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Einzelbildnachweise Billetschlösschen Offenburg

An der Spitze aller Handelsleute stand Jos. Anton Billet. Der Name weist nach Frankreich Billet war 1759 in Ettenheim als Sohn eines Metzgermeisters geboren Vermutlich standen seine Vorfahren in den Diensten des Bischofs von Straßburg; denn Ettenheim war seit dem 8. Jahrhundert eine bischöflich Straßburgische Stadt  Am 3. März 1789 stellte der Offenburger Magistrat Billet das Zeugnis über 'gute Aufführung und Handlungsfähigkeit' aus Vier Wochen später leistete er den Bürgereid  1790 heiratete er die Frankfurter Kaufmannstochter Maria Johanna Lind In den folgenden Jahren wirkte er als Salzlieferant der Reichsstadt Die Bürger durften nämlich ihren Salzbedarf nicht auswärts kaufen Die Stadtobrigkeit allein hatte das Recht der Salzeinfuhr und überließ diese einem Unternehmer gegen Entrichtung einer Pachtsumme  Im Salzhaus wurde das gelieferte Salz von verordneten Salzmessern verkauft Aus den Ratsprotokollen geht hervor, daß der Magistrat wiederholt mit Billet Verträge über Salz- und Zuckerlieferungen abschloß Immer wieder wird auf den 'ausgedehnten Billetschen Salzhandel' hingewiesen 1796 mußte er den Salzakkord kündigen, weil in der 'Verkaufsbude' Soldaten einquartiert wurden
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Einzelbildnachweise Franziskanerkloster Offenburg

Das eindrucksvollste erhaltene Zeugnis, das die über ein halbes Jahrtausend währende Anwesenheit der Franziskaner in Offenburg hinterlassen hat, ist das ehemalige Minoritenkloster in der Langestraße, heute Kloster Unserer Lieben Frau Mit seinem jetzt in goldenem Barock strahlenden Kirchenschiff und dem hohen gotischen Chor dient es heute dem Internat und Wohntrakt Die hohe mittelalterliche Stadtmauer schließt im Norden und Osten das stattliche Areal von der Größe eines Stadtteils noch heute von der Langenstraße, der Gustav-Rée-Anlage am Bahngraben und der Schuttergasse als geschützten klösterlichen Raum hermetisch ab Wie und wann begann das fünfeinhalb Jahrhunderte lange Wirken der Franziskaner in Offenburg? Noch zu Lebzeiten des Ordensgründers Franz von Assisi (1182-1226) waren seine Brüder von Italien über die Alpen nach Deutschland gezogen Schon im Frühjahr 1222 fand in Worms das erste Provinzkapitel der neu gegründeten Provinz Teutonia statt Am nahen Oberrhein, am Bodensee und in der Schweiz wurden zahlreiche Klöster in fast allen bedeutenden Städten gegründet 1223 Lindau, 1230 Straßburg, 1231 Basel, 1240 Konstanz, 1242 Freiburg im Breisgau, 1248 Heidelberg, 1267 Überlingen, 1271 Frankfurt am Main 1280 schließlich folgte gleichzeitig mit Schlettstadt, Kaysersberg und Solothurn Offenburg in der Ortenau  Inzwischen hatte im Jahre 1266 Papst Clemens IV. die Guardiane, Kustoden und Provinziale des Ordens ausdrücklich aufgefordert, in den Ländern nördlich der Alpen im Dienste des Kreuzes aktiv zu werden Im Jahre 1282 zählte man in Deutschland bereits 1583 Klöster der Franziskaner Der überaus herzliche Ton des Offenburger Einladungsschreibens ist ein anschauliches Beispiel für die große Sympathie, welche die 'Minderen Brüder Christi', als die sie sich selbst fühlten und bezeichneten, in der gesamten Bürgerschaft genossen Im Gegensatz zum traditionellen Klerus war ihr überzeugendes Auftreten im Geiste gelebter Christusnachfolge geradezu revolutionär Strenge Befolgung des Armutsideals, gemeinsames brüderliches Wanderapostolat praktische Nächstenliebe sowie demütige Freundlichkeit gegenüber jedermann und eine aufrichtige Seelsorge machten sie gerade bei der ärmeren Bevölkerung beliebt Auch durch ihre viel besuchten Predigten erwiesen sie sich als spirituelle Avantgarde ihrer Zeit Mit ihrem religiösen Eifer standen sie im Gegensatz zu den reichen Benediktiner- und Zisterzienserklöstern der Nachbarschaft, die sich, und das außerhalb der Städte, eher der Gelehrsamkeit und Landkultivierung verpflichtet sahen Die neuen Bettelorden der Franziskaner und Dominikaner waren eng mit der Entwicklung der Städte in Mitteleuropa verbunden  die jetzt im Hochmittelalter in großer Zahl im ganzen Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation förmlich aus dem Boden schossen  In der politisch unsicheren Zeit des Machtvakuums nach dem kaiserlosen Interregnum und einer Epoche sozialer Missstände suchten besorgte Stadtväter neben der zum Teil sehr verweltlichten und formalisierten Amtskirche mit ihren nur theologisch geschulten Pfründeninhabern überzeugende Seelsorger, Beichtväter und Prediger Bei den Minderbrüdern, die in ihrer selbst gewählten Obdachlosigkeit nichts besaßen außer ihrer dunkelgrauen Kutte mit Kapuze und oft nicht einmal Schuhe, und daher liebevoll als 'Barfüßer' begrüßt wurden  fühlten sich die einfachen und auch die unterständischen Menschen in ihren Alltags- und Seelennöten immer gut aufgehoben Ihre häufig praktizierte Nächstenliebe und unermüdliche karitative Fürsorglichkeit war allgegenwärtig wohnten sie doch mitten unter ihnen und leisteten als erfahrene Handwerker- und Bauernsöhne konkrete Hilfe in der Krankenpflege für Mensch und Tier und oft sogar als erste Brandhelfer bei in den mittelalterlichen holzgebauten Städten nicht gerade seltenen Hausbränden Nicht weit von ihrem Klostertor konnten sie den vom Norden in die Stadt Einreisenden helfen und für die Leprakranken im Gutleutehaus am Hohen Rain und für die in der Elendenherberge am südlichen Ende ihrer Straße liegenden Kranken und für Pilger und Obdachlose sorgen
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Einzelbildnachweise Heilig Kreuz Offenburg

Alte Offenburger Pfarrkirche, mit einem schlichten Langhaus, welches mit Ausnahme der ovalen im Fassadengiebel nur flachbogige Fenster gliedern Die Treppenvorhallen betritt man durch schlichte Rundbogentüren Direkt aus der Fassade steigt der Turm auf Im Erdgeschoss schmückt ihn ein Portal mit Halbsäulen, verkröpftem Gebälk und einem gebrochenen Rundgiebel im nächsten Stockwerk einfache Rundbogenfenster Das letzte Viereckgeschoß ist mit ionischen Pilastern verziert, über denen verkröpftes Gebälk sitzt Dann folgt ein reicher Achteckabschluss wie bei der Klosterkirche in Gengenbach, mit korinthischen Säulen, langgestreckten ovalen Fenstern und einem dreifachen Zwiebeldach Die Kirche hatte eine lange Bauzeit vom 13. Jahrhundert bis ins Spätmittelalter. Nach dem Brand von 1689, der vom damaligen Bau nicht viel übrigließ, leitete Franz Beer, ein bedeutender Vertreter der am ganzen Oberrhein tätigen Voralberger Bauschule, den Wiederaufbau und gab der Kirche die Gestalt, in der sie noch heute zu bewundern ist Die erste Erwähnung der - damals romanischen - Kirche stammt aus dem Jahr 1223  Im ganzen 14. Jahrhundert baute man am Gotteshaus, und zwar mindestens am Chor  Der Stich von Merian aus dem Jahre 1643 zeigt Langhaus und Chor unter einem hohen Satteldach vereint Der große Stadtbrand ließ von der Pfarrkirche nur Mauern, zum Teil bis unter die Dachfirstlinie, den Chor, das Josefs-Chörlein und die Sakristei stehen Die verarmte Bürgerschaft baute zunächst ab 1696 den noch erhaltenen, aber unüberdachten Chor auf und schloß ihn gegen das Langhaus ab Gegen 1700 war diese Arbeit vollendet. Gleichzeitig begann die Planung für den Wiederaufbau des Langhauses Ölberg: Er soll, nach guter Tradition, zunächst beschrieben werden, und zwar mit den Worten einer längst vorhandenen, doch auch längst verschollenen Beschreibung, die wieder ans Licht zu bringen schon allein deswegen sich lohnt Ölberg:zugleich wegen ihrer sensiblen Versenkung ins Detail, in dem sie freilich bereits den Sinn des Ganzen wahrzunehmen verstand - dabei so manches registrierend, was heute, fast achtzig Jahre später, gar nicht mehr genau zu sehen ist Ölberg: Einzig in seiner Art, was gute Konservierung betrifft, ist der Ölberg im badischen Amtsstädtchen Offenburg an der Kinzig. Ölberg: Er steht in einer Art von gotischer Kapelle, deren bunt bemaltes Netzgewölbe sich in hohem Rundbogen gegen den Haupteingang der Kirche öffnet Ölberg: Im Eckpfeiler rechter Hand ist eine Laterne ausgehöhlt, mit einem Thürchen nach außen und einer Fensterrahmung nach dem Bildwerk zu Ölberg: Die ewige Lampe, die hier wohl brannte, warf des Abends ihren Schein gerade auf die Hauptfigur, den knieenden Heiland Ölberg: Den vorderen Abschluß der in Terrassen ansteigenden Scene - denn an eine solche fühlt man sich lebhaft erinnert - bildet faschinenartiges Flechtwerk Ölberg: es soll die Erde des Vordergrundes halten und ist zugleich eines der Mittel, wodurch die Scenerie als Garten gekennzeichnet wird Ölberg: Allerhand Blumen und Kräuter von Stein sprießen zwischen den Faschinen Im Juni 1700 verpflichteten die Verantwortlichen der Stadt Maurermeister Franz Beer und Leonhard Albrecht aus Begrenz Beer galt damals als einer der tüchtigsten Architekten überhaupt Er leitete auch die Restauration der Kirche und den Neubau des Klosters in Gengenbach Mit viel Geschick benutzte er die stehengebliebenen Reste des Langenhauses, übernahm auch Sockel und Fensterstürze und fügte im Westen der Kirche einen Turm ein, der zu einem Drittel im alten Langenhaus stand Auch bei der Gestaltung des Innenraumes (Eingang durch die vordere Tür an der Pfarrstraße) verband der Baumeister eigene Ideen mit den vorgegebenen Grundrissen und Mauerresten In Erinnerung an die Dreischiffigkeit der mittelalterlichen Kirche errichtete er auf den alten Fundamenten mächtige Pfeiler, die die stark gebogene Tonne des Mittelschiffs tragen Auf die Seitenschiffe legte er im Sinne der Voralberger Bauschule durchgehende Emporen über gedrückte Arkadenbogen, an welche flache Kreuzgradgewölbe grenzen Vor dem stark eingezogenen Chor mit gotischen Mauern und Maßwerkfenstern, die bis zur Decke emporgezogen sind, öffnet sich ein Querschiff das mehr als doppelt so breit ist als die übrigen Joche An die rechte Südseite grenzt die im 15. Jahrhundert angefügte Sakristei, an die linke Nordseite das sogenannte Josefs-Chörlein Der Chor schließt mit drei Seiten eines Achtecks, d.h. es ergibt sich ein dreiseitiger Abschluß mit drei Fenstern: ein im Mittelalter häufig verwendeter symbolischer Hinweis auf die Dreifaltigkeit Der Hochaltar aus dem Jahr 1740 von Franz Lichtenauer gilt als überdurchschnittlich gutes Rokoko-Werk  In lockerem Säulenaufbau, der die Fenster mit einbezieht, steigt in dreifacher Abtreppung die Linienführung zum Hochaltarbild empor Seitlich erscheinen außen die beiden Nebenpatrone der Kirche Altarblatt zeigt die Szene 'Maria übergibt dem Hl. Dominikus den Rosenkranz' rechts der heilige Ritter und Klostergründer Gangolf, der in der ersten Hälfte des 8. Jahrhunderts am Hofe Pipins lebte und gegenüber die Figur des Hl. Alper (französisch Ever), um 500 Bischof von Toul Zu den beiden Seiten des Altarbildes stehen links die Hl. Ursula, die Schutzheilige Offenburgs und rechts die Hl. Helena, die nach der Legende um 335 n. Chr. das Kreuz Christi aufgefunden haben soll Es ist unbekannt, ob Lichtenauer nur Schreiner und Altarbauer war oder auch als Bildhauer diese ausgezeichneten spätbarocken Skulpturen geschaffen hat Das 1956 von Josef Geschöll jun. renovierte Hochaltarbild von Joseph Esperlin stellt die Kreuzerhöhung dar Der lockere, hohe Altarabschluss mit Strebebogen, Girlanden und Engeln schließt mit einem Kreuz, das ein Kornreif umgibt Da in der Zeit des Barock der Opfertisch mit dem Tabernakel sehr betont wurde, ist der Altar selbst diesem Wandaufbau vorgestellt Als wertvolles Beiwerk zum Altar sind die schön geformten Rokoko- und Sanktusleuchter (1728) ebenso zu erwähnen wie die Presbyterien, das Chorgestühl von Johann Speckert und die vier Zunftstangen von 1750 Die barocke Ewig-Licht-Ampel stammt aus Innsbruck Franz Lichtenauer schuf auch die beiden Seitenaltäre im Stil des Rokoko Ihre Gestaltung und Stuckmarmorierung lebt aus dem Formengut des bayrischen Spätbarock, speziell der Wessobrunner Schule  Das linke Altarblatt zeigt die Szene 'Maria übergibt dem Hl. Dominikus den Rosenkranz', das rechte die Kreuzigung Christi In der Ecke rechts steht der Taufstein, um 1790-1800 wahrscheinlich von Johann Speckert geschaffen, das Wahrzeichen einer Pfarrkirche Darüber hängt ein ein großes Kreuz, das Speckert wohl mit Unrecht zugeschrieben wird In die Wand ist ein Steinepitaph für Schultheiß Philipp Berger mit der Darstellung des auferstehenden, den Tod bezwingenden Christus in reichen Ornamenten eingelassen Links im gotischen Josefs-Chörlein an der Nordseite hat das Original des hervorragenden Steinkruzifixes von Andreas von Urach das früher vor der Kirche aufgestellt war, seinen Platz gefunden Den Durchgang zum Chor bildet der früher hinter dem Ölberg eingemauerte gotische Steinbogen Die Pieta aus Stein links an der Wand, etwa vom Jahre 1650, stammt aus dem Garten des Kapuzinerklosters Das Josefsfenster hat der Glasmaler Karl Vollmer, Offenburg, im Jahr 1948 geschaffen Auch die Sakristei schmücken alte, leuchtende Glasfenster: eine stimmungsvolle Kreuzigung sowie das Bild 'Heiliger Maternus und Frauen' um 1400 Im Kirchenschatz kann man wertvolle Stücke bewundern eine spätromanische mit Drachen und Adler verzierte Messingkanne das in Weißsilber getriebene und gegossene Vortragskreuz von 1515 das auf der Vorderseite Christus auf naturalistischem Holzstamm mit Evangelistensymbolen und hinten eine schöne Madonna nach Albrecht Dürer zeigt Der Meister dieses berühmten Offenburger Beschauzeichens ist unbekannt  Eine spätgotische Monstranz mit Filialenaufbau auf Renaissancefuß ist ein Geschenk des Straßburger Domkapitels zur Kirchweihe 1791
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Einzelbildnachweise Kapuzinerkloster Offenburg

Der Kapuzinerorden wurde im 16. Jahrhundert als Reform der Franziskanerobservanten (einer der beiden Zweige des urspr. Ordens des hl. Franz von Assisi; stand seit 1517 im Gegensatz zu den 'Konventualen', die in Deutschland auch 'Minoriten' genannt wurden) mit dem Ziel gegründet, den Orden zum ursprünglichen franziskanischen Ideal zurückzuführen (strenge Armut, Betonung des Eremitenlebens - Forderungen, die jedoch bald abgeschwächt wurden) Im Jahre 1619 wurde der Orden selbständig und stellte sich in den Dienst der katholischen Gegenreformation Seit Beginn des 17. Jahrhunderts besaßen die Kapuziner Besitzungen in der Schweiz und im Elsaß In den Jahren 1630 und 1631 wurden Klöster in Baden-Baden, Oberkirch und Haslach gegründet Zur selben Zeit hatten sich die Kapuziner auch zu einer Niederlassung in Offenburg erboten Die Ordensoberen wünschten sich hier eine Einkehr und Herberge für die von Haslach nach Baden-Baden und von da zurückreisenden Patres Dieses Ansinnen wurde jedoch vom Rat der Stadt abgewiesen Die Stadt empfand schon das durch Kriegsverheerungen in Not geratene Franziskanerkloster als Belastung und war unter diesen Umständen nicht bereit, einen weiteren Orden aufzunehmen Im Jahre 1637 erreichten die Kapuziner endlich, daß eine Niederlassung genehmigt wurde Die Gründung des Klosters war das Werk von Pater Karl aus Hagenau  Er konnte seinen Vetter, den kaiserlichen Rat und Oberstwachtmeister Eucharius Harst von Porenau und Slavadin in Mähren bewegen, ihm die nötigen Mittel zur Verfügung zu stellen Nun konnte Pater Karl, der zu dieser Zeit das Kloster in Breisach leitete, seinen nach Offenburg gesandten Ordensbruder Filician dem Rat der Stadt mitteilen lassen aß Offenburg durch die Klostergründung keine Kosten entstehen würden, da die zum Bau nötigen Mittel von einem freigebigen Wohltäter gestiftet worden seien Der Rat erteilte daraufhin die Genehmigung Bis zur Fertigstellung des Klosters erhielten die Patres als Unterkunft am 3. August 1637 das Syndikatshaus, das sie am 20. Oktober des selben Jahres bezogen Ihre Messen lasen sie in der Spitalkirche Am 13. April 1640 stellten die Mönche nochmals einen Antrag auf Gewährung eines Bauplatzes, der ihnen wenige Tage später auch im sog. jenem Platz in der Gymnasiumsstraße, wo heute noch das alte Kloster Zeugnis einer großen Vergangenheit ablegt  Am 3. Juli 1641, nachdem Pater Karl nach Offenburg versetzt worden war, fand die Grundsteinlegung statt die vom damaligen Offenburger Stadtkommandanten, Oberst Reinhard von Schauenburg, vorgenommen wurde Der Bau fiel in die Zeit des Schwedenkrieges Anfangs durften die Mönche noch mit zwei Ochsen das Baumaterial selbst während der Belagerung der Stadt herbeifahren, was ihnen aber später verboten wurde
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Einzelbildnachweise Königshof Offenburg

Der frühere 'Königshof' (Verwaltungsgebäude der Landvogtei Ortenau) wurde 1714 - 1717 vom Vorarlberger Baumeister Dominik Elmenreich nach den Plänen von Michael Ludwig Rohrer aus Baden-Baden, dem Erbauer von Schloss Favorite in Rastatt, entworfen Beeindruckend ist vor allem die Fassade mit dem erst 1756 - 1758 nach einem von Franz Ignaz Krohmer entstandenen Portal Die Front ist durch glatte Pilaster, die in Blattkapitellen auslaufen, in drei Risalite gegliedert Das Mittelrisalit ist drei Fenster, die Eckrisalite sind je ein Fenster breit Kleine Dreieckgiebel liegen unmittelbar über den Eckrisaliten, während über dem Mittelrisalit sich ein drittes Stockwerk und erst über diesem ein großer Dreieckgiebel erhebt Ein reiches Gesims zieht sich oberhalb der Pilaster über die ganze Fassade und ist an den Risaliten verkröpft Das Balkenwerk der Giebel schmückt Zahnschnitt. Die Fenster umrahmt zierliches Leistenwerk, das in dem unteren Stockwerk in einer Platte mit Tröpfchen endigt, im mittleren in ein stilisiertes Blatt ausläuft Im Mittelstock tragen die Keilsteine einen Maskaron, im unteren Stock einen dreiteiligen Einschnitt Unten sehen wir über den Fenstern ein flaches Gesims, während im Hauptstock über den Fenstern der Risalite sich ein flachgewölbter und über den Fenstern der Zwischenbauten ein in der Mitte gehobener Giebel befindet Die Fenster des großen Giebelaufbaues sind einfacher gehalten Die Mansardenfenster zeigen wieder den in der Mitte gehobenen spitzen Giebel und an den Fensterpfosten Voluten Das Portal ist rundbogig Über den geschnitzten und aus späterer Zeit stammenden Türflügeln sitzt der Balkon mit schmiedeeisernem Gitter Er ruht auf drei Stützen, wovon die äußeren in Hirschköpfen, die mittlere in einem Maskaron auslaufen Die Balkontür ist von Voluten flankiert, über ihr schwebt in einem durchbrochenen Rundgiebel das Wappen von Baden-Baden Das Innere des Hauses und der angebaute Flügel bieten nichts Bemerkenswertes Daneben, mit der Giebelseite zur Kittelgasse, fügt sich harmonisch das zweigeschossige Wohnhaus Hauptstraße 89 an Das hohe Dach trägt zwei Reihen einzelner Gaupen
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Einzelbildnachweise Barockes Rathaus Offenburg

Der Barockbau des Rathauses im Stadtzentrum stammt aus dem Jahre 1741 Über dem Balkon sind unter einem flachen Giebel das Offenburger Stadtwappen und der österreichische Doppeladler zu sehen Die Ursulasäule vor dem Rathaus ist der Schutzpatronin der Stadt gewidmet Die Heilige Ursula soll im Juli 1638 auf der Stadtmauer erschienen sein, um einen Angriff der Truppen des Herzogs Bernhard von Weimar abzuwehren  Die 1961 vom Bildhauer Emil Sutor geschaffene Säule wurde vom Offenburger Ehrenbürger Dr. Franz Burda gestiftet Zwei Pilaster, deren ionische Kapitelle einen Rundbogen mit der Justitia tragen, gliedern die Vorderfront Die Fenster sind oben in flachen Bogen geschlossen und von schön geschwungenen Gesimsen umrahmt In den beiden unteren Stockwerken liegen über ihnen entweder flache Volutengiebel mit Palmetten und einfachen Keilsteinen oder flach gewölbte Giebel mit Blumenvasen und verzierten Keilsteinen Im oberen Stockwerk fallen die Giebel weg, die Kalksteine sind teilweise mit Palmetten geziert Zwei mit Ornamenten und eigenartigen Kapitellen geschmückte Pfeiler umrahmen das Portal Der Keilstein ist zu einem Löwenkopf umgearbeitet Die Türflügel sind eine Schnitzarbeit des 18. Jahrhunderts mit schmiedeeisernem Gitterwerk Auf den Pfeilern und dem Keilstein des Portals liegen die Träger des Balkons mit seinem schönen Eisengitter auf, die in Karyatiden auslaufen Darüber sind unter einem flachen Giebel das Wappen der Stadt und der österreichische Doppeladler angebracht Die Nordwand entlang der Kornstraße trägt an den Fenstern denselben Schmuck wie die Fassade Der Landsknecht in Stuck mit Fahne und Stadtwappen stammt aus dem Jahre 1890, obwohl er die Jahreszahl 1579 trägt Über dem Giebel steht die Figur des sagenhaften angeblichen Gründers der Stadt, Offo Der heute noch bestehende letzte Neubau aus dem Jahre 1741 stammt von Mathias Fuchs Wahrscheinlich war schon im 13. Jahrhundert ein Rathaus vorhanden Die erste bekannte Jahreszahl, die sich auf einem verkehrt eingemauerten Stein im Hof fand und vielleicht den Zeitpunkt eines Neubaues darstellt, lautet aber 1426 Auf einen weiteren Bau weist die Zahl 1521 hin, die über dem mittleren Doppelfenster am Erdgeschoß des Nebengebäudes in der Kornstraße zu sehen ist Den dritten Neubau erstellte in den Jahren 1604 / 1607 der Meister Wendling Götz Nach dem Brand von 1689 musste sich die verarmte Stadt zunächst auf die Ausführung einiger Reparaturen beschränken bis sie dann in einem Vertrag vom 7. April 1741 den Er blieb unverändert bis 1894, als die einst von Laube und Pfalz übernommene Renaissance-Wendeltreppe einem neuen Aufgang Platz machen mußte der zweite Eingang von der Kornstraße zugunsten eines neuen Büroraumes verschwand und Bürgermeister Fritz Hermann den dritten Stock als Dienstwohung erhielt Bemerkenswert ist im Innern vor allem das Kreuzgewölbe des seit der
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Einzelbildnachweise Ritterhaus-Museum Offenburg

Das Museumsgebäude steht in der Ritterstraße, mitten in der Stadt  In der Liste der Denkmalobjekte des Kreises Offenburg wird es als 'eines der bedeutendsten und schönsten Gebäude der Stadt' bezeichnet Die Straße, deren leichten Biegung die Gebäudefront folgt, trug bis 1824 den Namen 'Hundsgasse' Diese Bezeichnung dürfte im Zusammenhang stehen mit dem mittelhochdeutschen Wort 'huntdinc' (Centgericht) In dieser Hundsgasse kaufte der Reichsschultheiß Franz Georg von Rieneker, der 1756—1800 an der Spitze der Reichsstadt Offenburg stand, im Jahre 1775 'ein Haus mit Höfel und Stallung' und ließ durch den Offenburger Baumeister Mathias Fuchs für sich ein Herrschaftshaus bauen Der lange zweistöckige Bau mit seinen 17 Fensterachsen trägt klassizistische Formen und ist durch einen dreistöckigen Mittelrisalit gegliedert, der durch einen Dreieckgiebel abgeschlossen ist Der in die Hofecke eingebaute Turm mit einer Wendeltreppe aus rotem Sandstein, die in schöner Schwingung zum Dachgeschoß hinaufführt, stammt noch aus dem 17. Jahrhundert Nach Rienekers Tod verkaufte dessen Sohn, Major Georg Freiherr von Rieneker, im Namen der Erben das Haus an den Grafen von Nostiz Der Verkauf an einen Adeligen wurde damit begründet, ja gewissermaßen entschuldigt, daß sich 'ein bürgerliches Gewerbe führender Liebhaber wegen des großen Werthes nie zeigen' würde Gegen Ende des Jahres 1803 zog das Direktorium der Ortenauer Reichsritterschaft, das bis dahin seinen Sitz in Kehl hatte, in das Gebäude ein  In dieser Korporation hatte sich der reichsunmittelbare niedere Adel der Ortenau zusammengeschlossen Heute noch sind freiherrlihe Familien wie von Franckenstein, von Röder, von Neveu und von Schauenburg in unserer Heimat begütert Die ritterschaftliche Residenz dauerte aber nur drei Jahre; denn 1806 wurde auch die Reichsritterschaft mediatisiert, d.h. verlor ihre reichsunmittelbare Stellung  Ihre kleinen Territorien wurden dem badischen Staat einverleibt Das 'Ritter-Corpus' wurde aufgelöst und das Ritterdirektorium aufgehoben Der Name 'Ritterhaus' blieb bestehen Die Hundsgasse erhielt im Zug der Umbenennung der Straßen den Namen 'Ritterstraße' Einige Jahre später nahm das Gebäude das Revisorat des Oberamts auf und nach dem Scheitern der badischen Revolution 1848/49, als Offenburg von preußischen Truppen besetzt wurde, diente das Ritterhaus einige Jahre als Kaserne Bald interessierte sich die badische Justizverwaltung für das Gebäude Als fünfte badische Stadt sollte Offenburg Sitz eines großherzoglichen Haus- und Hofgerichtes werden Bauliche Erweiterungen erwiesen sich als notwendig Hinter dem Hof wurde ein Neubau erstellt, in dem der Schwurgerichtssaal eingerichtet wurde Am 1. Oktober 1864 hielt das Haus- und Hofgericht, ab 1879 Badisches Landgericht, seinen Einzug Um die Büroräume zu vermehren, wurde um die Jahrhundertwende das Dachgeschoß ausgebaut Über 90 Jahre beherbergte das Ritterhaus das Landgericht Als der Staat 1957 in der Oststadt ein neues Justizgebäude erstellt hatte, kaufte die Stadt im August 1958 das für die Verwaltung günstig gelegene Haus In den Räumen des Obergeschosses wurde das Heimatmuseum untergebracht Der Schwurgerichtssaal eignete sich für die Unterbringung der Jagdtrophäen-Sammlung Cron Das Erdgeschoß war zunächst der Landespolizei zur Verfügung gestellt worden Ein Brand, der im Juli 1964 im Westflügel ausbrach, konnte durch den vorbildlichen Einsatz der Feuerwehr eingedämmt werden Nach den Instandserzungsarbeiten wurden die meisten Räume des Erdgeschosses dem Städtischen Sozialamt zugewiesen Der Schuppen unter dem Schwurgerichtssaal wurde in einen feuersicheren Archivraum verwandelt in dem die städtischen Archivalien endlich den Vorschriften entsprechend gelagert werden können Es muß dankbar anerkannt werden, daß Gemeinderat und Stadtverwaltung für diese kulturellen Aufgaben Verständnis zeigten und die Mittel für die Instandsetzung des Ritterhauses zur Verfügung stellten Die Restaurierung hat der Fassade einen freundlichen Charakter verliehen Die kulturelle Tat der Museumsgründung knüpft sich an die Namen zweier Männer, Carl Frowin Mayer und Casimir Walter Letzterer war 1876 - 1901 Ratschreiber der Stadt Offenburg Neben seinen Geschäften auf dem Rathaus forschte er in den städtischen Archivalien Er wurde der erste Geschichtsschreiber Offenburgs Seine wichtigsten Veröffentlichungen sind die 'Beiträge zur Geschichte der Stadt Offenburg' 1880 Außerdem hat er eifrig altes Kulturgut gesammelt 1917 wurde seine Privatsammlung vom Museum erworben Der Gründer des Museums ist Kreissekretär C. F. Mayer. 1827 in Tiengen bei Waldshut geboren, besuchte er das Basler Lyceum, war Straßenmeister in fürstlich-fürstenbergischen Diensten zu Donaueschingen und einige Jahre Bürgermeister von Waldshut 1885 kam er als Kreissekretär nach Offenburg Schon im badischen Oberland trieb er vorgeschichtliche Denkmalpflege  In Offenburg legte er 1895 zwei alemannische Reihengräber auf dem 'Krummer' frei Die Schätze seiner Sammlung übergab er der Stadt So entstand das Offenburger Museum Er sammelte jedoch nicht nur heimatliches Kulturgut, sondern auch Mineralien, Tiere und Vögel aus aller Welt und Objekte aus den Kolonien
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Einzelbildnachweise Salmen Offenburg

Vom einstigen Gasthaus 'Salmen' in der Offenburger Lange Straße 52 ist heute nur noch das Hintergebäude vorhanden Zum letzten Male trat der Salmen wohl 1978 ins Blickfeld einer größeren Öffentlichkeit, als am Hinterhaus eine Gedenktafel angebracht wurde, die an die wechselvolle Geschichte dieses Hauses erinnert Hier trafen sich nämlich von 1875 bis 1940 die Mitglieder der jüdischen Gemeinde Offenburgs zu Liturgie, Feier und Gebet; der Saal des Salmen war ihre Synagoge, und auch die anderen Räume des Salmenkomplexes dienten den Offenburger Juden Aber schon früher, während der Revolutionszeit von 1848, spielte dieses Gebäude eine bedeutende Rolle nicht nur in der kommunalen Geschichte Hier versammelten sich bereits 1847 die 'entschiedenen Verfassungsfreunde' und erhoben jene politischen Forderungen nach bürgerlicher Freiheit, die ein Jahr später auf revolutionärem Wege verwirklicht werden sollten Doch nicht nur diese weithin bekannten Sachverhalte verbinden das Anwesen mit Phasen und Entwicklungslinien badischer und deutscher Geschichte Bei näherer Untersuchung können sehr viel mehr direkte Einbindungen des 'Salmen' in die jeweils bestimmenden historischen und kulturgeschichtlichen Etappen festgehalten werden ja, die Geschichte dieses Hauses kann auf sehr anschauliche Weise nicht nur Offenburger Alltagsgeschichte, sondern deutsche Zeitgeschichte schlechthin in ihrem Ablauf zeigen
 
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Einzelbildnachweise Andreas-Spital Offenburg

Als im Jahre 1689 infolge des Pfälzischen Erbfolgekrieges die Offenburger Altstadt in Schutt und Asche lag, war auch das im Zentrum des mittelalterlichen Stadtkerns liegende Areal des St.-Andreas-Spitals zerstört Um 1280 als Stiftung für Arme und Kranke gegründet, übernahm es über Jahrhunderte hinweg die Pflege und Versorgung von Bedürftigen beziehungsweise ermöglichte einigen in finanzieller Hinsicht besser gestellten Anwärtern die Möglichkeit, ihren letzten Lebensabschnitt innerhalb des Spitals zu verbringen Dieser Anspruch konnte zu unterschiedlichen Preisen über den Pfründbrief erkauft werden Bezahlt wurde er mit Geld oder Grundstücken, die nach dem Tod des Pfründners zusammen mit dem verbliebenen Vermögen in das Eigentum des Spitals übergingen Die wirtschaftliche Grundlage des Spitals basierte jedoch nur zu einem Teil auf den durch die Pfründnerbriefe übertragenen Rechten und Werten Einen wohl nicht unbedeuteten Prozentsatz seines Vermögens erwirtschaftete das Spital durch den An- und Verkauf von Wirtschaftsgütern ergänzt durch Einnahmen aus Sammlungen und Spenden, wobei Letztere dann, wenn es sich um Häuser und Grundstücke handelte, als erhebliche Wertzuwächse zu werten sind Wie auch die Gotteshäuser der Stadt war das Spital von Abgaben befreit und zahlte im Rahmen seiner Handelsgeschäfte weder Zoll noch Steuern Ergänzend zur finanziellen Absicherung war auch die rechtliche Stellung des Spitals fest im politischen Gefüge der Stadt verankert So waren seit den Anfängen des Spitals gemeinsam einmal der Schultheiß, der Rat der Stadt, dann der Landvogt der Ortenau als Vertreter des Kaisers und schließlich der Bischof von Straßburg die Rechtsträger des St.- Andreas- Spitals Mit dem Brand im Jahre 1689 und der offensichtlich weitgehenden Zerstörung des gesamten Spitalkomplexes wurden 400 Jahre Spitalgeschichte plötzlich und einschneidend unterbrochen Gesicherte Daten zum Wiederaufbau der Spitalbauten liefern uns sowohl inschriftliche wie auch dendrochronologisch ermittelte Jahresangaben So befindet sich über dem nördlichen Eingangsportal der Kirche die Jahreszahl 1701, während die Fälldaten der im Spitalkomplex verbauten Bauhölzer zwischen Winter 1699/1700 und Winter 1700/1701 schwanken Nach einer Phase der Reorganisation von Mensch und Kapital, verbunden mit einer zukunftsorientierten Neuplanung, dauerte es somit rund zehn Jahre, bis der Wiederaufbau begann und die ersten Gebäude standen beziehungsweise nutzbar waren Nach den Untersuchungen des Verfassers, die im Jahre 2003 erfolgten und durch die Stadt Offenburg beauftragt wurden, handelt es sich dabei weitgehend um Neubauten, lediglich einzelne Kellerstrukturen und der Chor der St.-Andreas-Kirche entstammen der Zeit vor der Zerstörung Verbleibt somit für die Erforschung der mittelalterlichen Spitalgeschichte nur noch die Auswertung der schriftlichen Quellen und archäologischen Befunde so bietet der erhaltene Bestand des Wiederaufbaus die Möglichkeit, einigen gezielten Fragen der jüngeren Spitalgeschichte, so zum Beispiel der räumlichen und wirtschaftlichen Organisation, nachzugehen  Im Rahmen der folgenden Ausführungen stehen dazu der westlich der Kirche errichtete, zum Fischmarkt ausgerichtete Baukörper sowie die beiden südlich der Kirche angelegten Flügelbauten im Vordergrund der baugeschichtlichen Auswertung Den Schwerpunkt bilden dabei das erste und zweite Obergeschoss, da die Erdgeschossebene wenige Jahre zuvor ohne baugeschichtliche Analysen modernisiert wurde ein Versäumnis, welches glücklicherweise bei der Modernisierung der oberen Etagen vermieden wurde Der Spitalkomplex des Wiederaufbaus gruppiert sich westlich und südlich der St.-Andreas-Kirche Diese steht im Winkel des nördlich gelegenen Fischmarktes und der am östlichen Ende des Marktes nach Süden abzweigenden Spitalstraße Letztere erschließt die eigentlichen Spitalgebäude, welche südlich der Kirche aus dem Nord- und Ostflügel bestehen und den über ein straßenseitiges Tor erreichbaren Hof begrenzen Auf dem Hof stand bis in das 20. Jahrhundert neben mehreren Schuppen auch eine kleine Trotte
 
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Einzelbildnachweise Palais Ried - Vinzentiushaus Offenburg

Für seine von seinem Vater 1764 ererbten Güter bei Durbach setzte Joseph von Ried 1766 bei der Badischen Herrschaft durch, daß seine Meier auf den Höfen nicht 'praegraviert' werden sollten, worauf die Einquartierung von Soldaten zurückgezogen wurde Schon in den 1760er Jahren besaß Exzellenz die in der Oberlausitz gelegenen drei Herrschaften Ratibor, Quoos und Bornitz, über deren Erwerb keine Nachrichten vorliegen Vielleicht sind sie ihm für seine militärischen Verdienste im Siebenjährigen Krieg zugeteilt worden oder sie kamen von seiten seiner Gattin Noch kurz vor seinem Tode überließ er diesen entfernt gelegenen Besitz käuflich seinem Bruder, dem Oberstleutnant Louis von Ried Im Jahre 1767 wollte Joseph von Ried das Rieß-Hofgut bei Fessenbach, das dem Kloster Gengenbach gehörte, erwerben, weil die Ritterschaft Ortenau das Losungsrecht darauf hatte Es gelang ihm aber nicht trotz einer Audienz beim Kaiser. Das Kaiserliche Gericht sprach 1770 dem Kloster unter dem Abt Jacobus Trautwein den Besitz zu, den es schon seit 1684 innehatte  In Offenburg hatte sich Joseph von Ried nach dem Siebenjährigen Krieg und seiner Berliner Gesandtschaftszeit 1764/65 in der Nähe der Pfarrkirche ein Palais erbaut, das heutige noch wohlerhaltene Vinzentiushaus in der Kornstraße Das Anwesen erstand aus dem ehemaligen Haus des Oberamtmanns Solaty, das 1764 von Joseph von Ried nebst Küchengarten, Scheuer, Stallung und Weintrotte mit 880 Ohm Fässern erworben wurde Es lag an der alten Stadtmauer beim Bollwerk 'Schwarzer Hund' Auf diesem Haus ruhte die Verpflichtung, 'einen brennenden Leuchter in der Pfarrkirche ewig zu erhalten' width= Ein weiterer Garten neben dem Haus wurde noch dazu um 280 fl. gekauft  Ferner erhielt der Feldmarschall-Leutnant vom Magistrat der Stadt ein Allmendplätzlein gegen gewöhnlichen Allmendzins sowie die Erlaubnis zur Abbrechung der inneren Stadtmauern gegen die untere Mühle zur Erbauung eines neuen Flügels des Gebäudes seitwärts gegen die alte, dabei zu erhöhende Stadtmauer Von dem Nachbarhaus des Domkapitels wurde der vorgebaute Kellerhals, der der Einfahrt zum von Riedschen Haus hinderlich war vom Magistrat hinwegerkannt, da das Domkapitel nie das Recht zu diesem Vorbau hatte Das Palais selbst ist ein dreistöckiger Barockbau mit einem Portal von dorischen Säulen flankiert und mit gebrochenem Rundgiebel  Die Fenster gleichfalls mit gebrochenen Rundgiebeln unter Obelisken und Kugeln Das Palais hat in den letzten Jahrzehnten im Innern manche Umänderung erfahren Noch aber weisen in einigen Zimmern alte Tapetenreste auf die einstige vornehme Einrichtung hin Gut erhalten ist die an der Hofseite liegende Holztreppe in Rocaille Aus einem ehemaligen Saal ist heute die Hauskapelle geworden In dem geräumigen Hof sind mit der Zeit einige Um- und Anbauten entstanden Der Name des Baumeisters ist bis jetzt nicht bekannt Da in den Jahren zuvor am Rathaus umgebaut und das Bezirksamt (Portalbau) vollendet wurde, könnte nach Stil und Gestaltung auf gleiche oder verwandte Urheberschaft geschlossen werden, wenn nicht der Offenburger Matthias Fuchs Auf dem Bollwerk 'Schwarzer Hund' legte Joseph von Ried einen Lustgarten mit Orangerie und Treibhaus an und erhielt dazu vom Magistrat die Erlaubnis vom Löwenbrunnen auf dem Fischmarkt unterirdische Deichel bis zu dem Garten legen zu lassen, um einen Springbrunnen einrichten zu können von Ried verpflichtete sich, das Pflaster der Straße nach dem Legen der Deichel wieder instandsetzen zu lassen
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Einzelbildnachweise Mikwe - Jüdisches Bad Offenburg

Das Haus Glaserstraße 8 in Offenburg ist ein stattliches Bürgerhaus aus dem Jahr 1793 mit einem geräumigen Innenhof, um den sich einige Nebengebäude gruppieren Aus dem mächtigen Gewölbekeller des Hauses gelangt man durch eine unscheinbare Türöffnung nahe der Südostecke zu einem engen, steil in die Tiefe führenden Treppenschacht mit insgesamt 44 Stufen Nach 37 Stufen erreicht man eine Art Zwischenpodest Hier finden sich in beiden Seitenwänden je eine flache rundbogige und eine tiefere Rechtecknische Weitere sieben Stufen führen durch eine aus Werksteinen gefügte Rundbogenöffnung in einen fast quadratischen Raum von 2,05 × 2,25 m. Bis fast auf Schulterhöhe bestehen dessen Wände aus Sandsteinquadern, darüber folgt Bruchsteinmauerwerk In 5 m Höhe setzt über einer schmalen Quaderlage auf einfachen Konsolen ein gedrungenes Kreuzrippengewölbe an Sein Zentrum bildet ein Ringschlussstein mit 1,05 m lichter Öffnung Darüber folgt mit gleichem Durchmesser ein runder Schacht Er ist zunächst aus Bruchsteinen gemauert, dann, über einer Ausgleichsschicht, aus Ziegelmauerwerk Die obere Mündung des Schachtes im Hinterhaus bildet ein knapp kniehoher Brunnenkranz aus Buntsandstein Das Ganze wird von zwei halbkreisförmigen Sandsteinplatten bedeckt, die eine runde Aussparung als Durchlass für einen Wassereimer aufweisen Das heutige Bodenniveau liegt 14 m unter dem Hofniveau  Es gibt keinen befestigten Bodenbelag, sondern man steht direkt auf dem natürlichen Kiesuntergrund Bei der 'Wiederentdeckung' 1978 war der Boden des quadratischen Raumes bis auf die Höhe des Stufenpodestes im Treppenabgang mit Kies angefüllt In seiner Mitte befand sich ein runder Mauerkranz aus Ziegelsteinen in gleicher Weise abgedeckt wie im Hinterhaus Der Ziegelkranz ruhte auf einer dichten Reihe von ringförmig in den Boden gerammten Holzpfählen So wurde ein Sammelschacht für das Grundwasser hergestellt Dieser nachträgliche Brunneneinbau wurde 1978 abgetragen und die Kiesauffüllung bis unter die erste Stufe abgegraben Heute liegt der Grundwasserspiegel unter Offenburg aufgrund der Kinzigbegradigung 1 bis 1,50 m tiefer als noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts Bei den Untersuchungen 1978 wurde in etwa 0,50 m unter der letzten Stufe Wasser angetroffen Spuren an den Wänden des Raumes weisen auf einen dauerhaften Wasserstand mindestens in Höhe der vorletzten Quaderlage, also etwa 1,50 m über dem heutigen Kiesboden, hin Das heißt, dass das Wasser bis dicht unter das Stufenpodest bei den Wandnischen im Treppenstollen reichte Mindestens die letzten sechs Stufen waren also unter Wasser Dieser Befund rechtfertigt die Deutung der Anlage als Mikwe - als Ritualbad - einer verschwundenen Judengemeinde Mikwe heißt 'Sammlung des Wassers' Sie diente in erster Linie den Waschungen von Frauen nach der Geburt eines Kindes oder nach den Monatsblutungen, vielfach auch der Reinigung von kultischen Gefäßen Eine Mikwe muss 'lebendiges' Wasser enthalten Daher wurde sie in ländlichen Gemeinden häufig an fließenden Gewässern angelegt (zum Beispiel in Emmendingen am Brettenbach oder in Sulzburg am Sulzbach) In den dicht bebauten Städten war man vielfach gezwungen, die Anlagen bis ans Grundwasser einzutiefen (zum Beispiel Speyer, Worms, Köln Friedberg) Offenbar im Jahr 1857 wurde dies ungewöhnliche Bauwerk wieder entdeckt Im 'Generalbericht der Direktion des badischen Altertumsvereins ....1858' (dem Vorläufer der staatlichen Denkmalpflege) berichtete erstmals August von Bayer von der 'Steintreppe zu Offenburg' Wohl schon bald wurde die wahre Zweckbestimmung erkannt Dies fiel umso leichter, als die heutige,an dem Anwesen vorbeiführende Bäckergasse bis 1828 noch Judengässle hieß 1883 wurde eine Bauaufnahme angefertigt (G. Armbruster) und 1891 eine Abhandlung über das Bauwerk veröffentlicht Die Entstehungszeit der Mikwe schien bis vor kurzem klar
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