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Einzelbildnachweise - St. Brigitta Niederschopfheim - Hohberg

St. Brigitta ist die römisch-katholische Pfarrkirche von Niederschopfheim, einem Teil der politischen Gemeinde Hohberg im Ortenaukreis von Baden-Württemberg Die Pfarrgemeinde bildet mit den Pfarreien St. Gallus in Hofweier und St. Carolus in Diersburg, beide gleichfalls Teile der politischen Gemeinde Hohberg, die Seelsorgeeinheit Hohberg des Erzbistums Freiburg Über den Ort und seine Kirche hat besonders Wilhelm Bartelt (1887–1967) geforscht, der von 1932 bis 1948 in Niederschopfheim Pfarrer war Neben Saint-Denis und Kloster Honau hatten die Klöster Ettenheimmünster und Hohenburg früh in Niederschopfheim Besitz Im 12. und 13. Jahrhundert erlangten die Bischöfe von Straßburg die Ortsherrschaft, die sie verschiedenen Rittergeschlechtern zu Lehen vergaben Von 1479 bis 1538 waren es die Ritter von Bach. Georg von Bach († 1538), mit dem das Geschlecht ausstarb und dessen steinernes Grabmal von der Hand Christophs von Urach außen an der Heilig-Kreuz-Kirche in Offenburg steht, hielt Niederschopfheim in der Reformationszeit beim römisch-katholischen Bekenntnis Es folgten andere Adelsfamilien, die gleichen wie in Hofweier; doch waren sie in Hofweier Grundeigentümer, in Niederschopfheim Straßburger Lehnsträger Die letzten waren die Herren von Frankenstein Zur Zeit Johann Friedrich Karl Franz Xavers von Frankenstein-Ockstadt (1745–1832) ordnete der Reichsdeputationshauptschluss 1803 Europa neu Kirchliche Herrschaften wurden säkularisiert, und Markgraf Karl Friedrich von Baden konnte am 9. Dezember 1802 an Johann Friedrich Karl Franz Xaver schreiben In Gemäßheit des Reichsdeputationshauptschlusses finde ich mich berechtigt, die dem vorhin jenseits des Rheines seinen Sitz gehabten Hochstift Straßburg auf der rechten Seite des Rheins angehörig gewesene Lehnsherrlichkeit des von demselben als Straßburgisches Lehen besitzenden Dorfes Niederschopfheim an mich zu nehmen Schon am 27. September 1802 waren badische Truppen in das bischöfliche Gebiet rechts des Rheins gerückt Der letzte Bischof von Straßburg Louis René Édouard de Rohan-Guéméné, der in Ettenheim lebte, 'ging an diesem Tag absichtlich auf die Jagd' Ab 1806 gehörte Niederschopfheim zum Großherzogtum Baden Kirchlich kam es 1803 vom Bistum Straßburg an das Bistum Konstanz und 1821 an das neu gegründete Erzbistum Freiburg Eine Kirche in Niederschopfheim ist erstmals 1160 aktenkundig: 'Scopheim cum ecclesia' Bei einer Restaurierung 1939 bis 1940 wurden unter dem Boden der Kirche alte Mauern gefunden Einen auf dem Zixenberg bei Niederschopfheim gefundenen Sandsteinkämpfer hat Wilhelm Bartelt in die Karolingerzeit datiert und versuchsweise einer Vorgängerkirche zugeordnet nach neuerer Ansicht stammt er aber aus dem 12. Jahrhundert und von einer Burg auf dem Zixenberg In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war die Vorgängerkirche schadhaft und zu klein Am 6. August 1754 wurde ein Kontrakt mit dem aus dem Weiler im Allgäu stammenden, in Kenzingen wohnhaften Bauunternehmer und Schreiner Franz Rudhart (1708 - 1765) geschlossen, der vorher die - 1936 durch ein Feuer weitgehend zerstörte - Pfarrkirche St. Martin in Riegel am Kaiserstuhl und die Pfarrkirche St. Alexius in Herbolzheim errichtet hatte Pfarrer war Heinrich Dorschel († 1772) Die finanzielle Hauptlast fiel auf die Gemeinde, doch trugen die Ortsherrschaft von Frankenstein, Pfarrer Dorschel, der Pfarrer von Hofweier und testamentarisch Dorschels Vorgänger Franz Josef Lindenmeyer († 1751) zum Bau bei Die Frankensteiner stifteten aus den Ruinen ihrer Oberen Burg in Hofweier fast die Hälfte der Steine Am 22. August 1754 wurde der Grundstein gelegt Am 2. Mai 1756 wurde mit dem Freiburger Maler Johann Pfunner ein Vertrag über die Deckengemälde geschlossen Am 26. Juni 1756 konnte Pfarrer Dorschel 'froh berichten, daß Chor und Langhaus bis Jakobi unter Dach kommen' Am 21. Dezember konnte die neue Kirche benutzt werden, zunächst noch mit dem alten Mobiliar 1757 wurde Rudharts neuer Hochaltar aufgestellt, 1758 folgten seine Seitenaltäre, alle noch ohne Fassung und ohne Figuren Erst 1793, unter Dorschels Nachfolger Franz Anton Siebert († 1813, Pfarrer in Niederschopfheim von 1772 bis zu seinem Tod) wurde St. Brigitta feierlich geweiht Der Altar der Vorgängerkirche, eine holzgeschnitzte Krönung Mariens, gelangte über eine von der Markgräfin Maria Viktoria Pauline von Baden geb. von Arenberg in Waldprechtsweier gestiftete Kapelle in die dortige Pfarrkirche St. Michael 1908 bis 1909 wurde das Innere, 1925 bis 1926 das Äußere restauriert, 1939 bis 1940 und zuletzt 1971 bis 1974 wieder das Innere, 1977 die Außenfassade Bei der 1971–1974er Kampagne fand man Pfunners große Deckenbilder und seine Stuckmalerei (plastischen Stuck nachahmende Malerei), ferner die ursprüngliche Fassung der Altäre weitgehend intakt und durch Freilegung und sparsame Ergänzung wiederherstellbar
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