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Sehenswertes Hohberg


Die Gemeinde Hohberg wurde am 1. Januar 1973 im Zuge der Gemeindereform aus den ehemals selbstständigen Gemeinden Diersburg, Hofweier und Niederschopfheim gebildet. Bereits am 3. Mai 1972 wurde die Gemeinde Hofweier in Hohberg umbenannt. Der Sitz der Gemeindeverwaltung befindet sich in Hofweier. Die Gemeinde ist eine Einheitsgemeinde ohne Ortschaftsverfassung. Der Gemeindename Hohberg wurde nach dem Namen einer kleinen Erhebung zwischen den drei Ortsteilen gewählt. Sie befindet sich ungefähr im Mittelpunkt der Gemeinde und ist von allen drei Ortsteilen zu sehen.

 
Zur Gemeinde Hohberg gehören folgende Ortsteile (ehemalige Gemeinden mit ihren Ortsteilen): Diersburg mit den Zinken Beim Schloss, Burggraben, Molkensumpf und Ruhbühl und den Höfen Meierhof, Schucken- und Fegerhof Hofweier mit dem Gehöft Marienhof und dem Wohnplatz Schwatterloch Niederschopfheim mit dem Gehöft Hexenmühle (Deckersche Mühle)

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Philipshof Diersburg

Roeder von Diersburg 03
Josef Bayer (Die Ortenau - Veröffentlichungen des Historischen Vereins für Mittelbaden (64/1984), Seite 302 - 303)

Bis 1633, dem Jahr, in dem die Burg Tiersperg von den Schweden zerstört wurde, war die Diersburg Wohnung der Herrschaft. Der damalige Burgherr und Senior Franz Sebastian Röder wohnte nach der Zerstörung in Straßburg und Plobsheim (Heimat seiner Frau). Nach dem Krieg mußten die Roeder, bevor sie an eigene Wohnungen denken konnten, als Patronatsherren sich dem Wiederaufbau ihrer zerstörten Kirchen und Pfarrhäuser widmen. Allmählich erst entstanden dann in schlichter Einfachheit im Dorf Diersburg, das nach dem Krieg ins Vordertal verlegt wurde, mehrere Röderhäuser.

So baute der Nachfolger des Franz Sebastian im Seniorat Georg Friedrich 1659 den später so genannten Philippshof, das Haus, das jetzt noch von der Familie Roeder bewohnt wird. Es liegt an der Verbindungsstraße nach Oberschopfheim und am Talbach, ist als Fachwerkhaus gebaut und wird im Dorf oft "das Schlößle" genannt.

Der Erbauer starb kinderlos, und seine Witwe verkaufte das Haus an den nachfolgenden Senior Jörg Wolf. Die Franzoseneinfälle in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts brachten viele Plünderungen. Daher verkaufte Jörg Wolf alle seine Besitzungen in Diersburg und zog nach Straßburg, wo er 1698 starb. Sein Sohn Egenolf Friedrich kaufte als neuer Senior das Haus zurück, es wurde auch von dessen Sohn Franz Ludwig bewohnt, dessen Witwe es 1757 an Christian Ernst verkaufte. Dieser hat das Haus umgebaut im selben Jahr. Nach dessen Tod kauft Philipp Ferdinand das Haus und baut es noch einmal um - nach ihm wurde es dann "Philippshof" genannt bis auf den heutigen Tag. Von ihm ging es 1820 auf den Sohn Philipp über und 1846 auf dessen Sohn Felix Wilhelm, der kinderlos 1891 starb. Am 18.2.1892 wurde das Majorat "Haus Diersburg" errichtet und am 28.4.1892 vom Großherzoglichen Haus bestätigt. Der Philippshof und das nun damit verbundene Majorat ging von Felix Wilhelm an dessen Vetter Egenolf über, dessen Nachkommen bis auf den heutigen Tag im Besitz von Haus und Majorat sind.

Über die Roeder von Diersburg  arrowRight

Baader, Emil: Im Zeichen des gestürzten Adlers... - Beziehungen der Röder von Diersburg zu Burgheim und Lahr (Der Altvater, 24.7.1953)

Die Freilegung der aus gotischer Zeit stammenden Röderschen Grabplatte mit dem gestürzten Adler (im Burgheimer Kirchlein) ist uns Anlaß, an die mannigfachen Beziehungen des Hauses Röder von Diersburg zu Burgheim und Lahr zu erinnern.

Bereits die Vorgänger der Röder von Diersburg, die Ritter von Thiersperg, hatten Beziehungen zu Lahr. Von Adligen, die in Lahr wohnten, weil sie entweder das Schultheißamt oder die Vogtei dort verwalteten oder weil sie dort begütert waren, nennt Ruppert die Ritter Heinrich und Hermann von Thiersperg. Die Thiersperg waren ein Dynastengeschlecht. Erstmals hören wir im Jahre 1197 von einem Waltnerus de Thiersperg, der im Jahre 1207 noch lebte. Mit Ludwig von Thiersperg, der im Jahre 1278 einen Hof in Friesenheim an das Kloster Schuttern vergabte, starb das Geschlecht aus. Nach mannigfachem Besitzwechsel verpfändete Markgraf Karl von Baden im Jahre 1455 seinem Lahrer Amtmann Andreas Röder Schloß Thiersburg um 1600 Gulden. 1463 belehnte Markgraf, Karl den Andreas und Egenolf Röder mit Schloß und Zubehör; 1476 erneuerte Markgraf Christoph das Lehen. Die Röder blieben von nun an im Besitz von Burg und Dorf und nannten sich fortan Röder von Diersburg. Sie haben heute noch ihren Wohnsitz im Diersburger Schloß; auch die Ruinen der alten Burg "Thiersrperg" gehören ihnen.

Zahlreiche Mitglieder des Hauses wohnten zeitweise in Lahr. Am Sonnenplatz stand der "Eselshof", der ihnen gehörte. Zahlreiche Mitglieder des Hauses fanden ihre letzte Ruhestätte in der Burgheimer Kirche und bei der Stiftskirche zu Lahr:

1. Heinrich Roder, gest. am 10. Juli 1432. Seine Grabplatte im Burgheimer Kirchlein wurde erst im Juli 1953 entdeckt, 521 Jahre nach seinem Tod. Die Grabplatte nennt ihn "collator", d. h. Lehensherr. Von seinem Leben wissen wir nichts Näheres. Der Name Roder erinnert daran, daß das Geschlecht von der Burg Rode bei Achern, auch Hohenrode oder Brigittenschloß genannt, stammt. Damals schon führten die Roder, die Vorfahren der Röder von Diersburg, den gestürzten Adler im Wappen. In jener Zeit war die Burgheimer Kirche noch Pfarrkirche für Lahr. Sie hatte noch ihre alte Form; der spätgotische Westteil wurde erst um 1455 angefügt.

2. Bestattet wurde in Burgheim auch der am 10. März 1484 verstorbene Andreas Röder, der in Lahr Amtmann des badischen Markgrafen Karl gewesen war. Sein Grabmal wurde bis jetzt nicht gefunden. Er wurde als Sohn des Ludwig Roder von Renchen 1408 zu Straßburg geboren. Wie die Rödersche Stammtafel berichtet, beteiligte er sich an einem Ueberfall auf genuesische Kaufleute. Bei der Belagerung von Laufenburg zeichnete er sich 1443 als Hauptmann aus. Drei Jahre später nahm er any der Hochzeit des Markgrafen Karl teil; 1448 erwarb er Güter im Oberelsaß, so in Sennheim; 1454 "Laienzehntanteile" in Meissenheim. Im gleichen Jahre wurde er Amtmann des Markgrafen Karl über dessen Anteil an der Herrschaft Lahr. Er erwarb die Hälfte der Herrschaft Diersburg und trug sie als "erster Senior" des Geschlechtes vom Markgrafen Karl zu Lehen. 1455 erwarb er ;den "Eselshof" zu Lahr. Er bestand aus Haus, Hof und Garten und war mit einer Ringmauern umgeben. Er lag, nach den Forschungen von Adolf Ludwig, am Sonnenplatz. 1463 wurde er, gemeinsam mit Egenolf, mit der ganzen Herrschaft Diersburg belehnt. Er kämpfte unter Erzherzog Sigismund in den Jahren 1467/68 gegen die Eidgenossen. 1468 wurde er auf dem Neuenburger Landtag vorderösterreichisches Ständemitglied. 1471 erwirkte er die Freilassung des Landvogtes Peter von Hagenbach. Seinen beiden Söhnen hinterließ er Güter in 24 Ortschaften.

In Burgheim fand auch seine Gemahlin (gest. am 3. März 1484) ihre letzte Ruhestätte: Margarete Volker von Sulzbach, Tochter des Hans Volker, der ein Haus zu Lahr besaß.

3. Letzter des Geschlechtes, der in Burgheim begraben wurde, war Anton Rodder zu Neuweier, Sohn des Wilhelm Rodder von Renchen (die Sehreibweise des Namens wechselt oft). Anton Rodder nahm in den Jahren 1451, 1480 und 1481 an Turnieren in Heidelberg teil. Am 20. Januar 1485 schenkte er den Kirchensatz und die Pfründe der Burgheimer Pfarrkirche an das Kapitel Lahr. Am 14. Januar 1490 sagte er dem Markgrafen Christoph von Baden das '"Burgheimer Manngeld" von 20 Gulden auf. Anton war Mitglied der Ortenauer Adelsvereinigung. Er starb vor dem 12. Dezember 1498. Sechs Jahre zuvor hatte die Burgheimer Kirche aufgehört, Pfarrkirche von Lahr zu sein. Auch seine bereits 1585 verstorbene Gattin Eva Widergrün von Staufenberg wurde in Burgheim begraben.

4. Bei der Stiftskirche zu Lahr wurde im Jahre 1506 Ludwig Röder von Diersburg bestattet, Sohn des Amtmanns Andreas Röder. Er nahm im Gefolge des Markgrafen Karl 1471 am Reichstag zu Regensburg teil. Vom Markgrafen Christoph von Baden wurde er am 28. 6.1490 mit einem "Manngeld" von 20 Gulden und dem "Kirchsatz" (Patronat) zu Burgheim belehnt. Am 1. März 1485 kaufte er das väterliche Haus zu Lahr, den "Eselshof". Achtmal nahm er an Ortenauer Rittertagen teil. 1501 kam er in den großen Kirchenbann, wurde aber noch im gleichen Jahr davon freigesprochen. 1504 war er Taufpate der Gräfin Alexandra zu Fürstenberg. Sein Grabmal in Lahr ist nicht erhalten. Seine Gattin war Agnes Rohart von Neuenstein, die Stieftochter des Martin von Blumenegg. Seine Tochter Adelheid heiratete 1506 Christoph von Remchingen, der 1508 als markgräflicher Amtmann zu Lahr genannt wird. Sein Sohn Dietrich gehörte zu den 60 Gewappneten des Bischofs von Straßburg, die am bayerischen Erbfolgekrieg teilnahmen.

5. Auch der zweite Sohn des Amtmanns Andreas Röder, Hans Röder von Diersburg, wurde in Lahr bestattet. Im Jahre 1452 zu Gengenbach geboren, stand er 1470 im Aufgebot der vorderösterreichischen Landschaft mit sechs Pferden im Lager zu Ensisheim auf Seiten des Peter von Hagenbaeh. 1480 hatte er Jagdstreitigkeiten mit Diebold von Geroldseck, der ihm nach dem Leben trachtete. 1483 nahm er im Gefolge des Bischofs von Straßburg am "Gesellenstechen" in Offenburg teil. Als "zweiter Senior" des Geschlechts wurde er mit dem markgräflichen Lehen in Diersburg mitbelehnt. Am 1. März 1485 verkaufte er sein mütterliches Haus zu Lahr seinem Bruder Ludwig. 1486 stand er als kurpfälzischer Gefolgsmann vor Geroldseck. Diebold von Hohengeroldseck hatte 60 Knechte gedingt, die ihn meuchlings töten und seine Burg ausrauben und anzünden solten. Als Gerichtsherr des Dynastensitzes Diersburg bestätigte er 1487 fünf Todesurteile, ferner zwei Todesurteile über Hexen. 1493 nahm er sich eines seiner Untertanen gegen den Pfarrer von Reichenbach an. Der flüchtige Pfarrer erwirkte einen Bannkrieg gegen Hans und seinen Bruder Ludwig. Beide wurden mit dem großen Kirchenbann belegt. Die Absolution erfolgte am 3. Juni 1501. Hans Röder starb 15Ï5 in Diersburg. Während er in Lahr bestattet wurde, fand seine Gattin Anna Zum Weiher Schnewelin (gest. 1517) im Kreuzgang zu St. Stefan in Straßburg ihre letzte Ruhestätte.

6. In Lahr wurde ferner beigesetzt Klaus Röder von Diersburg, ein Sohn jenes Egenolf Friedrich Röder von Diersburg, der Stättmeister zu Straßburg gewesen war und dort (wie auch in Diersburg) die Reformation einführte. Klaus, 1541 in Straßburg geboren, nahm 24mal an Ortenauer Rittertagen teil. Im Jahre 1592 wurde er mit einem Haus zu Lahr, einem nassauischen Lehen, dem Wittum seiner zweiten Frau Anna Franziska Stein vom Reichenstein, belehnt. In erster Ehe war er mit Juliana von Stulz verheiratet, die 1582 in Lahr starb. Sie hatte ihre Jugend auf Schloß Meßkirch verlebt (ihr Grabmal in Lahr ist erhalten: Stein Nr. 28 des Denkmalshofes). Die zweite Gattin war die Witwe des nassauisehen Amtmanns Johann Matthäus Mußler (begraben zu Lahr; Stein Nr. 17 des Denkmalhofes). Das Mußlersche Anwesen lag in der Dingïinger Vorstadt, neben dem "großen Adelsgarten".

7. In Lahr starb ferner Georg Friedrich Röder von Diersburg, der in den Jahren 1634/35 als Lahrer Amtmann, ferner in den Jahren 1637, 1638 und 1642 als Lahrer Oberamtmann genannt wird. Nachdem er sein Amt niedergelegt hatte, wurde er im Herbst 1659 abermals zum Oberamtmann berufen. Er war ein Enkel des berühmten Straßburger Stättmeisters Egenolf von Röder. Sein Vater Jörg Röder von Diersburg war zunächst Deutschordensritter, trat aber dann aus dem Orden aus und ließ sich als Bürger in Offenburg nieder. Georg Friedrich Röder kaufte am 30. Oktober 1657 das Gültgut zu Mietersheim. Mit Maximilian Stürtzel von Buchheim unternahm er eine große Reise. Diese führte über den St. Gotthard nach Pavia, Rom, Syrakus, Malta und zurück über Neapel, den Brenner und Augsburg nach Offenburg (im Jahre 1616). Georg Friedrich war vermählt mit Sabine vom Stein von Reichenstein.

8. In Lahr starb im Jahre 1685 Karl Johann Röder von Diersburg. Zu Durlach geboren, studierte er in Straßburg. Er wurde Gräflich-Nassau-Saarbrückenscher Geheimer Rat zu Idstein. Als solcher unterzeichnete er zu Nürnberg den Westfälischen Friedensschluß vom 26. Juni 1650, an den ein Oelbild von Joachim Sandrart im Nürnberger Rathaussaal erinnert. Er war Besitzer eines Hauses in Lahr und "neunter Senior" des Geschlechts. Er lebte bis 1678 in Lahr, später in Hanau. Sein Bildnis, eine Zeichnung von Sandrart, befindet sich im Germanischen Museum zu Nürnberg. Vermählt war er mit Hélène Sibylle von Westernhagen. Sein Sohn Friedrich Wilhelm Röder von Diersburg, 1674 zu Lahr geboren, war Page des Grafen zu Leiningen-Grünstadt, später Hessen-Kasselscher Hofrat, dann stand er in französischen Militärdiensten. Er kämpfte mit im Spanischen Erbfolgekrieg, wohnte der Belagerung von Hansu bei. Er war Mitbesitzer von drei Gültgütern zu Lahr, Kürzell und Niederschopfheim. Gestorben in Diersburg 1775, wurde er in Hugsweier begraben, wo ein Grabmal mit 16 Ahnenwappem an ihn erinnert. Seine Gattin Eleonore von Lehrbach starte 1736 in Darmstadt.

9. Im Jahre 1716 starb in Lahr Eva Susanne Röder von Diersburg, geborene Zorn von Plobsheim, Gattin von Jörg Wolf Röder von Diersburg. Jörg Wolf war "zehnter Senior" des Hauses. In der Straßburger Gesandtschaft nahm er 1653 am Reichstag zu Regensburg teil Zu seiner Zeit wurde das Diersburger Schloß von den Franzosen mit Pulver gesprengt, das Dorf selbst 1668, 1675, 1676 und 1677 geplündert. Der Plünderungen wegen verkaufte er seine Besitzungen in Diersburg und zog in sein Haus zu Straßburg, wo er 1698 starb. Eva Susanne hinterließ, wie die Rödersche Stammtafel berichtet, ein Originalbruchstück des Nibelungenliedes auf Pergament aus der Mitte des 16. Jahrhunderts.

10. Ein Sohn des Jörg Wolf Röder von Diersburg war Egenolf Friedrich Röder von Diersburg, der 1740 in Diersburg starb, aber zu Lahr begraben wurde (Stein Nr. 23 im Denkmalshof). Er machte in der adeligen Leibgarde des Markgrafen Ludwig Wilhelm vier Feldzüge gegen Frankreich mit, auch kämpfte er gegen die Türken. Als "dreizehnter Senior" ließ er 1739 das letzte Todesurteil in Diersburg vollziehen. Seine Gattin Maria Pistorius von und zu Nidda-Reichenweier starb 1727 in Offenburg, wurde aber in Lahr bestattet (Stein Nr. 23 des Denkmalshofes).

11. Als letzter Angehöriger des Geschlechtes, der in Lahr bestattet wurde, sei Ludw. Egenolf Röder von Diersburg genannt. 1760 zu Diersburg geboren, studierte er Forstwissenschaft in Stuttgart; als Hauptmann stand er in herzöglich-württembergischen Militärdiensten. Er vermählte sich 1800 mit Maria Magdalena Stöhr aus Dinglingen, Tochter des Jakob Stöhr und der Ursula Mößner. Er starb am 27. April 1815 in Lahr. Dort fand er seine Ruhestätte, ebenso die vier früh verstorbenen Kinder: Charlotte (gestorben 1805), Friederike (gest. 1807), Wilhelmine (gest. 1810) und Karl Ludwig gest. 1813). Seine Gattin starb 1851 in Karlsruhe.

Heutiger Senior des Hauses ist Albert Freiherr Röder von Diersburg (geboren 1876), vermählt mit Annie Freiin von Rotberg.

Quelle: Stammtafeln der Röder aus der Ortenau. Mit Nachrichten über namensverwandte Geschlechter, bearbeitet von den Freiherren Ferdinand und Hermann Röder von Diersburg und Ottmar Freiherr von Stotzingen. Heidelberg 1914.



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Burgruine Diersburg

Die Schweden hatten bereits die Dörfer Berghaupten und Diersburg überrannt und stürmten jetzt auf das Schloß Diersburg zu. Angstvoll flüchteten die drei Edelfräulein, die schutzlos auf der Burg weilten, auf den Söller, um sich dort zu verstecken
Einer Bergtour bedarf es nicht, um die Ruine Diersburg zu besuchen. Vom Rathaus Diersburg das "Hintertal" hinauf und in die Schlossgasse führt ein ordentlicher Fahrweg ohne Zugangsbeschränkung und einen Parkplatz findet man am Wegesrand. Dies bedeutet jedoch nicht, dass nicht "gekraxelt" werden muss, will man die ganze Ruine besichtigen. 

Steile und "buckelige" Treppen führen hinauf zu den beiden ehemaligen Palas und eine gewisse Sturzgefahr ergibt sich besonders dann, wenn nasses Herbstlaub Weg und Treppen bedeckt. Vorsicht ist bei der Begehung immerhin geboten.

Weit weniger gefährlich dürfte das Gelände für die beiden tierischen "Burgwächter" sein, welche mich auf meiner Fototour begrüßten. Wie aus dem nichts standen da auf einmal eine schwarze und eine weiße "Gais" vor mir. Die schwarze demonstrierte Desinteresse und die weiße wartete auf Streicheleinheiten.

Unterhalb der Burgruine ist eine kleine Zucht und in diesem weitläufigen Tal besteht offensichtlich kein Problem darin, den Tieren freien Lauf zu gewähren.

Die Webseite Burgenarchiv beschreibt die Burgruine Diersburg kurz, wie folgt:

Die Diersburg liegt auf einem Felsen im abgelegenem Tal des Talbachs. Der Zugang erfolgte über die Nordseite mit einem vorliegedem Vorwerk, das die Burg nach Osten hin zum Halsgraben verteidigte und teilweise noch existent ist. Vorwerk und Kernburg waren durch einen Torzwinger verbunden.

Die Kernburg bestand aus zwei Palas, die an der West- und an der Ostseite lagen. In der Mitte war ein großer Hof mit einem Brunnengebäude. Umgeben war die Kernburg von einer Ringmauer, die mehr als zwei Meter dick war und somit in alle Richtungen als Schildmauer diente. Eine Zwingeranlage mit ausstehenden Schalentürmen umrahmte die Kernburg und machte ein direktes Belagern schwer. Der östliche Palas ist zum größten Teil nicht mehr erhalten. Buckelqadersteine deuten auf einen gewissen Reichtum des Erbauers hin. Die Überreste des östlichen Palas beruhen auf Grundmauern. Zum westlichen Palas steigt das Niveau des Erhalts an. Der südliche Teil der Ringmauer ist größtenteils noch vorhanden und geht nahtlos in den westlichen Palas über. Der westliche Palas weist noch zahlreiche alte Elemente auf. In den oberen Stockwerken sind restaurierte Fenster, Balkenlöcher und kleine Details zu finden. Das ehemalige Eingangstor zur Burg zwischen den beiden Palas ist nicht mehr vorhanden.

Burg Diersburg gehört zu einem seltenen Burgtypen. Im Mittelalter war der Bau zweier Palas und das Weglassen eines Bergfrieds eine Seltenheit. Leider ist unklar wie hoch einst die Palas waren. Es könnte sich unter Umständen um zwei größere Wohntürme gehandelt haben, ähnlich wie bei Hohengeroldseck.

Über die Burg Tiersberg arrowRight

Und eine umfassende Historie erschien 1964 in der Beilage "Altvater" der Lahrer Zeitung von Peter Gutmann:

Gutmann, Peter: Not und Plünderungen in Schloß Diersburg: Der Stein zu Tiersperre (Der Altvater, 28.3.1964)

Die Kernburg bestand aus zwei Palas, die an der West- und an der Ostseite lagen. In der Mitte war ein großer Hof mit einem Brunnengebäude. Umgeben war die Kernburg von einer Ringmauer, die mehr als zwei Meter dick war und somit in alle Richtungen als Schildmauer dienteSchüsse krachten unten im Tal. Der Himmel färbte sich blutrot von den Flammen der brennenden Gehöfte. Verzweifelte Anwohner suchten sich vor den anstürmenden Feinden in die nahen Wälder in Sicherheit zu bringen. Doch vergeblich sehnten sie ein schnelles Ende des furchtbaren Dreißigjährigen Krieges herbei.

Die Schweden hatten bereits die Dörfer Berghaupten und Diersburg überrannt und stürmten jetzt auf das Schloß Diersburg zu.

Angstvoll flüchteten die drei Edelfräulein, die schutzlos auf der Burg weilten, auf den Söller, um sich dort zu verstecken. Ihr Vater, Ritter Edelbert, hatte sich als pflichtbewußter Ritter dem kaiserlichen Heer angeschlossen; ihre Mutter war kurz zuvor gestorben. Doch das Schicksal der drei Burgfräulein war besiegelt: Ein treuloser Diener verriet kurz nach Mitternacht den betrunkenen Soldaten das Versteck auf dem Söller. Mit Aexten hieben sie das Tor in Stücke. In höchster Verzweiflung stürzten sich die drei unglücklich Eingeschlossenen aus dem Fenster in den Burggraben, um der Schmach und Schande zu entgehen.

Noch in unseren Tagen sollen am Weihnachtsabend drei weiße Gestalten die Burgruine umschweben, wer ihre wie Harfenklänge tönenden Klagen vernimmt, soll bald einen Todesfall in der Familie zu beklagen haben ...

Diese Sage spinnt der Volksmund um jene alten Gemäuer am hinteren Ende des Tales bei Diersburg. Was man über die Vergangenheit der Diersburg weiß, ist in der Tat eine Geschichte der Not und der Plünderungen. Vermutlich schon im elften Jahrhundert von den Edelfreien von Tiersperc, einem Zweig des Dynastengeschlechts von Hohengeroldseck, erbaut, gelangte das Schloß 1279 durch Erbschaft an die Edelfreien von Schwarzenberg. "tiers" wird abgeleitet von dem altdeutschen Wort "tior", d. h. Hinde = Hirschkuh. Also bedeutet "tiersperc" und das daraus hervorgegangene Wort "Diersburg" soviel wie Hirschberg = Hindenburg. 1392 kamen Teile der Burg an die Edelfreien von Ettendorf; im Lauf der folgenden Jahre gingen weitere Teile durch Kauf an den Markgrafen von Baden und an Hummel von Staufenberg über. Der "Stein zu Tiersperc" war somit ein Ganerbenhaus geworden.

In der ersten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts verkauften Burkhard Hummel von Staufenberg und seine Ehefrau Else Röder von Rodeck ihre Anteile an Markgraf Jakob von Baden, der von 1448 ab der alleinige Besitzer war. 1455 kaufte Andreas Röder. markgräflicher Amtmann der Herrschaft Lahr, eine Hälfte der Herrschaft Diersburg und 1463 mit seinem Vetter Egenolf zusammen die andere Hälfte. Andreas trug sie als ersten Senior dem Markgrafen Karl von Baden zu Lehen.

Beim ersten Burgtor errichtete Andreas Röder 1471 die Schloßkapelle, für die Bischof Ruprecht von Straßburg die Erlaubnis zum Messelesen erteilte. Burg und Herrschaft blieben fortan ununterbochen [sic!] im Besitz der Familie Röder, und zwar 1856 als badisches Lehen, später als Stammgut "Schloß Diersburg" und seit 1919 als Familiengut.

Der Dreißigjährige Krieg brachte eine Zeit voller Not und Heimsuchung für das Schloß. Fünf Plünderungen hatte es auszuhalten. Die zweitletzte wurde von Hornschen Reitern ausgeführt. Der Schloßherr Franz Sebastian Röder wurde bis aufs Hemd ausgezogen, schwer mißhandelt und mußte barfuß die Flucht nach Lahr ergreifen. Die Kaiserlichen plünderten dann das Schloß 1639, so daß es bei Friedensschluß 1648 nur mehr eine Ruine ohne Dach war. Man wollte es zwar wieder aufbauen; doch scheiterte dieser Plan an Geldmangel. Vielleicht war das gut so; denn bereits 1668 zerstörten französische Soldaten alles, was noch erhalten war, mit Pulver.

Thiersberg, später Diersburg arrowRight

Ueber hundert Jahre später trug man dann noch die südöstliche Mantelmauer ab, um die Steine für andere Bauten zu verwenden.

Macht man heute einen Rundgang durch die Burganlage, so betritt man sie über einen schmalen Wiesenweg von der Vorderseite her; früher gelangte man jedoch nur über den Eingang an der Rückseite in die Burg. Wegen der höheren Berge in der Umgebung mußte die Burg besonders stark befestigt sein: Durch den rückwärtigen Eingang erreichte man zunächst einen Hügel mit den Wirtschaftsgebäuden und Stallungen, der von der eigentlichen Burg durch einen Wassergraben abgetrennt war. Die Mulden des Fischteichs und des Burggrabens sind heute noch zu sehen; darüber führte einst eine Brücke, deren Strebepfeiler noch zu erkennen sind, zum ersten Burgtor. Es lag in einem Turm, der außerdem das Stübchen des Burgvogts und die Schloßkapelle beherbergte.

Vom Eingangsturm geht man auf leicht ansteigendem steinigem Weg, dem äußeren Zwinger, der der ganzen Länge nach unter dem eigentlichen Schloß hinlief, zum zweiten Eingangsturm, an den sich - einst - ein gedeckter Gang mit einer Fallbrücke zum Haupttor des Schlosses an der Längsseite der Umfassungsmauer anschloß. Das Haupttor gibt den Weg frei in den kleinen inneren Zwinger, in dem ein in den Felsen gehauener Ziehbrunnen auffällt. Die hohe Mauer zur Rechten gehört zum Palas des Altbaues, die Mauerreste zur Linken sind die Ruinen des Palas des Neubaues (der schon 1455 so genannt wurde). Beide Bauten verband ein gedeckter Gang, vor dem der Ziehbrunnen lag.

Der turmartige Altbau hatte vier Stockwerke; in den unteren beiden waren die Lichtöffnungen schmal und schießschartenähnlich, während der dritte Stock richtige Fensteröffnungen besaß. Hier mag die Wohnung des Burgherrn und seiner männlichen Dienstleute gewesen sein, während sich die Gemächer für die weiblichen Angehörigen der Burg offenbar im vierten Stock befanden. Die Grundmauern waren bis zu elf Fuß dick.

Der Neubau lehnte sich an den Mantel, die Hauptschutzmauer gegen die Bergseite, an. Diese Mauer war wohl so hoch, daß sie die Stelle des Bergfrieds versah und das Schloß wie einen Mantel verdeckte. Ihre mächtigen Quadersteine verwendete man später zum Bau des Hofweierer Kirchturms. Heute bietet der Weg über die Mauerreste vor uns einen reizvollen Blick hinunter ins Diersburger Tal, auf die Schwarzwaldvorberge und bei günstigem Wetter über die Rheinebene hin bis zu den Vogesen.

Einer Notariatsurkunde aus dem Jahre 1611 zufolge enthielt das Schloß zu jener Zeit fünfzehn Stuben und Kammern ohne die sonstigen Räume.

Das eigentliche Schloß einschließlich der 2,7 Meter dicken Umfassungsmauer hatte eine Länge von 45 Metern und eine durchschnittliche Breite von fünfzehn Metern. Um die Umfassungsmauer lief ein starker gedeckter Wehrgang. Doch alle Mauern konnten nicht viel helfen. Der Krieg war stärker.



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Marienhof Hofweier


die ortenau - Otto Kähni - 1956 111 - 116

Zum 100jährigen Bestehen des freiherrl. zu frankensteinschen Marienhofs in Hofweier Erst 1836 unterbreitete Schuck seiner Herrschaft einen Bericht. In diesem wies er darauf hin, daß im Dorf Hofweier wohl noch ein herrschaftliches Haus stehe. Dieses werde aber auf die Dauer nicht ausreichen; denn das Gut könne wesentlich vergrößert werden

Der Reisende, der mit der Bundesbahn von Offenburg nach Lahr fährt, erblickt, wenn er die Station Schutterwald hinter sich hat und in östlicher Richtung schaut, in nächster Nähe ein großes Gehöft. Es ist der Marienhof der Freiherren zu Franckenstein. Dahinter, am Rande der Vorhügelzone, liegt das Dorf Hofweier, dessen Kirche sich weithin sichtbar auf einem Bergvorsprung erhebt. Von Westen her macht der Hof fast den Eindruck einer Verteidigungsanlage. Die Fenster muten wie Schießscharten an. Die sich nach Osten öffnende Anlage wird durch das Wohnhaus abgeschlossen. Die Freiherren von Franckenstein waren bis 1805 die Herren eines ritterschaftlichen Zwergstaates, der aus Hofweier, Niederschopfheim und einem Teil von Schutterwald bestand und nach einem Schlößchen auf der Gemarkung Hofweier (südlich vom Marienhof) den Namen "Binzburg" führte. Die Gründer des kleinen Territoriums waren die Ritter von Bach (1530). Von diesen hatte sich die Herrschaft Binzburg über die ritterschaftlichen Familien v. Cronberg, Dalberg, Bettendorf und Erthal auf die Freiherren von Franckenstein vererbt. Durch die Mediatisierung verloren diese die orts- und gerichtsherrlichen Befugnisse, blieben aber im Besitz ihrer grundherrlichen Rechte. Die bedeutenden Liegenschaften, die sie noch heute in den drei Dörfern besitzen, sind zum größten Teil verpachtet.

In Hofweier besaß die Herrschaft einst fünf Hofgüter. Das größte war das Rot- oder Binzhofgut. Es lag im westlichen Teil der Gemarkung. Wie das erste Bestimmungswort andeutet, war es durch Rodungen entstanden. Es umfaßte 155 Morgen Ackerland und 31 Morgen Wiesen. Ein Teil stand im Eigenbetrieb der Herrschaft und war von der Binzburg, einem befestigten Edelhof, aus bewirtschaftet worden. Am Anfang des 18. Jahrhunderts lag das Schloß in Trümmern. An einen Wiederaufbau dachte man nicht mehr. Die zwecklos gewordenen Steine hatten 1764 beim Neubau der Hofweierer Pfarrkirche und 1807 bei dem Bau des herrschaftlichen Amishofes in Offenburg (später Staatl. Gesundheitsamt und im 2. Weltkrieg zerstört) Verwendung gefunden. Die Herrschaft vermißte nun für ihren ausgedehnten Grundbesitz doch einen wirtschaftlichen Mittelpunkt. Im Juli 1826 teilte Freiherr Anselm von Franckenstein in Ullstadt (Oberfranken) seinem Amtmann Franz Joseph Meister die Absicht mit, die Güter in Hofweier zu vereinigen und einen Ökonomiehof zu errichten.

Er gab ihm den Auftrag, einen günstigen Platz auszusuchen, einen Plan und ein Gutachten einzureichen und sich nach einem Pächter umzusehen. Meister starb aber am 29. Oktober desselben Jahres. Sein Nachfolger wurde der Rechtspraktikant Jakob Schuck. Dieser stammte aus Mainz, wo sein Vater die Rheinmühle betrieb, und vermählte sich 1828 mit Barbara Neundorfer, der Tochter eines Würzburger Kaufmanns. Erst 1836 unterbreitete Schuck seiner Herrschaft einen Bericht. In diesem wies er darauf hin, daß im Dorf Hofweier wohl noch ein herrschaftliches Haus stehe. Dieses werde aber auf die Dauer nicht ausreichen; denn das Gut könne wesentlich vergrößert werden. Die Herrschaft besitze große Waldungen. Durch Rodungen könne man das Gut auf einen Umfang von 300 Morgen bringen. Aus diesem Grunde sei es ratsam, ein neues Wirtschaftsgebäude zu erstellen. Dazu müsse jedoch ein beträchtliches Kapital aufgewendet werden. Da die Preise für die Baumaterialien damals stiegen, nahm die Herrschaft von der Ausführung des Planes einstweilen Abstand.

Der Wald, von dem Amtmann Schuck in seinem Bericht sprach, war die "Rittene". Deren Umfang wird in einer Güterbeschreibung vom Jahre 1732 folgendermaßen beschrieben: "Die Rothene, in Altund Jungeichen bestehend, ungefähr 230 Jeuch groß, stoßt unten auf den Offenburger Wald, oben an die Binzburger Güter, den Enzelbach und das Schutterwälder Feld und Schwatterloch" (Gemarkung Hofweier). Seit Jahrhunderten trieb die Gemeinde Hofweier gegen Entrichtung eines Mastgeldes ihre Schweine in die Rittene zum Eckerich. Daran erinnern heute noch die Fluramen "Im Saugescheid" und "Am Saugäßle“. Ferner hatte die Bevölkerung das Recht, in diesem Wald jede Woche einen Tag das Lagerholz zu sammeln. Im Jahre 1838 betrug die Größe des Waldes noch 158 Morgen. Nach der Meinung des Amtmanns entsprach der Ertrag der Waldung nicht den Erwartungen. Er empfahl deshalb, den Wald zu roden und in Ackerland umzuwandeln. Es gingen jedoch acht weitere Jahre vorüber, ohne daß etwas geschah.

Das Naturschutzgebiet Unterwassermatten arrowRight

Der Bau der Staatseisenbahn Offenburg-Freiburg im Jahre 1844 schuf eine neue Lage. Ein großer Teil des Rittenen-Waldes fiel dem Bahnbau zum Opfer. Freiherr von Franckenstein trat nun dem Vorschlag seines Amtmanns näher, zumal derselbe von der Bezirksforstei bereits gutgeheißen worden war. Nachdem inzwischen der Königswald, der Elgersweierer Gemeindewald und Teile des Offenburger Stadtwaldes ausgestockt worden waren, fürchtete die Herrschaft, daß ihr Wald, der in einer holzarmen Gegend liege, dem Zugriff der "frevelgewohnten Nachbarschaft" ausgesetzt sei und ein "Sammelplatz der Waldfrevler werde". Eine Untersuchung ergab, daß der Boden sich für alle Kulturen eigne Zunächst erwog man, die gewonnenen Äcker zu verpachten. Dafür lagen sie aber sowohl von Hofweier als auch von Schutterwald zu weit entfernt. Deshalb gab Schuck seiner Herrschaft den Rat, auf dem kultivierten Gelände eine Meierei zu errichten und dasselbe mit den angrenzenden Binzburger Gütern zu vereinigen. Das Wirtschaftsgebäude sollte so groß sein, daß ein Gut von 250 bis 280 Morgen bebaut werden konnte. Der eingeholte Voranschlag für die Kultivierung der Waldfläche und den Bau des Hofes belief sich auf 16 908 Gulden. Während der Wald nur einen Ertrag von 325 Gulden im Jahre abgeworfen hatte, versprach man sich von dem Gut eine jährliche Rente von 1185 Gulden. Ferner hoffte man, daß der größte Teil der Baukosten mit dem vorhandenen Holzwert bestritten werden konnte.

1847 starb Freiherr Anselm von Franckenstein. Sein Sohn Georg Arbogast von Franckenstein trieb die Sache voran. Diese Gestalt begegnet allgemeinerem Interesse. Als Reichstagsabgeordneter des Zentrums und Freund Windthorsts trat er bei den Verhandlungen über den Zolltarif in den Jahren 1878/79 führend hervor. Nach ihm ist die sogenannte Franckensteinsche Klausel benannt. Sie war ein außerordentliches Zugeständnis an die föderativen Bestrebungen des Zentrums; denn sie durchkreuzte Bismarcks Plan, das Reich finanziell selbständig zu machen. Nach ihr sollten die Einnahmen des Reichs aus den Zöllen und Verbrauchssteuern, soweit sie die Summe von 130 Millionen Mark überschritten, den Einzelstaaten zukommen, Einen Pächter fand Georg Arbogast von Franckenstein in Rentamtmann Schuck selbst. Mit ihm schloß er am 10. Oktober 1850 folgenden Vertrag. Von der Auffassung ausgehend, daß das Gut "sich aus sich selbst bilden müsse", überließ er Schuck den noch stehenden Rittenen-Wald (158 Morgen) zur Ausstockung, Kultivierung und Erstellung des Meiereihofes zum Anschlag von 7000 Gulden, ferner die rückständigen Pachtgefälle aus früheren Jahren einschließlich 1849 im Betrag von 23.705 Gulden. Dafür übernahm der Pächter die Kultivierungs- und Baukosten. Der Voranschlag überstieg den früheren um das Mehrfache und lautete jetzt auf 35.873 Gulden. Außerdem erhielt Schuck das schon längst kultivierte Gelände, das Neufeld (101 Morgen), das vereinigte Waldackergut (36 Morgen) und das Herrenwäldele (11 Morgen) in Pacht. Der Bau des Hofes sollte nach dem Pian des Offenburger Bezirksbaumeisters Weber ausgeführt werden und Ende 1855 fertiggestellt sein. Die Pachtzeit betrug 27 Jahre und lief am 1. Januar 1851 an. Die ersten beiden Jahre sollten Freijahre sein. 1853 - 1862 sollte Schuck jährlich eine Pachtsumme von 900 Gulden entrichten, 1863 - 1872 je 1.200 und 1873 bis 1877 je 1.500 Gulden. Die Staats- und Gemeindesteuern trug die Herrschaft. Sie stellte dem Pächter bis zur Vollendung des Baues ihre Zehntscheuer in Niederschopfheim zur Verfügung. Im Falle des Ablebens von Schuck sollte dessen Sohn in die Vertragsbedingungen eintreten.

Die Person Jakob Schucks rückte in den folgenden Jahren in ein sehr ungünstiges Licht. Die Herrschaft war mit seiner Amtsführung unzufrieden. Wie aus dem Pachtvertrag hervorgeht, hatte er die Pachtgefälle lässig eingezogen. Freiherr v. Franckenstein hoffte jetzt, auf diese Weise in deren Besitz zu kommen; denn ihre Einziehung lag nun im eigenen Interesse des Pächters. Nachdem die Bezirksforstei Ichenheim die Genehmigung zur Ausstockung erteilt hatte, schritt man zu dem provisorischen Bau eines Wohnhauses, einer Scheuer und einer Stallung für zwölf Stück Zugvieh. Die Rodungsarbeiten gingen zunächst gut vonstatten, wurden aber im Jahre 1852 infolge nasser Witterung verzögert. Deshalb bat Schuck am 3. Januar 1853 um Gewährung eines dritten Freijahres. Die Herrschaft lehnte ab. Ihr Mißtrauen war begründet; denn Schuck machte keine Anstalten, mit den Bauarbeiten zu beginnen, und reichte auch den wiederholt verlangten Plan nicht ein. Im August 1854 wurde er seines Amtes enthoben und aufgefordert, folgenden Revers zu unterschreiben: Er sollte sich verpflichten, in Hofweier, Niederschopfheim, Schutterwald und Nesselried die Zehntablösung zu bereinigen, dem Rentamt die Heberegister über die Bodenzinsen zuzustellen und die Pläne für den Bau des Rittenenhofes vorzulegen. Widrigenfalls sollte er auf die Pension verzichten. Schuck unterschrieb, aber an die 1850 eingegangenen Vertragsbedingungen hielt er sich nicht und stellte sich auf den Standpunkt, daß die Pachtzeit erst nach den zwei Freijahren beginne und die Bauarbeiten infolgedessen erst Ende 1857 beendet sein müßten. Mit Rücksicht auf den Eifer, den Schucks Sohn an den Tag legte, gab Freiherr v. Franckenstein schließlich nach und erließ ihm die Hälfte der Pachtsumme für 1853. Um sich aber zu sichern, erwirkte er, von Schucks Nachfolger, Rentamtmann Karl Friedrich Schubert, tatkräftig unterstützt, über den Offenburger Rechtsanwalt Bühler ein richterliches Unterpfandsrecht auf Schucks Vermögen, bzw. er verlangte von ihm eine Kautionssumme von 15.000 Gulden, die Schuck bis zur Vollendung des Hofes hinterlegen sollte. Zu deren Leistung mußte Schuck durch gerichtliches Urteil gezwungen werden.

Im März 1856 endlich sandte Schuck seiner Herrschaft genauere Vorschläge über die Ausführung des Baus. Die Arbeiten wurden nun in Angriff genommen. In der benachbarten Ziegelhütte, die Schuck vorübergehend in Besitz hatte, konnten Bausteine auf billigem Wege hergestellt werden. Zuerst wurde der in nord-südlicher Richtung verlaufende Hauptbau, die Scheuer, errichtet. Im Februar 1857 war der Nordflügel mit Kuhstall, Futterscheuer, Brennhaus und Wirtschaftszimmer vollendet. In demselben Jahre erhob sich der Südflügel, in welchem Pferde- und Ochsenstall, Wagenschuppen, Knechtzimmer und Gesindewohnung untergebracht sind. Die provisorischen Gebäude konnten im September 1857 abgebrochen werden. Das Frühjahr 1858 brachte auch die Fertigstellung des Wohnhauses, Die behördliche Prüfung des Gebäudes erfolgte im Februar 1859. Nach den im Januar 1860 beendeten Ergänzungsarbeiten beliefen sich die Gesamtkosten auf 39.865 Gulden. Amtmann Schubert behauptete jedoch in einem Schreiben an die Herrschaft, daß die Baukosten um 8.000 Gulden niederer seien, da Schuck viel Baumaterial selbst und infolgedessen sehr billig hergestellt habe. Am 6. Mai 1863 starb Jakob Schuck im Alter von 60 Jahren. Sein Sohn bewirtschaftete das Hofgut noch zwei Jahre. Im November 1865 zog ein neuer Pächter auf.

Zunächst hieß das Hofgut "Rittenenhof". Seit April 1862 trägi es den Namen "Marienhof", und zwar nach der Gattin des Freiherr Georg Arbogast von Franckenstein, Maria geb. Oettingen-Wallerstein. Seit zwei Jahrzehnten steht es im Eigenbetrieb der Herrschaft und hat heute einen Umfang von 70 Hektar.

Quellen: Akten des freiherrlich zu Franckensteinschen Archivs Offenburg.



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St. Brigitta Niederschopfheim

 
Die Saalkirche besitzt fünf Fensterachsen, zwischen denen Pilaster die Wände gliedern und über denen Stichkappen in die flache Decke einschneidenSt. Brigitta ist die römisch-katholische Pfarrkirche von Niederschopfheim, einem Teil der politischen Gemeinde Hohberg im Ortenaukreis von Baden-Württemberg. Die Pfarrgemeinde bildet mit den Pfarreien St. Gallus in Hofweier und St. Carolus in Diersburg, beide gleichfalls Teile der politischen Gemeinde Hohberg, die Seelsorgeeinheit Hohberg des Erzbistums Freiburg.

Über den Ort und seine Kirche hat besonders Wilhelm Bartelt (1887–1967) geforscht, der von 1932 bis 1948 in Niederschopfheim Pfarrer war.

Geschichte

Von den drei heute in der Gemeinde Hohberg vereinten Dörfern Niederschopfheim, Hofweier und Diersburg ist Niederschopfheim das am frühesten erwähnte – 777 als Scofhaim im Testament Fulrads, Abtes der Abtei Saint-Denis. Allerdings hat Scofhaim das heutige Oberschopfheim mitgemeint; Niderenschopfheim ist erst 1289 bezeugt, als sich die beiden Dörfer getrennt hatten. Die Widonen hatten Fulrad Besitz in Scofhaim geschenkt. Ebenso weit zurück weist der Name der Kirchenpatronin, der irischen Heiligen Brigida (Brigitte von Kildare). Mönche der iroschottischen Mission brachten ihre Verehrung ins Reich der Franken, wo sie unter anderem um 720 das Kloster Honau gründeten. Heute verschwunden, lag es an der Stelle des Dorfes Honau, heute Teil der Gemeinde Rheinau. Es war dem heiligen Michael geweiht und eine Art Missionszentrale für die Ortenau. Von mehreren Brigittenkirchen – Wilhelm Bartelt nennt sechs – hat außer Niederschopfheim nur St. Brigitta in Sasbach das Patrozinium behalten.

Neben Saint-Denis und Kloster Honau hatten die Klöster Ettenheimmünster und Hohenburg früh in Niederschopfheim Besitz. Im 12. und 13. Jahrhundert erlangten die Bischöfe von Straßburg die Ortsherrschaft, die sie verschiedenen Rittergeschlechtern zu Lehen vergaben. Von 1479 bis 1538 waren es die Ritter von Bach. Georg von Bach († 1538), mit dem das Geschlecht ausstarb und dessen steinernes Grabmal von der Hand Christophs von Urach außen an der Heilig-Kreuz-Kirche in Offenburg steht, hielt Niederschopfheim in der Reformationszeit beim römisch-katholischen Bekenntnis. Es folgten andere Adelsfamilien, die gleichen wie in Hofweier; doch waren sie in Hofweier Grundeigentümer, in Niederschopfheim Straßburger Lehnsträger. Die letzten waren die Herren von Frankenstein. Zur Zeit Johann Friedrich Karl Franz Xavers von Frankenstein-Ockstadt (1745–1832) ordnete der Reichsdeputationshauptschluss 1803 Europa neu. Kirchliche Herrschaften wurden säkularisiert, und Markgraf Karl Friedrich von Baden konnte am 9. Dezember 1802 an Johann Friedrich Karl Franz Xaver schreiben: "In Gemäßheit des Reichsdeputationshauptschlusses finde ich mich berechtigt, die dem vorhin jenseits des Rheines seinen Sitz gehabten Hochstift Straßburg auf der rechten Seite des Rheins angehörig gewesene Lehnsherrlichkeit des von demselben als Straßburgisches Lehen besitzenden Dorfes Niederschopfheim an mich zu nehmen." Schon am 27. September 1802 waren badische Truppen in das bischöfliche Gebiet rechts des Rheins gerückt. Der letzte Bischof von Straßburg Louis René Édouard de Rohan-Guéméné, der in Ettenheim lebte, "ging an diesem Tag absichtlich auf die Jagd." Ab 1806 gehörte Niederschopfheim zum Großherzogtum Baden. Kirchlich kam es 1803 vom Bistum Straßburg an das Bistum Konstanz und 1821 an das neu gegründete Erzbistum Freiburg.

Eine Kirche in Niederschopfheim ist erstmals 1160 aktenkundig: "Scopheim cum ecclesia".

Baugeschichte

Bei einer Restaurierung 1939 bis 1940 wurden unter dem Boden der Kirche alte Mauern gefunden. Einen auf dem Zixenberg bei Niederschopfheim gefundenen Sandsteinkämpfer hat Wilhelm Bartelt in die Karolingerzeit datiert und versuchsweise einer Vorgängerkirche zugeordnet; nach neuerer Ansicht stammt er aber aus dem 12. Jahrhundert und von einer Burg auf dem Zixenberg. In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war die Vorgängerkirche schadhaft und zu klein. Am 6. August 1754 wurde ein Kontrakt mit dem aus dem Weiler im Allgäu stammenden, in Kenzingen wohnhaften Bauunternehmer und Schreiner Franz Rudhart (1708–1765) geschlossen, der vorher die – 1936 durch ein Feuer weitgehend zerstörte – Pfarrkirche St. Martin in Riegel am Kaiserstuhl und die Pfarrkirche St. Alexius in Herbolzheim errichtet hatte. Pfarrer war Heinrich Dorschel († 1772). Die finanzielle Hauptlast fiel auf die Gemeinde, doch trugen die Ortsherrschaft von Frankenstein, Pfarrer Dorschel, der Pfarrer von Hofweier und testamentarisch Dorschels Vorgänger Franz Josef Lindenmeyer († 1751) zum Bau bei. Die Frankensteiner stifteten aus den Ruinen ihrer Oberen Burg in Hofweier fast die Hälfte der Steine. Am 22. August 1754 wurde der Grundstein gelegt. Am 2. Mai 1756 wurde mit dem Freiburger Maler Johann Pfunner ein Vertrag über die Deckengemälde geschlossen. Am 26. Juni 1756 konnte Pfarrer Dorschel "froh berichten, daß Chor und Langhaus bis Jakobi unter Dach kommen". Am 21. Dezember konnte die neue Kirche benutzt werden, zunächst noch mit dem alten Mobiliar. 1757 wurde Rudharts neuer Hochaltar aufgestellt, 1758 folgten seine Seitenaltäre, alle noch ohne Fassung und ohne Figuren. Erst 1793, unter Dorschels Nachfolger Franz Anton Siebert († 1813, Pfarrer in Niederschopfheim von 1772 bis zu seinem Tod) wurde St. Brigitta feierlich geweiht. Der Altar der Vorgängerkirche, eine holzgeschnitzte Krönung Mariens, gelangte über eine von der Markgräfin Maria Viktoria Pauline von Baden geb. von Arenberg in Waldprechtsweier gestiftete Kapelle in die dortige Pfarrkirche St. Michael.

1908 bis 1909 wurde das Innere, 1925 bis 1926 das Äußere restauriert, 1939 bis 1940 und zuletzt 1971 bis 1974 wieder das Innere, 1977 die Außenfassade. Bei der 1971–1974er Kampagne fand man Pfunners große Deckenbilder und seine Stuckmalerei (plastischen Stuck nachahmende Malerei), ferner die ursprüngliche Fassung der Altäre weitgehend intakt und durch Freilegung und sparsame Ergänzung wiederherstellbar.

 Gebäude

Die Kirche, "bestimmender point-de-vue im Ortsbild", steht am Westrand eines Hügels, der durch eine Stützmauer abgefangen wird. Die west-östliche Hauptstraße führt geradewegs auf die Fassade zu, die man über eine hohe Treppe erreicht. In ihre Mitte ist der bis zur Spitze des Kreuzes 45 m hohe Turm gestellt. Über dem Haupteingang steht in einer Nische eine Eichenholzstatue der heiligen Brigitta, darüber ein Fenster. Über einem Abschlussgesims schwingen Halbgiebel beidseits, das Westende des Kirchendachs verdeckend, zum zweiten Turmgeschoss, dessen Fenster an Johann Caspar Bagnatos Fenster von St. Remigius in Merdingen erinnern. Über einem weiteren Gesims folgt das Glockengeschoss, dessen Ecken abgeschrägt und durch Lisenen betont sind, darüber eine zierliche, durchfensterte welsche Haube.

Die Saalkirche besitzt fünf Fensterachsen, zwischen denen Pilaster die Wände gliedern und über denen Stichkappen in die flache Decke einschneiden. Die östlichen Ecken sind ausgerundet, wieder an St. Remigius Merdingen erinnernd. Ein korbbogiger Triumphbogen führt in den halbrund geschlossenen Chor. (wikipedia)

Max Wingenroth - Die Kunstdenkmäler des Großherzogtums Baden, Tübingen 1908, 454

Kath. Pfarrkirche (ad S. Brigidam virginem). 1419 hören wir von Heinrich Cudis, kirherre zü Nidernschopfheim, 1464 von einem rector ecclesie in Schopfheim inferior; 1666: Niederschopffen, huius parrochialis patrona coeli S. Brigida virgo, collatores et decimator sunt comes a Gerolzeck et baro a Dahlberg; animas regendes habet ca. 1200. Der heutige Bau ist 1754 bis 1756 errichtet worden. Er steht wirkungsvoll auf einer Anhöhe, zu der eine Treppe hinaufführt, die von Vasen auf Pilastern flankiert wird. In der Mitte der Fassade der Turm, in seinem Kern wohl älter. Seine Stockwerke sind an den Ecken mit Pilastern versehen, die ein verkröpftes Gesims tragen. Oben geht er ins Achteck über mit Walmdach (s. Fig. 257). In seinem unteren Stockwerk das mit Volutengiebeln etc. geschmückte Portal, an dem die Jahreszahl 1756. Über ihm in einer Nische die Figur der h. Brigitta. Mächtige Voluten flankieren den Turm und vermitteln den Übergang zu den niederen Teilen der Fassade.

Kirchenordnung der Pfarrey Niderschopfen hochfreyhl. Dalberg- und Bettendorfsch. Herrschaft  arrowRight

Die Seitenwände der Kirche sind nur durch Lisenen gegliedert. - Der Bau aus Bruchsteinmauerwerk, die Gewände aus rotem Sandstein. Das einschiffige Langhaus ist in seinen östlichen Ecken abgerundet, ebenso der Chor, beide sind durch ein Spiegelgewölbe mit einschneidenden Kappen gedeckt, weiches auf Wandpilastern mit verkröpftem Gebälk beginnt. Dieses so einfache Innere ist von bester Raumwirkung. In seinem Westteil eine Empore von geschwungenem Grundriß und elegantem Aufbau.

Innenausstattung: Hochaltar, großer wirkungsvoller Barocksäulenbaldachinaufbau, aus Stuckmarmor, der in geschickter Weise das Rundfenster der Chorostwand sich eingliedert. Datiert 1764. In ihm Gemälde: Vision der h. Brigitta, und auf ihm zwei Statuen der Heiligen Petrus und Paulus. Entsprechende flotte Barocksäulenaltäre, Marien- und Sebastiansaltar. Einfachere Barockkanzel. Orgel im Stil Louis XVI, ebenso auf beiden Seiten des Chors die Dreisitze. Drei Beichtstühle, wovon zwei mit sparsamen vergoldeten Rocailleschnitzereien versehen, aus der gleichen Zeit noch das Kirchengestühl.

Älterer Taufstein mit Beschlägornament und der Aufschrift: sancta trinitas unus deus miserere nobis 166...

In einer Nische des Langhauses Holzgruppe der Pietä, neu gefaßt, aus der zweiten Hälfte des 16. Jhs.

In der Kirche aufgemalte Inschrift, laut welcher sie durch die Gemeinde in den J. 1744 bis 1756 erbaut, eingeweiht durch den hochwürdigsten Herrn Generalvikar Dorensius von Straßburg unter dem hochwürdigen Herrn Pfarrer Heinrich Dorschel und Vogt Sebastian Ehrhardt. - Renoviert 1861.

Vor der Kirche Kruzifizus mit Maria und Johannes, von 1735.

Unten vor der Treppe Brunnenschale von 1681 mit bauchiger, dicker Renaissancebalustersäule, darauf eine Madonna mit Kind des 18. Jhs.



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Sehenswertes Hohberg

 


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