der Name besagt, der von dem althochdeutschen "mahal" abgeleitet wird, war hier bis 1277 die Mal- oder Thingstätte für die ganze Herrschaft Lahr-Mahlberg.

Von Breisach hierher führte bereits zu Römerzeiten eine Heeresstraße, und sicher haben die Legionäre auf dem Berg ein Kastell gehabt, von dem aus sie nach allen Himmelsrichtungen ins Land sehen und jeden anrückenden Feind weit hin erspähen konnten. Bis 1007 ist die Geschichte Mahlbergs legendär. Es soll einst eine eigene Dynastie von Mahlberg mit Ritter Hugo als Stammvater gegeben haben. Dieser hat nach der alten Chronik am Römerzuge Karls des Großen teilgenommen und ist zur Belohnung für seine Dienste zum Grafen von Mahlberg ernannt worden. Geschichtlich ist, daß 1007 Heinrich II., der Sachsenkaiser, die Grafschaft Mortenau (Ortenau) und damit auch Mahlberg seinem neuen Bistum Bamberg geschenkt hat. Als Lehen kommt Mahlberg dann an die Grafen von Breisgau, die späteren Herzöge von Zähringen, die 1218 aussterben, worauf Mahlberg an die Hohenstaufen übergeht. In den Streitigkeiten zwischen Kaiser Friedrich II. und den Bischöfen von Straßburg wird Mahlberg von deren Verbündeten, den Grafen von Geroldseck, 1248 erobert und besetzt. An sie verkauft Konradin, der letzte Hohenstaufe, 1265 sein Recht, und Kaiser Heinrich VII. verleiht ihnen Mahlberg 1362 als Reichslehen. Durch Adelheid von Geroldseck, die Tochter Heinrichs von Geroldseck und seiner Gemahlin Ursula von Eberstein, kommt Mahlberg an Adelheids Gemahl, den Grafen Johann von Moers und Saarwerden, der 1426 von Kaiser Sigismund mit Mahlberg belehnt wird. 1442 verpfändet Jakob von Moers, zugleich im Namen seines Bruders Johann, zur Deckung von Schulden die unabgeteilte Hälfte der Herrschaften Lahr und Mahlberg an Markgraf Jakob von Baden, und 1497 verkaufen sie die unabgeteilte Hälfte der beiden Herrschaften an Markgraf Christoph von Baden.

Im Jahre 1629 wird dieser Gemeinschaftsbesitz unter Markgraf Wilhelm von Baden und dem Grafen Wilhelm Ludwig und Johann von Nassau-Saarbrücken, den Nachfolgern des Grafen von Moers, geteilt. Die Herrschaft Mahlberg fällt an Baden, die Herrschaft Lahr an die Nassauer. Mit dem Erlöschen der Baden-Badischen Linie geht Mahlberg 1771 an Baden-Durlach über. Auch im Großherzogtum Baden hatte es zunächst noch einige Bedeutung. Es war Sitz eines Oberamtes, sowie der Forst-, Finanz- und Domänenämter des alten Herrschaftsbezirks. 1813 wurde das Oberamt aufgehoben, auch die anderen Ämter wurden nach und nach verlegt. So kamen die Schloßgebäude zur Versteigerung und 1828 bzw. 1832 in den Besitz der Freiherren von Türckheim.

Manche historisch berühmte Persönlichkeit hat das Schloß beherbergt. Im Jahre 1218 hat Friedrich II., der große Hohenstaufenkaiser, hier geweilt, wie eine Schenkungsurkunde beweist, die er "in castello suo Maleberc" für das südlich gelegene Kloster Tennenbach ausstellte.

Bernhard von Weimar, der bedeutende Feldherr, weilte im Sommer 1638 auf dem Mahlberg, bevor er in Wittenweier die Kaiserlichen, die Friesenheim in Brand gesteckt hatten, vernichtend schlug.

Die Schrecken des 30jährigen Krieges und später der Raubkriege Ludwigs XIV. wurden in der ganzen Gegend fühlbar. Der Kupferstich von der Belagerung des Schlosses unter dem General Gilles de Hasi im Jahre 1641 zeigt im östlichen Treppenturm eine große Bresche. Viele Urkunden und Aufzeichnungen künden von den damaligen Kriegsnöten. So ergibt sich beispielsweise aus einer Urkunde aus dem Jahre 1679, daß die Gemeinden der Herrschaft Mahlberg "zur Bezahlung der Brandschatzung und Betreibung ihrer Notdurft" bei der Markgräfin Maria Franziska von Baden, die in Mahlberg ihren Wohnsitz hatte, 30 000.- fl zu 6% aufnahmen. Und 1708 wird dem Oberamtmann geraten, er möge mit Bauwünschen noch zuwarten, "zumalen man anbei nicht versichert sei, wie es mit dem Krieg ablaufen und nicht wiedermaliger Ruin erfolgen möchte". Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden (1655-1707), bekannt als der "Türkenlouis", hat, nachdem er in der Schlacht von Salankamen die Türken besiegt hatte, öfters hier gewohnt; er leitete von hier aus den Schloßbau in Rastatt. Wandern wir nun empor zum Schloß durch die malerischen Straßen und Gassen des Städtchens, an dem altertümlichen Rathaus und der achteckigen Katharinenkirche vorbei und treten durch ein schmiedeeisernes Gittertor! Zur Rechten ragt der schlanke Treppenturm mit seinen zwei zierlichen welschen Hauben und einem hübschen Wappenschild aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts über der Eingangstüre. Eine hohe Stütz- und Wehrmauer trägt einen einstöckigen Remisenbau, eine andere Stützmauer auf der linken Seite der Auffahrt fällt tief hinab zum Ort. Der Weg führt zum spitzbogig geschlossenen Torbau mit den eingelassenen Wappen der letzten Besitzer Türckheim-Hardenberg, Böhl-Türckheim, an das sich die guterhaltene, mit mächtigen Buckelquadern versehene, über 2 m dicke Angriffsseitenmauer des älteren, um 1400 erbauten Schloßbaus, der sogenannten Landschreiberei, anschließt.

Immer mehr senkt sich die linke Umfassungsmauer in die Tiefe, immer freier wird der Blick, der Weg biegt um die Schmal- und Giebelseite des Gebäudes rechts um und führt zu der, die höchste Stelle des Bergkegels krönende zweigeschossige, 1630 als Markgräflich Baden-Badensches Schloß erbauten sogenannten Landvogtei, während zur Linken die einstöckigen Stallgebäude liegen. Den Hauptschmuck der Eingangsfront bildet das über breiter, hoher Freitreppe sich in rotem Sandstein aufbauende, schöne, durch das mit feinen Kartuschen gerahmte Baden-Badensche Wappen überhöhte Rundbogenportal, das von kräftigen Quadern gebildet und von zwei toskanischen Renaissancesäulen flankiert wird.

Wir steigen die Freitreppe empor und betreten die große barocke Eingangshalle. Der Boden ist mit Sandsteinplatten belegt, der Kamin hat Kacheln und eine gußeiserne Platte aus dem 17. Jahrhundert, eine andere Ofenummantelung hat Kacheln und eine Eisenplatte aus dem 18. Jahrhundert. Die stützende Mittelsäule zieren Hirschgeweihe, auf den oberen Wandflächen sind vier schöne Originalkartons des Malers August von Hayden, die vier Künste darstellend, aufgelegt; alte Zinn- und Kupfergeräte stehen auf den Simsen. Von der Halle geht's in ein Wohnzimmer mit Möbeln, Bildern, Gebrauchsporzellan und sonstigem Hausrat aus dem beginnenden 19. Jahrhundert. Daran schließt sich ein Rokokosalon mit schönen Stuckaturen, Seidentapeten, einer Sammlung geschliffener Gläser aus dem 17. und 18. Jahrhundert, Porzellanfiguren und Porträts, darunter eines des vorher erwähnten Türkenlouis. Es folgt der Musiksalon mit eingelegten Empiremöbeln, einer Stuckdecke, einem Erkerturm und allerlei schönen Geräten und Bildern. Vom Nordfenster hat man den weiten Ausblick auf die Schwarzwaldvorberge und die Rheinebene. Bei klarem Wetter sieht man von hier das Straßburger Münster. Ebenfalls an der Nordfront liegt der Empfangssaal mit Möbeln, Bildern und Stukkaturen aus der Zeit Ludwig XVI. Die besonders eleganten, zierlichen Möbel haben ihre Geschichte, sie stammen aus dem Besitz des Kardinals Rohan, der zur Zeit der französischen Revolution Straßburg verlassen mußte und nach Ettenheim übersiedelte.

Zur rechten Seite des dem Portal gegenüber liegenden Treppenhauses befindet sich der barocke Eßsaal mit seinen schönen toskanischen Säulen in den Fensternischen, einer leichtgewölbten, kassettierten Holzdecke, Ofenplatten aus dem 17. und 18. Jahrhundert, den Porträts der österreichischen Kaiserin Maria Theresia und ihres Gemahls Franz von Lothringen, der Markgräfin Sybille, der Gattin des Türkenlouis, und einer alten Kopie des Raffaelschen Freskos, darstellend die Konstantinsschlacht. Neben dem Küchenanbau ist der vorher erwähnte Treppenturm; in einem Vorräum ist ein Kapitell aus früherer Bauperiode, dem beginnenden 13. Jahrhundert, angebracht, es war also schon zur Zeit Friedrichs II. von Hohenstaufen vorhanden. Ein altes Fenster zeigt ein hübsches einfaches Renaissancegitter aus Rundeisenstäben mit Durchsteckarbeit, dessen Formen und Arbeitsweise mit den ähnlichen Gittern am Großh. Neuen Schloß in Baden-Baden fast vollkommen übereinstimmen. Vor der Landvogtei sind der sogenannte Schloßhof und die beiden Burggärtchen. Schon im Februar leuchten hier die gelben Winterlinge und die weißen Schneeglöckchen; es folgen Krokus, Scilla, Muscari, Leberblümchen und so mancherlei Steingartenpflänzchen. Wenn dann das weite Land ringsum ein Blütengarten ist, leuchten Glyzinien, Akazien, Rosen; dann folgt der Sommerflor; blühende Linden duften; die Dahlien und die goldenen Spätsommerstauden glühen; dann kommen die Herbstastern, und der herbe Duft der Chrysanthemen mischt sich mit dem Rauch der Kartoffelfeuer. Herbstnebel umhüllen das Schloß; und wenn der Winter da ist, zeigt es sich in einer merkwürdig strengen, schweigenden Schönheit.

Und einen weiteren historischen Abriss leistet Alfons Staedele 1934 - die Ortenau, S. 528 ff.

Schloß Mahlberg

Schloß Mahlberg erhebt sich zwischen Lahr und Ettenheim auf einem mäßig hohen, in das Rheintal vorspringenden Basaltkegel und bietet eine weite Ausicht auf Rheinebene, Schwarzwald, Kaiserstuhl und Vogesen. Vielleicht stand dort ein römisches Kastell, um mit seiner´Besatzung die Heeresstraße zu schützen, die von Breisach nach dem die Gegend beherrschenden Felsenhügel führte. Eine Unterlage für diese Annahme könnten die zahlreichen römischen Münzen bieten, die bei Grabungen um Mahlberg gefunden wurden. Der Name Mahlberg geht auf das althochdeutsche Wort mahal zurück; so hießen die Gerichtsstätten und Tagungen, auf denen die öffentlichen Volksgerichte Recht sprachen und die Heerschau der versammelten freien, wehrfähigen Männer stattfand.

Aus einer Vertragsurkunde von 1403 erhellt, daß bis 1277 Mahlberg die Dingstätte der ganzen Herrschaft war und daß die Geroldsecker erst mit dem Besitz von Mahlberg Grafenrechte, Blutbann und Geleit, Steuer und Zoll erwarben. Auch noch die späteren Besitzer von Mahlberg nannten sich als cNachfolger der Gaugrafen Grafen von Mahlberg, doch trat dann Lahr mehr und mehr als Gerichtsstätte in den Vordergrund. Schloss und Städtchen Mahlberg - nach einem Gemälde von R. Höfle um 1850Einst soll es eine eigene Dynastie von Mahlberg mit Ritter Hugo als Stammvater gegeben haben. Dieser sei zur Belohnung für seine Dienste zum "Grafen von Mahlberg" ernannt worden. Im Jahre 1007 schenkte Kaiser Heinrich Il. Mahlberg seinem neuen Bistum Bamberg. Später kam Mahlberg als Lehen an die Grafen von Breisgau, die nochmaligen Herzöge von Zähringen, die aber schon 1218 im Mannesstamm ausstarben, worauf Mahlberg an die Hohenstaufen gedieh. In Verfolg der Streitigkeiten zwischen Kaiser Friedrich Il. und den Bischöfen von Straßburg wurde Mahlberg von deren Verbündeten, den Geroldseckern, im Jahre 1248 erobert und besetzt. An diese verkaufte der letzte Hohenstaufe, der unglückliche Konradin, am 8. Mai 1265 sein Recht, und Kaiser Heinrich VII. verlieh ihnen Mahlberg am 4. Juli 1312 als Reichslehen Ursula von Geroldseck, Tochter Heinrichs von Geroldseck und seiner Gemahlin Ursula von Eberstein, verzichtete am 20.November 1423 zugunsten des Grafen Johann von Moers und Saarwerden, der mit ihrer Schwester Adelheid verheiratet war, für den Fall des Ablebens ihres Vaters auf ihr väterliches Erbe mit Ausnahme der Stadt und Burg Lahr, und so wurde am 6. März 1426 Graf Johann von Kaiser Sigismund mit Mahlberg belehnt.

Am 4. September 1442 verpfändete Graf Jakob von Moers zugleich im Namen seines Bruders Johann zur Deckung von Schulden dem Markgrafen Jakob von Baden die unabgeteilte Hälfte der Herrschaften Lahr und Mahlberg, und bereits am 13. Februar 1497 verkauften die Grafen Johann und Jakob dem Markgrafen Christoph diese unabgeteilte Hälfte. Die Erhaltung der Schlösser Lahr und Mahlberg sollte auf gemeinsame Kosten erfolgen. Im Jahre 1629 wurde schließlich dieser Gemeinschaftsbesitz unter dem Markgrafen Wilhelm von Baden und den Grafen Wilhelm Ludwig und Johann von Nassau·Saarbrücken, den Nachfolgern der Grafen von Moers, geteilt, wobei Baden die Herrschaft Mahlberg, die Grafen von Nassau die Herrschaft Lahr bekamen. Mit dem Erlöschen der baden-badischen Linie im Jahre 1771 ging Mahlberg an Baden-Durlach über. Auch im Großherzogtum Baden hatte es zunächst noch einige Bedeutung; es blieb Sitz eines Oberamtes sowie der Forst-, Finanz- und Domänenämter des alten Herrschaftsbezirks. Doch 1813 wurde das Oberamt aufgehoben, und auch die andern Ämter wurden nach und nach verlegt. Schloss Mahlberg - Grundriss nach einem Plan im Generallandesarchiv KarlsruheWie das alte Schloß beschaffen war, läßt sich nicht bestimmt angeben, da die älteren Urkunden keine Anhaltspunkte dafür bieten. Die älteste Abbildung zeigt das markgräfliche Schloß Mahlberg, wie es von den Kaiserlichen unter dem General Gilles de Hasi beschossen und am 17. April 1641 eingenommen wurde. Ein Burgfriede, den die Brüder Walter und Hermann von Geroldsecli 1303 über die Schlösser zu Lahr und Mahlberg schlossen, bestimmte, daß Schloß Mahlberg in gemeinschaftlichen Kosten jederzeit mit einem Burgvogt, vier Wächtern und einem Torwart besetzt sein solle. Diese Bestimmungen kehren immer wieder in den späteren Burgfriedensabmachungen, nur einmal am St.Jakobstag 1480 ist die Rede von "zween eerbar reysig knecht mit redlichen reysigen Pferden, auch gutem Harnisch und Gewer, wolerzeuget". Wir wissen, daß Friedrich ll. aus der Burg 1218 einen Schutzbrief für das Kloster Tennenbach erteilte; auch Konrad III. der Mahlberg zur Stadt erhob, soll dort eingekehrt sein. Das geroldseckische Manngericht und zahlreiche Schiedsgerichte wurden in dem großen Saal des Schlosses abgehalten. Oft ist in Urkunden von Burg und Stadt Mahlberg die Rede, doch ausfallend gering ist die Rolle, die das Schloß in den vielen Fehden der Geroldsecker spielte. Es scheint den Anforderungen eines festen Baues nicht mehr entsprochen und nur mehr als Wohnsitz, besonders der Witwen, gedient zu haben. So verschrieb Walter d. Ä. von Geroldseck im Jahre 1351 seiner Gemahlin Susanne von Rappolstein Burg und Stadt Mahlberg als Leibgedinge. In dem Heiratsvertrag zwischen Johann von Moers und Adelheid von Geroldseck wird 1419 Mahlberg als Wittum bestimmt. Im 16. Jahrhundert hatte Gräfin Beatrix von Moers und Saarwerden, Witwe des Grafen Jakob, ihren Witwensitz in Mahlberg und starb dort.

Zu Ende des 17. Jahrhunderts hatte Markgräfin Maria Franziska von Baden, Gemahlin des Markgrafen Leopold Wilhelm, ebenfalls dort ihren Wittumssitz. Während der gemeinsamen Herrschaft mit Baden erlaubte dieses wiederholt den Grafen von Moers auch die Benutzung der badischen Hälfte des Schlosses mit der Bedingung, daß sie es in gutem Bau und Stand hielten. So haben wir eine diesbezügliche Abmachung aus dem Jahre 1460 zwischen Markgraf Karl von Baden und Graf Jakob von Moers. Doch kam man dieser Verpflichtung nicht nach, und immer wieder kehren Klagen über den schlechten Zustand und die Notwendigkeit der Reparaturen Das jetzige Schloß ruht auf den Resten des alten Schlosses, das großenteils im Dreißigjährigen Krieg und später im holländischen zugrunde gegangen war. Leider sind über den Wiederaufbau des Schlosses keine Akten vorhanden, aber um so mehr wissen sie von Instandsetzungs-, Ergänzungs- und Umbauarbeiten zu berichten - und das zieht sich hin von 1646 bis 1816. So soll 1646 der Schloßbrunnen gesäubert, wieder mit Seilen und Eimern versehen und zum nützlichen Gebrauch hergerichtet werden. 1672 muß die "welsche Laube" von neuem mit Schindeln gedeckt werden, auch sind große Aufwendungen für Fensterreparaturen zu machen. 1688 hat ein Sturmwind etwa 1000 Ziegel abgehoben. Am 23. Dezember 1696 gibt Markgräfin Maria Franziska von Lobositz aus die Genehmigung zum Bau eines Kellers unter dem Schloß, das bisher nur in seiner westlichen Hälfte unterkellert war. Dazu muß der übrige Felsen ausgehauen werden, dann braucht der herrschaftliche Wein nicht mehr außerhalb des Schlosses in den Trottkeller gelegt zu werden, "welches bei diesen Kriegszeiten gefährlich". 1708 wird dem Oberamtmann geraten, mit Bauwünschen noch zuzuwarten, "zumalen man anbei nicht versichert ist, wie es mit dem Krieg ablaufen und nicht wiedermaliger Ruin erfolgen möchte". Doch hat er wegen der "Marodeure und Nachtdiebe" ein eingefallenes Stück der Umfassungsmauer instand setzen lassen, wofür er von der markgräflichen Regierung getadelt wird.

1729 berichtet Architekt Robrer aus Rastatt, daß der Dachstuhl "ruinos" sei. Vom 23. Mai 1797 liegt ein Voranschlag vor der dringenden und weniger "dringenden Reparaturen" die vorzunehmen waren infolge des Schadens-, den die Unterbringung des Militärspitals des k. k. Regiments Benjovsky verursacht hatte. Es handelt sich dabei in der Hauptsache um Fensterläden, Türen, Fußböden und Lambrien. Auch ist aus der Waschküche der Pferdemist zu entfernen, Brunnen und Zisterne sind zu reinigen. Um vom Schloß mit Nebengebäuden und Umgebung ein noch heute im großen und ganzen zutreffendes Bild zu geben, möge hier in Kürze eine Beschreibung aus dem Jahre 1809 folgen: Das Schloß ist zweistöckig und bildet ein etwas schiefwinkliges, langes Viereck. Der Haupteingang dazu ist südwestlich. Es ist den Stürmen und allem Unwetter ausgesetzt, und hierin liegt der Grund der großen Unterhaltungskosten. Der erste Stock ist durch einen breiten, mit steinernen Platten belegten, hellen Kreuzgang in vier Teile getrennt, welche zwei große Säle, vier Zimmer, drei "Cabinet", eine Küchenkammer und in einem einstöckigen Anbau neben dem Treppenturm eine Küche enthalten.

Zum zweiten Stock führt aus der Mitte des unteren eine breite steinerne Treppe. Die vier Teile enthalten hier einen großen Saal, zehn Zimmer und ein "Cabinet". In jedem Stockwerk sind zwei Aborte angebracht. Unter dem Dach, das mit "Dachlichtern" versehen ist, befinden sich keine Zimmer. Der gewölbte Keller ist durch eine Mauer in zwei Teile ausgelöst. Daneben ist eine große, gewölbte Waschküche. Durch eine Mauer davon abgesondert, ist unter einem Gewölbe ein mit Quadern ausgemauerter Brunnen, aus dem das Wasser mit einem großen Tretrad herausgezogen wird. In einer Zisterne wird außerdem das Regenwasser aus den Dachrinnen gesammelt. Sodann werden mehrere Nebengebäude aufgezählt. An nutzbarer Umgebung werden genannt ein kleiner Blumengarten vor dem Schloß, ein großer, mit einer Brustmauer umgebener Gemüse- und Baumgarten, eine Baumschule und etwas Bergfeld. Schloss Mahlberg - Ansichten und Schnitte nach einem Plan im Generallandesarchiv KarlsruheZur Vervollständigung des Bildes vom Schloß, das auch Landvogtei genannt wurde, sei hier noch einiges beigefügt. Über dem von Säulen eingefaßten Hauptportal zu dem eine große Freitreppe führt, ist das in rotem Sandstein ausgeführte Wappen der Häuser Baden und Nassau mit der Jahreszahl 1630 angebracht. Auch die Dachfenster waren, wie aus einem Plane von 1776 ersichtlich ist, im Stile des Hauptportals gehalten. Ähnliche Sandsteinsäulen wie neben dem Portal befinden sich im Innern noch an verschiedenen Fensternischen. Auch ist noch an mehreren Fenster- und Türumrahmungen Sieinmetzarbeit zu sehen. Ein schlanker Turm mit zwei zierlichen "welschen Dauben" an der nordöstlichen Schmalseite vervollständigt das Bild eines Schlosses. Ein architektonisch hübscher Eingang mit einem darüber befindlichen Wappenschild führt in das Innere des Turmes, dem die Treppe zum zweiten Stock fehlt, während die des ersten aus Holz und die zum Speicher aus Sandstein, wohl dem Ursprünglichen, ist. Daß das Schloß auch noch im 18. Jahrhundert zeitweise von den Markgrafen bewohnt wurde, geht aus einem Handschreiben des Markgrafen Ludwig Wilhelm (Türkenlouis) vom 20. Juni 1702 hervor, worin er die Absicht äußert, "mit seiner Hofstatt auf zukünftigen Winter zur desto mehrerer Befürderung des Rastatter Schloßbaus sich nach Mahlberg zu begeben und den Winter über alldort zu verbleiben". Auch liegt ein Schreiben des Oberamtmanns Dyhlin vor vom 18. Oktober 1732 an den Markgrafen Ludwig Georg, wo Dyhlin aus eine entsprechende Anfrage antwortet, daß für einen Aufenthalt des Markgrafen "der untere Stock des Schlosses mit denen Haushaltnotwendigkeiten allerdings versehen sei, in den zehn Zimmern des oberen Stocks finde man dagegen nichts als genugsame Tisch und Bettladen, wann also noch ein paar Dutzend Feldfessel oder Stühl, item ein halb Dutzend Tischteppiche und Vorhäng vor die Fenster dazukommetem so könne der Markgraf auch im Winter dort logieren, indem sowohl die Ofen als drei französische Kamine wohl gemacht seind und damit im oberen Stock alleinig neun Zimmer heizen".

Dann ist noch die Rede von viel Schwarzwild in den Wäldern zu "dero hohem plaifir" und auch vom Vogelherd Zu der heute noch umfangreichen Schloßanlage gehört überdies als weiteres Hauptgebäude die südlich gelegene L a n d s ch r e i b e r e i, vom Volk altes Schloß genannt. Während Wohnung und Diensträume des Landvogts (Oberamtmanns) sich im "neuen Schloß", der Landvogtei, befanden, waren hier die Landschreibereibeamten untergebracht. Von den Kriegsverwüstungen der früheren Jahrhunderte scheint das Landschreibereigebäude in seinem Hauptbestande unberührt geblieben zu sein. Doch auch bei ihm wissen die Bauakten von allerlei Reparaturen zu berichten. Es ist ein stolzer Bau von einer Höhe von 40 Metern. Die nach Osten liegende vollkommen mit großen Bossenauadern verkleidete Außenmauer hat im zweiten Stock eine Dicke von 2,20 Meter.´Der Sturz des nördlich gelegenen Portals ist mit dem geroldseckischen Wappen, einem Querbalken, und der Ebersteiner Rose geziert, was aus den letzten Geroldsecker Besitzer, Heinrich Ill. (gest.1426), und seine Gattin Ursula von Eberstein hinweist. Die aus Lehmschlag hergestellte Decke des Kellerraums wird von teilweise kunstreich gearbeiteten Holzsäulen getragen. In die tiefen Fensternischen des Obergeschosses sind zum Teil Steinbänke eingelassen, die Fensterbildung stimmt mit der von Burg Geroldseck überein. Der Boden unter dem Dach ist mit feuerfestem Ziegelbelag gegen Brandgefahr geschützt. Bei der Ausgrabung eines neuen Wasserbehälters für die Landschreiberei war man 1782 auf "alte, schon vor mehreren hundert Jahren umgestürzte, verschüttete und mit größter Mühe zertretene Mauern" gestoßen. Die letzten Landvögte, die das Schloß bewohnten, waren die Herren von Blittersdorf und von Noggenbach 1810 zogen dann Oberamtmann Wagner in den ersten, Amtsassessor Rüttinger in den zweiten Stock. Von 1814 an war das Gebäude Sitz des Oberforstamts, es wurde bis 1832 von Oberforstmeister von Schilling bewohnt. Als in diesem Jahr auch dieses Amt aufgelöst wurde, war das Schloß mit seinen Nebengebäuden entbehrlich geworden.

Am 16. August 1832 wurde es der öffentlichen Versteigerung ausgesetzt; der Anschlag betrug 9100 Gulden, das erste Gebot 5000, das letzte 6750. Um diesen Preis wurde dem Major Christian Freiherrn v o n T ü r c k h e i m der Zuschlag von der Hofdomänenkammer erteilt, nachdem er bereits 1828 das Landschreibereigebäude erworben hatte. Die im Hause befindlichen Öfen, die in den Hausgängen angebrachten Hirschgeweihe und einiges andere waren ebenfalls mit in den Kauf eingeschlossen. Durch verschiedene Umbauten, die nach 1832 vorgenommen wurden, ist die innere Einteilung etwas verändert worden. Außerdem wurde an der südwestlichen Front eine Veranda angebaut, die sich gut dem Charakter des Gebäudes einfügt, während ein an der westlichen Schmalseite befindlicher Altan nicht sehr glücklich in einen zweistöckigen Erkerturm umgewandelt wurde. Die Waschküche befindet sich jetzt in den westlich gelegenen ehemaligen Stallgebäuden; doch ist noch der große offene Kamin erhalten. Die großen Öfen sind seiner Zeit abgerissen worden, die Kacheln und eisernen Platten (diese mit Darstellungen aus der biblischen Geschichte) aus dem 17. und 18. Jahrhundert wurden aber großenteils wieder verwendet, als der jetzige Besitzer in den Jahren 1911-12 einige Umbauarbeiten vornehmen ließ. Bei Anlegung einer zweiten Kellertreppe fand man im Baugrund ein romanisches Säulenkapitell aus rotem Sandstein und zwei Stücke sandsteinerner Mauerverkleidung im Stile des Hauptportals. Eine mäßig ansteigende Zufahrtsstraße führt vom Ort Mahlberg zum früheren Schloßhof, jetzigen Schloßgarten; das architektonisch aufgebaute Eingangstor mit den Familienwappen der beiden letzten Besitzer, T ü r ck h e i m · Hardenberg und B ö h l - Türckheim, erschließt, an die Landschreiberei stoßend, mit ihr auf der Höhe des zweiten Stocks durch einen Altan verbunden, den Durchgang. Am Fuße des Hügels, "unter der Burg zu Molberg", bestand noch ein kleineres Schloß, das sogenannte Wasserhaus, mit welchem die Herren von Keppenbach belehnt waren.

Hilfsmittel:
Bauakten und Pläne des Generallandesarchivs; G. Bins, Die Stadt Mahlberg, 1923;
Freundliche Ergänzungen des Herrn von Böhl auf Schloß Mahlberg.

Alfons Staedele - Die Ortenau - Historischer Verein für Mittelbaden e.V., 1934, 528 ff



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Radbrunnen und Radbrunnenhof


Schon öfters war ich von der Schlosskirche (Katharinenkirche) über den Rathausplatz Radbrunnenhof Mahlberg - Schon öfters war ich von der Schlosskirche (Katharinenkirche) über den Rathausplatz radbrunnenhof 01Richtung Radbrunnen gelaufen, in der Hoffnung, dass das große Tor - einziger Zugang zum Innern des Radbrunnenhofes einmal geöffnet wäreRichtung Radbrunnen gelaufen, in der Hoffnung, dass das große Tor - einziger Zugang zum Innern des Radbrunnenhofes einmal geöffnet wäre und ich einen Blick hinein wagen könne. Nun hatte ich allerdings entdeckt, dass der Radbrunnenhof eine eigene Webseite hat und dort "Schäppsle" verkauft würden. Ein "Schnäppsle" kaufen und einen Blick hineinwerfen, das sollte doch gelingen. Also nichts, wie hin. Allein die Enttäuschung war groß, als ich zur Kenntnis nehmen musste, dass keine Spirituosen mehr verkauft werden und die früheren Besitzer nicht mehr auf dem Radbrunnenhof leben. Nun aber den Mut zusammenfassen und trotzdem fragen: "dürfte ich bitte ein paar Fotos aufnehmen?" - und - ja, ich durfte. Vielen Dank dafür liebe Besitzerin. Nachforschungen zuhause ergaben, dass der Hof bereits 2014 die Besitzer gewechselt hatte.

Lahrer Zeitung vom 19.09.2014 - Michael Masson Mahlberg. Vielleicht zum letzten Mal ist der privat bewohnte historische Radbrunnenhof in Mahlbergs altem Ortskern für die Öffentlichkeit zugänglich gewesen. Zahlreiche Besucher nutzten die Gelegenheit, den im fränkischen Stil erbauten Gebäudekomplex zu besichtigen und sich im idyllischem Innenhof zu entspannen. Die Besitzer Ingrid und Werner Platt wollen den historischen Hof nun aus Altersgründen verkaufen.

Radbrunnen

Der Radbrunnen ist der älteste öffentliche Brunnen im Zentrum der mittelalterlichen Stadt und geht wahrscheinlich auf die Zeit zwischen 1200 und 1250 zurück. Er liegt am südöstlichen Rand des früheren Marktplatzes. Das Wasser des Brunnens wurde ursprünglich mit einem Rad aus dem Grundwasser der Rheinebene heraufgeholt. Er war von seiner Schale bis zur Sohle 95 Fuß (28,50 m) tief. Vom Marktplatz bis zur Rheinebene sind es durch den Löss ~ 16 m. Durch Schwemmlöss bis zum Grundwasserstand sind es je nach Jahr und Jahreszeit weitere ~ 3 bis 5 m.

Der Brunnenschacht ist mit sorgfältig gehauenen Sandsteinen aufgemauert. Die oktogone Rekonstruktion der Einfassung entspricht ähnlicher städtischer Brunnen des Hochmittelalters. Im 18. oder 19. Jahrhundert wurde das Rad des Brunnens durch eine Holzpumpe ersetzt. Das Wasser konnte dann durch Holzdeicheln heraufgepumpt werden. Doch jene Maßnahme befriedigte ihre Benutzer nicht. Sie beschwerten sich immer wieder, dass die Deicheln undicht waren. Mit dem Bau der Wasserleitung im Jahr 1907 war die letzte Stunde für den Radbrunnen gekommen. Er wurde danach nicht mehr benötigt, teilweise aufgefüllt und abgedeckt. Die derzeitige Sohlentiefe beträgt noch 18,80 m darüber steht ~ 6 m Oberflächenwasser.

Radbrunnenhof

Am südöstlichen Rand des Marktplatzes steht hinter dem Marktbrunnen der sogenannte „Radbrunnenhof“. Seine Grundmauern stammen wahrscheinlich aus der Zeit der Stadterweiterung im Jahr 1360. Nach den Zerstörungen im 30-jährigen Krieg und dem „Franzosenbrand“ von 1677 wurde er wie die meisten früheren Höfe auf seinem alten Platz wieder aufgebaut. Damals ist auch die Hofanlage im Südosten erweitert worden. Der Radbrunnenhof erhielt im 18. und 19. Jh. eine neue Gestalt. Er zeigt sich seither als einziger Hof der Region als eine vierseitig geschlossene fränkische Anlage. Innenbesichtigung nur mit Zustimmung der Eigentümer möglich.

Pilgerherberge?

An die östliche Giebelseite des „Radbrunnenhofes“ schließt sich versetzt ein sorgfältig restauriertes Fachwerkhaus an. Auffällig ist über der Toreinfahrt ein Emblem, das höchstwahrscheinlich eine „Jakobsmuschel“ darstellt. In vielen Städten und Dörfern entlang der uralten europäischen Durchgangsstraßen gab es  - meist am Rande der Ortschaften - ein Haus, in dem die Pilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostela Unterkunft fanden. Gekennzeichnet waren solche Herbergen mit einer „Jakobsmuschel“ über einem der Eingänge des Hauses. Diesbezügliche schriftliche historische Hinweise gibt es über dieses Haus aber nicht.


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Rathaus Mahlberg

Rathaus Mahlberg - Zwischenzeitlich (vor 1912 im 19ten Jahrhundert) war das Rathaus auch in der ehemaligen katholischen Schule untergebracht. Eine im wahrsten Sinne des Wortes "bewegte Geschichte"Mahlbergs Rathaus hat salopp formuliert eine "bewegte Geschichte". Erst seit 1912 befindet sich das Rathaus im ehemaligen Kaufhaus der Stadt Mahlberg in umittelbarer Nachbarschaft des Wächterhauses im Westen und des ehemaligen Zunft- und Ratshauses (auch Bürgerstube) im direkten Anschluss östlich.

Zwischenzeitlich (vor 1912 im 19ten Jahrhundert) war das Rathaus auch in der ehemaligen katholischen Schule untergebracht. Eine im wahrsten Sinne des Wortes "bewegte Geschichte".

Das heutige Rathaus Mahlberg erhielt vor einigen Jahren - wie Irene Bär in der Badischen Zeitung weiter unten schreibt - ein gewaltiges "Update". Zwar war der Dachstuhl des alten Kaufhauses bereits eine gewalmte Form und war mit Mansarden ausgebaut, wie älteren Bildern entnommen werden kann. Allerdings wurde die Mansardanordnung gänzlich geändert.

Das Hauptportal wurde im Sinne der Barrierefreiheit eingeflacht. Die Sandsteintreppe wurde entfernt und der Boden des Erdgeschosses abgesenkt. In der Summe muss wohl von "gewaltigen Einschnitten" im Zuge der Renovierungsarbeiten gesprochen werden.

Einer früheren Renovierung müssen die Tore "zum Opfer gefallen sein". Die Rundbogenfenster zum Markplatz sind Fragmente früherer Tore, wie der unten erwähnten Lektüre von Professor Rieder zu entnehmen ist: "Unmittelbar neben der 'Sonne' (alte Ratstube, Anmerkung) schließt sich der langestreckte, imposante Bau des Rathauses an, des ehemaligen Kaufhauses, dessen fünf Einfahrttorbogen heute noch erkennbar sind." (Seite 10, ebenda)

Im Laufe der Renovierung wurden wohl die beiden großen Alutafeln mit historischen Informationen zur Stadt Mahlberg an der Traufseite des Neuen Rathauses angebracht, die hier noch kurz beschrieben werden, bevor weitere Informationen aus der Touristik-Info-Broschüre der Stadt Mahlberg und die Badische Zeitung zu Wort kommen:

wappenMahlberg

In der linken Tafel werden die Dynastien, welche im Laufe der Zeit die Herrschaft über Mahlberg hatten aufgezeigt. Wie abgebildet - zunächst die Wappen der "Dynasten" - darunter eine historische Legende. Die rechte Tafel weist vier historische Karten auf, anhand deren die räumlische Entwicklung der Stadt Mahlberg dokumentiert wird.

Direkt im Anschluss Richtung Schloss an das 'Neue Rathaus' angrenzend steht das Wächterhaus. Zum Wächterhaus steht in der Tourismusbroschüre der Stadt Mahlberg zu lesen:

"Nach dem großen Brand von 1677 wurden alle Türme und Tore mit ihren Gefängnissen, Arrestzellen und Unterkünften für die Nachtwächter abgerissen. Stattdessen wurde am Rand des Marktplatzes das kleine Wächterhaus für 3-4 Nachtwächter mit Arrestzellen gebaut. Es ersetzte die Tore und Türme, auf denen vorher die Torhüter und Nachtwächter die Stadt beobachtet hatten. Von dort aus mussten die Nachtwächter dann in der Nacht von Zeit zu Zeit durch die Stadt patrouillieren. Die Nachtwache wurde erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts aufgehoben."

Zu dem Nachbarhaus Richtung Stadtmitte ist in der Broschüre zu lesen: Die Rats-, Zunft- und Bürgerstube (Gasthaus "Sonne") ist wahrscheinlich eines der wenigen Gebäude, die den 30-jährigen Krieg und den "Französischen Brand" von 1677 überstanden haben. In ihm hatten der Stadtschultheiß seine Amtsstube, der Rat seine Ratsstube und die Handwerker ihre Zunftstube. Gleichzeitig hatte das Haus das Gastrecht. Im 19. Jh. war die Ratsstube (Rathaus) über längere Zeit hin in der gegenüber gelegenen ehemaligen katholischen Schule (Staufenstraße 1) untergebracht. Dort residierte bis 1912 der Bürgermeister. Danach wurde die vormals katholische Schule bzw. das Rathaus abgerissen und eine erste simultane Volksschule neu gebaut (heute u.a. Apotheke) - (Touristik-Infobroschüre Stadt Mahlberg)

Unter Berücksichtigung der baulichen Nachbarschaft dürfen die drei Gebäude Zunft- und Ratsstube, Neues Rathaus und Wächtershaus als Dreiheit verstanden werden, die bei allen baulichen Eigenheiten mit der gleichen Topologie zu kämpfen haben. Das niedere Wächterhaus mit seinem nach innen abgewölbten Walmdach, das Neue Rathaus, wie oben beschrieben und die ehemalige Zunft- und Ratsstube auf ihrem hohen Sockel und darauf liegenden Fachwerksbau müssen sich mit dem steil verlaufenden Hang zum Schloss auf dem Basaltfelsen arrangieren. Die Lösung besteht in einem niederen Wächterhaus, dem mittigen Neuen Rathaus und dem zum Stadtkern hoch aufragenden ehemaligen Bürgerhaus. Ein gelungenes architektonisches Arrangement in frühen Zeiten.

Zur Sanierung der Stadt Mahlberg - insbesondere der Umstrukturierung des Rathauses und seiner zugeordneten Organsiationseinheiten - schreibt Irene Bär am 21. September 2020 in der Badischen Zeitung: (ib). Acht Jahre lief das Sanierungsprogramm Kernstadt Mahlberg. Insgesamt haben 20 Private und die Stadt die Hilfen von Bund und Land in Anspruch genommen, um Gebäude zu sanieren. Die Nachfrage war groß, mehrfach wurde das Programm aufgestockt. Knapp 4,4 Millionen Euro Zuschüsse wurden für Abbruch, Modernisierung und Sanierung eingesetzt, informierte Bürgermeister Dietmar Benz in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Jetzt hat der Gemeinderat mit dem Aufhebungsbeschluss den formalen Schlusspunkt unter das Sanierungsprogramm gesetzt. Vorhaben werden ab jetzt nicht mehr gefördert.   Von dem Programm profitiert hat die Stadt bei der Umsetzung großer Vorhaben wie der Modernisierung des Rathauses I und dem Kauf der früheren Volksbank auf der gegenüberliegenden Seite des Rathausplatzes inklusive Umbau zum Rathaus II (Bürgerbüro) im Erdgeschoss und städtischen Wohnungen. Weitere Punkte sind zum Beispiel die Neugestaltung der Küfergasse und der Kauf der ehemaligen Fabrikantenvilla, die zu einem neuen Bürgerzentrum umgebaut wurde. 20 Private haben für Abbruch (drei) und Bauvorhaben (17) Zuschüsse erhalten. Als Beispiele nannte Kämmerer Frank Zeller den Umbau der ehemaligen Knopffabrik Novak in der Bromergasse und des Gasthofs Sonne am Rathausplatz.

Kontakt Stadt Mahlberg
Stadtverwaltung
Rathausplatz 7
77972 Mahlberg

telefon 07825 8438-0
fax 07825 8438-38
email Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Öffnungszeiten:
blueCircle Montag bis Donnerstag 08:15 Uhr bis 12:00 Uhr
blueCircle Mittwoch 08:15 Uhr bis 12:00 Uhr
blueCircle Mittwoch Nachmittag 14:00 Uhr bis 18:00 Uhr
blueCircle Freitag 08:15 Uhr bis 13:00 Uhr

Literatur zu Mahlberg und Orschweier:
Prof. Dr. H.Rieder - DIE STADT MAHLBERG IM WANDEL DER ZEITEN, 1956 - Franz Stückle Ettenheim Hrsg. Stadt Mahlberg
Josef Naudascher - Mahlberg-Orschweier - Vergangenheit im Bild, 1985 - Franz Stückle Ettenheim Hrsg. Stadt Mahlberg
Festschrift zum Jubiläum - 800 Jahre Mahlberg - Hrsg. Stadt Mahlberg
Freundlicher Weise zur Verfügung gestellt durch das Bürgerbüro der Stadt Mahlberg - Vielen Dank



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Stockbrunnen in Mahlberg


 Stockbrunnen Mahlberg - Die herrschaftliche Wasseranlage befand sich einerseits unmittelbar außerhalb dem „Niederen Stadttor“, andererseits am südwestlichen Rand der herrschaftlichen Obstanlage „Meiergarten“
Die herrschaftliche Wasseranlage befand sich einerseits unmittelbar außerhalb dem „Niederen Stadttor“, andererseits am südwestlichen Rand der herrschaftlichen Obstanlage „Meiergarten“. Sie umfasste einen Brunnen im Hof des Gasthauses „Löwen“, den Stockbrunnen für die Bürger, eine Viehtränke, ein Brandweiher für die Altstadt, eine Pferdeschwemme, sowie das herrschaftliche Bade- und Waschhaus.

Das Wasser


Das Wasser der „Stockbrunnen-Anlage“ kommt aus dem Becken, der etwa 1 km östlich gelegenen Quellanlage „Lutter- oder Kindlesbrunnen“. Dabei handelt es sich um ein Mineralwasser mit folgendem Mineralgehalt in mg/l: Calcium 125, Magnesium 22,5, Natrium 6, Hydrokarbonat 354, Sulfat 33, Fluorid 0,11, Nitrat 46 (Grenzwert 50).

Die Geschichte


1507 - Die Herrschaft Mahlberg und damit auch der herrschaftliche Meierhof mit seiner Trotte, rührte von den Dynasten von Mahlberg her. Er kam über verschiedene Adelsgeschlechter in einer Teilherrschaft an die Grafen von Nassau-Saarbrücken. Den anderen Teil der Herrschaft hatten die Markgrafen von Baden-Baden käuflich erworben. Seit diesem Kauf wurden beide Herrschaftsteile gemeinsam als ein sogenanntes „Kondominat“ regiert. Um finanziell klare Verhältnisse zu schaffen wurde die Teilung des Meierhofs, der auch für die Zehnteinahmen zuständig war, ins Auge gefasst. 1544 - Am 7. September teilten die beiden Regierungen Nassau-Saarbrücken und Baden-Baden ihren gemeinsamen Meierhof mit seiner Weintrotte. Die Nassauer behielten dabei die Weintrotte. Daher waren die Markgrafen von Baden-Baden gezwungen, eine eigene Weintrotte zu errichten. Sie wählten dafür den Platz vom späteren Löwen vor dem „Niederen Tor“. In der neuen Trotte wurde der „Herrschaftswein“ und der „Zehntwein“ von den Bürgern getrottet sowie vermarktet. Das Wappen der Schankwirtschaft war ein „steigender“ Löwe, der Dynasten in Mahlberg. Ausschlaggebend für die Platzwahl dürfte die erforderlichen Wasserversorgungen gewesen sein. Wahrscheinlich wurde kurz nach der Teilung die Holz- oder Deichelleitung vom Lutter- oder Kindlesbrunnen zur Trotte verlegt. Dadurch hatte der „Löwe“ bis ins 20. Jh. das Wasserrecht.

1740 - An den Platz des früheren Brunnens wurde der achteckige Stockbrunnen mit einem Tränketrog gesetzt. Auf dem Brunnenstock ist das Wappen „STAM“ = Stadt Mahlberg und der Brunnenheilige St. Johannes von Nepomuk angebracht.

1812 - Nach den eingemeißelten Initialen „Sp.“ hat ihn wahrscheinlich der Schwiegersohn des Löwenwirts Johann Nepomuk Specht im Jahr 1812 renovieren lassen.

1845 - Nach der Inschrift „AU. HE. BURGE 1845“, wurde der Stockbrunnen unter Bürgermeister August Hedecker erneut restauriert.

1877 - Die schon länger undichte alte Holzleistung wurde unter dem Bürgermeister Anton Weiswurm durch eine Eisenleitung ersetzt.

1971 - Im Rahmen der Erneuerung der Karl-Kromer-Straße, wurde der Stockbrunnen vor die frühere Volksschule gegenüber dem Gasthaus Sonne versetzt.

2006 - Der Stockbrunnen wurde von Grund auf restauriert. Wegen seiner historischen Bedeutung für die spätmittelalterliche Wasserversorgung, wurde er wieder an seinen abgestammten Platz zurückversetzt. (übernommen von Webseite Stadt Mahlberg)

Der Altvater - Heimatblätter der "Lahrer Zeitung", 12. Jahrgang, Folge 27, 3. Juli 1954, Seite 108

Im Benehmen mit dem staatlichen Denkmalspfleger wurde der sagenumwobene Mahlberger Stockbrunnen, der mit dem Standbild des hl. Nepomuk gekrönt ist, erneuert. Die schwer leserliche Inschrift unter dem Standbild lautete ursprünglich: "Johannes o. p. n. 1766". Der Brunnen stammt also aus der Barockzeit.

Ueber dem farbig erneuerten Wappen (zwei Sterne über dem Sechsberg) lesen wir die Buchstaben: "STAM". Die Buchstaben bedeuten: "Stadt Mahlberg".

An der Brunnensäule sehen wir ein Rebmesser und eine Pflugschar eingemeißelt. Sie erinnern an Reb- und Kornbau, die von jeher in Mahlberg betrieben wurden.

Auf der Ostseite der Brunnensäule liest man folgende Zeichen:

"AU HE
BURGE
1845"

Wer die Namen der Mahlberger Bürgermeister des letzten Jahrhunderts kennt (wir finden sie im Binzschen Heimatbuch verzeichnet), vermag die Zeichen leicht zu deuten. Sie besagen, daß der Brunnen im Jahre 1845, zu einer Zeit, da August Heidegger Bürgermeister in Mahlberg war, erneuert wurde. Heidegger war von 1839 1844 Ratschreiber, von 1844 1848 Bürgermeister von Mahlberg.



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Haus der Bürgerwehr

Baden wollte einen eigenen Meierhof - So kam es zur Gründung einer neuen, zusätzlichen "Meierei" (heutiger Löwen) durch das Haus Baden.Als "Zaungast", wie man ab und an Fotografen auch nennt, ist man nicht immer willkommem und das ist auch verständlich. Schließlich werden Besitzer*innen eines Denkmals häufig aufgesucht und können ihre Zeit nicht für fremde Fotografen abstellen.

Dass man allerdings gleich zu einem Kaffee eingeladen wird, ist sicher eine absolute Ausnahme - herzlichen Dank an die Eigentümer des Haus der Bürgerwehr Mahlberg.

Genau gesagt - so hat sich das ereignet:

Einer der letzten Spätsommertage lockte mich nach Mahlberg, um noch einige Dinge zu regeln. So kam ich an der Nordseite des Hauses der Bürgerwehr - dort ist ein kleiner Aufgang zu einem traumhaften Garten, was ich nicht wissen konnte - zu stehen und sah oberhalb der besagten Treppe einen Mann mittleren Alters "werkeln". Mein fragender Blick machte diesen Herrn auf mich aufmerksam und so fragte ich zögernd, ob ich hochkommen dürfe, um ein paar Fotos zu machen.

Knappe Frage: "wozu denn" und kurze Erklärung: "für die Webseite der-ortenauer.de". "OK - dann kommen sie mal".

Nun musste ich feststellen, dass ich gerade die Kaffeepause des anwensenden Paares störte. Dennoch ließ man mich geduldig in der Privatspähre fotografieren. Danach lud mich die "Dame des Hauses" tatsächlich noch zu einer Tasse Kaffee ein. Ich lehnte dankend ab und war dennoch von dieser Gastfreundlichkeit stark beeindruckt. So sind die Menschen in der Ortenau - nicht immer - aber gewiss auch nicht selten.

Zur Historie des Haus der Bürgerwehr

In der südlichen Ortenau wird ein Jahrbuch "Geroldsecker Land" herausgegeben (Hrsg. Stadt Lahr), wodurch leicht der Eindruck entstehen kann, dass die Region eine historisch homogene Einheit dastellt. Dem ist nicht so. Ab 1277 gibt es zwei Geroldsecker Herrschaften, wovon die eine ihren Sitz auf der Hochburg (Schönberg) und die andere den ihren in der Tiefburg Lahr hat.

Nach dem Tod Walter von Geroldeck's (1277) wurde die "alte Herrschaft" bei der Bischofsmühle (Grenze Gemarkung Lahr - Kuhbach) geteilt. Ab da kann man begründet von einer "Oberen Herrschaft" (Schuttertal, Kinzigtal etc.) und einer "Unteren Herrschaft" (Lahr, Mahlberg etc.) schreiben.

1426 hatte weder die Obere Herrschaft noch die Untere Herrschaft männliche Nachfolger, wodurch Herrschaftsaufgaben über eingeheiratete Beziehungen auch in den Bereich der Grafen von Mörs-Saarwerden gelangten. Das Herrschaftshaus Baden übernahm zur Mitte des 15ten Jahrhunderts Teile der verschuldeten Unteren Herrschaft (Lahr / Mahlberg), womit zu unserem eigentlichen "Objekt des Artikels" dem Haus der Bürgerwehr (Meierhof Mahlberg) hingeführt werden kann.

Die Häuser Baden und Mörs-Saarwerden (spätere Erbfolge Nassau) betrieben ab Mitte 15tes Jahrhundert die "Untere Herrschaft Geroldseck" gemeinsam in einem "Kondominat". Sitz der gemeinsamen Verwaltung der Herrschaft Lahr / Mahlberg war der Meierhof (heutige Stauferstraße - Ecke Untere Gasse) - das heutige "Haus der Bürgerwehr".

Die Stadt Mahlberg schreibt über den Gebietszustand zu Beginn des 16ten Jahrhunderts:

"1507 - Die Herrschaft Mahlberg und damit auch der herrschaftliche Meierhof mit seiner Trotte, rührte von den Dynasten von Mahlberg her. Er kam über verschiedene Adelsgeschlechter in einer Teilherrschaft an die Grafen von Nassau-Saarbrücken. Den anderen Teil der Herrschaft hatten die Markgrafen von Baden-Baden käuflich erworben. Seit diesem Kauf wurden beide Herrschaftsteile gemeinsam als ein sogenanntes "Kondominat" regiert (siehe oben - Emil Ell). Um finanziell klare Verhältnisse zu schaffen wurde die Teilung des Meierhofs, der auch für die Zehnteinahmen zuständig war, ins Auge gefasst."

Durch den Tod des Markgrafen Christoph von Baden 1527, welcher das Kondominat eingerichtet hatte, wurden die Verhältniss der Herrschaft Lahr / Mahlberg neu geregelt, wovon auch der Meierhof (Haus der Bürgerwehr) betroffen war. Baden und nun in Erbfolge Nassau wollten keine gemeinsame Verwaltung mehr. So kam es zur Gründung einer neuen, zusätzlichen "Meierei" (heutiger Löwen) durch das Haus Baden.

"1544 - Am 7. September teilten die beiden Regierungen Nassau-Saarbrücken und Baden-Baden ihren gemeinsamen Meierhof mit seiner Weintrotte. Die Nassauer behielten dabei die Weintrotte. Daher waren die Markgrafen von Baden-Baden gezwungen, eine eigene Weintrotte zu errichten." (Stadt Mahlberg)

"Die Teilung von 1544 hatte zur Folge, dass die Markgrafen von Baden-Baden vor der Stadt den neuen Meierhof (Gasthof Löwen) gebaut haben und die Grafen von Nassau den alten Meierhof (Haus der Bürgerwehr) bis 1629 verwalteten. Ab 1629 waren die Markgrafen von Baden-Baden alleinige Eigentümer" [der Herrschaft Mahlberg - Anm.]... (Benz)

Der 30-jährige Krieg und der "französische Brand" führten zur weitgehenden Vernichtung des alten - nunmehr nassauischen Meierhofs. Bei der Restaurierung der Familie Benz 2009 /13 waren nur noch Grundmauern bis zum ersten Stock aus älteren Zeiten "ablesbar".

"An der Nordseite des Hauses sieht man noch heute Fragmente einer alten Tor- sowie einer Fensteröffnung, die auf den alten Meierhof zurückgehen, der Keller scheint original erhalten..."

"...Der Wiederaufbau des Gebäudes erfolgte wohl erst um das Jahr 1700, da bei den Restaurierungsarbeiten im Jahr 2011 über dem Türstock zum ersten Raum rechts nach der Haustüre eine Münze gefunden wurde..." [alte Sitten und Datierung der Münze weisen auf die Erbauung um 1700 hin - Anm.]

"Der Neubau wurde nun auch als Sitz der Bürgerwehr genutzt, da nach der Zersstörung von 1677 die Stadttore nicht mehr oder nur noch behelfsmäßig aufgebaut wurden. Zu jener Zeit wurden auch Waffen und Munition im Gebäude eingelagert."
(Benz - ebenda)

Quellen:

- Ferdinand, Dr. Johann Baptist - Neue Miszellen aus Heimat und Landschaft, Band 1 (1949-1954) 201 S. 56.
   - Kurze Chronik der Herrschaft Lahr-Mahlberg und der aus ihr hervorgegangenen Herrschaften Lahr und Mahlberg. - S. 137-139
- Ell, Emil - Thema "Nassau" in den Jahren 1527,1727,1827 - Besitznahme, Teilung und endgültiger Besitzübergang: der Herrschaft Lahr (Der Altvater, 8.7.1977)
- Familie Benz - Dokumentation zur Restaurierung - Haus der Bürgerwehr - 2009 / 2013

Begriffe:

- Meierhof: nicht selten Lagen Herrschaftssitze und Herrschaften im Mittelalter weit auseinandeer (siehe oben Mörs-Saarwerden), wodurch Landesfürsten gezwungen waren, Aufsichten einzusetzen. Dies erfolgte zunächst durch bestellte Hofbauern (auch Meier), welche ihre Geschäfte auf einem "Meierhof" betrieben. Mit zunehmender Emanzipation der Meier wurden die Meierhöfe zu Verwaltungen.
- Kondominat: Ein Kondominat ist die gemeinschaftlich ausgeübte Herrschaft mehrerer beteiligter Herrschaftshäuser über eine Region. Diese Region selbst wird als Kondominium bezeichnet (z.B.: Herrschaften Baden / Mörs-Saarwerden - Kondiminium Lahr / Mahlberg)

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