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Sehenswertes in Rust


Der nahezu älteste Ort im Landkreis Lahr ist der am Rhein gelegene Marktflecken Rust. Der Name Rust bedeutet Ulme. Er gehörte zu den Schenkungen, die Bischof Etto von Straßburg im Jahre 763 dem Kloster Ettenheimmünster machte. Nach dem Testament Ettos wurden ein Meierhof, am Rhein gelegen, einige Wiesen zwischen Rhein und Elz, Fischwasser, Mühlwerk samt den beiliegenden Scheunen und beigegebenen Leuten, das Patronat der St-Peters-Kirche dem Gotteshaus geschenkt. Der Ort Rust selbst wurde dem Domkapitel und Bistum Straßburg im 13. Jahrhundert einverleibt. Im 14. Jahrhundert besaßen der Ortsadel von Rust und Endingen den Ort als bischöflich-straßburgisches Lehen. 1350 hatte das Kloster Ettenheimmünster den Zehnten und den Pfarrsatz daselbst.

1410 stand das Lehen Thomas von Endingen mit aller Gerichtsbarkeit, Bann und Einkünften allein zu. 1427 empfing er darüber vom Bischof Wilhelm von Straßburg die Belehnung. Im Jahre 1434 wird Gericht und Gemeinde zu Rust am Rhein erwähnt. 1442 gab die Familie von Endingen das Lehen dem Bischof von Straßburg zurück. Dieser gab es der damals nach Rust gezogenen Familie Böcklin von Böcklinsau zu einem Mannlehen, dessen Nachkommen es heute noch besitzen (Ruprecht von Böcklin von Böcklinsau, der heutige Besitzer). 1575 erbauten sie das Schloß daselbst, dessen Mauern heute noch am jetzigen Schloß zu sehen sind, Rust gehörte zum schwäbischen Ritterkreis der Familie von Böcklin, kam aber im Jahre 1806 unter badische Hoheit.

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Schloss Baltharsar


Sutter, Otto Ernst: (in: Dr. Franz Burda (Hrsg.), Ortenauer Heimatblatt, Heft 5 / 20. Mai 1962 (Offenburg 1962), Seite 4 - 5)

Eine Urkunde vom 30. September 1410 des Böcklinschen Familienarchivs, die erste, die das Schloß erwähnt, berichtet, daß der Bischof Wilhelm von Straßburg dem Ritter Toman von Endingen den Wildbann von Rust verleihtWer schmökerte nicht gern dann und wann in einem alten Handbuch, auch wenn dessen Wissenschaft längst überholt ist - oder tut man es just gerade deshalb? So liest man im "Universal-Lexikon vom Großherzogtum Baden, bearbeitet und herausgegeben von einer Gesellschaft von Gelehrten und Vaterlandsfreunden", das 1844 bei C. Maklot in Karlsruhe erschienen ist, unter dem Stichwort Rust, "Marktflecken, vom Amtsorte Ettenheim 1 3/4 St. nordwestlich entfernt, hat in 343 Familien und 242 Höfen 14 evangelische, 1605 katholische und 211 israelitische Einwohner, liegt an der Elz, und seine Bewohner leben von Gewerben, Feldbau und Viehzucht. Man pflanzt hier Getreide, Hanf, Tabak, Cichorie; die Wiesen könnten besser sein; es gibt eine Branntweinbrennerei, auch trägt die Schiffahrt manches ein. Bemerkenswert sind die 1728 erbaute Kirche und das durch Balthasar von Böcklin erbaute Schloß; hier sind 9 Wirtshäuser. Das Dorf ist alt; schon 734 kamen durch Bischof Heddo von Basel an das Kloster Ettenheim mehrere Güter zu Rust; das Dorf selbst blieb beim Hochstift Straßburg, von welchem es die Herren von Endingen als Mannslehen erhielten. Sie schrieben sich öfters Herren von Rust, doch verkauften sie Rust um 2000 Goldgulden im Jahr 1424 an die Herren von Böcklin. Im Jahr 1503 brannte der vierte Teil des Dorfes nieder, das damals 888 Häuser gezählt hat. Im Jahr 1756 wurde Rust zum Marktflecken erhoben. Dies wurde 1783 auch durch ein kaiserliches Privilegium bestätigt. Die Gefalle und Güter, welche der Abtei Ettenheimmünster gehörten, wurden 1803 [wohl bei der Bildung des Großherzogtums Baden. Der Chronist] den Grundherren von Böcklin durch Tausch überlassen." Soweit das "Universal-Lexikon".

Rust gehört heute zum Landkreis Lahr. Es hat zur Zeit 2250 Einwohner, und der Besucher gewinnt den Eindruck, daß es eine lebenstüchtige Siedlung ist. Vom Atem des Breisgaus angeweht, gehört das stattliche Dorf noch zur südlichen Ortenau, also zu unserer engsten Heimat. In der sogenannten "Balthasarburg" eignet Rust ein anziehender Schloßbereich, der in fühlbar romantischen Hauch getaucht ist. Der vor einigen Jahren heimgegangene, kunstsinnige und geschichtskundige Ruprecht Freiherr Böcklin von Böcklinsau, nach Erscheinung und Lebensstil ein schätzenswerter Edelmann der Ortenau, hat der Vergangenheit Rusts wie des Schlosses mit ebensoviel Eifer wie Verständnis nachgeforscht. Mehrfach habe ich mich in früheren Jahren mit diesem liebenswürdigen und geistreichen Mann unterhalten. Als ich nun neulich wieder einmal in Rust war und um das verträumte Schloß und durch den Park wandelte, bewegte mich das Gedächtnis an den Dahingeschiedenen sehr lebhaft. Ich entbot ihm einen dankbaren, verehrenden Gruß ins unbekannte Land ...

Baron Ruprecht Böcklin von Böcklingsau vermutete, daß der Dorfname Rust auf eine römische "villa rustica", etwa: ländliche Niederlassung, zurückgehe. Beim Umbau des Schlosses fand man in den Fundamenten neben Münzen auch Legionsziegel, die allerdings verschwunden sind - leider! Rust hatte, wahrscheinlich in Anknüpfung an seine Geltung in der Römerzeit, immer eine gewisse wirtschaftliche Note. Bis in die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts - woran ja auch die Charakteristik im "Universal-Lexikon" erinnert - gab es einen regen "Frachtverkehr zu Schiff zwischen Rust und dem Rhein".

Was die Anfänge des Besitzes von Rust in seinem Geschlecht angeht, berichtete Baron Ruprecht, daß Ritter Hans Rudolf von Endingen 1424 das große Anwesen an den Edelknecht Hans Bock, Klaus Bocks sei. Sohn, verkauft habe.
Obwohl die Boecklin noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in Straßburg Wohnsitze unterhielten, waren sie aufgrund ihres umfangreichen außerstädtischen Grundbesitzes zu Landadligen geworden - zur Historie rechts anklicken

Über die Familie derer von Boecklin




Das Schloß war ursprünglich von zwei Wehrmauern umgeben. Vermutlich wurde die alte Burg in den Kriegsläuften nach 1525 zerstört. So wie das Schloß heute steht, wurde es von Balthasar Böcklinsau neu aufgebaut, doch wurden Teile der zerstörten alten Burg mitverwendet. Während des Dreißigjährigen Krieges fanden die Ruster Bauern im Schloß Unterschlupf.

Der Grundriß im Schloß ist fränkisch mit je einer Diele in der Mitte jedes Stockwerks. Die drei Stockwerke verbindet eine Wendeltreppe in einem schlanken, sechseckigen Turm. Das Tor zu diesem schönen Turm, der eine Sonnenuhr trägt, schmückt eine reiche Plastik mit dem Böcklinschen Wappen. Die lateinische Inschrift besagt: Dieses vornehme Gebäude ist die Balthasarburg benannt und genießt alle Vorrechte.

Reizvoll berührt der Park, den in zwei Armen die Elz durchströmt, mit geschnittenen Buchsbüschen und einem wundervollen Baumbestand. Heute ist das Ruster Schloß mit seinen desgleichen romantisch anmutenden Nebenbauten Besitz von Karl Graf Wolff-Metternich. Es zählt zu den bemerkenswertesten und eindrucksvollsten Adelssitzen unserer Ortenau.

Die Balthasarburg in Rust

Die ersten Zeugen der geschichtlichen Vergangenheit von Rust datieren aus der Römerzeit. Römische Münzen wurden hier gefunden, und anläßlich eines Umbaues wurden in den Fundamenten des Schlosses römische Legionsziegel zutage gefördert, leider zu einer Zeit, wo man nicht genug historischen Sinn hatte, um diese Dokumente zu verwahren; Münzen und Legionsziegel sind heute verschwunden. Jedenfalls aber berechtigten uns diese Funde zur Annahme, daß an dieser Stelle schon eine römische Siedlung bestand. Auch der der deutschen Sprache fremd klingende Name des Ortes Rust mag zu dem Schlusse berechtigen, daß es sich hier um eine römische Siedelung gehandelt hat. In der Nähe der römischen Militärstation erbauten Veteranen ihre Häuser-, und es ist nicht ausgeschlossen, daß der Name des Ortes von "v i l l a r u s t i c a" herzuleiten ist. Anzunehmen ist, daß ein Teil des heutigen Schlosses ein römischer Wachtturm war, an der Stelle, wo die Rheinstraße an das Rheinufer bildete, heranstieß. Bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts bestand noch ein reger Frachtverkehr zu Schiff zwischen Rust und dem Unterrhein. Rust bildete gewissermaßen den südlichsten, wahrscheinlich auch befestigten Punkt des rechts-rheinisch gelegenen Teiles des Bistums Straßburg.

Eine Urkunde vom 30. September 1410 des Böcklinschen Familienarchivs, die erste, die das Schloß erwähnt, berichtet, daß der Bischof Wilhelm von Straßburg dem Ritter Toman von Endingen den Wildbann von Rust verleiht. Es ist anzunehmen, daß die im Mittelalter ausgestorbene Familie der Herren von Rust der hier ansässige Ortsadel war, und daß von ihnen der Besitz an die Ritter von Endingen übergegangen ist. Lange waren die Herren von Endingen auf Rust nicht ansässig, denn nach der Urkunde vom 17. August 1424 verkaufte Ritter Hans Rudolf von Endingen mit Einwilligung seines Bruders Toman an den Edelknecht Hans Bock, Klaus Bocks sel. Sohn, um 700 Pfund die 35 Pfund Gülten, welche sie aus dem Dorfe Rust vom Bischof von Straßburg zu Lehen trugen. Am 22. Januar 1442 belehnt dann Bischof Ruprecht von Straßburg den Edelknecht Bernhard Böckel mit dem gesamten Bann des Dorfes Rust, welches vorher Hans Balthasar und Toman von Endingen zu Lehen trugen. Seit also einem halben Jahrtausend ist die Familie Böcklin von Böcklinsau, die elsässischen Ursprungs ist, in dieser Burg angesessen.

Das Schloß war wohl ursprünglich ein viereckigen befestigter Turm mit Ringmauer, Graben und Flankentürmen. Es ist anzunehmen, daß die Burg von zwei Wehrmauern umgeben war. Der Gang der äußeren ist heute noch erkennbar durch die Flucht der Mauer, die das eigentliche Grundstück des Schlosses umgibt. Den äußeren Wehrgang umgab der Burggraben, dessen westliche Front heute noch im Junkerbach besteht. Dieser Teil wurde durch eine Abzweigung aus der Elz, die etwa 50 Meter am Schlosse vorbeifließt, gespeist. Wahrscheinlich wurde der östliche Teil des Burggrabens mit Wasser versorgt aus dem in früheren seiten ständig laufenden Feinschießen, einem Wafferlauf, der heute noch bei hohem Wasserstand in Erscheinung tritt. Er soll zwischen dem Wirtshaus zur "Krone", dem heutigen Verwaltungsgebäude und dem Gasthaus zum "Ochsen" durchgeflossen sein. Daß noch ein zweiter innerer Wehrgang vorhanden war, ist anzunehmen aus den Wehrtürmen, die ein aus dem Jahre 1767 vorhandener Plan noch im inneren Schloßhof aufweist. Eine südliche, an das Schloß anstoßende Erhebung überragt das Niveau des umliegenden Geländes der Rheinebene um etwa 1,50 bis 2 Meter. Man kann entweder annehmen, daß auf dieser auch bei Hochwasser trocken liegenden Insel die ursprüngliche Befestigung lag, die Schiffahrt und Verkehr der Landstraße unter Aufsicht halten sollte, oder aber, daß sie entstanden ist als Schutthügel aus der früheren Burg. Wahrscheinlich wurde die alte Burg in den Kriegsläuften nach 1525 zerstört. So wie das Schloß heute steht, wurde es von Balthasar Böcklin von Böcklinsau um 1575 wieder aufgebaut; Teile der alten Burg wurden mitverwendet, so in dem gewölbten Teil des Erdgeschosses, dem heutigen Archiv, der auf dem Schlußstein das Wappen derer von Endingen zeigt. Der Neubau war wahrscheinlich nicht so primitiv und wehrhaft, wie die ursprüngliche Burg, sondern, dem Wohlstande der damaligen Zeit entsprechend, größer und bequemer, aber immer noch befestigt. Mit gutem Grund, denn alle Kriegsstürme, welche die Rheinebene durchtobten, brandeten auch an den Mauern dieser Burg.

Zweimal im Dreißigjährigen Krieg wurde in ihrer Nähe gekämpft einmal in der Schlacht bei Rheinau im Jahre 1637 und einmal bei Wittenweier im Jahre 1638. Den Bauern des Ortes gewährte die befestigte Burg Schutz gegen die fremden Eindringlinge, und getreulich halfen sie mit an der Verteidigung dieser letzten Zufluchtsstätte - Ein Zeuge der Kämpfe aus uralter Zeit ist noch ein Schwert aus dem 10. Jahrhundert Es wurde ausgegraben im Schloßhof an der Stelle, wo einer der obenerwähnten Türme stand. Die Raumeinteilung des Schlosses ist eine typisch fränkische mit der Diele in jedem Stockwerk in der Mitte. Außen bildet ein sechseckiger schlanker Turm mit Wendeltreppe die Verbindung mit den Stockwerken Man sieht wiederholt die Jahreszahlen 1575 und 1576 und interessante Steinmetzzeichen angebracht. Besonders interessant ist die Bildhauerarbeit am Portal, die eine Mischung von Renaissance und gotischem Stil darstellt. Das Gebälk wird von Karyatiden getragen; darüber ist in einer Nische zwischen Delphinen und von einer Muschel gekrönt das Böcklinsche Wappen angebracht und die Inschrift:

Das ganze Hauptgebäude besteht aus drei Stockwerken und endet mit einem abgewalmten Dache. Die Nebengebäude, die das Schloß umgeben, lehnen sich meist an die alte Ringmauer an.ARX - ISTA - NOBILIS - BALTHASARBURG
APPELLATA - OMNIBVS - PRIVILEGIIS
GAUDET

Diese vornehme Burg,
Balthasarburg genannt,
erfreut sich aller Vorrechte

Dieses Wappen und die Inschrift ist nach dem Chronostichon erst 1738 eingesetzt worden. Fenstergewände und Gesimse sind einfach prosiliert, durch Renaissance-Flachornament besonders hervorgehoben ist nur die Fläche des Gewändes zwischen den beiden Fenstern des im zweiten Geschoß liegenden Saales. Das Innere ist einfach, nur im Saale, dessen Decke von schlichter Holzsäule getragen wird, sind die Fensternischen etwas reicher ausgebildet, indem zwischen den Doppelfenstern Säulen mit jonischen Kapitälen den Fensterbogen stützen.

Das ganze Hauptgebäude besteht aus drei Stockwerken und endet mit einem abgewalmten Dache. Die Nebengebäude, die das Schloß umgeben, lehnen sich meist an die alte Ringmauer an. Sie sind ohne: baulichen Reiz und heute Wirtschaftsgebände. Erwähnenswert sind noch im Schloß einige ausgezeichnet erhaltene Glasscheiben mit dem Familienwappem eine von 1576, eine von 1600 und eine um 1575 mit den Wappen und Insignien des Dompropstes Wilhelm Böcklin von Böcklinsau. Diese besonders interessante Persönlichkeit war Kanzler Kaiser Karls V. Er war Comes Palatinus, Poeta Laureatus, Dompropst von Magdeburg. Er ist im Freiburger Münster in der Böcklinskapelle beigesetzt. Auch sonst sind noch, besonders im Saale, eine Reihe von Ahnenbilder der Böcklin und verschiedene andere Gemälde des ortenauer Adels.

Ruprecht Freiherr Böcklin von Böcklinsau - Die Ortenau - Historischer Verein für Mittelbaden e.V., 1934, 537 ff


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Balzareschlösschen


So bietet sich das abseits der Ritterstraße hinter einem Garten liegende Balzareschlößchen als ein Kunstwerk dar, wie man es in ähnlicher Schönheit rechts des Rheines nur selten antrifftEigentlich ist Rust ja ein durchaus "überschaubares Örtchen" - sieht man vom riesigen Europapark ab. Da dürfte ja kein Problem darin bestehen, das "Balzareschlössle" wie Martin Hesselbacher es unten nennt, in Rust zu finden.

Eigentlich - aber mit falsch notierter Adresse kann dies doch schwierig werden, zumal die heutige Ruster Bevölkerung das Balthasarschlösschen - wie es gelegentlich auch genannt wird - nicht zu kennen scheint. Mehrfaches Fragen erbrachte keinen Erfolg und so war ich bereits im Begriff Rust wieder zu verlassen, als auf einmal auf das Schlösschen vor mir auftauchte.

Zuerst begrüßte mich der "Hofhund" Max - ein eineinhalb Jahre alter Labradorrüde (Herbst 2020) freundlich. Danach kam Sein "Herrchen" - Willi Kunz - aus dem Schlösschen auf mich zu und gewährte mir freundlich meine Aufnahmen.

Herr Kunz erzählte, dass sein Ur-Ur-Großvater - Hans Kunz - das Haus um die 20er Jahre im 19ten Jahrhundert erworben habe und sich das Haus seither im Familienbesitz befinde.

Die Pflege des herrschaftlichen Hauses sei ihm eine Selbstverständlichkeit, welche auch die eine oder andere Unwegsamkeit mit sich bringe bzw. gebracht habe.

So habe sein Vater 1961 die Gelegenheit des Straßenneubaus der Ritterstraße "genutzt" - die Bauarbeiter benötigten Stellplatz für ihre schweren Geräte und auf den Wiesen der Familie Kunz war genügend Platz - den Hof des Balzarenschlösschens von den Straßenbauern asphaltieren zu lassen. Die Kopfsteinpflastersteine hatten die Straßenbauer "netterweise" gleich mitgenommen und so stellte sich für Willi Kunz nach Hausübernahme die Frage: wo bekomme ich jetzt nur wieder Kopfsteinpflastersteine, um den alten Zustand wieder herzustellen. Alleine diese Problembewältigung erforderte über zwei Jahre des Suchens und dann mussten die Steine im weitläufigen Hof ja auch noch verlegt werden.

So erfordert die Instandhaltung ein permanentes Arbeiten am Schlösschen, was Willi Kunz - wie er mir glaubhaft versicherte - aber mit Leidenschaft tut. Wir fanden in unserem Gespräch noch den einen oder anderen Punkt, zumal Herr Kunz sich auch in Lahr - seine langjährige Arbeitstelle war dereinst das Krankenhaus Lahr - sehr gut auskannte.

Max lag die gesamte Dauer unserer Unterhaltung ruhig aber aufmerksam in der Hofmitte, wie auf einem der Bilder unten zu sehen ist.

Nicht allzu viele Worte verliert Franz Xaver Kraus in seiner Abhandlung über Großherzogliche Kunstdenkmäler in Baden 1906. Dafür liefert er in seinem umfangreichen Werk aber zwei Zeichnungen zum Balzareschlößle (eine davon unten links).

DIE KUNSTDENKMÄLER DES GROSSHERZOGTHUMS BADEN - GEH. HOFRATH DR. FRANZ XAVER KRAUS - SECHSTER BAND KREIS FREIBURG
AMT ETTENHEM. - RUST.275
 Im Orte in einer Seitenstrasse steht das sogenannte 'Balzareschlössle' ein altes Holzhaus mit hübsch geschnitzten Fenster- und Eckbalken, vielleicht seiner Zeit für einen Nebenzweig der Familie gebaut
Im Orte in einer Seitenstrasse steht das sogenannte 'Balzareschlössle' ein altes Holzhaus mit hübsch geschnitzten Fenster- und Eckbalken, vielleicht seiner Zeit für einen Nebenzweig der Familie gebaut. Ueber der Kellerthüre findet sich die Jahreszahl 1598 und die Wappen der Böcklin und Zuckmandel. Im Innern ist alles verändert, nur noch einige alte, gut profilirte Thürgewände haben sich erhalten.
Obwohl die Boecklin noch bis zum Ende des 18. Jahrhunderts in Straßburg Wohnsitze unterhielten, waren sie aufgrund ihres umfangreichen außerstädtischen Grundbesitzes zu Landadligen geworden - zur Historie rechts anklicken

Über die Familie derer von Boecklin




BALZARENSCHLÖSSCHEN - Vermutlich wurde das aufwendig verzierte Fachwerkhaus 1598 durch Philipp Dietrich von Böcklin, der im gleichen Jahr auch das Böcklin’sche Palais an der Place St.-Étienne in Strasbourg errichtete, erbaut. Er war Angehöriger eines Nebenzweigs der Boecklinschen Familie und seine Frau Anna Maria Freiin von Zuckmantel, eines der ältesten elsässischen Adelsgeschlechter. Darum zeigt das Wappen über dem Kellereingang auch beide Familienschilde. Das Gebäude selbst ist eine Mischung aus Stein- und Holzbau. Die besonders reichhaltige Ornamentik sollte wahrscheinlich die Bescheidenheit des Baus - gerade hinsichtlich des Schloss Balthasarburg - kaschieren. (flyer Gemeinde Rust)

Den flyer zum "historischen Rundgang Rust" [Auszug] können Sie hier downloaden download

Lassen wir nun Werner Mollweide und Martin Hesselbacher über ihre Restaurierungarbeiten für die Denkmalbehörde berichten:

Fachwerk heute - noch oder wieder? Von Werner Mollweide / Martin Hesselbacher - Denkmalpflege BW (1965 / 8 - 4)

Das Balzareschlößchen in Rust (Krs. Lahr)

Das In der Ortenau "Balzareschlößchen" genannte Herrenhaus in Rust tritt gegenüber der bauhistorischen Bedeutung, welche die im gleichen Ort am Ufer der Elz gelegene "Balthasarburg" der Herren Böcklin von Böcklinsau genießt, in den Hintergrund. Es ist daher im allgemeinen nur wenig bekannt, was sehr bedauert werden muß, denn gerade, in bezug auf die Burg betrachtet, gewinnt dieses Schlößchen an Bedeutung. Beide Baudenkmale sind Schöpfungen der in der Entfaltung begriffenen Renaissance. Die Burg wurde nach Zerstörung 1575 wieder in jener Form aufgebaut, wie sie, von wenigen Änderungen abgesehen, auf uns gekommen ist. Nur 23 Jahre später, ausweislich der Jahreszahl 1598 über dem Kellereingang, ist das Schlößchen errichtet worden. Bauherrschaft war, wie von den Historikern angenommen wird, ein Nebenzweig der Böcklinschen Familie, woraufhin noch heute der Name "Ritterstraße" hindeuten mag, an welcher das Schlößchen liegt. während aber die Burg die ausgesprochene Steinarchitektur repräsentiert, ist das Schlößchen eine Verbindung von Stein- und Holzarchitektur, bei der man durch eine besonders schöne und reiche Ornamentik vom Fachwerk die bescheidenere Bauweise ausgleichen wollte.

So bietet sich das abseits der Ritterstraße hinter einem Garten liegende Balzareschlößchen als ein Kunstwerk dar, wie man es in ähnlicher Schönheit rechts des Rheines nur selten antrifft. Über der kleinen Freitreppe zum Wohnhauseingang baut sich ein giebelgekrönter Fachwerkerker auf. Er ist eingebunden in die Fachwerkwand des Obergeschosses, deren reiche Gliederung und Ausstattung mit Zierat - Rosetten, Sterne, Friese usw. - ganz der Schmuckfreude der Renaissance entspricht. Vorbote des noch in weiter Ferne liegenden Barock! So sind auch die Fenster der in der Südostecke des Hauses liegenden Wohnstuben in beiden Geschossen als Fenstererker ausgebildet mit geschnitzten Umrahmungen, in deren Konsolen Akanthusblätter eingeschnitzt sind.

Die unter Oberleitung von Kreisdenkmalpfleger Stadtbaurat Steurer, Lahr, und örtlicher Bauleitung von Architekt Berblinger, Ringsheim, im Jahre 1961 durchgeführten Wiederherrichtungsmaßnahmen erbrachten ein Optimum an denkmalpflegerischer Leistung! Das infolge Alter, Feuchtigkeit und anderer Umstände nahezu abgängig gewordene Kleinod konnte nicht nur erhalten, sondern auch stilistisch richtig wieder herauspräpariert werden. Doch darf leider nicht verschwiegen werden, daß mit Rücksicht auf die Wohnbedürfnisse der heutigen Besitzer die denkmalpflegerische Arbeit sich nur auf das Äußere des Bauwerks konzentrieren konnte.

Hubert Kewitz - Die Ortenau - Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Mittelbaden (64/1984), Seite 364 - 365

Der Name ist wohl abgeleitet von Balthasar. In den letzten Jahrzehnten mehrfach mit Hilfe der Denkmalpflege sorgfältig restaurierter, ganz elsässisch anmutender, wertvoller Fachwerkbau. Reizvolle Verbindung eines schlichten, steinernen Untergeschosses mit dem locker strukturierten Fachwerkobergeschoß und seinem schönen, den Eindruck bestimmenden Renaissancedekor (Rosetten, Friese). Die Wohnstubenfenster sind "in beiden Geschossen als Fenstererker ausgebildet mit geschnitzten Umrahmungen, in deren Konsolen Akanthusblätter eingeschnitzt sind" (Hesselbacher). Über der zweiläufigen Freitreppe ein zierlicher Fachwerkerker mit kleinem Giebel.

Der Kellereingang trägt die Jahreszahl 1598 und dasselbe Allianzwappen Böcklin/Zuckmantel (Bock/gespaltener Schild mit achtstrahligem Stern im linken Feld), das auch in der Balthasarburg begegnet. Deren Erbauer, Hans Philipp von Böcklin, war mit Esther Freiin von Zuckmantel-Brumath (+ 1601) verheiratet, sein Nachfolger Philipp Dietrich (1598 Bauherr des Böcklinhofs am Straßburger Stephansplan), dem er 1593 Gut und Schloß verkaufte, mit Esthers Halbschwester Anna Maria. Das läßt an eine Verwendung als Witwensitz oder Absteigequartier denken.

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Ehemalige Stube - alter Gasthof Krone


Das Gasthaus "Krone" am Marktplatz wurde 1835 von einem Karl Baumann bewirtschaftet. 1805 bereits war die Konzession von den Böcklins erteilt wordenSonntag, 8. November 2020 - Im ansonsten belebten Rust herrscht "Coronaruhe". Keine Pkws und keine Pasanten auf dem Weg zum Park. Nur eine Dame - offensichtlich bei der Hausarbeit - winkt freundlich aus der "alten Krone", dem wohl größten und schönsten ehemaligen Gasthaus an der Fischerstraße in Rust.

Das Haus - ein zweistöckiges Mansardhaus auf hohem Sockel und darüber gelegtem Fachwerk hat drei Achsen an der nach Norden - und fünf Achsen an der nach Süden ausgerichteten Seite.

Der bedachte Eingang zur Straßenseite im bekrönten Sandsteingesims weist die Jahreszahl 1768 aus. Tatsächlich dürfte das Haus, welches in alten Zeiten auch als Rats- und Amtsstube diente, älteren Datums sein.

Im Dach sind auf der Langseite drei und auf der Kurzseite zwei Gaupen verbaut. Darüber liegen zwei bzw. eine kleine Schleppgaupe(n). 

Die Fenster im Erdgeschoss werden von Sandsteingewändern gefasst, die darüber liegenden Fenster im Fachwerk stehen in Holzrahmen. Ehemals vorhandene Schlagläden, deren Angeln noch zu erkennen sind, wurden entfernt.

Die Aufmerksamkeit soll auch dem aufwändig geschmiedeten Ausleger mit der Krone zum Ausweis der Schildgerechtigkeit gelten. Im Wirtshausschild ist auch das Wappen Rusts mit Fisch und Pflugschar zu erkennen.

Heute dient die Krone nicht mehr der Bewirtung - was den Getränke- und Speisebetrieb betrifft - allerdings sehr wohl der Übernachtung. Eine geräumige Ferienwohnung wird in der ehemaligen Krone angeboten. 

Das prachtvolle Haus wurde 1587 gebaut und lag damals am Marktplatz. Noch vor dem Bau des Alten Rathauses befand sich hier die Gemeindestube. Der Schultheiß (Bürgermeister) war meist gleichzeitig Wirt der ebenfalls dort ansässigen Wirtschaft "Stube". Das Gebäude erfuhr so eine doppelte Nutzung, die sich in vielen Ortschaften fand. Nach dem Bau des Alten Rathauses und der Aufgabe der Gaststätte befand sich hier bis 1956 die Böcklinsche Gutsverwaltung. An der dem Schloss zugewandten Hausecke befindet sich eine Statue des Heiligen Nepomuk. Zwischen "Gasthaus Krone" und dem dahinter liegenden "Gasthaus Ochsen" war wohl eine Stellfalle, zu dessen Schutz der Brückenheilige hier angebracht wurde. (flyer Gemeinde Rust)

Den flyer zum "historischen Rundgang Rust" [Auszug] können Sie hier downloaden download

Die "Alte Krone" war wohl früher das "erste Gasthaus" am Ort, nicht aber das einzige Gasthaus, wie im Ettenheimer Heimatbote geschrieben wird: 

1835 lockten in Rust elf Gasthöfe die Zecher an - Zur Geschichte der Gaststätten in Rust - Mehrere bestehen heute nicht mehr (Ettenheimer Heimatbote, 1.12.1977)

Rust. In diesen Tagen können die Eheleute Kurt Gruninger und Christa geborene Koch ihr nach vollkommenem Abbruch nach den neuesten Gesichtspunkten der Gastronomie wieder erstelltes Gasthaus "Adler" wieder eröffnen. Dies ist der Anlaß, in der Muster Dorfgeschichte zu blättern, wo sich ein Beitrag des Heimatforschers Alber[t] Köbele aus Grafenhauen befindet, der auf die Ruster Gastwirtschaften eingeht. Mit freundlicher Erlaubnis des Verfassers sind dabei einige Fakten entnommen:

Ein Gasthaus aufzumachen, war früher ohne die herrschaftliche Erlaubnis und Genehmigung nicht möglich. Der Ausschank von Getränken aller Art unterlag der Aufsicht der Ortsbehörde und der dafür bestimmten Personen.

In den sogenannten Dorfordnung von 1566 wird den Wirten unter Androhung von Strafen eingeschärft, daß sie auf ordentliches Benehmen in ihren Lokalen zu achten und keinen Tanz ohne die Erlaubnis des Schultheißen abzuhalten hätten. Auch sollte, wenn man ein Faß Wein ansteche, der sogenannte "Weinansticher" dabei sein. Die Gemeinde achtet besonders auf die Reinhaltung des Weines und bestraft alle Mittel und Methoden, die zu dessen Verfälschung dienen. Außerdem ist für den Ausschank von Wein ein sogenanntes Akzis, auch Umgeld genannt, zu entrichten.

Im Gemeindearchiv von 1835 finden wir eine Übersicht über die damaligen Gastwirtschaften in Rust, wobei auch die Namen der Berechtigten, die Lage des Hauses, die Art der Berechtigung, ob sie real oder persönlich erteilt wurde, sowie die Dauer der Berechtigung sind.

Zunächst das Gasthaus "Adler", Es gehörte 1835 offenbar Mathäus Engelmann, wurde früher "Gemeinde Stube" oder "Stube" oder gar "Badstube" genannt und der Wirt selbst ließ sich "Gemeindewirt" nennen. Die Konzession für den "Adler" wurde auch den Erben oder den eventuellen Käufern überlassen. Die Genehmigung soll schon am 20. Oktober 1769 von dem Obristen von Böcklin, der seinerzeit Herr in Rust war, erteilt worden sein. Auch eine Bierbrauerei war dem "Ader" angegliedert. Der Bierkeller selbst befand sich am östlichen Dorfrand auf dem Platz des Wohnhauses von Johann Wemlinger. Das Haus wurde seinerzeit mehrmals umgebaut und erweitert. Bis etwa 1935 befand sich im Saal eine Zigarrenfabrik.

Vorn Gasthaus "Anker" wird reichlich wenig berichtet. Lediglich findet man im Verzeichnis von 1835 den Hinweis, daß es früher auch "Pflug" genannt wurde.

Auch ein Gasthaus "Zum Bock" befand sich in Rust. Es gehörte einem ledigen Peter Koßmann und befand sich in der Fischergasse. Die Berechtigung, die Wirtschaft zu betreiben, hatte jeweils der gegenwärtige Besitzer Nachfolger. Die Konzession wurde am 3. April 1801 erneuert. Später wurde auf dieser Gaststätte eine Zigarrenfabrik. 1888 ist sie abgebrannt.

Das Gasthaus "Engel" in der Friedrichstraße wurde 1835 von einem Anton Utz bewirtschaftet. W[a]nn die Konzession erteilt wurde, geht nicht aus den Gemeindeakten hervor. Die Wirtschaft befand sich in den Räumen des späteren Meierhofes der Böcklin'schen Gutsverwaltung.

Ein Josef Uth bewirtschaftete im Jahre 1835 das Gasthaus "Kaiserstühler Hof", früher auch "Linde" genannt. Auch für diese Gaststätte wurde im Jahre 1803 von dem Obristen Böcklin die Konzession erneuert. Später ging die Gaststätte durch Kauf auf Karl Herdrich über, der die damalige "Linde" in "Kaiserstühler Hof" umbenannte. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, daß die heutige Hindenburgstraße früher die Friedrichstraße war.

Das Gasthaus "Krone" am Marktplatz wurde 1835 von einem Karl Baumann bewirtschaftet. 1805 bereits war die Konzession von den Böcklins erteilt worden. Sie ist jedoch wesentlich älter, denn 1566 wird sie als Gemeindewirtschaft bezeichnet. Bis 1956 befand sich in den Räumen der "Krone" die Böcklin'sche Gutsverwaltung. Am Kellereingang befindet sich die Jahreszahl 1580. Bemerkenswert an diesem Haus ist die Tatsache, daß es sich seit einigen Jahren im Besitz der Familie Burg befindet, und daß es noch immer von dem kunstvollen Wirtshausschild, einer "Krone" geziert wird.

Der "Löwen" im Kleopha-Gäßle wurde 1835 von einem Joseph Becherer bewirtschaftet. Auch für diese Gaststätte stammt die Konzession aus dem Jahre 1805. 1953 brannte das Gasthaus völlig nieder, wurde jedoch wieder aufgebaut und befindet sich als Gasthof "Löwen" im Besitz der Familie Schettler.

Das Gasthaus "Sonne" an der Kirchgaß wurde 1835 von einem Bernhard Tränkle bewirtschaftet, doch konnte die Konzession bis heute nicht aufgetrieben werden. Nach dem ersten Weltkrieg wurde es vom damaligen Besitzer 'Eduard Benz an den Staat verkauft, der darin Wohnungen für Grenzbeamte einrichtete. Zeitweise war auch eine Postagentur in diesem Haus untergebracht. Heute befinden sich Mietswohnungen darin. Der Volksmund nennt dieses Haus immer noch "d'Sunne".

Wenig ist über das Gasthaus "Hecht" zu berichten, das in der Kirchgasse im Jahre 1835 von einem Dionis Hauser bewirtschaftet wurde. Lediglich, daß die Konzession im Jahre 1806 von den Böcklins erteilt wurde, wird mitgeteilt.

Die "Judenwirtschaft" in Rust war das Gasthaus "Blume". Ein Simon Schnerp bewirtschaftete dieses Haus in der Friedrichstraße. Letzter Bes[i]tzer war ein Bernhard Johl. Nach dem Umbau wurde die "Blume" seit 1954 als Café Lang weiter betrieben. Der heutige Besitzer ist Bäckermeister Leopold Lang.

Das "Kinorestaurant" entstand 1956 in Verbindung mit einem nicht mehr im Betrieb befindlichen Filmtheater. Es wurde von Walter Baumann erbaut, dessen Witwe, Frau Hilde Baumann und deren Töchter es heute noch betreiben. Es soll jetzt als Bürgerstube weitergeführt werden.

In der Austraße befindet sich seit 1967 das "Fischerstüble", das von Helmut Bloch eingerichtet und später durch den Neffen betrieben wurde. Im Neubaugebiet Oberfeld in der Michael-Ott-Straße ist außerdem noch das "Jägerstüble" der Familie Ruf zu finden.

Im "Ochsen" am Marktplatz wirtete im Jahre 1835 Joseph Metzger. Seit vielen Jahren wurde diese Wirtschaft betrieben, doch ist nicht zu klären, zu welcher Zeit sie konzessioniert wurde. Es ist eine der ältesten Gaststätten. Hier fanden auch in den Hungerjähren 1816/17 die sogenannten Gant-Versteigerungen der Amerika-Auswanderer statt. Bekannt waren früher zwei alte Bildtafeln, welche die einzelnen Lebensalter im Abstand von jeweils zehn Jahren darstellten.

Die sich heute in der Klarastraße 18 befindliche Gaststätte "Rebstock" war 1835 noch nicht erwähnt. Nach dem Tod des Besitzers Alfred Klein ging sie an die Eheleute Harald Dievernicht über. Nach dem Innenausbau wird sie jetzt als Speisegaststätte betrieben.


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