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Einzelbildnachweise - Schutterzeller Mühle Neuried

Wiesen, alte Akazien, knorrige Weidenstöcke und das träge Wasser der Schutter ist alles, was rund um das weitläufige Gebäude der Schutterzeller Mühle zu finden ist Und doch strahlt all das zusammen mit dem Gegacker der Hühner, dem Gequietsche der Schweine, dem monotonen Gebrumm der Mahlgänge und dem kreischenden Geräusch der Sägegatter  so viel Romantik aus, daß auf das Schaufelrad verzichtet werden kann, das sich einst auch hier drehte, doch der Technik der Zeit weichen mußte Im Dreieck der Orte Schutterzell, Ichenheim und Niederschopfheim, weitab vom lärmenden Verkehr, haben die Schutterzeller Müller seit 'fürdenklichen Zeiten' ihren Sitz Niemand weiß genau, wann der erste Stein gesetzt, das wuchtige Gebälk errichtet wurde Doch das weiß der Chronist, daß die Mühle im Zusammenhang mit anderen Mühlengründungen durch das Kloster Schuttern erfolgte und kaum älter ist wie das Dorf Schutterzell Zwar weist ein am Mühlengiebel zwischen dem Gebälk eingemauertes Steinbild neben zwei Engelköpfen und den 'Buchstaben FDM die Jahreszahl 1639' auf doch dürfte diese Zahl nicht auf den Ursprung der Mühle, sondern auf einen Wiederaufbau hinweisen Liegt doch die Zeit um 1639 noch mitten im 30jährigen Krieg, der keinen Neubau, höchstens eine Renovierung riskieren ließ War doch das Gebäude inmitten von Feld und Flur für vorbeiziehende Kriegsscharen mehr als nur Rastplatz Der Ottenweierer Hof bei Ichenheim und die Dundenheimer Mühle weisen in ihrer Chronik Fälle genug auf, wo nach tüchtigem Zechen und Randalieren Ställe und Schöpfe in Flammen aufgingen und das Vieh in Richtung Biwak abgetrieben wurde So darf wohl angenommen werden, daß die Schutterzeller Mühle während des 30jährigen Krieges mehrmals von Kriegshorden heimgesucht und dabei auch zerstört wurde Das gleiche Schicksal dürfte die Mühle in den Kriegs wirren nach der Französischen Revolution und während der napoleonischen Zeit erfahren haben Eine Jahreszahl über der Eingangstür weist auf einen Wiederaufbau im Jahre 1826 hin Mehrmals wechselte die Mühle ihre Besitzer und wechselte ebenso ihr Aeußeres Anbauten, Erneuerungen, Einrichtung einer Sägemühle und anderes mehr wurde im Laufe der Jahrhunderte vorgenommen Was geblieben ist, ist die Art der Menschen und die Gemütlichkeit der Gaststube Es sind nicht mehr die vielen Wanderer, die der Gaststube ein besonderes Gepräge gaben Heute kommen Menschen zu Gast, die fern der Hast sich zu einer gemütlichen Tischrunde oder einem Spielchen treffen Doch auch die 'Zaungäste' sind interessant Zur Erntezeit sind es die Mähder und Drescher, die auf einen Sprung vorbeikommen, im Spätjahr tauchen die Jäger auf, um tüchtig in Latein zu machen und - wie man sich so in 'eingeweihten' Kreisen erzählt in den Wintermonaten ziehen die Bauern es vor, statt das Bett der Schutter zu reinigen, sich am mollig-warmen Kachelofen zu freuen In den Grundbüchern der Gemeinde Schutterzell befinden sich Güterbeschreibungen aus dem Jahre 1812, die Auskunft geben über die Schutterzeller Mühle Für die Topographie galt: Die Mühle liegt in der Gemarkung Schutterzell, etwa dreiviertel Stunden vom Ort entfernt Landauf auf den eigenen Garten stoßend, landab auf Jakob Schäfers Feld, gegen Berg auf den Garten und den Schutterfluß

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Einzelbildnachweise - Ottenweierhof auf der Gemarkung Ichenheim

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Einzelbildnachweise - Heimatmuseum Altenheim - Neuried

Das heutige Heimatmuseum war ursprünglich 1777 als Schulhaus für Altenheim erbaut worden, da für die steigenden Schülerzahlen größere Räumlichkeiten nötig wurden Zuvor stand an selber Stelle schon das alte Schulhaus, ein einfacher Bau, mit einem damals üblich strohgedeckten Dach und Fenstern, die mit ölgetränktem Papier versehen waren Im neuen Schulgebäude befand sich im unteren Bereich der Schulraum, darüber Wohnräume für den Lehrer Aus den Gemeinderechnungen des Jahres 1777 ist zum Bau folgendes belegt: Bereits am 13. Januar 1777 wurden im Rohrburger Wald 27 Eichen und am 3. März im Altenheimer Wald 10 Eichen angewiesen Am 8. März nahmen auf oberamtlichen Befehl, der Schultheiß David Rinkel, der Heimburger Adam Büttner und die Gerichtsmänner den Platz in Augenschein und pfählten mit dem Mauer das Fundament aus Das alte Schulhaus wurde am 15. März versteigert und am 20. – 22. März abgerissen. Während die Maurer und Zimmerleute an dem Gebäude arbeiteten, schaffte die Gemeinde das ganze Material herbei, z.B. eine Tanne aus 'Tiersberg', Dielen und Holz von 'Sonsweier', 20 Wagen Riegelsteine vom alten Schloss in Rohrburg, Ziegel und Kalk aus Dinglingen, Sand aus Kehl, Bretter von der Flösserzunft in Neumühl, Leimen und 'Wücklen' aus Rohrburg und 100 Bosen Stroh aus der Pfarrscheuer Am 2. u. 3. Mai konnte das neue Schulhaus aufgeschlagen und am 23. Mai mit 40 Mann gedeckt werden Bereits am 17. Dezember 1777 mussten die Frohnweiber das Haus putzen und aufräumen, 'weil alle Handwerksarbeit' fertig war Das Gebäude diente gerade 60 Jahre, von 1777 – 1837, als Schulgebäude. Für immer weiter steigende Schülerzahlen wurde wieder ein größeres Schulgebäude errichtet Ab April 1952 diente das Gebäude bis 1968 der Spaarkasse als Schalter- und Büroraum Danach wurden die es von der Gemeinde als Wohnraum vermietet Die rückwärtige Scheune und die Ställe wurde Mitte des 19 Jahrhunderts für die Farrenhaltung errichtet Seit 1987 befindet sich nun in dem Gebäude das Heimatmuseum Neuried Schon allein das 200 Jahre alte, schöne Fachwerkhaus bei der Kirche, in dem sich das Heimatmuseum befindet, hat eine wechselvolle Geschichte Viel Wissenswertes über die Lebens- und Arbeitsgewohnheiten unserer Vorfahren entdeckt und erfährt man in den verschiedenen Ausstellungsräumen Themenbereiche der Dauerausstellungen sind ländliches Kulturgut und Trachten des Rieds, Rheinfischerei, Landwirtschaft und altes Handwerk, um nur einen Teil zu nennen Außerdem werden von Zeit zu Zeit interessante Sonderausstellungen gezeigt Unternehmen Sie doch einen Ausflug in die Vergangenheit und frischen Sie Ihre Erinnerungen auf oder zeigen Sie doch mal Ihren Kindern und Enkeln, wie man früher gelebt und gearbeitet hat Inmitten einer malerischen Kulisse von Fachwerkhäusern gelegen Zwei Stockwerke mit Mansardausbau - frontseitig zur Straße mit großer zum Süden angebauter Ökonomie Die Fenster - denkmaltreu - mit Sprossen ausgestattet (was leider nur noch selten zu sagen wäre) Im Vollfachwerk mit Krüppelwalmdach und Wetterschutz zur Straßenseite errichtet Kleiner Querbau zum Nachbargehöft - auch im Fachwerk ausgebaut Ein Kleinod meisterlicher Fachwerkskunst im Herzen von Altenheim

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Einzelbildnachweise - St. Nikolaus und katholisches Pfarhaus Ichenheim

Da das Kloster Gengenbach seit altersher Patronatsrechte in Ichenheim besaß, finden wir überm Portal des aus dem 18. Jahrhundert stammenden Pfarrhauses in Ichenheim das Abtswappen von Gengenbach, und zwar jenes des Abtes Jakob Trautwein Das Wappen zeigt den Rebstock (Weintrauben) und den Reichsadler. An den letzten Abt des Klosters Schuttern Placidus III. Bacheberle erinnert das Abtswappen am alten Schutterner Abtsgebäude (später Amtshaus, heute Lehrerwohnung) Das Wappen zeigt in seinem unteren Teil das Klosterportal und darunter den Eber, der über den Bach schreitet In Ichenheim wie in Schuttern haben wir es zu tun mit sog. 'redenden' Wappen, die an den Namen des Wappenträgers anknüpfen Placidus Bacheberle war von 1786 bis zur Aufhebung des Klosters 1806 Abt von Schuttern. Er führte den Titel Königlich Kaiserlicher Hofrat In einem Beitrag über die wirtschaftlichen Grundlagen der Abtei Gengenbach. Das Kloster Gengenbach war es, das die Pfarrei Ichenheim gründete und diese im Jahre 1464 dem Kloster inkorporierte Der Ichenheimer Klosterbesitz des Klosters Gengenbach, das sogenannte 'Pfarrwittumgut', umfaßte etwa achtzig Morgen Der Gengenbacher Abt besaß in Ichenheim eine eigene Wohnung Dieses bezeugt die Wichtigkeit Ichenheims für die Abtei Der Abt durfte diese Wohnung auch noch nach dem Jahre 1803, noch der Aufhebung des Klosters, behalten Offenbar hat, so führt Dr. Hitzfeld weiter aus, die Kurie Ichenheim die Tätigkeit einer Verwaltungsschaffnei ausgeübt, und zwar für den Klosterbesitz der südlichen Ortenau, ohne daß freilich der Meier den offiziellen Titel 'Schaffner' trug Die oft schwierigen Fragen des Zusammenlebens zweier Religionsgemeinschaften und die Benutzung einer Kirche (Simultaneum) gibt es nicht mehr Mit Ausnahme der Kirche in Schutterzell, übrigens der letzten Simultankirche in Baden, sind alle Simultanverhältnisse mit mehr oder weniger Schwierigkeiten aufgelöst Zumeist wurden sie im 20. Jahrhundert einer Lösung zugeführt, indem die eine oder andere Religionsgemeinschaft eine neue Kirche baute wie in Kürzell, Ichenheim, Friesenheim, Kippenheim und Ottenheim Welche Abmachungen waren in Ichenheim getroffen worden? Auch darüber gab Dekan Dr. Burg Auskunft Keinesfalls wollte er die Ichenheimer Lösung als allgemeingültige Norm anerkannt wissen Dr. Burg schrieb von einer privaten Abmachung beider Konfessionen und wies die Meinung zurück, die Ichenheimer Lösung sei die Folge einer hohen Anordnung Beide Ichenheimer Konfessionen hatten sich auf eine gemeinsame Nutzung des Chors geeinigt und auf den beweglichen Tisch der evangelischen Konfession verzichtet

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