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vogtsbauer 24 museum 01

Der Vogtsbauernhof

Der Vogtsbauernhof im Freilichtmuseum Gutach (01) Der Vogtsbauernhof im Freilichtmuseum Gutach (02) Der Vogtsbauernhof im Freilichtmuseum Gutach (03) Der Vogtsbauernhof im Freilichtmuseum Gutach (04) Der Vogtsbauernhof im Freilichtmuseum Gutach (05) Der Vogtsbauernhof im Freilichtmuseum Gutach (06) Der Vogtsbauernhof im Freilichtmuseum Gutach (07) Der Vogtsbauernhof im Freilichtmuseum Gutach (08)
 
Der Eindachhof steht senkrecht zum Hang. Der Wohnbereich ist zur Talseite hin ausgerichtet, der Wirtschaftsbereich mit Stall, Keller, Heustock, Bühne und Oberbühne zur Bergseite.

Eine württembergische Bauordnung aus dem 16. Jahrhundert schrieb vor, dass die Häuser auf einem Sockel aus gutem Mauerwerk von mindestens vier Schuh zu errichten seien. Ferner waren bei Holzverbindungen statt der bisher gebräuchlichen Verblattungen Verzapfungen zu verwenden. Beide Vorschriften wurden beim Bau dieses Hauses berücksichtigt.

Das Hausgerüst besteht aus Wandständern, die durch zwei Geschosse laufen und oben in die Wandpfetten eingezapft sind. Der stabilisierende Schwellenkranz fehlt. Der vordere rechte Eckständer des Hauses steht direkt auf dem steinernen Sockel. Die auf dem Sockel liegenden Fußriegel sind seitlich in den Ständer eingezapft. Alle anderen Wandständer sind senkrecht in die liegenden Fußriegel eingezapft und laufen mit einem Ohr an der Innenseite bis zu deren Unterkante. Die Wände des Wohn- und Wirtschaftsbereichs sind mit Bohlen und Vierkanthölzern ausgefacht. Die vordere Stube hat einen alemannischen Fenstererker mit fünf an der Stirnseite und zwei an der anschließenden Längsseite eingesetzten Fenstern. (Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg)

Der Falkenhof

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Das Haus steht mit dem First in der Falllinie des Hanges. Der Wohnteil liegt talwärts, Stall und Ökonomieteil liegen zur Bergseite. Kennzeichnend für diesen Haustyp ist die ebenerdig liegende Dreschtenne, die Wohnbereich und Stall über zwei Geschosse trennt.

Umsetzung ins Museum: 1997 - 1999. Das Haus wurde im vorgefundenen Zustand umgesetzt. Da der Wohnteil seit 1844 unbewohnt war, mussten große Anteile des Bauholzes ersetzt werden. Das neue Holz ist seinem natürlichen Alterungsprozess überlassen. So kann man neues und altes Holz leicht unterscheiden. Der Stall wurde so übernommen, wie er zuletzt 1956 renoviert wurde.

Das Zartener Haus gehört zu den Firstständerhäusern. Haus- und Dachgerüst bilden eine konstruktive Einheit. Von einem stabilisierenden Schwellenkranz ragen senkrecht Ständer auf, die das Hausgerüst bilden. Sie tragen die Wand- und Dachpfetten und die Firstpfette. Die 6 Firstständer sind über 14 m hoch.

Der weitausladende Walm über dem Wohnteil ist eine Besonderheit dieses Haustyps. Er diente zum Unterstellen von Wagen und Geräten. Bevor auch der Zartener Haustyp, zum Teil erst im 19. Jahrhundert, eine Hocheinfahrt in den Dachraum erhielt, wurden die vollen Erntewagen im Schutz des Walmes unter dem Dach abgestellt. (Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg)

Der Hippenseppenhof

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Zum Bau des Hauses wurden ca. 1.000 Festmeter Rundholz benötigt, das entspricht einer Menge von rund 400 Nadelbäumen. Das Dach ist bei einer Fläche von 700 m2 mit rund 70.000 Schindeln gedeckt. Vor der Einführung industriell gefertigter Eisennägel im 19. Jahrhundert wurde jede einzelne Schindel durchbohrt und mit Holznägeln festgemacht. Der markante Dachreiter mit Glocke wurde erst im 18. oder 19. Jahrhundert aufgesetzt.

Der Typ des Höhenhauses hat sich in den Hochlagen des Mittleren Schwarzwaldes in schneereichen Wintern bewährt. Das tief heruntergezogene Dach hat einen voll ausgebildeten Walm an der Talseite und ein mit Schindeln gedecktes Hauptdach mit 47° Neigung.

Das Hausgerüst wird von Ständern gebildet, die in einen Schwellenrost eingezapft sind. Das Haus ist zweigeschossig. Die Ständer führen durch die Geschosse und tragen die Wand- und Dachpfetten sowie die Firstpfette (Firstständerhaus), zudem sind die Wände zwischen den Ständern mit Bohlen und Brettern, im Stallbereich mit Vierkanthölzern ausgefacht (Ständer-Bohlenbau). (Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg)

Das Hotzenhaus (Hauensteiner)

Das Hotzenhaus im Freilichtmuseum Gutach (01) Das Hotzenhaus im Freilichtmuseum Gutach (02) Das Hotzenhaus im Freilichtmuseum Gutach (03) Das Hotzenhaus im Freilichtmuseum Gutach (04) Das Hotzenhaus im Freilichtmuseum Gutach (05) Das Hotzenhaus im Freilichtmuseum Gutach (06) Das Hotzenhaus im Freilichtmuseum Gutach (07) Das Hotzenhaus im Freilichtmuseum Gutach (08)
 
Der Hotzenwald als niederschlagsreiche und windige Hochfläche mit kalten Talmulden hat diesen Haustyp geprägt. Die Häuser stehen auf Plateauhöhen oder an Berghängen, und zwar mit der Firstlinie parallel zum Hang. Wohn- und Wirtschaftsbereich wurden auch hier unter einem Dach vereint. Ein quer durch das Haus laufender Gang trennt beide Bereiche. Der Wirtschaftsbereich mit Stall und Umgang liegt Richtung Wetterseite, der Wohnbereich befindet sich geborgen dahinter. Zusätzlich schützen auf der Wetterseite gepflanzte Bäume, Schwarzerlen oder Ebereschen, das Haus.

Das Dach ist beidseitig abgewalmt, d.h. die Walme enden auf gleicher Höhe wie das Hauptdach. Es war mit Roggenstroh gedeckt, das im Museum durch Reet ersetzt wurde. Roggenstroh in erforderlicher Qualität und Menge ist kaum noch erhältlich. Besonders sorgfältig wird der First eingedeckt. Zusätzliche Firstbänder und Windgerten sichern die Strohdeckung und machen das Dach windresistent.

Das zweigeschossige Firstständerhaus steht auf einem Schwellenkranz. Vier in die Schwelle eingezapfte Ständer tragen den Firstbaum. Diese Ständer werden im Hotzenwald First- oder Hochstuden genannt. Um gegen die Winde geschützt zu sein, wurde der Dachstuhl in Längs- und Querrichtung mehrfach durch Streben abgesichert. (Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg)

Der Lorenzenhof

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Der Hof erhielt seinen Namen nach dem Besitzer Lorenz Gebert (1786 - 1839). Im Jahr 1890 umfasste der Hof 69 ha. Eigenständige Höfe im Kinzigtal besaßen 30 - 50 ha. Größere Betriebe besaßen bis zu 180 ha. Lebensgrundlage war die Wald- und Viehwirtschaft, daneben wurde Schweinezucht und Ackerbau betrieben. Das milde Klima der Talsohlen des Kinzigtals und die mäßig steilen Hänge begünstigen die Landwirtschaft. Flößbare Flüsse und Bäche, die zum Rhein als großem Transportweg hinführten, ermöglichten einen regen Holzhandel. Der Anteil des Waldes als Erwerbsquelle war deshalb hoch. Der Hof wurde bis 1904 bewirtschaftet. Zuletzt gehörte der Hof einem Holzhändler. In der Scheuer war ein Sägewerk eingebaut.

Erbaut: 1608 in Oberwolfach im Gewann "Am Unteren Wasser" (350 m ü. M.). Die Datierung wurde durch eine dendrochronologische Untersuchung ermittelt. Das Bauholz wurde 1607 / 1608 gefällt. Verbreitungsgebiet: Jüngeres Rodungsgebiet entlang den großen Wasserläufen der Rench, der Kinzig, des Harmersbaches und der Wolf. Ebenfalls im Acher- und Schuttertal.

Das Haus besitzt ein gemauertes Sockelgeschoss, auf das ein holzgezimmertes Obergeschoss aufgesetzt ist. Im Sockelgeschoss befindet sich der Stall. Im zweiraumbreiten Obergeschoss liegen an der Stirnseite Stube und Schlafkammer nebeneinander. Stall und Wohnbereich heißen im regionalen Sprachgebrauch schlicht und einfach "Haus", daran angebaut ist die "Scheuer", der Wirtschaftsteil.

Er ist in Ständer-Bohlen-Bauweise errichtet, wobei die Wände im unteren Bereich mit Kanthölzern und im oberen Bereich mit Brettern ausgefacht sind. Unterbrochen wird die durchgehende Höhe der Scheuer durch eine Art Brücke, "s’Denn", die als Hocheinfahrt in den Dachraum führt. Die Decken der Stube und Schlafkammer sind niedriger gehalten, als das die Wandständer zulassen würden. So entsteht ein ca. 40 cm hoher Zwischenraum zwischen der Stuben- und Kammerdecke und dem darüber liegenden Bühnenboden. Dieser Zwischenraum wird Nussbühne, Stubenbühne, Rutschbühne oder auch - da der Rauch der Küche durch diesen Raum ins Freie strich - Rauchbühne genannt. Er wurde zum Trocknen von Nüssen oder zum Aufbewahren von Arbeitsgeräten genutzt.

Die Stubendecke wurde durch einen Schlitz vom Hausgang aus eingeschoben und ist leicht gewölbt. Die Schlafkammerdecke wurde von der Walmseite her eingeschoben. Das aus liegenden Stühlen bestehende Dach besitzt an der Stirn- und Rückseite einen Halbwalm. Gedeckt war das Dach ursprünglich mit Stroh, das im Museum durch Reet ersetzt ist. Im Wohnbereich sind Fußriegel und Wandständer aus Eichenholz. Alles übrige Bauholz ist Fichte und Tanne. Die Gewände der Türen und Fenster im gemauerten Stallgeschoss sind aus rotem Sandstein. (Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg)

Das Schauinslandhaus

Das Schauinslandhaus im Museum Gutach (01) Das Schauinslandhaus im Museum Gutach (02) Das Schauinslandhaus im Museum Gutach (03) Das Schauinslandhaus im Museum Gutach (04) Das Schauinslandhaus im Museum Gutach (05) Das Schauinslandhaus im Museum Gutach (06) Das Schauinslandhaus im Museum Gutach (07) Das Schauinslandhaus im Museum Gutach (08)
 
Die gesamte Konstruktion des Eindachhauses ist geprägt von seinem Standort in einer steilen Hanglandschaft in kalten windigen Höhenlagen. Es steht mit dem First parallel zum Hang. Ungleiche Bodenhöhe wurde durch Mauerwerk ausgeglichen. Die Stube ist unterkellert.

Der Haupteingang liegt geschützt auf der der Wetterseite abgewandten Stirnseite. Eine Hocheinfahrt führt von der Bergseite durch das Einfahrtshäuschen, einem kleinen Dachausbau vor der Hauptdachfläche, in den Dachraum.

Die Ausfachung der Außenwände besteht aus 12 cm starken Kanthölzern, die der Innenwände aus Brettern und Bohlen. Die Ständer sind in einen Schwellenkranz eingezapft. Als Bauholz wurde Fichte verwendet. Tanne und Eiche gedeihen in dieser Höhe nicht mehr. Die Bauhölzer sind handbebeilt. Verbaut wurden ca. 75 m2 Holz. Das Dach ist auf beiden Seiten abgewalmt und auf der Wetterseite auffallend tief herabgezogen. In seiner Konstruktion und Neigung von 47° ist das Dach auf Stürme und große Schneemassen hin ausgerichtet.

Die gesamte Raumaufteilung und -anordnung im Schauinslandhaus erklärt sich aus den unwirtlichen Bedingungen einer Höhenlage. In den kalten Regionen war es vor allen Dingen wichtig, auch in den Monaten, da der Kachelofen nicht geheizt wurde, die Wärme möglichst geschickt zu verteilen und so lange wie möglich im Haus zu behalten. So befinden sich die Ställe auf der Wetterseite und die Schlafkammern der Bewohner entweder direkt hinter der beheizbaren Stube oder auch unmittelbar im Wohngeschoss darüber.

Die Stube des Schauinslandhauses weist mit seiner Ausstattung und Einrichtung alle Merkmale einer typischen Schwarzwälder Bauernhausstube auf. Auch hier wird der Kachelofen von der Küche aus befeuert und die gekachelte Kunstbank durch den Rauch des hinter der gemauerten Wand in der Küche stehenden Herdes erwärmt. Die auf dem Ofen liegenden Spanholzförmchen weisen auf eine regionale Besonderheit hin. Es handelt sich um Käsnäpfle, in denen einst die Hofsgründer Käsle aus Rohmilch hergestellt wurde. (Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg)

Das Taglöhnerhaus

Das Taglöhnerhaus im Freilichtmuseum Gutach (01) Das Taglöhnerhaus im Freilichtmuseum Gutach (02) Das Taglöhnerhaus im Freilichtmuseum Gutach (03) Das Taglöhnerhaus im Freilichtmuseum Gutach (04) Das Taglöhnerhaus im Freilichtmuseum Gutach (05) Das Taglöhnerhaus im Freilichtmuseum Gutach (06) Das Taglöhnerhaus im Freilichtmuseum Gutach (07) Das Taglöhnerhaus im Freilichtmuseum Gutach (08)
 
Die Lage am Hang machte eine starke Stelzung des Gebäudes erforderlich. Im dafür gemauerten Sockelgeschoss sind Schweinestall und Keller untergebracht. Das Obergeschoss war ursprünglich in Ständer-Bohlen-Bauweise errichtet, das Dach mit Stroh gedeckt.

Bei einem Umbau im Jahr 1935 wurde die Holzaußenwand im ersten Obergeschoss durch Ziegelmauerwerk ersetzt. Das Dach erhielt eine Deckung mit Faserzementplatten. Bei einer weiteren Baumaßnahme um 1950 wurde der offene Schlot in der Küche durch einen geschlossenen Kamin ersetzt.

Wie die großen Schwarzwaldhäuser beherbergt auch das Tagelöhnerhaus unter einem Dach Wohnung, Stall und Wirtschaftsräume. Der Wohnteil liegt zum Tal hin, der Stall zur Bergseite. Der Brunnen mit Milchhäuschen befindet sich im angebauten Schopf, der über die Küchentür direkt mit dem Haus verbunden ist.

Der Dachraum ist vom zweiten Obergeschoss über eine Treppe und von der Bergseite her über eine Hocheinfahrt erreichbar. (Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg)
 
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