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Einzelbildnachweise Grimmelshausenmuseum Renchen

Das Simplicissimus-Haus Renchen ist das erste konsequent rezeptionsgeschichtliche Literaturmuseum Deutschlands Rezeptionsgeschichtlich deshalb, weil hier Text-Illustrationen zu den verschiedenen Werken Grimmelshausen von fast allen bedeutenden Künstlern des 20. Jahrhunderts zu sehen sind Es ist dem Andenken Johann Jakob Christoffel von Grimmelshausen, dem größten Dichter des 17. Jahrhunderts gewidmet Es handelt sich um ein ca. 1760 erbautes ehemaliges Ackerbürgerhaus, unmittelbar neben dem Rathaus im Herzen der Stadt Renchen 1984 wurde es von der Stadt Renchen erworben, mit der Absicht, hier ein Museum einzurichten  Zunächst fehlte jedoch das passende Konzept Ein Heimatmuseum oder eine 'Dichtergedenkstätte' im üblichen, traditionellen Sinne wollten wir nicht einrichten Nur gut, dass man sich für das wissenschaftlich fundierte Ausstellungskonzept der 'geistigen Vätern' dieses Museums Herrn Professor Dr. Martin Bircher, Zürich, und seinem ehemaligen Assistenten und heutigem Geschäftsführer von Schloss Wernigerode im Harz, Herrn Dr. Christian Juranek entschieden hat Ziel ist es auch, dass das Simplicissimus-Haus mit seinen Räumen weit offen stehen soll für moderne Kunst, Literatur und Musik – im Dialog mit dem großen Erzähler des Barock Nach der erfolgreichen und aufwändigen, aber behutsamem Restaurierung, nach den beim Architektenwettbewerb im Jahre 1991 prämierten Entwürfen des Architekturbüros Adler + Retzbach aus Karlsruhe, erfolgte die Grundsteinlegung am 27. Mai 1997 Die Einweihung des Simplicissimus-Hauses fand dann am 2. Oktober 1998 statt Die Dauerausstellung mit Exponaten von teilweise außerordentlicher Qualität umfasst eine reiche und wohl einmalige Sammlung von Originalgraphiken und Zeichnungen verschiedener bekannter Künstler des 20. Jahrhunderts Der Hauptraum des Simplicissimus-Hauses ist dem Inhalt des berühmtesten Werks von Grimmelshausen, dem Roman des 'Abentheuerlichen Simplicissimus Teutsch', gewidmet Ein barocker Roman, der die Ereignisse des Dreißigjährigen Krieges schildert und wiedergibt Es befinden sich hier Originalzeichnungen u. a. von A. Paul Weber, Max Klinger, Walther Klemm, Erich Erler-Samaden, Hans Sauerbruch (einem Sohn des berühmten Chirurgen), Joseph Hegenbarth, dem Schweizer Künstler Max Hunziker, dem Österreicher Axl Leskoschek Im ersten Obergeschoss von Claus Arnold, dessen Illustrationen und Entwürfe als künstlerisch ansprechende Etikette verschiedener Wein- und anderer hochgeistigen Flaschen zieren, von Udo Claaßen und dem in die USA emigrierten jüdischen Künstler Fritz Eichenberg sowie dem renommierten Leipziger Künstler Rolf Münzer Die Räume geben in chronologischer Reihenfolge einen Überblick über die verschiedenen Ausgaben von Grimmelshausen bis zum Ende des Ersten Weltkrieges bzw. bis zu Beginn der Fünfzigerjahre des vergangenen Jahrhunderts Das Konzept zur Gestaltung des Museumskellers wurde von Jürgen Goertz, einem renommierten deutscher Künstler und Träger bedeutender Kunstpreise, erarbeitet. Von ihm stammt auch die 1998 geschaffene Skulptur des

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Einzelbildnachweise Heilig Kreuz-Kirche & Grimmelshausendenkmal

Heilig Kreuz: Erbaut wurde die Hallenkirche 1816/17 nach Plänen von Friedrich Weinbrenner (1766-1826), geweiht wurde die Kirche Hl. Kreuz am 19. Oktober 1817 Heilig Kreuz: Ab 1800 entwickelte Friedrich Weinbrenner als Baudirektor des Großherzogtums Baden einen klassizistischen Stil, den nach ihm benannten Weinbrennerstil, welches das Stadtbild von Karlsruhe prägte Heilig Kreuz: Schon 1795 befand sich die alte Kirche in einem 'völlig baulosen Zustand' Heilig Kreuz: Wiederholt erschreckte während des Gottesdienstes ein plötzliches Krachen im Gebälk und Mauerwerk derart die Gläubigen, daß alles die Flucht ergriff, so auch zweimal in den Weihnachtstagen, woran 'ein eiliges Entfliehen und abermalige Beschädigung mehrerer Personen geschah' Grimmelshausendenkmal: Grimmelshausen ist aus einer Gelnhauser Handwerkerfamilie hervorgegangen, deren Ahnenreihe auf ein schon 1177 bezeugtes thüriingisches Adelsgeschlecht zurückreichen dürfte, das sich nach seinem Stammsitz im Meiningenschen de Grimoldeshusen nannte Grimmelshausendenkmal: Während für die Jugendgeschichte des früh seines Vaters Beraubten aus den Akten leider nicht viel zu gewinnen ist, eröffnet der Zusammenhang mit dem Namen Schauenburg einen reichen Quell späterer Lebensnachrichten Grimmelshausendenkmal: In dem Regiment zu Fuß, das der Kommandant der Festung Offenburg, Freiherr Hans Reinhard von Schauenburg, als kaiserlicher Oberst 1639 anzuwerben hatte, befand sich der junge Mußqvetirer Grimmelshausen, der im Winter vorher als Dragoner des Feldmarschalls Grafen von Götz im Schwarzwald gelegen hatte Heilig Kreuz: Die Gemeinde beschloß jetzt beim Bauerngericht die Errichtung einer Notkirche, 'einer Hütte aus Bauholz mit Verkleidung' auf dem Kellerplatz des Schwarzacher Klosters, wofür sie sich aber einen Verweis der bischöflichen Regierung in Straßburg zuzog wegen nicht eingeholter Genehmigung Grimmelshausendenkmal: Seit 1645 ist er als Schreiber in der Regimentskanzlei des Obersten sicher nachweisbar Grimmelshausendenkmal:  Im Juni 1648 finden wir ihn als Regimentssekretarius des bayerischen Obersten Freiherrn von Elter, der ein Schwager Schauenburgs war und als Oberstleutnant in seinem Regiment gestanden hatte Grimmelshausendenkmal: Am 30. August des nächsten Jahres ging er in Offenburg eine katholische Ehe ein und erhielt wenige Tage später durch das Vertrauen seines ehemaligen Kommandeurs eine ehrenvolle Versorgung als Schaffner des Schauenburgschen Gemeinbesitzes in dem Dorf Gaisbach im unteren Renchtal Grimmelshausendenkmal: Nach zehnjähriger Schaffnertätigkeit, die er mit Pferdehandel und Weinbau sowie dem Betrieb einer Gastwirtschaft verband, verlor er indes infolge des unberechtigten Mißtrauens seiner Brotherren sein Amt und übernahm 1662 die Vogtei auf der benachbarten Ullenburg Heilig Kreuz: Bei der langen Dauer dieses Zustandes, der schlechten Akustik und der mangelhaften Beschaffenheit dieser Notkirche, die weder gegen Kälte noch gegen Regen und Wind genügend Schutz bot und nach Auffassung des Amtes Appenweier eher einem Schafstall denn einem Gotteshaus glich Heilig Kreuz: Risse lagen um diese Zeit zwar schon vor, aber es war nicht abzusehen, wann sie ausgeführt werden sollten Heilig Kreuz: Darum bat Kommissar Burg, 27. März 1811, das Generalvikariat um nachdrürkliche Betreibung dieser Kirchenbauangelegenheit. Bezüglich des Risses bemerkte er grundsätzlich Heilig Kreuz: Die Frage der Mittelbeschaffung brachte der baupflichtigen Gemeinde indes noch auf einige Jahre schwere Sorgen, um so mehr, als sie auch nochmals eine zweite Notkirche erstellen mußte, da die bisherige in den langen Jahren morsch geworden war Heilig Kreuz: Die Oberleitung der Bauarbeiten, die 1816 nach der Versteigerung am 1. Februar ihren Anfang nahmen und am 19. Oktober 1817 mit der Benediktion abgeschlossen wurden Heilig Kreuz:  Zur Ausführung kam der neue von Weinbrenner selber entworfene II. Riß mit einer Kostenberechnung von 25.875 fl, daher verlangte das Kreisdirektorium auch (22. Mai 1816), daß der Name des Oberbaudirektors in die Grundsteinurkunde komme Heilig Kreuz: Die einschiffige Kirche weist in einfachster Form den Typ des Weinbrennerschen Klassizigmus auf Heilig Kreuz: Das Innere etwas nieder und gedrückt, war zuerst dreischiffig, mit Säulen, geplant. Der aus der Fassade aufwachsende Turm, nächstverwandt dem der evangelischen Kirche in Karlsruhe, wenig hoch, mit einem auf Konsolen ruhenden Balustradenaußengang etwas über Dachfirsthöhe und darüber die Schallöffnungen mit einem vom Bogenansatz aus umführenden Gurtgesims

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Einzelbildnachweise St. Mauritius Ulm-Renchen

Die Pfarrei Ulm gehört unzweifelhaft zu den Urpfarreien der Ortenau Sie darf folglich als 'eine königliche' angesehen werden und muß wohl schon in fränkischer Zeit entstanden sein Für das hohe Alter der Pfarrei und der Kirche von Ulm spricht einmal, daß die Ulmer Kirche die Mutterkirche für Renchen, Erlach, Haslach, Stadelhofen, Tiergarten und Mösbach war Die genannten Filialen lösten sich im Lauf der Jahrhunderte vom Ulmer Kirchspiel und wurden selbständige Pfarreien Die erste Filialkirche, die sich von Ulm trennte, war bekanntlich die Kirche von Renchen Zum anderen ist das Mauritius-Patrozinium ein Indiz für das hohe Alter der Pfarrei Mauritius war nämlich in fränkischer Zeit ein besonders verehrter Heiliger und wurde in dieser Zeit oft als Patron angerufen Die Pfarrei als königliche Gründung könnte den Ausgangspunkt gebildet haben, von dem aus das Frauenkloster in Säckingen in den Besitz des Patronatsrechts in Ulm kam Das Patronatsrecht, das der Äbtissin von Säckingen unter anderem das Recht auf Bestellung des Ulmer Pfarrherrn einräumte, wird in einer Urkunde vom 21. September 1332 belegt  In diesem Dokument 'inkorporiert' (angliedern) Bischof Berthold II. von Straßburg als Diözesanbischof die Pfarrkirche von Ulm und die Kapelle in Renchen (... 'ecelesiam parrochialem Ulme cum cappella in Renicheim' ...) dem Frauenkloster in Säckingen am Hochrhein Mit dieser Inkorporation war schließlich auch der Cantor der Domkirche Straßburg einverstanden, denn am 20. Juni 1335 urkundet Bischof Berthold II. von Straßburg, daß der Cantor Ludwig als Rektor auf alle Rechte und Ansprüche verzichtet habe Verzicht geleistet habe er zugunsten der Abtissin Agnes vom Kloster Säckingen, dem die erwähnte Pfarrei Ulm inkorporiert sei Wann das Frauenkloster Säckingen in den Besitz des Patronatsrechts der Pfarrei Ulm gekommen war, läßt sich nicht nachweisen In einer Urkunde vom 3. Juni 1274 ist erstmals Säckinger Einfluß auf die Kirche in Ulm erkennbar, denn die Äbtissin von Säckingen nahm Rechte bei der Besetzung der Pfarrei Ulm wahr, die ihr jedoch vom Straßburger Domkapitel zu diesem Zeitpunkt noch streitig gemacht wurden Der Säckinger Einfluß auf Ulm dürfte mehr als 100 Jahre früher seinen Anfang genommen haben Im Jahre 1486 verkaufte die Äbtissin des Säckinger Frauenklosters das Ulmer Patronatsrecht sowie das Zehntrecht an Straßburg bei dem es auch in der Folgezeit verblieb, wofür folgender, lateinisch geschriebener Quellenhinweis von 1666 den Beleg liefert Der Kirchenpatron von Ulm ist der hl. Mauritius. Die Verleiher sind die Herrn Deputierten des Hohen Chores in Straßburg Ein wichtiges Jahr in der Kirchengeschichte Ulms ist das Jahr 1453  Am 3. Mai 1453 wurde nämlich die endgültige Trennung der beiden Pfarreien Ulm und Renchen vollzogen Bis dahin wurden beide Pfarreien von einem Leutpriester (= Weltpriester im Gegensatz zu einem Ordensmann) betreut Vom 3. Mai 1453 an bekam jede der beiden Pfarreien nach dem Willen des Straßburger Diözesanbischofs Ruprecht und der Abtissin von Säckingen einen eigenen Leutpriester zugeteilt Der erste für Ulm allein zuständige Leutpriester dürfte der für das Jahr 1459 belegte Matern Suler gewesen sein Von der alten Ulmer Pfarrkirche, die vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut wurde, stammen wohl die Grundmauern Der 'Heidenturm' stand dort, wo jetzt die Steintreppen zum Haupteingang der Kirche angebracht sind Im Jahre 1416 bekam die Ulmer Pfarrkirche einen zweiten Turm, von dem heute noch der untere 26,20 m hohe Turmteil aus Granit (Grundriß 7 m x 7 m) steht Dieser Turm war ursprünglich vom Kirchengebäude getrennt und wurde erst in den Jahren 1778 / 79 bei einer Kirchenerweiterung mit der Apsis der Kirche verbunden Eindrucksvolle Zeugen aus der vom Christentum geprägten Vergangenheit Ulms sind überdies die teilweise gut erhaltenen Sakraldenkmale auf den Fluren und Wegen Ulms Sie sind 'in Stein gegossener Ausdruck des religiösen Empfindens und Denkens' Von den aus der Zeit vor 1803 stammenden Sakraldenkmälern Ulms seien folgende erwähnt das Sühnekreuz vom Jahre 1477, die drei aus dem 18. Jahrhundert stammenden Bildstöcke  das Debanokreuz auf dem Ulmer Friedhof, ferner das Epitaph des Frantz Josef Maria Galleto an der Pfarrgartenmauer Epithaph des Franz Josef Maria Galleto an der Ulmer Pfarrmauer beim Missionskreuz neben dem Kirchturm

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Einzelbildnachweise Wasserturm auf dem Schlossberg Renchen

Der erhöht liegende, mit Freilichtbühne und gepflegter Gartenlandschaft gestaltete Stadtgarten und der angrenzende Wasserturm zeigen das großzügige Panorama der darunterliegenden Rheinebene, erlauben einen Blick auf die Vogesen und an besonders klaren Tagen sogar auf das Straßburger Münster 1228 wurde dort das Schloss als Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Straßburg errichtet Das fürstbischöfliche Renchener Schloss wurde in der Neujahrsnacht am 1. Januar 1641, durch den französischen Obristen von Rosen niedergebrannt Ein Augenzeuge berichtete, dass er am Neujahrstag sogar von der nahen Ullenburg den Feuerschein und die Rauchwolken des brennenden Schlosses erblicken konnte Erbauung des 'Reinichheimer Schlosses' als Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Straßburg Das 'Windecker Schloß in Renchen' wird urkundlich als festangelegter Edelhof erwähnt. Es befand sich parallel zur heutigen Hauptstraße, westlich der heutigen Schlossgartenstraße          Der Straßburger Fürstbischof Wilhelm von Diest wohnt einige Zeit auf dem Schloss in Renchen Kaiser Friedrich III. macht auf seiner Durchreise nach Baden-Baden, zu seinem Schwager dem Markgrafen Karl von Baden, Station im Renchener Schloss Auf dem Renchener Schloss wird vom 22. bis 25. Mai 1525 (Christi Himmelfahrtsfest) der Die 12 Artikel des Vertrages hatten zum Inhalt, das Verhältnis der Herrschaften zu ihren Untertanen und die aus dem Evangelium abgeleiteten Hauptforderungen der unterdrückten Bauernschaft zu regeln Das fürstbischöfliche Renchener Schloss wird in der Neujahrsnacht am 1. Januar 1641, durch den französischen Obristen von Rosen niedergebrannt Fürstbischof Louis René von Rohan bzw. die 'Rohan’sche Rentkammer' zu Ettenheim, verkauft am 31. Juli 1798 den Renchener Schlossberg an die Familie 'Brandstetter zum Adler' Die Stadt erwirbt den Schlossberg von den Erben der Familie Brandstetter für 3.600 Reichsmark und widmet ihn um zum 'Stadtgarten', später 'Grimmelshausenpark'

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