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Einzelbildnachweise Vogtsbauernhöfe Gutach - Der Vogtsbauernhof

Seit 30 Jahren schon besteht im Ortsteil Gutach-Turm das Schwarzwälder Freilichtmuseum rund um den alten Das 'Straudorf', von den Gutachern wegen seiner vielen Strohdächer liebevoll so benannt, wurde in dieser Zeit zu einer vielfach beachteten Kultur- und Freizeiteinrichtung mit über zehn Millionen Besuchern Die Geschichte des Gutacher Museums begann eigentlich im Jahre 1960 Schon damals war Studienprofessor H. Schilli, der Leiter der Zimmermeisterschule in Freiburg, zehn Jahre als ehrenamtlicher Denkmalpfleger im Regierungsbezirk Südbaden tätig gewesen Dabei mußte er nach seinen eigenen Worten die Beobachtung machen, daß die alten eindrucksvollen und typischen Häuser des Schwarzwaldes nach und nach aus der Landschaft verschwunden waren Dies bestärkte damals seine Auffassung, der Nachwelt eine bleibende Erinnerung an diese charakteristischen Zeugen einer einzigartigen Kulturlandschaft zu vermitteln So faßte er denn auch folgerichtig für sich den Entschluß, nach seiner Pensionierung im Jahre 1961 die Errichtung eines Schwarzwälder Freilichtmuseums durchzusetzen und zu verwirklichen Am 12. Juli 1962 beschloß der Kreistag Wolfach, den 'Vogtsbauernhof' in Gutach zu übernehmen
 

Einzelbildnachweise Vogtsbauernhöfe Gutach - Der Falkenhof

Der Landkreis finanzierte dabei den Erwerb des Geländes und des Hofes; die Denkmalbehörde beschaffte Mittel für dessen Erhaltung und Sicherung Der 'Vogtsbauernhof' in Gutach war Keimzelle eines Museums geworden, das zunächst die drei wichtigsten Haustypen des Schwarzwaldes - das Gutachtäler Haus, das Heidenhaus oder Höhenhaus und das Kinzigtäler Haus - an deren geographischer Schnittstelle darstellen wollte Erhaltung und Sicherung des 'Vogtsbauernhofes' standen am Anfang musealer Arbeiten in Gutach Der 'Vogtsbauernhof' und seine musealen Nebengebäude waren der Anfang des Museums, dem ab 1966 die erste Ausbaustufe mit dem Erwerb des 'Hippenseppenhofes' Dieser Hof in Katzensteig bei Furtwangen gehörte im Jahre 1964 noch drei Besitzparteien, zwei Drittel davon dem Land Baden-Württemberg Das Haus hatte vor allem als Unterkunft für den Waldhüter gedient, für den mittlerweile neben dem Hof ein neues Haus errichtet worden war. Eine Besitzerin war für die Übersiedlung des Hauses nach Gutach und verzichtete auf die ihr zustehende Entschädigung Nochmals charakterisierte H. Schilli im November 1965 den 'Hippenseppenhof' als einen von zwei noch erhaltenen Hochsäulenbauten mit mittelalterlichem Hausgerüst im Schwarzwald, ehe im Frühjahr 1966 die Denkmalbehörde das Baugesuch gefertigt hatte
 

Einzelbildnachweise Vogtsbauernhöfe Gutach - Der Hippenseppenhof

Damit waren der Abbruch des Hofes in Furtwangen-Katzensteig und dessen Aufbau in Gutach in die Wege geleitet Die notwendigen Arbeiten erfolgten im April / Mai 1966. Die Schindeln zur Dachdeckung wurden danach angeliefert Das Richtfest feierte man am 27. Oktober 1966. Zu Beginn der Museumssaison 1967 konnte der 'Hippenseppenhof' besichtigt werden Seit April 1968 stellte dort die Künstlervereinigung des Kreises Wolfach ihre Werke aus. Im Januar 1971 erhielt der 'Hippenseppenhof' Dachreiter und Glocke Der 'Hippenseppenhof', im Kern aus dem Jahre 1599 stammend, ist ein Beispiel der ältesten Hausform im Schwarzwald, des sog. 'Heidenhauses' oder Höhenhauses  Ebenfalls ein Eindachhaus, mit Hocheinfahrt in den Dachraum und einem Vollwalm an der Stirnseite des Hauses, ist dieses jedoch in der ältesten, d.h. unbekannten, heidnischen Art erbaut getragen von mächtigen Firstsäulen vom Boden bis zum Dach, eine Einheit von Haus- und Dachgerüst, den Wohnteil zum Berg hin Schindeldeckung, Vollwalm und ein großer Viehstall sind Folgen früherer klimatischer und landwirtschaftlicher Gegebenheiten im Furtwanger Raum
 

Einzelbildnachweise Vogtsbauernhöfe Gutach - Das Hotzenhaus (Hauensteiner)

Der Hotzenwald, das alte Hauensteiner Land, ist eine verkehrsferne Hochfläche mit tief eingeschnittenen Tälern zwischen der Wehra und der Schwarza-Schlucht im Süden und im Norden dem Dachsberg Die Wälder dieses Gebiets sind in den vergangenen Jahrhunderten zugunsten der im Südwesten gelegenen Hammerwerke fast gänzlich abgeholzt worden, so daß die Alpenwinde ungehemmt über die Hochfläche hinwegbrausen können Daher ist dieser Landstrich mit seinen zahlreichen Kältewannen winterlicher als der Schwarzwald. Diesen rauhen klimatischen Verhältnissen ist das Hotzenhaus angepaßt worden Die Güterteilung verursachte den Niedergang des Bauerntums. Sie wurde von den starrköpfigen Hotzen in einem Anhang zur 'Landesordnung des Schwarzwaldes' zu Beginn des 17. Jahrhunderts erzwungen Die Folge war eine Wohnungsnot, da: 'in einem Häusel zwey und mehrere Hausgesessene sich befinden, wodurch sie sich selbsten überlästig machen' Diese Hausart ist wie alle Schwarzwaldhäuser ein Einhaus, das Menschen, Tiere und Erntegut unter einem Dach birgt Ein quaderförmiger Hauskörper mit vorgelagertem Umgang, dem 'Schild', von 18,50 m Länge und 12,25 m Breite trägt ein strohgedecktes Dach, das über den Schmalseiten in Vollwalmen endet Auf der Rückseite führt eine Erdrampe durch das 'Einfahrtshäusle' in die Tenne, die über dem Stall im Erdgeschoß liegt
 

Einzelbildnachweise Vogtsbauernhöfe Gutach - Der Lorenzenhof

Zu diesem Zeitpunkt aber war man in Gutach mitten in der Realisierung des zweiten Abschnitts der ersten Ausbauphase, dem Erwerb des 'Lorenzenhofes' aus Oberwolfach Im Mai 1970 erklärte sich dessen Besitzer erneut bereit, den 'Lorenzenhof' in das Schwarzwälder Freilichtmuseum zu versetzen und ihn damit zu erhalten H. Schill wünschte eine baldige Umsetzung. Der Landkreis sollte den Abbruch und die Einebnung des Geländes in Oberwolfach bezahlen. Soweit es gehe, werde alles alte Holz mitund wiederverwendet Anfang September 1970 beschloß der Kreistag Wolfach den Grunderwerb zur Aufstellung des 'Lorenzenhofs' im Museum Am 26. Oktober 1970 gab der Kreistag generell grünes Licht zum Erwerb der Grundstücke im Museum und des 'Lorenzenhofs' Die Abbruch- und Aufstellungskosten übernahm das Land Baden-Württemberg. Jetzt wurde nochmals über den Kaufpreis verhandelt, ehe am 1. März 1971 der eigentliche Hofkaufvertrag zustande kam Dabei war erfreulich, daß 80 Prozent aller Holzbauelemente übernommen werden konnten Anfang Juni erhielt der Dachdecker aus dem Teufelsmoor bei Bremen den Auftrag, den 'Lorenzenhof' mit Reet zu decken. Im Jahre 1972 zur Museumssaison konnte dieser besichtigt werden
 

Einzelbildnachweise Vogtsbauernhöfe Gutach - Das Schauinslandhaus

Ende Oktober 1974 wurde ein neuer Bebauungsplan 'Vogtsbauernhof' aufgestellt, der dadurch notwendig wurde, daß H. Schilli plante, den alten 'Zimmerbauernhof' in der räumlichen Nachbarschaft des 'Vogtsbauernhofs' auf Abbruch zu erwerben und auf dessen Gelände einen Neubau für eine Wohnung, eine Werkstatt und eine Studienstelle für deutsche Hausforschung mit Archiv- und Benutzerraum zu erstellen Gleichzeitig mußte für den Bebauungsplan ein Platz für das Schauinslandhaus gefunden werden Schon im Mai 1973 hatte der Kulturund Bildungsausschuß des Ortenaukreises den Erwerb des alten 'Zimmerbauernhofs' mit einer Fläche von 2.000 Quadratmetern beschlossen Danach aber kam es mit dem Landesdenkmalamt zu Kontroversen, da der 'Zimmerbauernhof' unter Denkmalschutz stand Es ging um die für beide Teile schwere Frage, ob dieser Hof zu sanieren sei oder ob er abgebrochen werden könne  Im November 1978 erfolgte die Zustimmung des Kreistages des Ortenaukreises. Verhandlungen um die Garantie der Wasserleitung durch die Anrainer sowie lange verzögerte Zimmermannsarbeiten zogen die Vollendung des neuen 'Zimmerbauernhofs' im Museum bis in den März 1981 hinaus Damit stand den Besuchern in dessen Kellergeschoß auch eine weitere WC-Anlage im Museumsbereich zur Verfügung So war es nur natürlich, sich intensive Gedanken über zwei weitere Haustypen des Schwarzwaldes und deren Dokumentation im Gutacher Museum zu machen
 

Einzelbildnachweise Vogtsbauernhöfe Gutach - Das Taglöhnerhaus

Der Erbauer des Taglöhner-Hauses (Oberprechtal), Anton (Toni) Kern (geboren 1789) war ein Sohn des Hirschwirtes Franz Joseph Kern Von 1819 bis 1921 waren die Besitzer als Weber tätig. Die geringfügige Landwirtschaft wurde als Nebenerwerb bis 1993 betrieben Die letzten Bewohner waren zwei Junggesellen, die von 1981 bis 1993 allein im Haus lebten Der Besitz schwankte zwischen 0,75 bis 1,89 Hektar. Die Bewohner verdienten als Weber, Taglöhner und Waldarbeiter ihr Einkommen Viehhaltung und Ackerbau dienten zur Deckung des Eigenbedarfs Das Wirtstonishaus wurde, wie 1993 verlassen, komplett samt Inneneinrichtung ins Museum übernommen Die Haushaltsgegenstände stammen vorwiegend aus den 1950er bis 1970er Jahren Die Lage am Hang machte eine starke Stelzung des Gebäudes erforderlich. Im dafür gemauerten Sockelgeschoss sind Schweinestall und Keller untergebracht. Das Obergeschoss war ursprünglich in Ständer-Bohlen-Bauweise errichtet, das Dach mit Stroh gedeckt
 

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