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Schloss Dautenstein Seelbach

Die anfänglich stauferzeitliche Tiefburg folgte dem bereits von der Tiefburg Lahr bekannten staufischen Bauschema mit rechteckigem Grundriss und vier runden Ecktürmen und wurde vermutlich um 1235 von den Reichsministerialen von Dautenstein errichtet Sie bildete mit der Tiefburg Schwanau und der Tiefburg Lahr eine Festungslinie. Die Tiefburg Dautenstein wurde im Bauernkrieg zerstört, 1584 von Jakob von Hohengeroldseck gekauft und bis 1599 im Stil der Spätrenaissance zur Residenz der Herrschaft Hohengeroldseck ausgebaut Jakob starb 1634 ohne männliche Nachkommen auf Dautenstein, zwei Jahre später wurde das Schloss durch Graf von Gallas niedergebrannt und blieb jahrzehntelang Ruine 1812 erwarb der fürstlich-leyensche Geheimrat Philipp Carl Schmidt das nur halbherzig instandgesetzte Anwesen und ließ es umbauen Unter den Burgen und Schlössern unserer mittelbadischen Landschaft gehört Dautenstein in Seelbach im Schuttertal, oberhalb der umtrieblichen Kreisstadt Lahr, zu den weniger bekannten ehemaligen Fürstensitzen dafür aber bietet es sich in seiner noblen Schlichtheit dem Wanderer, der seiner ansichtig wird, um so reizvoller dar Der eingeschossige Bau (von heute) mit schöner Treppe ist eine Schöpfung aus der Zeit der Wende vom achtzehnten ins neunzehnte Jahrhundert Um die frühere Bedeutung des Schlosses würdigen zu können, muß man einen Blick auf den nebenstehenden Plan werfen Ähnlich wie bei der Tiefburg von Lahr, von der vor kurzem an dieser Stelle erzählt wurde, handelt es sich um ein ehemaliges Wasserschloß Vorhanden sind noch die heute verschiedenen Zwecken dienenden Ecktürme Freilich wird man sich vorstellen müssen, daß diese Türme, als die ganze Burganlage noch unzerstört war, beträchtlich höher gewesen sind Von dem romantisch anmutenden Toreingang vermittelt die eine unserer Aufnahmen einen sehr kennzeichnenden Eindruck An dem einen der Sandsteinpfeiler dieses Tores fesselt das in Stein gehauene Wappen eines früheren Besitzers Besonderer Erwähnung wert ist das prachtvolle, gravitätische Tor in den Keller, flankiert von dichtbelaubten immergrünen Kirschlorbeersträuchern Ein Fleck Erde, der in seiner Abgeschiedenheit von dem Verkehr auf der Schuttertalstraße seinen eigenen Zauber besitzt Man kann von einem sprichwörtlich unruhvollen, wechselhaften, krieg- und brandbedrohten Schicksal aller ehemaligen Herrensitze der Ortenau sprechen Urkundlich wird das Wasserschloß 1251 Dautenstein Grundriss alterstmals genannt als Eigentum eines Herrn Albert von Tutenstein Man nimmt an, die Tutensteiner seien ursprünglich im Dienste der Herzöge von Zähringen gestanden Etwa zweihundert Jahre später - die Zähringer waren ausgestorben - belehnte Diebold I. von Geroldseck seinen unehelichen Bruder Hans und dessen Schwager Rudolf Lumbart von Straßburg mit Tutenstein Im Jahr 1514 erhielt von den reichbegüterten Geroldseckern der Lahrer Landschreiber (etwa Oberamtmann) Siegfried Fleuß das Schloß zu Lehen, dessen Nachkommen als Pleuße von Dautenstein auftraten Ebenfalls im sechzehnten Jahrhundert - bald nach der Belehnung von Siegfried Fleuß - wurde das Schloß ein Opfer des Bauernkrieges. Reichenbacher, Schuttertäler, Mahlberger, Kippenheimer und Bauern anderer Orte rückten mit einer kopfreichen Schar an und zerstörten Dautenstein Sie mußten freilich ihre Tat bitter büßen. Frondienste und harte Kontributionen entlockten den Unterlegenen tiefe Seufzer...

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Die Historische Mühle Glatz - Seelbach

Das Markenzeichen der Mühle sind die beiden unterschlächtigen Wasserräder Das größere Wasserrad mit einem Durchmesser von 5,5 m dient neben seiner historischen Funktion dem Antrieb eines kleinen, modernen Wasserkraftwerkes zur Stromgewinnung Ein katastrophales Hochwasser hat im Jahr 1987 die Mühle schwer beschädigt woraufhin das Gebäude grundlegend renoviert werden musste Die Renovierung gelang nur durch die Unterstützung des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg Ortenaukreis, Seelbach, Schwarzwaldverein, Pfadfindern und Freunde halfen mit Die Architektenkammer Baden-Württemberg und das Landratsamt Ortenaukreis verliehen im Jahr 1992 hierfür einen Preis Einen Preis für beispielhaftes Renovieren eines Denkmalobjektes Der Einsatz von Wasserrädern erfolgte in erster Linie zum Antrieb von Mahlwerken Es entstanden zahlreiche Mühlen, das Wasserrad wurde zum Mühlrad Für die Wassermühlen wurden stets neue Anwendungsgebiete erschlossen Schon aus dem 8. Jahrhundert n. Chr. ist ein Wasserrad zum Antrieb einer Säge urkundlich erwähnt Bereits um 1000 n. Chr. werden mit Wasserkraft angetriebene Pochwerke und Blasebälge für die Erzbearbeitung eingesetzt Im frühen Mittelalter folgten wasserbetriebene Hammerschmieden Das Wasserrad wurde bis in das 19. Jahrhundert hinein zum universellen Antrieb von mechanischen Arbeitsvorgängen Die Kraftausnutzung wurde durch Veränderung der Schaufeln am Wasserrad erhöht Doch die Erfindung der Dampfmaschine machte das Betreiben von wassergetriebenen Mühlen, Sägewerken uninteressant Um jedoch die Mühlenromantik unserer Vorfahren noch lange lebendig zu erhalten, sind landauf, landab alte Wassermühlen vor dem Verfall gerettet worden Ein handgeformter Ziegel vom Dach des Mühlengebäudes, in den der damalige Handwerker die Jahreszahl 1792 eingeritzt hat Alte Dokumente weisen zurück in das Jahr 1746 und somit auf eine über 250-jährige Vorgeschichte Wer die Wehranlage an der Schutter und die Mühle angelegt hat, ließ sich aus Archivunterlagen leider nicht ermitteln Ein erster sicherer Hinweis liefert das Grundbuch der Gemeinde Seelbach Nachdem Johannes Benz, Sägemüller aus Kuhbach, in den ersten Jahren des 19. Jahrhunderts als Eigentümer ausgewiesen ist Dessen Sohn Carl Benz erweiterte die von seinem Vater betriebene Sägemühle mit den angebauten Mahl- und Stampfwerken Nach dem Tod von Carl Benz bewirtschafteten seine Söhne Karl und Ludwig die Mühlgewerke an der Schutter 1875 endete mit dem Tod der Brüder die Ära Benz Maria Anna Benz, die Witwe von Josef, verkaufte das Mühlenanwesen an Ludwig Schöttgen, der den Betrieb bis 1905 führte Dessen Sohn Karl konnte es allerdings nicht halten, so daß es im Wege der Zwangsversteigerung für 20.000 Goldmark im Jahr 1909 in den Besitz von Ludwig Glatz Seither in Familienbesitz, durchlief die Mühle wechselvolle Zeiten Die veraltete Technik von Sägewerk und Mühle hielt der Konkurrenz der im Industriezeitalter nicht stand Während die mit Wasserkraft betriebene Säge noch für kleinere Aufträge bis 1994 eingesetzt war wurde nach Ende des Zweiten Weltkriegs die Öl- und Getreidemühle stillgelegt In der Existenz bedroht, hielt sich der Vater des heutigen Besitzers mit Gefälligkeitsarbeiten und einer Apfelmosterei über Wasser Für Erhaltungsarbeiten der im Dornröschenschlaf versunkenen Mühle fehlte es an Geld Trotz aller Widrigkeiten stellte Eberhard Glatz, geschichtlich und technisch interessiert, Überlegungen an, das väterliche Erbe der Nachwelt zu erhalten So war es in erster Linie ihm zu verdanken, daß er auf eigene Kosten den aus Gengenbach stammenden Architekten Lehmann beauftragte Architekt Lehmann sollte eine Bauaufnahme der Mühlengebäuse fertigen So waren, als im Juli 1987 ein gewaltiges Hochwasser der Schutter das alte Mühlengebäude zum Einsturz brachte schon alle Pläne für den historischen Wiederaufbau vorhanden Doch galt es noch große Hürden zu nehmen, das löbliche Vorhaben zu realisieren Mithilfe von Kreis und Gemeinde konnte der Wiederaufbau 1988 beginnen Nach zehnjähriger Bauzeit war sie als funktionsfähige Museumsmühle wieder erstanden Wer über die Wehrbrücke geht, sollte an Kosten und Mühen denken, die zur Erhaltung erforderlich waren Noch stehen Wellen und Holzräder still, wenn wir nach dem Gang über die Wehrbrücke durch die kleine Tür das Mühlengebäude betreten Doch mit der Stille ist es rasch vorbei, als Eberhard Glatz, kundiger Museumsführer, das kleine Mühlrad in Bewegung setzt so daß die mächtigen Holzstößel der Gerstenstampfe mit Gepolter nacheinander in die ausgehöhlten Tröge fallen die dort eingebrachten Gerstenkörner von den Spelzen zu befreien, um sie dann zu schroten oder zu mahlen Die beim Wiederaufbau verwendeten Teile lassen den Schluß zu, daß die Gerstenstampfe zu den ältesten Einrichtungen der Mühle gehörte Die Welle hebt die in einem mächtigen Balken geführten Holzstößel in gleichmäßiger Reihenfolge Auf einem Podest gleich neben der Stampfe liegt waagrecht ein runder starker Bodenstein An einer senkrechten Achse, in der Mitte des Bodensteins und einem darüberliegenden Balken geführt Als sogenannter Kollergang hat er die Aufgabe, ölhaltiges Einsatzgut zu einem Brei zu zerquetschen Erschrocken weichen die zuvorderst Stehenden zurück, als nach Einschalten des Wasserradantriebs der senkrecht stehende runde Stein auf dem Bodenstein sich um die Achse zu drehen beginnt Als Muster bereitgelegt zeigt Eberhard Glatz ein Preßtuch, in welches der im Kollergang entstandene Ölbrei eingefüllt Man kann sich so richtig vorstellen, wie das Öl durch das Preßtuch quillt und in feinem Strahl in das Auffanggefäß rinnt



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Das ehem. Franziskanerkloster - Seelbach

Graf von der Leyen entschied sich für die Franziskaner Aber kommerzielle Gründe dürften dem Patronatsherrn die Entscheidung erleichtert haben Denn die Realisierung dieses Bauvorhabens sollte den Grafen keinen Pfennig kosten die Franziskaner wurden verpflichtet, auf eigene Kosten in der Gemeinde Schuttertal ein neues Pfarrhaus zu erstellen die Franziskaner wurden verpflichtet, auf eigene Kosten in der Gemeinde Schuttertal ein neues Pfarrhaus zu erstellen Briefe wechselten nun zwischen Innsbruck und Freiburg Im Herbst 1731(5) gab der bischöfliche Generalvikar die Bewilligung zur Gründung des Hospizes Aber die Regierung in Innsbruck versuchte erneut, die Angelegenheit zu sabotieren Sie gaben sich mit dem Einverständnis des Generalvikars nicht zufrieden und verlangten die Zustimmung des Bischofs von Straßburg Pater Adalbert Kleinhans von Kenzingen sprach daraufhin in Straßburg als Vermittler vor und hatte hierbei Erfolg Im Generallandesarchiv liegt heute das Bewilligungsschreiben des Oberhirten der Diözese Straßburg vom 13.11.1731 Es ist sehr umfangreich und beinhaltet zusätzlich 17 Anordnungen, die gewissermaBen als Statuten den Franziskanem auferlegt wurden Auch in einem Vertrag(7) zwischen Graf Carl Caspar von der Leyen und der Tiroler Ordensprovinz wurde das Vorhaben in einem Zwolf-Punkte-Programm fixiert: Die Tirolische Franziskaner-Provinz wird gemäß dem kaiserlichen Bauplan mit den Mitteln und Spenden der Wohltäter ein Klösterchen mit Garten und Wiesen errichten Im Kloster sollen 4 Patres und 2 Laienbrüder nach strengen Anweisungen seiner kaiserlichen Majestät und des hochwürdigen Herrn Bischofs wohnen Der Pfarrer in Seelbach soll mit allem, was der Pfarrei gehört, mit Rechten und Jurisdiktion in geistlichen und pfarrlichen Angelegenheiten, nach Schuttertal ziehen Die Patres sind verpflichtet, den Anweisungen des Ordinariats und des Offizialen Folge zu leisten Vom Tage der Besitznahme des Klosters in Seelbach sollen die Klosterfamilie in Kenzingen und andere Familien dieses Ordens auf die Almovensammlung im Gebiet Geroldseck verzichten Da mit der Besitznahme des Klosters die vorderösterreichische Klosterfamilie auf ihr bisheriges Recht, Almosen zu sammeln zugunsten Seelbachs verzichtet Wenn es dem Kloster Seelbach mangelt an Wein, Getreide, Oel usw., und die Freigebigkeit aller Wohltäter nicht ausreicht, soll die Klosterfamilie Kenzingen einspringen Fehlt es den Patres an Nahrung, Kleidung, soll die Tiroler Ordensprovinz helfen Wir wollen, daß sich das Almosensammeln im Gebiet Geroldseck beschränkt auf gewohnte Dinge Almosen dürfen außerhalb der Herrschaft Geroldseck nicht gesammelt werden


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Die Hammerschmiede im Litschental - Seelbach

Hier im Litschental arbeitet Hammerschmiedemeister Ludwig Fehrenbach nach wie vor unverdrossen täglich steht er in seiner rauch- und rußgeschwärzten Schmiedewerkstätte genau so, wie es ihm vor mehr als zweihundert Jahren seine Vorväter vorgetan und überkommen haben Doch es dürfte die Zeit abzusehen sein, in der auch in diesem niederen Raum das donnernde Pochen und laute Klopfen der Schmiedehämmer verstummt Werden Meister Fehrenbachs Söhne des Vaters herbes Werken und Schaffen weiterführen? Das ist bei der heutigen technischen Entwicklung kaum anzunehmen! landwirtschaftliche Gebrauchsgeräte wie Hacken, Hauen und Harken wurden unter dem lauten Klopfhammer hergestellt Industriell gefertigte Massenangebot haben längst die handwerkliche Qualitätsarbeit verdrängt Erstaunlich ist die immer noch bestehende Nachfrage im Landvolk Doch haben je nach ihrem Landschaftszipfel gerade bei Acker- und Feldgeräten ihre Besonderheiten an denen in konservativer Weise von den Ackersleuten und Bauern festgehalten wird Da der Kleinmengenbedarf und die so vielfältigen Modelle und Arten von Hacken, Harken und Karste noch exitiert erhält Schmiedemeister Fehrenbach, der letzte seiner Art im Schwarzwald, doch immer wieder Aufträge Ansonsten fertigt er Krummsäbel und Hellebarden, die sich über dem modernen Kaminfeuer einer Großvilla prächtig ausmachen mögen Niedrig und geduckt steht die alte Hammerschmiede am rechten Berghang des Litschentales Aus einem Stau fließt das Wasser aus einem gezimmerten Zulauf zum Mittelteil des Gebäudes, in dem sich gleich drei Wasserräder befinden
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Die Burg Hohengeroldseck auf dem Schönberg

  die Schönberg-Paßstraße zwischen Lahr und dem Kinzigtal beherrschend, zerstört seit 1689 Durch das unterste Burgtor (1) gelangt man in die Vorburg (2) Eine starke Futtermauer (3) sicherte den Burgweg außerhalb des Tores gegen den steilen Berghang und stand mit der äußeren Umwehrung der Burg durch Wall und Palisadenzaun in Verbindung welche die ganze Außenseite der Ringmauer (5) umgaben findet man heute nur noch allgemeine Umrisse, besonders südlich des Ruprechtsstockes (6) durch eine starke Toranlage gedeckt Durchschritt man diese 2,75 m weite Toröffnung so kam man in das Vorwerk (8), ein sich verengendes Trapez von 9 auf 4,5 m auf das Plateau der niederen Burg (9) führte. Dieses ist 95 m lang, 60 m breit und zum größten Teil in den Bereich der Ringmauer (5) eingezogen die ursprünglich 9 m hoch und 2,10 dick war. Sie hatte einen hölzernen Wehrgangaufbau in einer Höhe von 6,35 m und an geeigneten Stellen Erkerausbauten (Scharwachtürmchen) Am Nordwestzug der Ringmauer anstoßend stehen Reste von 2 Seitenmauern (10) ehemals ein zweigeschossiges Wirtschaftsgebäude, Südwestlich vom vorderen Palas sitzen in der Mauer abgebrochene Konsolsteine (5a) einer Steintreppe nach dem Wehrgange In der südlichen Kehre der Ringmauer sind Baureste des Ruprechtsstocks (6) erhalten Das an die nordöstliche Ringmauer angefügte Hofgebäude (11), mit einem Rundturm in der Mitte, war Wohnhaus für die Dienerschaft In der Mitte der niederen Burg (9) erhebt sich ein 6-8 m hoher Porphyrfelsen, auf welchem die eigentliche Bürg mit 2 Palassen das alte oder hintere Hus (12) und das neue oder vordere Hus (13) stend und in dem dazwischen gelegenen Burghof (14) zwei kleinere Wirtschaftsgebäude (15 und 16) mit leichterem Mauerwerk Den Aufgang zum eigentlichen Schloß bildete eine in der Nordecke beginnende Treppe (17) die zwischen dem hier dem Felsen vorgelegten Brunnenhaus (18) und der Nordmauer des neuen Hauses (13) emporführte und über eine Zugbrücke (19) hinüber rechts umbiegend in den Burghof (14) mündete Das Hauptaugenmerk wendet sich dem hinteren Palas zu Seine Längsseiten, innen gemessen, betragen ungefähr 24 m Außen ist die Höhe dieser 2-1m dicken Mauern vom Plateau bis zur Oberkante des Traufgesims nahezu 26 m  Die Gesamthöhe des Südostgiebels einschl. Felsen ist 33 m. Von der wirkungsvollen Abtreppung der Giebel sind am großen von 9 Stufen noch 7, am Schmalen von 6 noch 3 Stufen vorhanden Man betritt das Innere des vierstöckigen Ritterhauses durch ein spitzbogiges Tor von 2,30 m Höhe. Die innere Leibung der Tornische läßt durch Löcher und Rillen noch die alte Konstruktion der Torflügel erkennen Das Erdgeschoß umfaßte 5 Räume, kellerartig und zur Verteidigung, von denen der dem Treppenturm (20) benachbarte Raum nur von diesem und durch die zugemauerte Schlupftüre (14a) vom Burghof aus zugänglich war  Im zweiten Stock war die Ritterwohnung. Über der unteren Eingangstür (14b) beginnt, von Backsteinen gemauert, ein schmaler Schacht Das dritte Stockwerk scheint den eigentlichen Zwecken der Prunkentfaltung gedient zu haben Sie mußten bei der Restauration 1892-1901 durch Doppelsäulchen bzw. durch einen Granitpfosten gestützt werden Das oberste Geschoß enthielt Wohnräume für die Frauen. In der Südwestecke des alten Palas steht der runde Treppenturm (20), der in einem schlanken, achteckigen Helm endigte dessen unterste Quader mit dem energisch gekehlten Gesims sich noch vorfinden. Die obersten Reste der Ruine einschl. des Treppenturmes, auf dem der Turmhelm aufgesetzt war, ergeben aus einiger Entfernung gesehen mit dem Giebel des alten Hauses das Bild eines mächtigen Löwen in Lauerstellung Am Turm, sowie am Mas selber findet sich eine stattliche Anzahl Steinmetzzeichen welche denen am Storchenturm zu Lahr verwandt, In ihrer Form auf das 13. Jahrhundert hinweisen Gegenüber dem alten Hus erhob sich das neue (13), heute nur noch in den Grundmauern erhalten und hatte im umgekehrten Sinne die gleiche Form wie der hintere Palas Von der inneren Raumgestaltung fehlen, abgesehen vom Keller in der Nordwestfassa.de und der darüber liegenden Kapelle, alle weiteren Merkmale Auch in diesem Palas vermittelte ein Treppenturm (21) den Zugang zu den verschiedenen Stockwerken 1390 brannte dieser Palas durch Blitzschlag nieder und wurde wieder weit herrschaftlicher neu erstellt In das harte Urgestein hatte man einen 65 m tiefen Brunnenschacht gesprengt und darüber das Brunnenhaus (18) mit Verteidigungsanlage gebaut selbst wenn die ganze untere Burg, der Hauptaufgang und sogar der obere Burghof in Feindeshand waren Die Erbauung der Burg fällt in die Jahre der Frühgotik, also um 1250. Sie wurde während ihres Bestehend mehrmals belagert, so im Jahre 1426 und 1486 Die endgültige Zerstörung erfolgte durch die Franzosen 1689 Die Hohengeroldseck blieb von da an dem Verfall überlassen In den Jahren nach 1860 regte das Grhzgl. Bezirksamt Lahr erstmals Maßnahmen für die Erhaltung der rascher dem Untergang verfallenenden Ruine an
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Tretenhof - ehem. Meierhof der Geroldsecker Herren

Den Tretenhof oder - wie ihn die alten Urkunden nennen - den Hof im Trettenbach haben die Geroldsecker im 15. Jahrhundert planmäßig ihrem Besitz einverleibtDen Tretenhof oder - wie ihn die alten Urkunden nennen - den Hof im Trettenbach haben die Geroldsecker im 15. Jahrhundert planmäßig ihrem Besitz einverleibt einverleibt durch stückweisen Kauf von den Keppenbachern  Einer ersten Urkunde vom Jahre 1458 zufolge wurde damals der halbe Teil des Hofes von Geroldseck erworben Dies geschah unter Diebold I., wenige Jahre vor seinem Tod In der Folge wurde der Hof dann nach und nach an verschiedene Lehensmeier verliehen Die Bedingungen sind in einem alten Schriftstück niedergelegt und in elf Punkten zusammengestellt Die einzelnen Punkte, nach dem Hauptinhalt wiedergegeben, enthalten folgende Bestimmungen 1. Die Verlehnung soll auf neun Jahre geschehen und unkündbar sein, unter der Voraussetzung, daß der Meier 'sich recht hielte 2. Der Meier arbeitet 3. Das vorhandene Gerät soll der Meier entweder sofort bezahlen oder beim Abzug ersetzen. 4. Er soll jedes Jahr zwei bis vier Sester Reutfeld zugewiesen bekommen. Auf das gerodete Feld soll bis zum dritten Jahr kein Vieh getrieben werden. 5. Auch jedem ändern ist es bei Straf verboten, Vieh dorthin zu treiben. 6. Was beim Roden an Holz anfällt, soll dem Herrn gehören. 7. Die Zufahrtswege müssen frei bleiben und dürfen nicht gesperrt werden. 8. Holz für den eigenen Bedarf kann der Meier nur auf Anweisung des Försters zu Seelbach hauen. 9. Den Hof soll er in guter Ordnung halten und Ausbesserungsarbeiten auf eigene Kosten vornehmen. Er soll beizeiten ein Auge darauf haben, was in dieser Hinsicht zu tun ist. 10. Bauholz für Ausbesserungsarbeiten soll er nicht willkürlich hauen, sondern nur auf Anweisung des Försters hin. 11. Soweit eine Kündigung in Frage kommt, wird sie für beide Teile auf ein halbes Jahr festgesetzt. Was wir diesem Schriftstück entnehmen können, ist zunächst die Tatsache, daß Quirin Gangolf sich damals, 1566, nicht auf Geroldseck aufhielt Vielmehr Quirin Gangolf in Zweibrücken das Amt eines Statthalters in pfälzischen Diensten versah Der Meier mußte sich demnach schon tüchtig daranhalten, wenn er es auf dem Hof zu etwas bringen wollte Im übrigen drehen sich die weiteren Punkte in der Hauptsache ums Holz und ums Reutfeld Beim Holz könnte man sich über die kleinlichen Bestimmungen wundern, mit denen die Sache behandelt wird, vor allem wenn man bedenkt, daß wir uns mitten in einem Waldgebiet befinden Doch muß man hier an die damals häufig vorgebrachten Klagen erinnern, daß mit den Wäldern übel umgegangen wird, daß sie
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St. Peter und Paul - Kirche Wittelbach

Neben dem Burgheimer Kirchlein, das vor 900 Jahren - am 25. Juli 1035 durch den Straßburger Bischof geweiht wurde - ist das romanische Kirchlein von Wittelbach das ehrwürdigste kirchliche Baudenkmal der oberen Ortenau Die Weihe vollzog im Jahre 1132 Bischof Alrich von Konstanz, der seinen Lebensabend bei seinem Bruder, dem Abt Werner, im nahen Kloster Ettenheimmünster verbrachte Der greise Bischof hatte am 9. Juli des gleichen Jahres die Kirche in Dörlinbach, am 11. Juli desselben Jahres die Kirche in Schweighausen geweiht Aus romanischer Zeit stammen die Hauptteile: der massige Turm mit seinen mächtigen Strebepfeilern und die Mauern des eigentlichen Kirchleins  Im Turm schaut man schmale Mauerschlitze, die in Notzeiten vielleicht (wie in Burgheim) als Schießscharten benutzt wurden Aus romanischer Zeit stammen auch die Eingänge; zwei sind ringsum geschmückt mit einem sogenannten Aus frühester Zeit stammen wohl die gemauerten Altartische wie auch der mächtige Chorbogen In gotischer Zeit (in welcher u. a. die Lahrer Stiftskirche erbaut wurde) erhielt der Wittelbacher Turm reizvolle gotische Doppelfenster; das Chörlein erhielt ein Gewölbe mit sich kreuzenden Rippen, ein sogenanntes 'Kreuzgewölbe' Merkwürdig sind die vier Steinköpfe, auf denen die Rippen aufsitzen Drei davon strecken die Zunge heraus, wie die Wasserspeier am Straßburger und Freiburger Münster Die seltsamen Köpfe dürften auf ein Alter von etwa 600 Jahren zurückblicken  In gotischer Zeit wurden auch die Weihbrunnen am Eingangs [sic!] aufgestellt: damals erhielt der Turmgiebel ein durchbrochenes Steinkreuz Möglich, daß aus gotischer Zeit unter der Tünche (wie in Burgheim und Hausgereut) noch Malereien verborgen sind Aus der Barockzeit stammt außer dem Hauptaltar der Sakristei-Anbau Wie schutzsuchend lehnt er sich an die Ostmauer des wuchtigen Turmes an; er fügt sich harmonisch in das Baubild ein  In der Sakristei werden u. a. ein wertvoller, etwa 200 Jahre alter Augsburger Barockkelch aufbewahrt: auch alte Meßgewänder von bedeutendem Kunstwert Die schlichte Kanzel stammt aus dem 18. Jahrhundert Von den Glocken des Kirchleins stammt die eine aus dem Jahre 1681 Die erste zeigt in feiner Ziselierarbeit eine Kreuzigungsgruppe, eine Madonna sowie die Apostel Petrus und Paulus die zweite trägt die Inschrift: Daß ich gegossen wurde, dafür sorgte die Gemeinde Wittelbach! In ältester Zeit - das Dorf hieß damals Wittilunbach - hielten die in Schweighausen wohnenden Benediktinermönche jeden Sonn- und Feiertag Gottesdienst im damals neuerbauten Kirchlein 1419 hören wir erstmals von einem Wittelbacher Pfarrer, einem sogenannten Leutpriester Nachdem später die Geroldsecker die Wittelbacher Pfarrgüter an sich nahmen, wurde Wittelbach wieder Filiale von Schweighausen Die Seitenwände sind durch waagerechte rote Friese unterteilt. An der Nord- und Ostwand ist die Malerei noch gut erhalten
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Burgruine Lützelhardt auf dem seelbacher Hausberg

Ursprünglich dürfte die Burg der Sicherung der Passstraße ins Kinzigtal gedient haben Die südliche Ortenau geriet ab dem 11. Jahrhundert immer stärker in den Einflussbereich der Zähringer Auf dieses Geschlecht dürfte im frühen 12. Jahrhundert auch der Bau der Burg zurückgehen Bewirtschaftet wurde sie wohl von einem Zähringer Ministerialengeschlecht Es gibt jedoch nur wenige schriftliche Aufzeichnungen Im Zuge von Streitigkeiten zwischen den Staufern und den Bischöfen von Straßburg wurde die Burg wohl um 1245 von den benachbarten Geroldseckern, die der bischöflichen Partei angehörten, zerstört Danach übernahm man auf der neugebauten Burg Hohengeroldseck die Sicherung der Passstraße Im 12. Jahrhundert werden immer wieder Zähringer Ministerialen erwähnt, die den Namen „von Lützelhardt“ tragen Ein Zweig dieser Familie oder dieser Ganerbengemeinschaft stieg um die Mitte des 12. Jahrhunderts in die kaiserliche Ministerialität auf. Ein Konrad von Lützelhardt wurde einer der wichtigsten Beamten der staufischen Reichsverwaltung in Italien Für diesen wird der Name Mosca-in-Cervello oder Mosca-in-Cerebro (Mück-im-Hirn) überliefert Besonders während der Eroberung des Königreichs Sizilien durch Heinrich VI. war Konrad von Lützelhardt als Markgraf von Molise von zentraler Bedeutung als militärischer Führer Nachkommen dieses Konrad treten auch noch im 13. Jahrhundert auf und nennen sich de Lucinardo Sie treten bald in der Opposition zu Kaiser Friedrich II. auf. Im späten 13. Jahrhundert verliert sich ihre Spur Die drei Burgteile liegen auf drei unterschiedlich großen, bis zu 10 Meter hohen Felsen und waren ursprünglich wahrscheinlich durch eine Palisade verbunden Die aufgehenden Mauern der Burg gehen größtenteils auf Ausgrabungen und Rekonstruktionen der Jahre 1926 bis 1929 zurück Besonders eindrucksvoll sind die Reste des Haupthauses mit romanischen Palasfenstern und einem Drachenrelief. Im Innern der Hauptburg befinden sich eine mittelalterliche Zisterne und ein Schüttstein Zu Beginn des 18. Jahrhunderts lebte in Seelbach der Augustinermönch Lögler Dieser will an Ort und Stelle manches erfahren, aber auch manches gesammelt habend Er verarbeitete den Stoff nach  Um den  Ihr Vater hatte sie dem zwar älteren, aber reicheren Ritter Albrecht von Ortenberg zugesagt Bald nach der Eheschließung flüsterte Mathilde dem Ortenberger zu, daß sein sehnlichster Wunsch, bald einen Sohn zu bekommen, in Erfüllung gehen werde Der Lützelharter hatte von dem Glück des Ortenbergers erfahren und sah den günstigsten Zeitpunkt für Rache an Mathilde und Albrecht gekommen Um den Verdacht auf Hugo von Staufenberg, seinen Rivalen, zu lenken, dingte er um hohen Lohn einige Staufenberger Knechte und zog mit diesen in einer stürmischen Nacht vor die Burg Ortenberg Nach einem kurzen Kampf mit der Torwache drangen Diepolds Spießgesellen in Mathildens Schlafgemach ein, raubten die Frau, zündeten deren Lagerstatt an und schleppten Mathilde vor das Tor, wo Diepold sie in Empfang nahm und mit ihr in Richtung Bermersbach davonsprengte Zuvor hatte er den Schleier der Frau mit dem Blut eines getöteten Knechts getränkt und diesen wurden Hugo von Staufenberg und Albrecht von Ortenberg in das Drama mit-einbezogen Der Rachetod einer Gräfin Mathilde wurde eingebaut und ansonsten ordentlich auf die Tränendrüse gedrückt

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Hammerschmiede Lahr-Reichenbach & Heimatmuseum

Die ersten Werkzeuge, die der Mensch benutzte, waren aus Stein Stein war hart genug, um ein anderes Werkstück zu verformen Später lernte man verschiedene Metalle kennen, die ihrer Eigenschaften wegen leichter zu handhaben waren  Man kennt die Bronzezeit und die Eisenzeit, zwei Zeitalter, in welchen der Mensch gefundene Erze erkennen konnte und auch lernte, diese zu bearbeiten Das aus dem Erz gewonnene Eisen wurde zum stabilsten Material, das in allen Lebensbereichen verwendet werden konnte Es wurde zu Haushaltsgegenständen, Waffen und Werkzeugen, aber auch zu Zierrat und Schmuck verarbeitet Es erfordert Wissen und auch Geschicklichkeit, das Roheisen zu bearbeiten Auch in Reichenbach gab es immer Schmiedewerkstätten, wobei bei manchen der Ursprung nicht aufgeklärt werden kann So wird 1729 bei einem Heiratseintrag ein Dabei könnte es sich durchaus um einen Hofschmied gehandelt haben, der bei einem Hofbauern Geräte und Werkzeuge wartete und natürlich auch als Hufschmied tätig war Ob dieser Schmied in Verwandtschaft steht zu dem damaligen Schmied der Geroldsecker Waffenschmiede im Litschental, Michael Mayer, kann nur angenommen werden Um die gleiche Zeit - sicher vor 1730 - wurde die Hammerschmiede an der Schutter errichtet sie war wohl die größte Schmiede in Reichenbach Schon immer wird sie in Urkunden des Grundbuches als Hammerschmiede mit Schleifmühle und Gerstenstampfe bezeichnet  Die Wasserkraft wurde also nicht nur zum Antrieb der Schmiedehämmer benutzt, sie wurde auch zum Antrieb des Schleifwerks zum Schärfen oder Glätten der erstellten Werkstücke in Anspruch genommen oder um die Gerstenstampfe mit grobem Mahlwerk für Getreide in Betrieb zu setzen Die Hammerschmiede ist mit einem unterschlächtigen Mühlrad versehen, da heißt die Schaufeln des Mühlrades ragen in den Wasserlauf des Mühlkanals hinein Durch Hebelbetätigung kann das Hammerwerk aktiviert oder abgeschaltet werden Die Reichenbacher Hammerschmiede zeichnet sich aus durch drei verschieden große Schmiedehämmer Dort wurden vor allem Werkzeuge des alltäglichen Gebrauchs wie Äxte, Beile, Hacken und andere Geräte für den allgemeinen Bedarf hergestellt Jede Hammer-Schmiede hat ihr eigenes, einmaliges Markenzeichen zur Kennzeichnung der Werkstücke, die dort angefertigt wurden  Für unsere Hammerschmiede gilt als Kennung eine geschlossene Schmiedezange Erster nachgewiesener Hammerschmied war Johann Michael Freund, der am 5. März 1737 verstorben ist ein Sohn Franz Karl Anton Freund übernahm die Schmiede. Er heiratete 1753 Maria Anna Wacker, verstarb aber schon nach zehnjähriger Ehe Die zweite Ehe der Maria Anna Wacker währte nur ein Jahr und sie ging cine dritte Ehe mit Michael Hauri ein, einem Hammerschmied aus Kirchzarten Dieser führte die Hammerschmiede mehr als 25 Jahre weiter. Michael Hauri war es, der 1763 für die damals im Bau befindliche Kirche in Meißenheim in der Hammerschmiede das Turmkreuz herstellte Das Erbe seines Vaters übernahm Michael Freund etwa 1792. Im gleichen Jahr heiratete er die Tochter des Hammerschmieds im Litschental, Anna Fehrenbach Diese Ehe dauerte 17 Jahre und dic hinterbliebene Witwe nahm sich den Hammerschmied Johann Michael Wild aus St. Trudpert zum Ehemann Er führte das Geschäft in der Hammerschmiede fort und übergab 1835 das gesamte Anwesen, Schmiede mit sämtlichem Zubehör, Schleifmühle und Gerstenstampfe, Haus und beträchtliche landwirtschaftliche Flächen, an den jüngsten Sohn aus erster Ehe seiner Frau, an Johann Baptist Freund 'zu unwiderruflichem Eigentum'

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