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Falkenhof
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Hippenseppenhof
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Lorenzenhof
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Schauinsland-Haus
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Vogtsbauernhof

 

Der Vogtsbauernhof


Quelle: Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Datenbank Bauforschung / Restaurierung

   Erbaut: 1612 - Der Vogtsbauernhof ist die Keimzelle des Museums. Eine dendrochronologische Untersuchung bestätigte das in Archivunterlagen ermittelte Baudatum des Hauses.
 
Der Vogtsbauernhof - Längsschnitt - Das Hausgerüst besteht aus Wandständern, die durch zwei Geschosse laufen und oben in die Wandpfetten eingezapft sind
 
Der Vogtsbauernhof - Querschnittschnitt - Fußriegel und Ständer sind aus Eichenholz, alles andere ist Tannenoder Fichtenholz. Das Dach hat an beiden Schmalseiten einen Halbwalm
Erbaut: 1612 am Standort im Museum im Gutachtal (260 m ü. M.).

Der Vogtsbauernhof ist die Keimzelle des Museums. Eine dendrochronologische Untersuchung bestätigte das in Archivunterlagen ermittelte Baudatum des Hauses.

Bauernhaus

Eindachhof

Maße: Länge: 28 m, Breite: 13,50 m, Höhe: 13,40 m.

Der Eindachhof steht senkrecht zum Hang. Der Wohnbereich ist zur Talseite hin ausgerichtet, der Wirtschaftsbereich mit Stall, Keller, Heustock, Bühne und Oberbühne zur Bergseite.

Eine württembergische Bauordnung aus dem 16. Jahrhundert schrieb vor, dass die Häuser auf einem Sockel aus gutem Mauerwerk von mindestens vier Schuh zu errichten seien. Ferner waren bei Holzverbindungen statt der bisher gebräuchlichen Verblattungen Verzapfungen zu verwenden. Beide Vorschriften wurden beim Bau dieses Hauses berücksichtigt.

Das Hausgerüst besteht aus Wandständern, die durch zwei Geschosse laufen und oben in die Wandpfetten eingezapft sind. Der stabilisierende Schwellenkranz fehlt. Der vordere rechte Eckständer des Hauses steht direkt auf dem steinernen Sockel. Die auf dem Sockel liegenden Fußriegel sind seitlich in den Ständer eingezapft. Alle anderen Wandständer sind senkrecht in die liegenden Fußriegel eingezapft und laufen mit einem Ohr an der Innenseite bis zu deren Unterkante. Die Wände des Wohn- und Wirtschaftsbereichs sind mit Bohlen und Vierkanthölzern ausgefacht. Die vordere Stube hat einen alemannischen Fenstererker mit fünf an der Stirnseite und zwei an der anschließenden Längsseite eingesetzten Fenstern.

Fußriegel und Ständer sind aus Eichenholz, alles andere ist Tannen oder Fichtenholz. Das Dach hat an beiden Schmalseiten einen Halbwalm. Der Dachraum ist durch die Konstruktion des liegenden Stuhls frei von Ständern. Die Dachlast wird von den Außenwänden getragen. Das früher für die Deckung des Daches verwendete Roggenstroh ist heute nicht mehr in der notwendigen Qualität und Menge vorhanden und wird daher teilweise durch Reet ersetzt.

In den Dachraum kann man direkt von der Bergseite aus über eine Hocheinfahrt einfahren. Auf der Längsseite hinter dem Haus steht der Brunnen mit dem Milchhäuschen. Vor dem "Stüble" sind unter einem Schleppdach der Schweinestall und ein Abort, „das heimlich Gmach“, untergebracht.

Zu den Nebengebäuden und Anlagen des Vogtsbauernhofes gehören ein Speicher, ein Back- und Brennhaus sowie eine Getreidemühle.

Im Erdgeschoss liegen Stube, Küche, Stüble, ein quer zur Firstrichtung durchlaufender Hausgang, drei Kammern, Stall und zwei Keller.

Im hellen Fensterwinkel der Stube zieht ein großer Schragentisch die Aufmerksamkeit auf sich. Zum Sitzen dient eine lehnenlose Bank ein Lehnstuhl mit gedrechselten Stäben und die eingebaute Bank, die in der vorderen Zimmerhälfte den Wänden entlang verläuft. Im Eckständer ist eine Nische eingehauen, in der ein Gebetsbuch steht. Gutach gehörte bis 1810 zum Herrschaftsgebiet der Württemberger und war somit evangelisch. Deshalb fehlt hier der in katholischen Häusern reich geschmückte Herrgottswinkel mit Heiligen.

Vogtsbauernhof in Gutach, der Grundstock eines Schwarzwälder Freilichtmuseums von Hermann Schilli  arrowRight

Der Fußboden der Küche liegt ca. 20 Zentimeter tiefer als der Hausgangboden und ist mit Sandsteinplatten belegt. Die ganze Breite der Küche wird von einem Gewölm überspannt, das einen Meter vor dem Fenster endet. Unter diesem Gewölm stehen links und rechts die Herde. Das Fundament des dritten Herdes, der seit der Dreiteilung vorhanden war, ist erkennbar. Der Herd zur Stube hin ist aus Natursteinen, der zum "Stüble" hin aus Backsteinen aufgemauert. Beide sind mit einer Eisenplatte abgedeckt, in die Kochlöcher eingeschnitten sind. Die Eisenringe zur schrittweisen Verschließßung der Löcher hängen an der Wand. Aus der Öffnung in der Wand über dem linken Herd quillt der Rauch, nachdem er die dahinter liegende Kunstbank in der Stube erwärmt hat. Neben dem Herd ist das Feuerloch des Kachelofens der Stube, darüber die Öffnung zum Entweichen des Rauches. Im Gewölm hängen an Stangen Speck, Schinken und Würste, die durch den aufsteigenden Rauch haltbar gemacht wurden. Der Rauch zieht durch das Gewölm zum Fenster, wo die zweigeschossige Höhe der Küche sichtbar wird. Er entweicht durch drei Öffnungen in der verbretterten Wand zur Stirnseite in Höhe des zweiten Geschosses oder steigt durch einen Holzschacht nach oben in den Dachraum.

Das an die Küche angrenzende "Stüble" ist an den Wänden und der Decke mit Stabbrettern ausgetäfelt, die mit Ölfarbe gestrichen sind. Im Stiegenkasten rechts führt eine Treppe in die darüber liegende Stüblekammer, die „Stubbiehni“.

Auf der rechten Seite des Dachgeschosses liegt die Dreschtenne, "s’Denn", die brückenartig über den darunter liegenden Heustock gebaut ist. Starke Bodenbretter, die deutliche Spuren des Dreschens mit dem Flegel aufweisen, und die Seitenwände mit den Eckschalen am unteren Ende sind Merkmale der Dreschtenne.

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