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Einzelbildnachweise Amtshaus Oberkirch

Zu den in der Zeit zwischen 1689 und dem Ende der bischöflichen-straßburgischen Stadtherrschaft im Jahr 1803 entstandenen Steinhäusern gehört einmal das 1701 fertiggestellte große Haus in der Hauptstraße dessen Bauherr der damalige Oberkircher Oberamtmann Johann Evangelist von Bodeck war und das heute verschiedene Dienststellen Es ist ein breitgelagerter traufseitiger Bau mit erhöhtem Giebel über einem dreieschossigen, dreiachsigen Mittelteil Die Seitenteile sind zweigeschossig und ebenfalls dreiachsig  Über den Traufdächern befinden sich je zwei Mansarden Weitere Kennzeichen dies[es] Gebäudes sind ein hohes Kellergeschoss mit zwei ebenerdigen runden Kelleröfnungen und ein hoher doppelläufiger Treppenbau der 1960 zurückgesetzt wurde, ferner 2 x 4 Fensterachsen Über dem Portal befindet sich das Wappen der ehemaligen Herrschaft Oberkirch und des Johann Evangelist von Bodeck Zur Zeit der Erbauung des und nahm ihnen ihr Amtshaus und den Amtmann unter Zuhilfenahme seiner 'württembergischen Beziehungen' und suchte seinen Machtkreis auszuweiten. Hierzu berichtet Josef Börsig aus Bottenau Nicht weniger schroff als unter Herzog Friedrich von Württemberg sollten dazu im Frühjahr 1700 die neuen Maßregeln durchgeführt werden So waren auch ihre Wirkung und ihr Erfolg keine anderen, wobei noch merkwürdig ist, dass Württemberg bei dem Unternehmen auch den bewaffneten Arm lieh Der Unwille der Bevölkerung machte sich in Unruhe und Zusammenrottung Luft und richtete sich vor allem gegen den Oberkircher Obervogt Johann Evangelist von Bodeck Nicht mit Unrecht, denn Freiherr von Bodeck war es auch der von dem ihm befreundeten Herzog Eberhard Ludwig von Württemberg 700 bis 800 Mann Truppen anforderte mit denen die Oppenauer ihr Städtchen eines Morgens unversehens besetzt fanden Die Bauern und Bürger hatten dem Militär – während 'doch Oppenau. ein stattlicher Pass in das Reich seye' wie sie dem obersten Reichsgericht mit deutlicher Spitze gegen den ausländischen Sitz der Landesherrschaft nachher klagten und dabei klug die Interessen des Reiches einspannten die Einwohner des Städtchens aber hatten die Soldaten nicht nur zu unterhalten sondern jedem Mann auch noch 5 Batzen für den Tag zu verabreichen
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Einzelbildnachweise Rathaus - Grimmelshausenmuseum

Wer in der Gegenwart die Vergangenheit vergisst, wird die Zukunft nicht meistern Im Alten Rathaus in der Hauptstraße befindet sich das Heimat- und Grimmelshausenmuseum Das Gebäude wurde noch unter fürstbischöflich-straßburgischer Herrschaft im Jahr 1802 errichtet Es diente nicht alleine als Rathaus, sondern beherbergte auch Schulräume, eine Markthalle und Wohnungen Nachdem die Oberkircher Stadtverwaltung 1988 in das ehemalige Waisenhaus St. Gebhard umgezogen war wurde das Alte Rathaus zum Museum umgebaut Seither erhalten Besucher hier Einblicke in die Stadtgeschichte, die Entwicklung von Handwerk, Landwirtschaft und Industrie sowie das Brauchtum im Renchtal Ein Schwerpunkt des Museums ist das Leben und Werk des Barockdichters Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen Im alten Rathaus von 1802 ist seit 1991 das ortsgeschichtliche Museum mit der literarischen Gedenkstätte für Johann Jakob Christoph von Grimmelshausen untergebracht Mit zahlreichen Ausstellungsstücken werden die Herrschaftsverhältnisse von den Zähringern über die Bischöfe von Straßburg bis zum Übergang an das Großherzogtum Baden illustriert Modelle Oberkircher Burgen, Kirchen und Klöster, Waffen und Kupferstiche, ein Stadtmodell von 1790 und zahlreiche weitere Text- und Bilddokumente markieren die wichtigsten Entwicklungsetappen des Ortes bis ins 19. und 20. Jahrhundert, als die Renchtalbahn, die Industrialisierung, das Badewesen, der aufkommende Tourismus und zwei Weltkriege das Leben und den Alltag nachhaltig veränderten
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Einzelbildnachweise Puppenmuseum Oberkirch

Das Ehepaar Roswitha Zillgith-Lefebvre und Rudolf Hans Zillgith haben im renovierten Fachwerkhaus 'ins Bähre Naze' in Oberkirch ein Puppenmuseum eingerichtet Da in der alten Fuhrhalterei die Wagenremise und der Pferdestall in den vergangenen Jahrzehnten unverändert erhalten blieben  hatte Roswitha Zillgith-Lefebvre die Idee, ihre ansonsten in der Wohnung aufgebaute weihnachtliche Winterlandschaft die auch von Jahr zu Jahr größer wurde, in der Wagenscheune aufzubauen und den Passanten die durch die Thomaslohgasse schlendern, einen Blick darauf werden zu lassen Zwischen alten Fässern und Pferdegeschirren kann man die kleine Winterwelt mit Modellen von Kirchen und Häusern, Marktszenen, alte Handwerksbetriebe und wintersportliche Aktivitäten bestaunen Rudolf Hans Zillgith, der ein großer Bewunderer der handgefertigten Krippen des verstorbenen Gerhard Birner ist hat von der Familie Birner zwei Krippen in der Scheune ausgestellt Gerhard Birner hat viele Jahre die Krippenbaukurse geleitet und unter seine Anleitung sind viele Krippen für die Weihnachtsdekoration in Oberkircher Familien entstanden Wer sich die Winterwelt anschauen möchte kann dies ab diesem Sonntag täglich von 11 - 18 Uhr besichtigen Kurzbeschreibung der Bau-/Objektgeschichte bzw. Baugestaltungs- und Restaurierungsphasen 1909 wurde durch den neuen Besitzer eine Furhhalterei in dem Gebäudekomplex eingerichtet 2019 wurde mit der Freilegung des Fachwerks die Sanierung des Gebäudekomplexes abgeschlossen
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Einzelbildnachweise Schauenburg Oberkirch

Über der Stadt Oberkirch erhebt sich als markantes Wahrzeichen die Schauenburg oberhalb des Dorfes Gaisbach, einem heutigen Stadtteil von Oberkirch Der Name der Burg stammt aus dem Althochdeutschen Aufgrund des heutigen Zustandes der Burgruine läßt sich ein gutes Bild der bis ins 18. Jahrhundert unversehrten Burg rekonstruieren Das oblonge Plateau, auf dem die Burg steht, ist von einer 1,5 - 2 m starken Mauer aus Bruchsteinmauerwerk mit Bossenquadern an den Ecken umschlossen  Diese Ringmauer ist zugleich die Außenwand der daran anstoßenden Gebäude Auf der Angriffsseite war die Burg durch eine starke Schildmauer von 3,70 m Stärke geschützt Sie steht heute noch in einer Höhe von 8,20 m. Zwischen der hohen Ringmauer, die die Gebäudegruppe der Burg umfaßt, und dem Burggraben sind die 2 m dicken Mauern des Zwingers An der Nordostecke des Zwingers ist ein bastionartiger, runder Vorsprung erkennbar, der wohl nichts anderes ist, als das öfters ausgebesserte Bollwerk Zwei weitere Bastionen von fast fünfeckigem Grundriß liegen nach Norden und Südosten In dem südöstlichen Bollwerk befindet sich das tonnenförmige Burgverlies das nur oben einen Zugang hatte und ungefähr 7 m tief ist Über diesem Verlies befindet sich eine interessante Schießscharte Im Westen außerhalb des Grabens erkennt man jetzt noch Grundmauern einer Vorburg die hauptsächlich aus Wirtschaftsgebäuden und Ställen bestand Es sind dort noch viereckige Steinkassetten (50 cm tief und ca. 80 x 80 cm im Quadrat) erhalten Das Ende dieser Mauer schließt im Norden mit einer großen Schießscharte ab, die der Ostseite zugewendet war  so daß man den Burgweg zur nordöstlichen Ecke mit Schießwaffen bestreiten konnte. Um die ganze Burg herum zieht sich ein künstlich vertiefter Graben Dieser war früher bedeutend tiefer; er nahm das Regenwasser von den Dächern sowie die Abwässer der gesamten Anlage auf Nach einer Urkunde von 1405 war der Graben außerdem von einem Bächlein durchflossen  Dieses Bächlein wird in Gefahrenzeiten auch den Graben zusätzlich mit Wasser gefüllt haben Ein zweiter Zwinger bzw. Wall war um den Burggraben herum angelegt von dessen Mauern sind heute noch Spuren im Südwesten und Nordwesten zu finden Von Süden gelangt man zum Burgtor Wenn man früher dieses Tor durchschritten hatte, befand man sich vor der Zugbrücke die zudem merkwürdigen Brückenbau in den oberen Zwinger hinüberleitete Dieser Brückenbau schob sich vom oberen Zwinger aus in den Graben hinein In seinem Untergeschoß betrat man eine Art Wachtstube mit schmalem Türschlitz und liegenden Scharten Dahinter lag ein längerer, oben durch Fenster erhellter Raum Die Zugbrücke kann wohl erst über diesem Kellergeschoß angelegt gewesen sein Hier waren die Mauern des Baues von Wehrgängen begleitet, die auf Rundbogen ruhten Unter dem Rundbogenfries der Westseite beobachtet man einen Entlastungsflachbogen Da der zweite Zwinger, in den dieser Bau führte, etwa 7 m unter dem oberen Burgniveau lag, muß eine Treppenanlage zu dem nahen Torhaus emporgeführt haben Die Gebäudegruppe innerhalb der Ringmauer bestand aus mehreren Einzelgebäuden Der nordwestliche Wohnturm, ein unregelmäßiges Viereck von ungefähr 8x7 m innerer Weite und bis zu 2m dicken Wänden, zeigt noch die Einteilung in 5 Stockwerke Das Kellergeschoß wurde nach Westen und Norden mit schlichten Lichtluken erbaut  Im zweiten Geschoß, das wahrscheinlich zu Wirtschaftszwecken gedient hat, sind ebenfalls Lichtluken angebracht worden An der Südwand befindet sich noch eine größere verputzte Fläche; in ihr sind Treppenstufen erkennbar die zur Eingangstür des Gebäudes im Stockwerk darüber führten Dieses Stockwerk und die beiden darüber gelegenen dienten ausschließlich zu Wohnzwecken Alle drei mit Wohnräumen ausgestatteten Stockwerke hatten nach Westen je ein großes Fenster, neben denen jeweils ein Doppelspitzbogenfenster mit Sitzen angebracht war Über dem 3. und 4. Stockwerk kann man an der Süd- und Nordwand einen Gurt als Auflager der Balken erkennen an der Nordwand des 3. Stockwerkes eine spitzbogige Eingangstür, zu der man mittels einer Holztreppe gelangen konnte
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Einzelbildnachweise Schloss Gaisbach Oberkirch

Schloß Gaisbach, seit Menschengedenken im Besitze der Freiherren von Schauenburg liegt in der Mitte des Dorfes Gaisbach zu Füßen der Ruine Schauenburg mit der es von jeher eine Einheit bildete Es ist ein Neubau bzw. Umbau aus dem Jahre 1870 Aus einem älteren Verwaltungsgebäude wurde das Schlößchen durch Veränderung und Anbauten in neugotischem Stil hergestellt Schon 1351 werden im Gaisbach Wahrscheinlich an der Stelle, wo das jetzige Schloß steht  ist die erste Ansiedlung des kleinen Tales überhaupt zu suchen vielleicht bewachte hier im Mittelalter ein zur Schauenburg gehörendes Vorwerk den Taleingang Urkundlich lag hier das Wirtschaftsgebäude für die Burg geräumige Keller dienten zur Aufnahme der Weinzehnten Es war zugleich Verwaltungssitz, Schaffnei der Grundherrschaft Gaisbach und die obere Gastwirtschaft des Dorfes Im 16. Jahrhundert trennten sich die Freiherren von Schauenburg in zwei Linien sie teilten ihren auswärtigen Grundbesitz und den Burgwald in zwei Hälften Die Feste Schauenburg blieb gemeinsames Eigentum sowie die grundherrschaftlichen Rechte in Gaisbach dazu kam das von einer Mauer umschlossene Gebiet der Verwaltungsgebäude von circa 1 Hektar Aber auch dieser Komplex wurde durch ein Mäuerchen quergeteilt so daß nun zwei getrennte Wirtschaftsgebäude bestanden der obere Hof, jetziges Schloß, und der untere Hof, das Erst dem 19. Jahrhundert war es vorbehalten, alle Gebäude wieder in einer Hand zu vereinigen Über dem rundbogischen Kellertor des Schloßgebäudes ist in Stein gehauen das Schauenburgische Wappen und die Jahreszahl 1713 Demnach ist der Bau in diesem Jahre renoviert worden Vermutlich war das alte Haus im Pfälzer Erbfolgekrieg der Zerstörungswut der Franzosen zum Opfer gefallen denn das Innere des Hauses, wie es vor dem letzten Umbau 1870 war, stimmt nicht mit den Beschreibungen überein die uns aus dem 17. Jahrhundert von der Hand des Dichters und Schaffners Joh. Jacob von Grimmelshausen erhalten sind Wo das berühmte Schreibstübel war, in dem er seine Werke schrieb, läßt sich nicht mehr feststellen Grimmelshausen, als Verwalter der Freiherren von Schauenburg, hat im Jahre 1656 dieses Haus als Schaffnei und Wirtschaft übernommen Hier verfaßte er seine Gaisbacher Polizeiordnung, die für die damalige Handhabung der niederen Gerichtsbarkeit außerordentlich interessant ist Das untere Haus hat seine alte, unscheinbare Gestalt bewahrt Das angeschlossene Trotthaus ist aus dem 17. Jahrhundert, enthält eine große Halle die ein Saal für Gerichtssitzungen gewesen sein mag An der Wand sieht man in Fresko gemalt die Wappen des Hans Reinhard von Schauenburg des Kommandanten Offenburgs im Dreißigjährigen Kriege, und seiner Gemahlin Bonn von Wachenheim und einige Reste von Malerei die eine Justitia mit der Waage andeuten sollen Eine buntgemalte Holzsäule im Renaissancestil trägt das Gebälk Die Jahreszahl 1661 ist an der Außenwand und 1619 an dem danebenstehenden Gartentörchen zu lesen Die in die Gartenmauern eingelassenen Schießscharten werden kaum jemals zur Verteidigung von Schloß Gaisbach gedient haben und die Steinkugeln stammen von der Schauenburg und wurden vermutlich im 17. Jahrhundert als die Herren von Schauenburg die ihnen lästige Pflicht der Erhaltung der alten Burg auf Schloß Gaisbach übertragen ließen, hier eingemauert Neben dem unteren Tor steht noch ein jetzt ungedeckter Turm Mit dem Namen 'Schaffner' werden im 17. Jahrhundert die Verwalter der grundherrlichen Herrschaftsbezirke bezeichnet Ob dieser Ausdruck vom Herbeischaffen der damals meist in Naturalien geschehenen Pachten herrührt, ist fraglich Die Funktion eines Schaffners war viel weitergehend als die eines Gutsverwalters Er hatte Prozesse für seinen Herrn zu führen und zusammen mit dem Schultheiß des Dorfes zu Gericht zu sitzen Daß ein solcher Mann als Mittelglied zwischen dem Adel und dem Volke viele Erfahrungen sammeln konnte, liegt auf der Hand Auch in dem kleinen ritterschaftlichen Bezirk Gaisbach bei Oberkirch sind seit Anfang des 17. Jahrhunderts solche Schaffner bestätigt, und von diesen werden in den alten Chroniken viele heitere, aber auch manch ernste Stücklein erzählt Das kleine Tal wird als so weitläufig bezeichnet, daß das Glöcklein der Kapelle geläutet wird um die Bürger zu außerordentlichen Zeiten zum Schutze der Ortschaft zusammenzurufen Diese Polizeiordnung, nach dem Dreißigjährigen Krieg verfaßt scheint aber nicht mehr in allen Punkten genügt zu haben und wurde von Heuberger ergänzt Wir können nicht auf alle die interessanten Einzelheiten eingehen und schreiben nur einzelne Paragraphen heraus Es heißt da: Übel ist es vermerkt worden, daß vor der Kapelle in Gaisbach ein öffentlicher Kegelplatz entstanden ist so daß mit großem Gekrache die Kugeln in das heilige Haus hinein fallen Desgleichen wird verboten, daß der Mesner mehr Wein einlegt, als er für den Mesdienst gebraucht, und ihn, weil steuerfrei, wieder verkautft Das Kirchenwesen scheint der Herrschaft sehr angelegen gewesen zu sein denn es wird verordnet, die Ratsherren sollen sich schöne Mäntelein anschaffen, um würdig der Prozession beizuwohnen Sodann wird eine Strafe von 2 Pfd. Wachs, wie schon von Grimmelshausen verordnet war für jeden Bürger, der am Sonntag nicht die Messe besucht, ausgesetzt Es sei aber jedem Kirchenbesucher unbenommen, nachher noch einen Hauptgottesdienst in dem benachbarten Oberkirch zu besuchen, lautet der originelle Schlußsatz Im Jahre 1531 wurde die St. Georgs-Kapelle erstmals urkundlich erwähnt 1623 wurde sie durch Hannibal von Schauenburg um- und ausgebaut 1899 wurden im Chor Wandgemälde von S. Keller entdeckt, die wahrscheinlich aus der Zeit des Umbaus aus 1623 stammen
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Einzelbildnachweise s'Freche Huus Oberkirch

Dieses Haus ist das Elternhaus des Advokaten Frech, der sich in der Badischen Revolution 1848/49 besonders hervorgetan hat Die Rückseite des Hauses ist an die damalige innere Stadtmauer angebaut, eine Schießöffnung ist noch zu sehen Im Sommer finden im Garten dieses Hauses an der Stadtmauer Freilichtheater sowie Kleinkunstveranstaltungen statt Ursprünglich war geplant in der Ruine der Schauenburg zu spielen, daher nannten die Gründungsmitglieder den Verein 'Burgbühne' Doch dann kam alles anders: Mit dem `s freche hûs fand sich der ideale Standort mitten im Städtchen Heute stehen hier eine gut eingerichtete Freilichtbühne mit 200 Plätzen und ein im Laufe von vielen Jahren stattlich bestücktes Einraumtheater, das der Bühne erlaubt, auch im Herbst und Winter und bei Regen zu spielen Ein altes Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert im Herzen Oberkirchs hat einen besonderen Namen: 's'freche hus' Ein eigentümlicher Name für ein Haus Es beherbergt eine Bühne und wird vor allem von Theaterensembles rege genutzt Wer also zum ersten Mal nach Oberkirch kommt und genau jene Information über dieses Haus hört, könnte den Namen womöglich falsch deuten: frech und Theater, klingt irgendwie nach (politischem) Kabarett. Daher der Name? Weit gefehlt Das Haus wurde 1699 von dem Gerber Matis Gebert errichtet Zehn Jahre zuvor war das Vorgängergebäude im großen Stadtbrand zerstört worden  Im Jahr 1876 erwarb der Apotheker Friedrich Frech das Anwesen Genau nach seiner Familie ist das Haus benannt Heute ist es eine Kulturstätte. 'Ursprünglich waren in dem Haus mal Vereine drin', sagt Andreas Huber, verantwortlich für die Veranstaltungstechnik und bei der Stadt angestellt Jetzt führe der Theaterverein Burgbühne hier seine Stücke auf, ergänzt er. Der Theaterverein trägt Requisiten selbst zusammen Der erste Halt der Tour durch das Theater ist der Zuschauerraum: Er ist mit nach unten abfallenden Stuhlreihen ausgestattet Eine Besonderheit fällt dem Betrachter sofort ins Auge: Die Rückseite der Bühne ist die alte Stadtmauer Neben Theateraufführungen werde das 's'freche hus' auch für Kleinkunst, Konzerte sowie Vorträge und Lesungen benutzt Die nächste Station der Tour führt hinter die Bühne. Der erste Blick fällt auf die Unzahl an Schreibmaschinen Sie werden für das Stück 'Die Sekretärinnen' benötigt. 'Das sind Requisiten aus dem Fundus der Burgbühne', erklärt Andreas Huber Eine Wendeltreppe geht nach unten. Sie führt direkt zu zwei Umkleiden. 'Die Größe der gesamten Bühnenfläche beträgt ungefähr 60 Quadratmeter', weiß der Veranstaltungstechniker zu berichten Von hier aus geht es weiter in den Innenhof: 'Hier ist die Freilichtbühne', sagt Isabell Hartmann und ergänzt: 'Der Garten bietet Platz für über 200 Gäste.' Auf der Freilichtbühne werden wie im 's'frechen hus' unter anderem Theaterstücke aufgeführt sowie Konzerte veranstaltet oder Filme gezeigt
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Einzelbildnachweise Stadtschloss Oberkirch

Ein interessantes Gebäude aus dem 18. Jahrhundert ist auch das Steinhaus neben der Delphinen-Apotheke Dieses wohlproportionierte Palais wurde im Jahre 1743 vom Baumeister des Offenburger Rathauses, Mathias Fuchs als 'Stadtschloss' für den bischhöflich-straßburgischen Oberamtmann Heinrich Fischer im Barockstil erbaut Es ist ein siebenachsiger, zweigeschossiger Bau auf gequadertem Kellergeschoss Über dem 2. Obergeschoss ruht ein Mansard-Walmdach mit drei achsialen Mansarden und zwei Dachgaupen Zum Haupteingang führt eine doppelläufige Treppe Darüber ist ein auf Delphinenkonsolen befestigter Balkon angebracht Die schmiedeeisernen Gitter des Balkons wie auch diejenigen der Fenster stammen ausnahmslos aus der Erbauungszeit Die östliche Schmalseite zum ehemaligen Stadtgraben hin ist ohne durchgehende achsiale Fensterordnung An dieser Seite konnte man ursprünglich durch einen Nebeneingang  das Innere des Palais betreten Die Gartenseite, die ehemalige Hauptseite, ist durch vier Fensterachsen gekennzeichnet Über einen siebenstufigen, dreiseitig konkav einschwingenden Treppenbau gelangt man zu einem profilierten Korbbogenportal An der westlichen Schmalseite zur Apothekergasse hin wurde eine Toreinfahrt angelegt Im Innern des Fischer'schen Palais fällt besonders die im südwestlichen Teil eingebaute einfache Holztreppe mit ihren etwas schwerfälligen Formen auf Das Grundstück mit dem Palais, der Hofeinfahrt und den beiden Gartengrundstücken war durch eine barocke Umfassungsmauer zusammengeschlossen und bildete somit eine geschlossene Einheit Heute ist das Gartengrundstück überbaut Die Mittel für sein fürstliches Stadtpalais scheint Fischer dabei nicht immer Auf Grund einer eingehenden Prüfung der Gerichtsrechnungen stellte Bordollo fest, daß die Schultheißen und Gerichtszwölfer das öffentliche Vermögen als 'eine unerschöpfliche Quelle ansahen, um ihre Beutel zu spicken'
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Einzelbildnachweise ehem. Probstei Oberkirch

Das vierte große, nach 1689 erbaute Steinhaus, das hier erwähnt werden soll, ist das Probsteigebäude des Klosters Allerheiligen Es dient heute als Pfarrhaus und Schule Dieser Bau war im Jahre 1784 teilweise und im Jahre 1797 völlig abgebrannt, wurde aber jeweils wieder unverzüglich in der selben schlichten klassizistischen Form aufgebaut Bezüglich der Baustruktur sei vermerkt, daß Prälat und Konvent von Allerheiligen einen breitgelagerten, zweigeschossigen Bau auf hohem Kellergeschoss errichten ließen Ins Auge fällt an diesem Gebäude weniger das schmucklose Innere, als vielmehr die ehemals doppelläufige Außentreppe (heute nur Aufgang von Osten), ferner im Treppenunterbau die große, rundbogige Kelleröffnung, das Portal mit Oberlicht und das Doppelwappen des Klosters Allerheiligen und des letzten Abtes Wilhelm Fischer (1797 - 1803) Der vordere Schild dieses Wappens bezeichnet das Kloster Allerheiligen und enthält über einem Querbalken zwei Sterne, darunter einen über einem zaunförmigen Schildfuß, der aus zugespitzten Pfählen oder Pfeilen besteht Der zweite, persönliche Abtsschild ist durch einen Schragen in vier Felder geteilt, deren oberes die drei Steine von Allerheiligen vereint Das untere zeigt einen gesenkten Anker, Sinnbild der Hoffnung und Demut, darunter das erwähnte Pfahlwerk Die beiden Seitenfelder enthalten gegeneinander gewendete Löwen, die Kammerschlüssel halten, wahrscheinlich als Anspielung auf den Namen des vorletzten Abtes Felix Kemmerle (1783 - 1797) der das abgebrannte Probsteigebäude wieder aufbauen ließ Das große Doppel-Gebäude am östlichen Kirchplatz von Oberkirch, in dem heute die Altstadtschule untergebracht ist, hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich Nachdem 1689 in Folge des Pfälzischen Erbfolgekrieges große Teile Oberkirchs niedergebrannt wurden, erstellte das Kloster Allerheiligen, das damals für die Seelsorge in Oberkirch zuständig war, einen steinernen Neubau als Propstei-Gebäude (Amtssitz der Klosterverwaltung) 1797 brannte das Gebäude völlig ab, wurde aber unverzüglich in derselben schlichten klassizistischen Form wieder aufgebaut Über dem heute nicht mehr genutzten Eingang mit Außentreppe ist das Doppelwappen des Klosters Allerheiligen und seines letzten Abtes Wilhelm Fischer angebracht Nach der Auflösung von Kloster Allerheiligen im Jahre 1802 fiel das Gebäude in Besitz des Badischen Staates von dem es 1851 die Stadt Oberkirch für 4000 Gulden erwarb Von nun an diente es vornehmlich als Schulgebäude. Zunächst war die Volksschule einschließlich Lehrer- und Schuldienerwohnung darin untergebracht. 1898 besuchten über 600 Schüler in 14 Klassen diese Schule. 1907 zog die Volksschule in das neuerbaute Schulhaus in der Schwarzwaldstraße um Das Kellergeschoss des Westflügels, in dem von 1980 bis 1991 das Heimat- und Grimmelshausenmuseum untergebracht war (Zugang über die große, rundbogige Kelleröffnung unter der Außentreppe), dient heute als Museumslager; im Kellergeschoss des Ostflügels befindet sich der 'Narrenkeller', das Vereinslokal der Narrenzunft Oberkirch
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Einzelbildnachweise Neuensteiner Hof Oberkirch

Beim Gasthof zur Sonne handelt es sich um das wohl älteste Gebäude und eines der wenigen Steinhäuser der Stadt, dessen Mauern den verschiedenen Kriegszerstörungen und Bränden stand hielten, während die Fachwerkhäuser meist bis auf die Erdgeschossfundamente niederbrannten Von 1371 bis 1687 war das Haus im Besitz verschiedener Generationen der Adligen von Neuenstein und als 'Neuensteiner Hof' bekannt Ein Beleg dafür aus dem Jahre 1629 ist das schöne Sandsteinwappen über der Eingangstüre zur Hauptstraße, das von Hans Adam von Neuenstein (sechsspeichiges Rad) und seiner Frau Anna Maria geb. Zorn von Bulach (Stern) angebracht wurde 1687 erwarb der Oppenauer Wirt Johann Peter Mast das Haus für '1.400 Gulden und ein Zugpferd' Nach seiner Heirat am 22. Januar 1687 mit Maria Franziska Sentzin eröffnet er dann in diesem Haus den Gasthof zur Sonne Für die Namensgebung hatte er viele Gründe, denn der neue Wirt war der Sohn des Oppenauer Sonnenwirts Martin Mast und die Wappen von Neuenstein, das Rad und der Stern der Zorn von Bulachs sind ebenfalls Sonnensymbole Gerade mal zwei Jahre nach der Übernahme hatten die neuen Wirtsleute einen fürchterlichen Schicksalsschlag durch die Zerstörung der ganzen Stadt durch die französische Armee im pfälzischen Erbfolgekrieg zu meistern Beim Stadtbrand von 1689 wurde das Gasthaus stark in Mitleidenschaft gezogen Gebäudeteile blieben jedoch erhalten, so der Torbogen aus dem Jahr 1619 in der Bahnhofstraße und das Wappen über der Tür zur Hauptstraße aus dem Jahr 1629 1696 hat sich Johan Peter Mast in einem Holzpfeiler im heutigen 'Stadl' mit seinen Initialen JMP verewigt, was auf eine Wiederaufnahme der Wirtstätigkeit im selben Jahr schließen läßt Von 1687 an waren 222 Jahre lang verschiedene Mitglieder der im alten Oberkirch bekannten Familie Christ Wirte auf der Sonne, bis das Gasthaus dann 1909 an den Brauereibesitzer Theodor Braun überging, der wiederum 1919 an Albert Ihling verkaufte Dieser ließ das hintere Nebenzimmer in einem dem Klassizismus angelehnten Stil 1920 durch den Lautenbacher Kunst- und Kirchenmaler Rieger ausmalen Die Bilder zeigen die Zunftwappen der Tischler, Maurer, Bäcker, Schmied, Maler, Schneider, Metzger und Blechner Besonders interessant sind die Landschaftsbilder von Lautenbach, ein Bild der Friedhofskapelle im Oberdorf, ein Bild von Allerheiligen, das auf ein im Oberkircher Museum gezeigtes Ölgemälde von Karl Christoph Freiherr Roeder von Diersburg zurückgeht sowie eine Landschaftsdarstellung von Oberkirch mit der Ruine der Schauenburg im Vordergrund und in der Holzvertäfelung der ehemalige obere Torturm der Stadtbefestigung, auch Schelmenturm genannt, da er auch als Gefängnis diente Die Ecke zur Bahnhofstraße schmückt ein aufwändiges Wirtshausschild Das Haus (bzw.dessen Vorgängerbau) geht bis ins Jahr 1371 zurück und befand sich bis 1687 im Besitzverschiedener Generationen der Adligen von Neuenstein und war deshalb als 'Neuensteiner Hof' bekannt 1619 erfolgte die (Neu-) Errichtung des Gebäudes. Die Zugehörigkeit zur Adelsfamilie von Neuenstein belegt das 1629 über der Eingangstüre befindliche Sandsteinwappen, das von Hans Adam von Neuenstein und seiner Frau Anna Maria geb. Zorn von Bulach angebracht wurde
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