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Alte Kinzig - ehemaliger Flößerei-Umschlagplatz in Willstätt

Alte Kinzig - Flößerei Willstätt (01) Alte Kinzig - Flößerei Willstätt (02) Alte Kinzig - Flößerei Willstätt (03) Alte Kinzig - Flößerei Willstätt (04) Alte Kinzig - Flößerei Willstätt (05) Alte Kinzig - Flößerei Willstätt (06) Alte Kinzig - Flößerei Willstätt (07) Alte Kinzig - Flößerei Willstätt (08) Alte Kinzig - Flößerei Willstätt (09) Alte Kinzig - Flößerei Willstätt (10) Alte Kinzig - Flößerei Willstätt (11) Alte Kinzig - Flößerei Willstätt (12) Alte Kinzig - Flößerei Willstätt (13)
 
Uff’m Willstätter Weiher hots Flaize a End". - Willstätt und die Kinzigflößerei

Die durch Willstätt im Hanauerland fließende Kinzig nutzten einst viele Berufe: Müller ihre Wasserkraft, Sandzieher gewannen Bausand, Fischer fingen Aal und Lachs. Von März bis November trafen täglich auch bis zu 450 m lange Flöße mit ihren Mannschaften ein. Sie waren im oberen Kinzigtal losgefahren, in Wolfach und Schiltach, und - je nach Wasserstand - bis zu sechs Tagen unterwegs.

Für sie war Willstätt das Ziel der 70 km langen "Fahrt ins Land": "Uff’m Willstätter Weiher hots Flaize a End", wie es im Schiltacher Flößerlied heißt.

Diese Regelung geht bis ins Mittelalter zurück: 1404 verlieh König Ruprecht dem Adligen Ludwig von Lichtenberg "den Zoll zu Willstätt auf der Kynzig", womit dieser Zugriff auf den dortigen Verkehr erhielt. In der Folge wurde daraus ein Transportmonopol, vor allem für das als Flöße ankommende Holz: Statt bis zum Rhein durchzufahren, mussten sie angelandet und einheimischen Flößern übergeben werden. Die "Willstätter Flötzergespannschaft" hatte ihre Zunftstube im "Adler" und war auf 12 Mitglieder begrenzt. Flößer zu sein, war begehrt, da man sonst nur im Handwerk und in der Landwirtschaft Arbeit fand. Die Mitgliedschaft vererbte sich oder musste gekauft werden. 1865 hießen die Willstätter Flößer: Kasper, Bohleber, Hetzel, Bürkel, Erhardt, Wägel, Eckert, Seiler, Schadt, Nicklaus, Mill und Groth.

Ein angelandetes Floß rüsteten sie mit einer weiteren Bremse ("Sperre") aus und fuhren es vor das 3,5 m hohe Willstätter Wehr. War genug Wasser gestaut, wurde die Stellfalle aufgemacht und die Holzschlange kam in Bewegung. Auf dem ersten Gestör stand, vom Wasser umtost, der "Fahrer", der es mit Hilfe eines Ruders über das Wehr schleuste. Die anderen Flößer waren übers Floß verteilt und "sperrten", da bei zu viel Fahrt die Gefahr eines "Ellenbogens" bestand, wie das gefürchtete Sichverkeilen der Gestöre hieß. War das Floß gut durchgekommen, ging es weiter zum Kehler Floßhafen, wobei das Wehr in Neumühl das nächste Hindernis war. Hier wurde die mitgeführte Oblast zum Kauf angeboten: Stecken, Pfähle, Stangen, Bretter und Dielen, die mit Pferden vom Floß heruntergezogen wurden. (schiltacher-floesser.de)

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