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Das Haus "Battiany" - weites Bauwerk Billet's


Quelle: Stadt Offenburg

Dreigeschossiges Bürgerpalais mit hohen, schlanken Fenstern. Über dem Dachgesims sitzen zwei Reihen auf Lücken gesetzter großer Gaupen. Das Erdgeschoss hat durch Ladeneinbauten seine ursprüngliche Form verloren. Bemerkenswert sind die Sgraffitoarbeiten unter den Fenstern. Diese aus dem Italienischen stammende Technik ist keine Malerei. Der Maurer, oder richtiger Stukkateur, trug einen schwarzen Grund auf das Mauerwerk und darüber einen hellen. Auf den Verputz legte er eine Zeichnung und kratzte diese dann bis auf den tieferen dunklen Grund aus. Das Haus entstand 1793 im Auftrag des Kaufmanns Anton Billet.

Die Familie Battiany ist aus Ungarn über Italien nach Offenburg gekommen. Schon 1783 gründete Johann Valentin Battiany ein Manufakturgeschäft. Sein Sohn und Nachfolger Joseph Anton Battiany erwarb 1840 das Haus und zugleich auch das Billetsche Gemischtwarengeschäft. Er hatte sieben mündige Kinder und konnte, als er starb, jedem ein Haus als Erbe hinterlassen. 1860 richtete Sohn Franz Anton, der das heutige Haus Battiany erhalten hatte, eine Handlung für Musikinstrumente ein, dem der Sohn Joseph Karl, eines von sechzehn Kindern aus zwei Ehen, ein Spielwaren- und Fotoartikelgeschäft anfügte. 1896 nahm Herr Battiany einen Umbau vor und richtete zwei Ladengeschäfte ein.

Eine Beschreibung vom Offenburger Handel und Gewerbe im 19. Jahrhundert ist im Hinblick auf die lückenhaften Unterlagen schwer möglich, da es nur wenige Familien- und Geschäftschroniken gibt. Manche Handwerker oder Handelsleute konnten nicht erfasst werden, da zwar ihre Existenz vor 1900, aber keine genauen Gründungsdaten zu ermitteln waren. Deshalb stellt die folgende Übersicht über die Gründungsjahre Offenburger Gewerbe-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen des 19. Jahrhunderts nur einen Versuch dar.

Ursula Haß - BO - 28. August 2017

Haus BattianyDas Haus Battiany in der Offenburger Hauptstraße ist ein Gebäude mit einer langen Geschichte. Im Jahr 1793 erbaut, sticht das dreigeschossige Bürgerpalais vor allem durch die Sgraffitoarbeiten unter den hohen schlanken Fenstern hervor – und geht in der Straße doch fast unter.

Es gehört sicherlich mit zu den schönsten alten Gebäuden in Offenburg: das Haus Battiany, ein dreigeschossiges Bürgerpalais. Und das, obwohl es etwas versteckt zwischen Kriegerdenkmal und Bäumen in der Offenburger Hauptstraße gegenüber dem H&M-Gebäude liegt. Das Haus mit seinen Sgraffito-Verzierungen an der Front fällt gar nicht groß auf, wenn man in der Stadt unterwegs ist. Doch es hat eine lange Geschichte.

Als Offenburg 1689 abbrannte, musste auch an dieser Stelle des Marktplatzes, heute reden wir vom Marktplatz auf der westlichen Seite des H&M-Gebäudes, wieder ein Neubau errichtet werden. Der Gründer des Haugerischen Geschäfts in der Lange Straße, Kaufmann Anton Billet, der auch das Sommerhaus am Mühlbach (heute wird es nach seinem ehemaligen Besitzer Billet’sches Schlössle« genannt, in dem auch Trauungen stattfinden) in seinem Park erstellte, ließ 1793 das Haus erbauen.

Gespart wurde nicht

Zu sparen brauchte Billet nicht – und er hatte auch nicht gespart. Die hohe Fassade wurde mit großen Fenstern schön gegliedert, außerdem mit einer Sgraffito-Arbeit ausgestattet. Diese Technik stammt aus dem Italienischen. Sie ist in ihrem Ursprung keine Malerei. Der Maurer oder Stuckateur trug einen schwarzen Grund auf das Mauerwerk auf und darüber einen hellen. Auf den Verputz wurde eine Zeichnung aufgetragen und diese Zeichnung dann bis auf den tieferen dunklen Grund ausgekratzt.

In der Vergangenheit wurde diese Verzierung mehrmals ausgebessert und die Sgraffitoarbeit mit Farbe zum größten Teil erneuert, wie der Offenburger Chronist Franz Huber in seiner Zeitschrift »Ortenauer Rundschau« im Jahr 1936, also vor über 80 Jahren, festhielt, als das Haus wieder einmal erneuert wurde und danach in altem Glanz erstrahlte. Der kleinere Teil der Sgraffitoarbeiten wurde jedoch damals von Gipsermeister Albrecht Netzer (Sohn von Peter Netzer) und Kunstmaler Emil Brischle in der Originaltechnik wiederhergestellt, sodass diese Technik in der Hauptstraße bereits damals wieder bewundert werden konnte.

Auch das Innere des Hauses konnte sich sehen lassen, so Huber. Denn es gab noch sehr gute Schnitzereien an den Wänden, eingelassene Spiegel, Kamine und eine ausgezeichnete Holztreppe. Es wird vermutet, dass der Erbauer des Rathauses, Matthias Fux, ein einfacher Offenburger Maurermeister, der auch sein eigener Planfertiger war, dieses Haus erbaut hat.

Aus Italien gekommen

1840 erwarb Joseph Battiany das Haus und zugleich das Billet’sche gemischte Warengeschäft. Die Familie Battiany ist aus Ungarn über Italien nach Offenburg gekommen. Bereits 1783 gründete Johann Valentin Battiany ein Manufakturgeschäft. Sein Sohn und Nachfolger Joseph Battiany, der das damalige »Billet’sche Haus« 1840 erwarb, hatte sieben mündige Kinder und als er starb konnte er jedem seiner Kinder ein Haus überlassen.

1860 wurde dann von Sohn Franz Battiany eine Musikinstrumentenhandlung eingerichtet, in dem sich auch Spielwaren und von dessen Sohn Joseph Battiany auch Fotospezialartikel anfügten. 1896 nahm Joseph Battiany einen Umbau vor und richtete zwei Ladengeschäfte ein. 1936 wurden die beiden Geschäfte tiefer gelegt. In einem befand sich eine Filiale von Kaisers Kaffeegeschäft, in dem anderen führte Karl Scherwitz sein Spezialgeschäft für Damen- und Herrenwäsche sowie Aussteuerartikel fort.

An den Handwerkerarbeiten 1936 waren namhafte Firmen wie August Wacker, Renaud, Adolf Schwarz, Schweitzer & Bayer, Louis Burg jun., Heinrich Litterst, Heinrich Petri, Karl Feiler sowie Kunstmaler Emil Brischle und Gipsermeister Netzer beteiligt.


Im Jahr 1793 erbaut, sticht das dreigeschossige Bürgerpalais vor allem durch die Sgraffitoarbeiten unter den hohen schlanken Fenstern hervor Es gehört sicherlich mit zu den schönsten alten Gebäuden in Offenburg: das Haus Battiany Das Haus mit seinen Sgraffito-Verzierungen an der Front fällt gar nicht groß auf, wenn man in der Stadt unterwegs ist. Doch es hat eine lange Geschichte Der Gründer des Haugerischen Geschäfts in der Lange Straße, Kaufmann Anton Billet, ließ 1793 das Haus erbauen Zu sparen brauchte Billet nicht – und er hatte auch nicht gespart Die hohe Fassade wurde mit großen Fenstern schön gegliedert, außerdem mit einer Sgraffito-Arbeit ausgestattet. Diese Technik stammt aus dem Italienischen


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