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Einzelbildnachweise Schloss Staufenberg Durbach

Name: Stouffenberg (ca. 1070—1192), Stauffenberg (1421). - Der Name leitet sich ab von ahd. stouf = Becher ohne Fuß; hochragender Felsen Das Schloß Staufenberg (Burg Staufenberg) liegt auf dem Gipfel eines nach allen Seiten abfallenden Berges nördlich von Durbach Die einmalige Lage, dazu die umfassende Sicht nach allen Himmelsrichtungen veranlaßten schon in früher Zeit, den Platz als Ort der Verteidigung und zur Überwachung auszubauen Bei der beträchtlichen Entfernung vom Dorf und den umgebenden Bergen bedurfte es keiner künstlichen Konstruktionen wie etwa eines Halsgrabens zur Befestigung Ebenso ist wohl auch die Berggestalt die Ursache dafür, daß die Ringmauer keine großen Fundamentskonstruktionen benötigte, sondern z.T. nur als Futtermauer ausgebildet ist So läßt sich vielleicht die verblüffende geringe Mauerstärke (bis auf 65 cm herabgehend) im oberen Bereich der nord-westlichen Ringmauer erklären  im Fundamentbereich könnte sie weniger als 180 cm haben und so mit Hohengeroldseck und Neu-Windeck vergleichbar sein( Die Gesamt-Anlage bildet den Typ einer Ringmauer-Randhausburg, d.h. die Wohnbauten sind auf und an der Ringmauer rundumlaufend angeordnet Für einen zentralen Turm (z.B. Bergfried) fehlt bis heute jedes Anzeichen Dieser Bautyp kommt der Zweckbestimmung einer Ganerbenburg wie Staufenberg sehr entgegen  bietet er doch die bestmögliche Ausnutzung des Burgraumes durch Bebauung Die erhaltenen Baureste sollte man allerdings doch nicht wie Ernst Adam 'ein Werk der Romantik des 19. Jh.' nennen dafür sind die Spuren vorhergegangener Bauzeiten doch zu dominierend Der Burgweg von Durbach her und der Zugang aus dem Vorhof treffen sich am Ort des früheren Gerichts der Herrschaft Staufenberg unter der Linde unweit des Flankierungsturmes Dieser Turm ist, indem er über die Ringmauer hinaussteht und sie nach Westen über eine weite Strecke bis zum Stützpfeiler bestreicht zugleich die Angriffsseite durch seine einer Bastionsspitze ('Saillant') ähnelnde dreieckige Spitzform nach NW und O bestreicht und abdeckt die einzige Spur neuzeitlicher Befestigungstechnik und sicher nach der ersten Zerstörung der Burg durch Straßburg 1328 errichtet worden Dieser Turm besteht in seinem unteren Teil aus Bruchsteinmauerwerk (Sandstein) mit eingelegten festigenden Quadern Vor allem die Eckquadern sind sowohl an der Spitze wie auch am Ansatz des Turmes an die ältere Ringmauer glatt aufeinandergesetzt einige dieser Quadern könnten als ältere Buckelquadern angesprochen werden, Spuren älterer Bauten Seinen Abschluß bildet ein einstöckiges Wohngeschoß über dem Mauer-Rücksprung, Spuren des Teilabrisses des Turmes und seiner Neubebauung als Wohnraum Dieser letzte Umbau dürfte im 18. Jhdt. oder eher nach 1832 erfolgt sein Der Turm dürfte damals als Gefängnis genutzt worden sein, darauf weist auch noch die Bezeichnung der eingebauten drei Zimmer als 'Gefängniszimmer' hin Fortifikatorisch ist der Turm vor allem wegen seiner Schießscharten interessant, die allesamt für Feuerwaffen gebaut sind ältere Formen wie Schlüssel- oder Bogenscharten weist er nicht auf; alle Scharten sind viereckig-rechteckig Zur Bestreichung der Ringmauer nach W findet sich unten eine größere für Hakenbüchsen mit Spuren des Einlageschlitzes für Prellholz und eine weitere viereckige Feuerscharte unterhalb des Rücksprunges für den Wohntrakt Anders ist die Situation im nordwestlich abknickenden Mauerteil Hier ist unterhalb des Rücksprunges eine apotropäische (abwehrende) Steinkugel eingemauert Außerdem findet sich eine Feuerscharte oberhalb des Rücksprungs in der Mauer des Wohntrakts, die kaum nach 1832 eingesetzt worden sein dürfte In der glatten Ostmauer verstärkt sich diese Situation in der Mauer des Wohntraktes, also oberhalb des Rücksprunges, sind 3 Feuerscharten eingebaut deren eine zur Querbestreichung nach Osten ausgerichtet ist, die andern beiden aber sind schräg durch die Mauer geführt so daß eine BeschieBung nach Norden und Nordosten entlang der Ostmauer möglich wird  zwischen den beiden Fenstern des Wohneinbaus befindet sich ebenfalls eine apotropäische Steinkugel Der Umbau hat also die Außenmauern des alten Turms mitbenutzt Mit glatten Quadern, die vielfach Zangenlöcher aufweisen, sitzt der Turm direkt auf dem anstehenden Fels als Fundament Der 'Saillant', die dreieckförmige Spitze von F gegen die Angriffsseite, ist massiv aus Steinen aufgeführt Diese Bauweise verbindet die Technik des auf ein Viereck aufgesetzten Dreiecks, wie wir sie im 13. Jhdt. besonders gut an den Burgen Ortenberg und Bernstein im Elsaß erleben können mit den Überlegungen neuzeitlicher Bastionärtechnik des 14./15. Jhdts., besonders was die Flankierung angeht, und ist damit ein interessantes Zeugnis oberrheinischer Befestigungstechnik Dadurch daß der Gesamtgrundriß des Turmes gleichwohl nur vier statt fünf Ecken zeigt, wird man ihn als interessante Frühform solcher Bauweisen ansehen Am Turm links vorbeigehend befinden wir uns auf dem neueren Burgweg, der entlang einer im wesentlichen verschwundenen Zwingermauer zum südwestlichen neuen Torbau führt So wie er jetzt angelegt ist, erscheint er festungstechnisch insofern logisch als ein dort marschierender Feind den Verteidigern auf der Mauer die rechte, schildfreie Seite zeigen mußte  In dieser Mauer beobachten wir seit dem Flankierungsturm einige Quadern mit Zangenlöchern und weitere Buckelquadern wohl aus einer älteren Burganlage Der alten Ringmauer folgend sehen wir bei eine Ecke aus einer älteren Bauphase als die darüberliegenden Wohnbauten  Buckelquadern mit grober Bosse und Zangenlöchern, wie sie im Anfang des 13. Jhdts. üblich waren, stützten diese Ecke ab und verweisen auf einen Baukörper um 1200 Die Oberfläche dieser Quadern ist charakteristisch anders als die der Quadern, mit denen F an die Ringmauer stößtt, sicher erheblich früher die von Osten ziehende Ringmauer stößt mit einer Fuge, die nur im unteren Teil mit der Mauer von verbunden ist, an den großen Bau. Dort findet sich oberhalb des durchlaufenden Ringmauerstücks eine wiederum mit Buckelquadern in der ersten Hälfte des 18. Jhdts. aufgeführte Ecke So sind auch hier zwei Bauphasen ablesbar, wobei der obere Teil der Ecke wiederum Material aus einem Bau des 13.. Jhdts. verwendet, wie wir das noch mehrmals in der Burg finden werden Der Kellerbau mit den Außenmaßen von ca. 15 x 34 m ist der flächengrößte des gesamten Burgareals von ca. 4500 m2 Fläche
 
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