Welcome to Der Ortenauer   Click to listen highlighted text! Welcome to Der Ortenauer
Drucken

Bilderkatalog anlicken:

Einzelbildnachweise Storchenturm-Museum Zell a.H.

Das Zeller Heimatmuseum ist im Storchenturm, dem Wahrzeichen der ehemaligen Reichsstadt, untergebracht Vielleicht sollte man besser nicht von 'unterbringen' reden, denn - und hiermit bezeichnen wir vorweg etwas vom Wesentlichen unseres Museums - der Storchenturm selbst ist ja auch ein Stück davon, was zugleich die Rechtfertigung gibt, einleitend kurz von ihm zu berichten Der Turm wird als Teil der gesamten Stadtbefestigung schon im 14. Jahrhundert erwähnt Disch beschreibt ihn in der 'Chronik der Stadt Zell am Harmersbach' (Seite 194) folgendermaßen: Der Storchenturm 'ist von rechteckigem Grundriß und aus Bruchsteinmauerwerk mit Sandsteinquadern an den Ecken erbaut' Das oberste Geschoß zeigt Rundbogenfenster, darüber ein Satteldach mit an den Giebelseiten vorkragendem Abwalmdach Auf der Südseite in halber Turmhöhe der Reichsadler und die Zahl 1462 Dieser Stein zierte ehemals das Untertor und wurde nach dessen Abbruch hier eingefügt Auf der Nordseite oben unter dem Rundbogenfenster ebenfalls der Reichsadler und die Zahl 1599.' Der 'Lange Turm' - so hieß der Storchenturm ursprünglich - sicherte auf über 150 Meter die Südseite der ehemaligen Reichsstadt Es gab in jenen Zeiten hier kein Tor; durch den Turm führte nur das schmale 'Dreibatzenloch'  Erst 1907 wurde der Durchgang in seiner heutigen Form geschaffen, weil man eine breite Straße zum neueröffneten Bahnhof Zell der Nebenbahn Biberach-Oberharmersbach brauchte Auf einem Absatz der Außenseite des Storchenturms stehen die vier 'Schwedenkanonen'; sie wollen an den Dreißigjährigen Krieg erinnern, sind aber zugleich ein schönes Hinweisschild fürs Heimatmuseum, ebenso wie neben dessen Eingangstür das große steinerne Zifferblatt einer Uhr (die einstens an der inneren Giebelseite des Untertors den Einwohnern die Zeit anzeigte) Gleich im 'Empfangsraum des Museums' wird der Besucher schnell aus der Gegenwart entführt: ein Stein mit der Jahreszahl 1669, alte Straßenlampen, ein Bildstöckle, Ofenplatten berichten von der 'guten alten Zeit' Sie wird dann besonders lebendig in den Handwerksstuben der Zeller Töpfer, Weber, Schuster, Seiler, Küfer, Bäcker, Nagel- und Hufschmiede. Holzpflüge u. a. weisen auf die frühere Bedeutung der Landwirtschaft in Städtle und Tal hin Recht interessant wird die Herstellung von Wasserleitungsrohren aus Holzstämmen gezeigt Eine Menge Hausrat beweist, wie die Ahnen sich das Leben praktisch und schön gestalteten Zu den Kostbarkeiten gehören die kobaltblauen Trinkgefäße, die man in der Nordracher Glasfabrik im weiten, einsamen Wald der Moos herstellte, bedruckte Stoffe usw. Gebastelte Altärle und 'Krippele' veranschaulichen die 'Freizeitgestaltung' früherer Zeiten Jeder Besucher unserer Stadt, der an ihr Freude hat, müßte entweder zur Vorbereitung oder zur abschließenden Zusammenfassung den Museumsraum besichtigen, in dem das Modell der Reichsstadt Zell aufgestellt ist: es zeigt Anlage und Gesicht des Ortes, Verlauf der Mauern und Gräben, die vier Türme - und eben das 'alte Städtle als Ganzes'  Für Schulklassen ein herrlicher Anschauungsunterricht! Volkskundlern und Freunden des Alemannentums werden die Zeller Fasnachtsgestalten unvergeßlich bleiben, besonders in ihrer gezeigten Entwicklung vom Welschkornund Schneckenhäuslenarro zum bunten Spielkarten- und Bändelenarro, ebenso die schönen Trachten aus Stadt und Tal und die Zeller Bürgerwehr mit Uniform und Waffen Bilder von Emma Heim (Scheffels 'Dichterliebe', wie sie in einer Randbemerkung im Taufbuch genannt wird), Ritter von Buß (der erste parlamentarische Vertreter des Arbeiterschutzes in Deutschland) und Joseph Anton Burger (Begründer der Zeller Keramik) erinnern an bedeutende Persönlichkeiten unserer Stadt Und all dies u.v.a. befindet sich - um es nochmals zu betonen - nicht in irgendwelchen 'neutralen' Räumen, sondern in einem alten Turm Da kann man einen Wehrgang betrachten; an einer Stelle sieht man, wie die Mauern fast 1,5 Meter dick sind Beim Schauen ins tiefe 'Hungerverlies' und in den Turmkerker mit seinen zwei engen, 'fast licht- und luftlosen Zellen' kommt einem wohl die Erkenntnis, wie die Strafen in der 'guten alten Zeit' doch recht hart waren Die Daumenschraube läßt die Folter lebendig werden, die 'Schandglocke für böse Mäuler' und die 'Halstafel für Obstdiebe' zeugen von oft drastischem Einschreiten der damaligen Obrigkeit Wer dann aber bis ins Turmwärterstüble des 5. Stocks oder gar unmittelbar unters Dach hochgeklettert ist, atmet auf und findet ausgerechnet dort oben - besonders auch an sonnigen Tagen - bei dem herrlichen Rundblick den Weg aus der Vergangenheit zurück in die Gegenwart

Hoch zum Bilderkatalog


Bilderkatalog anlicken:

Einzelbildnachweise Maria zu Ketten Zell a.H.

Maria zu den Ketten ist eine Wallfahrtskirche in Zell am Harmersbach, einer Stadt im Ortenaukreis von Baden-Württemberg, am Zusammenfluss von Harmersbach und Nordrach gelegen, die gemeinsam in die Kinzig münden Die Kirche gehört zur Zeller Pfarrei St. Symphorian und damit zum Erzbistum Freiburg  Ihre Geschichte und Gestalt haben besonders der Lehrer und Heimatforscher Franz Disch (1870–1948) und der als Seelsorger in Zell am Harmersbach tätige Kapuzinerpater Adalbert Ehrenfried erforscht Die heutige Kirche wurde in vier Etappen gebaut Vom Bau von 1480 stammen der Turm, der Chor mit seinem Netzgewölbe und der östliche Teil des Langhauses bis zu der Mauerecke nah der Kanzel 1654 wurden Schäden aus dem Dreißigjährigen Krieg beseitigt – die Kirche war zwar, wie die Legende berichtet, nicht zerstört worden, hatte aber doch gelitten  In einer zweiten Etappe wurde um 1700 das Langhaus nach Westen verlängert 1715 wurde der jetzige Hochaltar errichtet 1739 entstanden die Sakristei östlich des Chors und das darüberliegende Mesnerhaus Man brauchte aber auch mehr Platz für die Gläubigen Eine weitere, dem Platzbedarf entsprechende Verlängerung nach Westen in Langhausbreite hätte ins Gebiet der Stadt (damals Freien Reichsstadt) Zell gereicht Um Zwistigkeiten bezüglich der Hoheitsrechte vorzubeugen, baute man ein westliches Querhaus, den 'Zwerchbau' In der vierten Etappe 1910 bis 1911 schließlich wurde doch nach Westen auf Zeller Boden erweitert, und zwar in der Breite des alten Langhauses Das alte Portal wurde dabei in die neue Westfassade eingefügt Im 20. Jahrhundert wurden vier größere Renovierungen durchgeführt, die letzte von 1985 bis 1987 Das alte Portal mit einer Figurennische hebt sich durch seinen roten Sandstein vom gelben Sandstein der Fassade von 1910/11 ab Im Osten des Langhauses geben Seiteneingänge links und rechts Zutritt Die ehemals gotisch-spitzbogigen Fenster des östlichen Langhauses erhielten bei der Erweiterung von 1700 Rundbögen Im Chor sind die Spitzbogenfenster geblieben, aber ohne ihr Maßwerk Der Chor schließt in drei Seiten des Achtecks  Er besitzt ein sechsteiliges Rippengewölbe, während das Vorchorjoch kreuzrippengewölbt ist Die Rippen ruhen auf achteckigen Konsolen Auf dem Kirchplatz steht in einer Vertiefung, zu der fünf Stufen hinabführen, ein Brunnen von 1790 Zuunterst tragen zwei Putten Ketten. Darüber steht auf einem mit Voluten und Rocaillen geschmückten Postament die Maria Immaculata mit dem Jesuskind auf einer Weltkugel Eine weitere Marienstatue, von 1710, steht in der Supraporta des Kirchenportals  In gelbem Sandstein ist darüber ein großes Relief der Krönung Mariens angebracht Unter Maria halten zwei Putten eine zerrissene Kette, weiter unten stehen die vierzehn Nothelfer Das Deckengemälde in der Mitte der Kirche zeigt oben auf einer Wolke schwebend und von Engeln verehrt das Gnadenbild, anders als heute in barocken Gewändern Darunter geschehen vor der Silhouette von Zell mit einem Turm, der Wallfahrtskirche vor der letzten Verlängerung und St. Symphorian die Kettenwunder: rechts die Heimkehr des Mannes aus Schuttern mit der zerrissenen Kette, links die schwedischen Soldaten und der vergebliche Versuch, die Kette zu Hufeisen umzuschmieden Die vier Gemälde um das Hauptbild zeigen Mariengeheimnisse: die 'unbefleckte Empfängnis', die Geburt Marias, die Verkündigung des Herrn und die Aufnahme Marias in den Himmel Die historischen Eisenketten hängen links und rechts am Chorbogen Die zwei Ewig-Licht-Ampeln wurden im 17. Jahrhundert von Augsburger Goldschmieden hergestellt Der Hochaltar von 1715 ist ein barockes Kunstwerk mit gedrehten Säulen sowohl im Hauptgeschoss als auch im Auszug  In der Mitte steht über dem Tabernakel das Gnadenbild, eine Madonna aus der Zeit um 1350 Strahlenkranz, Krone und Zepter wurden in der Barockzeit hinzugefügt Joseph Dettlinger hat sie in Gold gefasst. Die barocken Gewänder sind heute entfernt

Hoch zum Bilderkatalog


Bilderkatalog anlicken:

Einzelbildnachweise Fürstenbergerhof-Museum Zell a.H.

Das Heimatmuseum 'Fürstenberger Hof' in Zell am Harmersbach liegt direkt an diesem kleinen Flußlauf Talaufwärts in die Richtung Unterharmersbach ist der Schwarzwaldhof mit seinem langestreckten Strohdach nicht zu übersehen Zur Linken liegt er - der Fürstenberger Hof - und wartet auf Besucher*innen mit einem großen Angebot an bäuerlichen Gerätschaften schon entlang seiner Fassaden Am Ökonomiegebäude talabwärts erkennt man zunächst am hinteren Eingang alte Ochsengeschirre Ein Tor weiter Richtung Harmersbach hängt ein altes Sieb (nur Holzgerüst) und rechts davon ein altes Weiter nach rechts führt eine doppelläufige Holztreppe zur Stube an welcher die unzähligen kleinen Scheiben zu sehen sind Ein hölzernes Kruzifix rechts der Eingangstür begrüßt die Besucher*innen, was die einstmals - zum Teil noch heute - strenge Gläubigkeit der Talbewohner*innen zum Ausdruck bringt Unter den vielen kleinen Fensterscheibe der Stube (zur Ortsmitte sind es 63) stehen auf einem Schaft Bienenkörbe Kein Wunder, da das Tal für seine zahllosen Obstbäume bekannnt ist, welche gerade im Frühjahr mit ihrer Blütenpracht aufscheinen Zur Bach- bzw. Straßenseite neigt sich das Dach mit einem schweren Halbwalm, unter welchem ein Laubengang angebracht ist Darunter vor zwei Fenstern / Türen ein Balkon hervorkragent Unter diesem Balkon führt eine weitere Tür wahrscheinlich in den Vorratkeller mit Erdboden? Damit konnten die Vorräte recht kühl und lange frischhaltend eingelagert werden Talaufwärts führt ein weiterer - ebenfalls zweiläufiger Treppenaufgang wiederum zur Stube Rechts davon ein kleines Backhaus, welches direkt zur Parkanlage den Hang hinaufweist, wo die Höfe von Eck und Gräbenreute liegen Entlang dieser Traufseite stehen wiederum landwirtschaftliche Gerätschaften aus alten Tagen und diverse Türen führen zu den unterschiedlichen Trakten des Ökonomiegebäudes Der Fürstenberger Hof im herrlichen Kurgartenareal am vorbeifließenden Harmersbach gelegen zählt zu den schönsten und bekanntesten Museen im Schwarzwald Der strohgedeckte Bauernhof wurde 1660 von einem Bauern aus dem Fürstenbergischen Gebiet erbaut Bis 1971 war der Hof von der Fürstenberger Familie Armbruster, bewohnt und bewirtschaftet Die Gemeinde Unterharmersbach kaufte den Hof und richtete darin ein Schwarzwälder Bauernmuseum ein, das inzwischen Jahr für Jahr Tausende von Besuchern aus aller Welt anzieht Rund 1500 Eichennägel und unzählige Pfosten und Balken halten das Haus auch heute noch wie vor 350 Jahren zusammen Typisch für diese Bauform ist der farbliche Wechsel zwischen dem sandsteinernem Untergeschoss, dem dunklen hölzernen Obergeschoss und dem gelben Strohdach Ein besonders schönes Zierelement: Das alemannische Fensterband an der Südwestecke mit 112 kleinen Fensterscheibchen Beeindruckend ist die mächtige Stube mit der leicht gewölbten Decke, in der sich die Bauernfamilie mit ihren Mägden und Knechten am großen Tisch unter dem Herrgottswinkel zum Essen traf Ein Spaziergang durch und rund um das Haus eröffnet überraschende Einblicke in das Landleben von damals Da haben wir das 'Brunnenhiesli' in dem die Milch in Milchkannen vom durchlaufendem Quellwasser gekühlt wurde Nicht weit weg davon steht das 'Backhüsli', ein kleines Gebäude mit dem Backofen darin und separat vom Hauptgebäude wegen der Feuergefahr Wer Glück hat, der kann beim Brotbacken zuschauen, den Duft von frischen Brot einatmen und kosten wie es schmeckt An der Stalltüre hängt noch das Kummet, eine Erinnerung an den Traktor der vergangenen Zeiten Der Fürstenberger Hof liegt unmittelbar am rauschenden Harmersbach im Ortskern neben den Park- und Kuranlagen Dort finden auch im Sommer kulturelle Veranstaltungen statt und eine kleine strohgedeckte Mühle klappert leise vor sich hin. Alles zusammen ein idyllisches Fleckchen für die Dorfbewohner wie auch für die vielen Feriengäste

Hoch zum Bilderkatalog


Bilderkatalog anlicken:

Einzelbildnachweise "Wäschkuche" - Waschküche Zell a.H.

Waschhaus im Volksmund auch 'Alti Wäschkuchi' genannt 1758 wurde ein hölzernes Waschhaus abgerissen und aus: Quadersteinen neu gebaut 1976 brannte das Gebäude ab und ist 1981/82 wieder erbaut worden Die Stadt vermietete einst die Kessel an die Haushaltungen (vor 1914 je Tag 20, später 50 Pfennige) Das Wasser holten die Wäscherinnen aus dem Gewerbekanal, das Brennmaterial brachten die Benutzer mit Bei der alten Art des Waschens belegte man den Boden eines Zubers mit Birkenreisig, darauf kam ein grobes Leinentuch und Buchen-Asche (daher die Bezeichnung 'Buch-Wäsche') Das Ganze wurde mit heißem Wasser mehrmals übergossen Die Wäsche blieb über Nacht eingeweicht, am Morgen folgte der eigentliche schwere Waschtag Auf dem Weg zur 'Wäschkuchi', am alten Gewerbekanal entlang ist zur rechten Seite des Kanals eine Kleine Anlage eingepflegt, innerhalb derer historische Steinhauerarbeiten der alten Reichsstadt Zell am Harmersbach aufgestellt wurden Als seltene, wohl einzige im Südwesten erhaltene Waschküche, die zumindest im 19. Jahrhundert schon bestand, darf die 'Wäschkuchi' von Zell am Harmersbach gelten Ravensburg beispielsweise hatte ehemals vier Waschküchen; keine einzige ist erhalten Bei der Zeller Museumsnacht spielt die 'Wäschkuchi' eine Rolle, wenn dort wie früher Wäsche gewaschen und getratscht wird  Allerdings aber nur dann, ansonsten fristet das Kleinod sein Dasein eher im Verborgenen Da das Zeller Waschhaus etwas versteckt liegt, hat der Historische Verein Zell in Zusammenarbeit mit dem Hauptamt der Stadt nun Hinweispfeile anfertigen lassen Mitarbeiter des Bauhofs der Stadt haben diese Hinweispfeile an geeigneter Stelle angebracht: Dort nämlich, wo sich Tagesbesucher oder Feriengäste überwiegend aufhalten, also an der Hauptstraße von Zell Damit sollen Besucher auf die Idee gebracht werden das interessante, noch funktionsfähige Waschhaus anzusehen Gegenüber des Gasthofs 'Adler' biegt von der Hauptstraße das Sträßchen 'Am Bach' ab Zwei Rechtspfeile und ein Linkspfeil zeigen den Weg zur 'Wäschkuchi'

Hoch zum Bilderkatalog


Bilderkatalog anlicken:

Einzelbildnachweise Keramikfabriken Zell a.H.

Untere Fabrik: Das Material zum 'Häfilidrille', Gruben mit bestem Ton, hatte der Herrgott den Zellern als sein besonderes Geschenk mit auf die Welt gegeben Untere Fabrik: Was lag da für ihn näher, als ihnen auch die Gabe in die Wiege zu legen, aus den braunen Tonklumpen mit den bloßen Händen und mit Gefühl für Raum und Schönheit bauchige Krüge, ausladende Töpfe und schlanke Gefäße entstehen zu lassen? Untere Fabrik: Die Zeller nutzten, was ihnen die Natur geschenkt hatte Untere Fabrik: Schon früh gab es in dem Reichsstädtle Hafner wie Sand am Meer Untere Fabrik: Doch obwohl sie die schönsten Töpfe und Krüge weit und breit modellierten, obwohl sie die weitaus schönsten Sprüche in die Suppenschüsseln schrieben, die Zeller Hafner blieben arme Schlucker Untere Fabrik: Denn soviele Häfen und Schüsseln konnten das Jahr über gar nicht zerbrechen, wie die Zeller in ihren kleinen Werkstättle produzierten Untere Fabrik: Und Jahrmärkte ringsum waren trotz allem zu dünn gesät, als daß man hier mit der anerkannt guten Ware und lautstarker Stimme das große Geld hätte machen können Untere Fabrik: Wer es also mit der Hafnerei zu etwas bringen wollte, für den war in Zell kein Platz mehr Untere Fabrik: So erging es auch dem Hafnergesellen Josef Anton Burger Untere Fabrik: Sein Vater hatte in Zell eines jener kleinen Werkstättle als Hafner, wie man sie zu Dutzenden in dem Reichsstädtle finden konnte Untere Fabrik: Der Bub, Josef Anton, mußte schon früh mithelfen Untere Fabrik: Kinderarbeit war gang und gebe, und, wo der Hunger daheim ist und nicht der Wohlstand, ist jedes Mittel recht, um zu überleben Untere Fabrik: Natürlich entging dem Vater nicht, wie geschickt der Sohn war und wie gut, fast schon genial er mit dem Ton und der Drehscheibe umzugehen vermochte Untere Fabrik: Doch, was half's! Die kleine Werkstatt konnte kaum die Familie richtig ernähren, und der so begabte Josef Anton mußte in die Fremde, um sein eigenes Glück zu versuchen Untere Fabrik: or allem in der Schweiz, aber auch in Frankreich lernte der junge Burger viel hinzu Untere Fabrik: Als er einmal von der Wanderschaft nach Hause kam, wollte er seine neuen Kenntnisse sofort anwenden Untere Fabrik: Auf dem Acker des Vaters errichtete er mit den eigenen Händen einen vielbestaunten Brennofen, in dem er feuerfestes Geschirr herstellen wollte Untere Fabrik: Doch das Experiment mißlang gründlich; das Geschirr war in tausend Teile zersprungen Untere Fabrik: Burger ließ sich nicht entmutigen Untere Fabrik: Kurzerhand zerschlug er den Brennofen und wanderte wieder hinaus in die Fremde Untere Fabrik: Die Geburtsstunde der Zeller Steingutfabrik - der 22. Oktober 1794 Untere Fabrik: 1790 berichten die Akten wieder von Josef Anton Burger, der sich inzwischen in Zell niedergelassen hatte Rundofen: Was in unserem Zusammenhang besonders interessiert, ist die Porzellanherstellung in der Oberen Fabrik in insgesamt exakt hundert Jahren, von 1842 bis 1942 Rundofen: Neben dem genannten Geschirr wurden hier vor allem keramische Gebrauchsgüter für den bürgerlichen Haushalt produziert, deren Noblesse bisher vor allem höfischer Tischkultur vorbehalten war Rundofen: Eindrucksvolles Relikt aus dieser Zeller Keramikzeit ist der damals genutzte Rundofen mit seinen respektablen Ausmaßen von 16 Metern Höhe und 10 Metern Durchmesser Rundofen: Vermutlich der einzige noch erhaltene Porzellanbrennofen in Deutschland von solchen Ausmaßen Rundofen: 1942 musste der Betrieb aus Brennstoffmangel eingestellt werden Rundofen: Die Bedeutung Zells als Keramikzentrum im 19. Jahrhundert wird vollends durch die Untere Fabrik ergänzt Obere Fabrik: 1890 betrat nun mit dem Zeller Georg Schmider der Mann die Bühne der Zeller Steingut- und Porzellanindustrie, unter dem sich die größte Entwicklung vollzog Obere Fabrik: Noch heute ist die Firma nach ihm benannt Obere Fabrik: Zunächst wurde Schmider Teilhaber der unteren Steingutfabrik Obere Fabrik: Georg Schmider war der Sohn des Zeller Postmeisters Franz-Josef Schmider Obere Fabrik: Das Interesse an Porzellan und Steingut war ihm schon in die Wiege gelegt, denn sein Patenonkel war der Besitzer der Schramberger Majolikafabrik Faißt, dessen Vorfahren aus Nordrach stammten Rundofen: 1824 beschäftigte man 150 Arbeiter, 1842 begann man mit der fabrikmäßigen Porzellanproduktion in der Oberen Fabrik Rundofen: Bald schon hagelte es Auszeichnungen, unter anderen 1861 auf der Industrieausstellung für 'Förderung der Landwirtschaft, der Gewerbe und des Handels' in Karlsruhe Rundofen: Allerdings geriet das Unternehmen 1870 aufgrund des Deutsch-Französischen Krieges in die Krise, weil man die Porzellanmasse nicht mehr wie bisher aus Limoges beziehen konnte Obere Fabrik: Durch die Vereinigung neu gestärkt, konnte die Firma gesichert ins 20. Jahrhundert gehen. Sie kam zu neuer Blüte und beschäftigte in den 20er Jahren bis zu 500 Arbeiter

Hoch zum Bilderkatalog


Bilderkatalog anlicken:

Einzelbildnachweise Hof - Turm Gröbern Zell a.H.

Wenn man mit der Oberharmersbacher Nebenbahn von Biberach nach Zell fährt, erblickt man rechts drüben am Fuße des Gebirges einen massiven im Quadrat erbauten Turm mit Giebelziegeldach vielfach wird er für eine Kirche im Scheuernstil der Bodenseegegend und des Schweizerlandes gehalten Dem ist nicht so. Wir haben hier die stolzen Ueberreste des ehemaligen Schlosses Gröbern vor uns In nächster Nähe des Turmes, der in einem von einer starken Mauer umgebenen Gelände, dem ehemaligen Tiergarten, liegt, befindet sich der Gutshof Gröbernhof, bestehend aus stattlichem Wohnhaus mit Wirtschaft und einem gewaltigen Oekonomiegebäude Den Leser der 'Ortenau' dürfte ein kurzer geschichtlicher Abriß der Geschichte dieses Hofes interessieren Den Namen verdankt der Hof wahrscheinlich einem großen Leichenfelde, das sich in fränkischer oder alemannischer Zeit der nächsten Umgebung befunden haben mußte 'Bei den Gräbern', oder wie es in den ältesten Aufzeichnungen heißt, 'bi denen Greberen' entstand eine Siedelung und das hier ansässige Geschlecht nannte sich 'von Grebern', aus welchem eine urralte Adelsdynastie entstand, von welcher wir einzelne Mitglieder urkundlich nachweisen können Vom Jahre 1332 an finden wir wiederholt Schultheißen von Zell a. H. dieses Namens, so 1370 einen Tann von Grebern, 1522 einen Jakob von Grebern, 1568 einen gleichen Namens Mit Georg von Grebern scheint um des Jahr 1582 das Geschlecht erloschen zu sein Diese Herren von Grebern beherrschten von ihrer 'Veste' aus den Eingang zum Harmersbacher Tale das 'Schloß', wie es später heißt, scheint eine Art Wartturm gewesen zu sein Eine gründliche Durchforschung der älteren Geschichte der Stadt Zell dürfte mancherlei Licht in das Dunkel der Geschichte des Gröbernhofes bringen Im Dreißigjährigen Kriege und den nachfolgenden französischen Raubkriegen muß der Hof und mit ihm der alte Turm verwüstet worden sein Um das Jahr 1690 herum erwarb der Stättmeister Johann Meyenhofen in Zell a. H. das gesamte Anwesen Dieser bekleidete neben seiner Zeller Ratsherrenrwürde das Amt eines kaiserlichen Oberkriegskammissärs im Schwäbischen Kreis und wurde im Jahre 1695 vom Kaiser in den Adelsstand erhoben nnd nannte sich 'Herr von und zu Grebern' Er hat die Gebäude und den Turm, der eine Tiefburganlage aufweist, wiederherstellen lassen, was sich aus einer Inschrift mit dem Wappen der Familien Mayerhöffer und Eberhard, welches sich über dem Eingang zum Turm befindet, schließen läßt Diese Inschrift lautet: 'Johann von Mayerhofen von und zu Grebern, Maria Cleopha von Mayerhofen geb. von Eberhard'

Hoch zum Bilderkatalog
Click to listen highlighted text!