Kurzweilige Geschichten über "Männli, Wiebli un Lohrer"

- Lahrer Zeitung Zlatka Kiryakova, 18.09.2018

Lahr. Als gebürtiger Lahrer hat Walter Caroli sich der Heimatgeschichte verschrieben. Acht Bücher und 30 Publikationen zur Ortsgeschichte sind aus dieser 750JahreSpital LahrLeidenschaft heraus entstanden. Am Montagabend bot er in der Mediathek einen kleinen, historischen Spaziergang durch Lahr und die Umgebung.

Mehrere Tausend Stunden hat Caroli in Archiven mit Recherchen für seine Bücher und Publikationen verbracht. Historische Artefakte, aber auch skurrile und lustige Geschichten finde man dort, erklärte er den Gästen bei der Lesung. So wie einen Vorfall, der in den Ratsprotokollen der Jahre 1701 bis 1704 festgehalten wurde. Carolis Artikel dazu heißt "Ordnung in der Stadt", der die Suche nach einem Übeltäter beschreibt, der einen ganzen Kübel voll menschlichen Unrat vor einer Tür abgestellt hatte.

Das Buch "Lieb und Leid theilen" erzählt die Geschichte der Familie Caroli, die sich etwa 500 Jahre zurückverfolgen lässt und mit der Stadt Lahr eng verbunden ist.

Predigt gegen die "Sauferei" an Fastnacht

Dazu gehört auch die Geschichte von Pfarrer Christof Caroli, der 1656 den "Fastnachtkitzel" vertreiben wollte und in seiner Predigt gegen die "Sauferei und epikureische Wesen" der Fastnacht dermaßen gepoltert hatte, dass die Fastnacht damals fast abgesagt worden wäre.

Ein Klassiker in Lahr ist die berühmte Unterscheidung in "Männli, Wiebli un Lohrer", die dem Heimathistoriker Emil Baader (1891 bis 1967) zugeschrieben wird, der diese Unterscheidung, dass es neben Männern und Frauen auch ein Geschlecht "Lahrer Originale" geben würde. Dass das nicht besonders schmeichelhaft sein sollte, ergänzte der Referent, der dabei auch die Verdienste des Autors, Mundartdichters, Zeitungsredakteurs und Oberbürgermeisters Philipp Brucker (1924 bis 2013) würdigte. Der "Pfiffedeckel" Brucker hatte die Besonderheiten des "Lohrers" immer wieder mit dem notwendigen Humor beschrieben und ein wenig auf die Schippe genommen.