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Einzelbildnachweise Dorfkirche St. Mauritius Hausach

Urkundliche Erwähnung findet die alte Pfarrkirche 'Ad Sanctum Mauritium', zu St. Moritz, schon im Jahre 1148 Darin wird dieselbe als 'ecclesia, quae est apud Husen', die Kirche, welche bei Husen liegt, geschildert Sie lag also nicht direkt in Husen, sondern außerhalb des Orts Dem Namen des Kirchenpatrons nach zu schließen, dürfte die Niederlassung als fränkisch angenommen werden Die Ortschaft selbst, die sich im Mittelalter östlich der Kirche ausbreitete, suchte ihren Entstehungsplatz im Schutze der nahen Ritterburg Husen Im Jahre 1275 wird die Kirche 'in decanatu Kürnbach', im Dekanat Kirnbach, von 1360 bis 1370 in 'decanatu Rotwil', im Dekanat Rottweil, im Jahre 1505 'Kirche s. Moritzen zu Husen' und 1508 'Kirche s. Moricien und Jörgen zu Husen' urkundlich aufgeführt Als amtierendem Pfarrer zu Husen hören wir 1396 von einem 'leutpriester Sippolt zu Hausen im Kinzigental' 1454 wird ein 'Niclaus von Tönen kirchherr zu husen' genannt, 1467 wird 'der Priester Michael Fabri bei der Pfarrkirche der Stadt frei geworden durch den Tod eines gewissen Heinrich Behem, durch Heinrich Graf von Fürstenberg und Herr in Husen im Kinzigtal vorgeschlagen' 1479 fungierte 'pfaff Hans Schnider Kirchherr zu Husen im Kinczigental', und nach der Einführung der Reformation erscheint als Vertreter der neuen Lehre der Prädikant Sebastian Säckelmann Die Baugeschichte dieser alten Kirche ist ungefähr wie folgt Nach der Einführung des Christentums wurde die erste Kirche, wie überall, aus Holz erstellt Am Anfang des 12. Jahrhunderts wurde die erste Steinkirche in Hausach-Dorf erbaut, wovon allein das noch guterhaltene Tympanon Zeugnis ablegt Als jedoch die Kirche im 15. Jahrhundert zu klein wurde - es waren um diese Zeit allein 300 Bergknappen im Hauserbacher Silberbergwerk beschäftigt -, wurde der Bau einer neuen Kirche beschlossen Graf Wilhelm von Fürstenberg holte sich den berühmten Freiburger Baumeister Erhart, der zuletzt am Freiburger und Straßburger Münster gearbeitet hatte Erhart begann im Jahre 1515 mit Chor, Sakristei und Turm. Der Chor ist reich ausgestattet und wird mit drei vorgelagerten Jochen in drei Seiten des Achtecks geschlossen Seine Decke bildet ein elegantes Sterngewölbe Die profilierten Gewölberippen mit Hohlkehle und Birnstab schneiden einander und verlaufen an der Chorwand Die runden Schlußsteine zeigen eine neue Bemalung Sechs Spitzbogenfenster mit flamboyantem Maßwerk geben dem Raum des Chores eine ganz besondere Helle Die Fenster in den Achteckseiten sind zweipfostig, die übrigen einpfostig Das Gewand der in die Sakristei führenden Spitzbogentür an der Nordseite besteht aus Hohlkehlen und Stabwerk, das entweder stumpf verläuft oder sich im Spitzbogen schneidet Die aus hübschen Steilbasen hervorwachsenden vorderen Stäbe sind auf der einen Seite gerautet und auf der anderen mit Zickzackkannelüren versehen Über dem Bogenscheitel ist die Jahreszahl 1516 eingehauen Der aus der gleichen Zeit stammende Türflügel besitzt noch das erste alte kunstvoll geschmiedete eiserne Türschloß mit Beschlägen Eine ähnliche Arbeit weist die gegenüberliegende Tür in das Turmgeschoß auf. Der östlich gelegene Teil des Chores wird durch eine Stufe erhöht An dieser steinernen Stufe ist 'anno domini 1515' eingehauen  Im östlichen Nordwandteil des Chores nach der Stufe kann der Besucher das außerordentlich prachtvolle Sakramentshäuschen bewundern Die Sakramentsnische, als eine Flachnische gebaut, bildet einen besonders wertvollen Schatz der alten Hausacher Dorfkirche Die Nische wird von Rundstäben auf steilen, gerauteten Basen flankiert, welche den Kielbogen mit dem astartigen Maßwerk tragen Die große architektonische Umrahmung von Fialentürmchen mit Krabben und Kreuzblumen läuft in einer gemalten Architektur aus Diese wurde bei Renovation der Kirche anfangs des 20. Jahrhunderts von Grund aus erneuert Die Nische selbst ist mit einem hübsch gearbeiteten Durchsteckgitter mit Rosetten an den sich kreuzenden Eisenstäben und mit einem Schloß versehen In den Feldern rechts und links der Nischentür ist je eine kleine Steinkonsole zu sehen Der Chor öffnet sich gegen das Langhaus in einem hohen, gedrückten, kämpferlosen Spitzbogen, der in Hohlkehlen und Stabwerk profiliert ist Das auf schrägkannelierten, gerauteten, kleinen Basen profilierte Stabwerk läßt seine Nebenstäbe am Bogen sich totlaufen An dem Gewände sind die Stellen noch feststellbar, wo das ehemalige Abschlußgitter befestigt war Da, wo die Gewölberippen im Chorinnern ansetzen, zeigt das Äußere des Chors doppelt abgetreppte Strebepfeiler Dadurch wird eine Abtreppung durch die um den ganzen Bau sich herumziehende Wasserschräge bewerkstelligt Die Wasserschräge dient zugleich als Kaffgesims der Fenster Die Strebepfeiler sind konkav geschweißt abgedeckt Das etwa 50 cm hohe Sockelgesims des Chors hat oben einen Hohlkehlabschluß Die an der Nordostecke von Langhaus und Chor erstellte Sakristei ziert ein gradscheitliges Sternengewölbe Die Rippen des Gewölbes mit der einfach gehaltenen Profilierung der Spätzeit verlaufen in den Ecken ohne Konsolen. Kleine lukenartige Fenster mit geradem Sturz und Blenkielbogen geben dem Raum von Norden, Osten und Westen das nötige Licht

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