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Einzelbildnachweise Storchenturm-Museum Zell a.H.

Das Zeller Heimatmuseum ist im Storchenturm, dem Wahrzeichen der ehemaligen Reichsstadt, untergebracht Vielleicht sollte man besser nicht von 'unterbringen' reden, denn - und hiermit bezeichnen wir vorweg etwas vom Wesentlichen unseres Museums - der Storchenturm selbst ist ja auch ein Stück davon, was zugleich die Rechtfertigung gibt, einleitend kurz von ihm zu berichten Der Turm wird als Teil der gesamten Stadtbefestigung schon im 14. Jahrhundert erwähnt Disch beschreibt ihn in der 'Chronik der Stadt Zell am Harmersbach' (Seite 194) folgendermaßen: Der Storchenturm 'ist von rechteckigem Grundriß und aus Bruchsteinmauerwerk mit Sandsteinquadern an den Ecken erbaut' Das oberste Geschoß zeigt Rundbogenfenster, darüber ein Satteldach mit an den Giebelseiten vorkragendem Abwalmdach Auf der Südseite in halber Turmhöhe der Reichsadler und die Zahl 1462 Dieser Stein zierte ehemals das Untertor und wurde nach dessen Abbruch hier eingefügt Auf der Nordseite oben unter dem Rundbogenfenster ebenfalls der Reichsadler und die Zahl 1599.' Der 'Lange Turm' - so hieß der Storchenturm ursprünglich - sicherte auf über 150 Meter die Südseite der ehemaligen Reichsstadt Es gab in jenen Zeiten hier kein Tor; durch den Turm führte nur das schmale 'Dreibatzenloch'  Erst 1907 wurde der Durchgang in seiner heutigen Form geschaffen, weil man eine breite Straße zum neueröffneten Bahnhof Zell der Nebenbahn Biberach-Oberharmersbach brauchte Auf einem Absatz der Außenseite des Storchenturms stehen die vier 'Schwedenkanonen'; sie wollen an den Dreißigjährigen Krieg erinnern, sind aber zugleich ein schönes Hinweisschild fürs Heimatmuseum, ebenso wie neben dessen Eingangstür das große steinerne Zifferblatt einer Uhr (die einstens an der inneren Giebelseite des Untertors den Einwohnern die Zeit anzeigte) Gleich im 'Empfangsraum des Museums' wird der Besucher schnell aus der Gegenwart entführt: ein Stein mit der Jahreszahl 1669, alte Straßenlampen, ein Bildstöckle, Ofenplatten berichten von der 'guten alten Zeit' Sie wird dann besonders lebendig in den Handwerksstuben der Zeller Töpfer, Weber, Schuster, Seiler, Küfer, Bäcker, Nagel- und Hufschmiede. Holzpflüge u. a. weisen auf die frühere Bedeutung der Landwirtschaft in Städtle und Tal hin Recht interessant wird die Herstellung von Wasserleitungsrohren aus Holzstämmen gezeigt Eine Menge Hausrat beweist, wie die Ahnen sich das Leben praktisch und schön gestalteten Zu den Kostbarkeiten gehören die kobaltblauen Trinkgefäße, die man in der Nordracher Glasfabrik im weiten, einsamen Wald der Moos herstellte, bedruckte Stoffe usw. Gebastelte Altärle und 'Krippele' veranschaulichen die 'Freizeitgestaltung' früherer Zeiten Jeder Besucher unserer Stadt, der an ihr Freude hat, müßte entweder zur Vorbereitung oder zur abschließenden Zusammenfassung den Museumsraum besichtigen, in dem das Modell der Reichsstadt Zell aufgestellt ist: es zeigt Anlage und Gesicht des Ortes, Verlauf der Mauern und Gräben, die vier Türme - und eben das 'alte Städtle als Ganzes'  Für Schulklassen ein herrlicher Anschauungsunterricht! Volkskundlern und Freunden des Alemannentums werden die Zeller Fasnachtsgestalten unvergeßlich bleiben, besonders in ihrer gezeigten Entwicklung vom Welschkornund Schneckenhäuslenarro zum bunten Spielkarten- und Bändelenarro, ebenso die schönen Trachten aus Stadt und Tal und die Zeller Bürgerwehr mit Uniform und Waffen Bilder von Emma Heim (Scheffels 'Dichterliebe', wie sie in einer Randbemerkung im Taufbuch genannt wird), Ritter von Buß (der erste parlamentarische Vertreter des Arbeiterschutzes in Deutschland) und Joseph Anton Burger (Begründer der Zeller Keramik) erinnern an bedeutende Persönlichkeiten unserer Stadt Und all dies u.v.a. befindet sich - um es nochmals zu betonen - nicht in irgendwelchen 'neutralen' Räumen, sondern in einem alten Turm Da kann man einen Wehrgang betrachten; an einer Stelle sieht man, wie die Mauern fast 1,5 Meter dick sind Beim Schauen ins tiefe 'Hungerverlies' und in den Turmkerker mit seinen zwei engen, 'fast licht- und luftlosen Zellen' kommt einem wohl die Erkenntnis, wie die Strafen in der 'guten alten Zeit' doch recht hart waren Die Daumenschraube läßt die Folter lebendig werden, die 'Schandglocke für böse Mäuler' und die 'Halstafel für Obstdiebe' zeugen von oft drastischem Einschreiten der damaligen Obrigkeit Wer dann aber bis ins Turmwärterstüble des 5. Stocks oder gar unmittelbar unters Dach hochgeklettert ist, atmet auf und findet ausgerechnet dort oben - besonders auch an sonnigen Tagen - bei dem herrlichen Rundblick den Weg aus der Vergangenheit zurück in die Gegenwart

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