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Einzelbildnachweise Schloss Balthasar Rust

Herren von Endingen verkauften im Jahr 1424 an Böcklin Urkunde vom 30. September 1410 des Böcklinschen Familienarchiv Diese Urkunde ist die erste, die das Schloß erwähnt 1442 belehnt Bischof Ruprecht den Edelknecht Bernhard Böckel Seit also einem halben Jahrtausend ist die Familie Böcklin Besitzer*in Das Schloß war wohl ursprünglich ein viereckigen befestigter Turm mit Ringmauer, Graben und Flankentürmen anzunehmen, daß die Burg von zwei Wehrmauern umgeben war Der Gang der äußeren ist heute noch erkennbar Den äußeren Wehrgang umgab der Burggraben Westliche Front heute noch im Junkerbach Wahrscheinlich wurde der östliche Teil des Burggrabens mit Wasser Daß noch ein zweiter innerer Wehrgang vorhanden war ist anzunehmen aus den Wehrtürmen die ein aus dem Jahre 1767 vorhandener Plan noch im inneren Schloßhof aufweist Die alte Burg in den Kriegsläuften nach 1525 zerstört Die Familie Boecklin zählte zu den bedeutendsten Familien des Straßburger Patriziats als Stammherr wird der 1266 belegte Ulrich Boecklin angesehen In den Jahrzehnten des ausgehenden 13. Jahrhunderts müssen die Boecklin zu Reichtum gelangt sein den sie wie andere Patriziergeschlechter in den Ankauf von Land investierten Nach der ersten im Familienarchiv erhaltenen Urkunde von 1299 konnte Ulmann Boecklin für ein Darlehen von 140 Mark Silber in Besitzrechte der Herren von Geroldseck in Kehl eintreten Bedeutend vermehrt wurde der Landbesitz durch Bernhard Boecklin (genannt 1373-1447) Als Lehen der Herren von Geroldseck empfing er Schloss Mörburg (Gde. Schutterwald, Lkr. Offenburg) Ferner erwarb Bernhard einen Anteil an Wibolsheim (12 km südöstlich Straßburg, Gde. Eschau) und vielleicht auch Anteile an Hüttenheim mit der Giesenburg (25 km südlich Straßburg)(3). Es war vor allem die Bindung an die Bischöfe von Straßburg, die die Familie über ihre Rolle als Straßburger Bürger herauswachsen ließ 1513 erhielt Nikolaus Boecklin das Recht, seinem Namen den Zusatz Im Gegensatz zu anderen Landschaften des Reichs besaßen die Reichsritter im Unterelsass das Recht, zugleich Bürger einer Reichsstadt zu sein

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Einzelbildnachweise Balzareschlössle

Im Orte in einer Seitenstrasse steht das sogenannte 'Balzareschlössle' ein altes Holzhaus mit hübsch geschnitzten Fenster- und Eckbalken vielleicht seiner Zeit für einen Nebenzweig der Familie gebaut Ueber der Kellerthüre findet sich die Jahreszahl 1598 und die Wappen der Böcklin und Zuckmandel m Innern ist alles verändert, nur noch einige alte, gut profilirte Thürgewände haben sich erhalten Vermutlich wurde das aufwendig verzierte Fachwerkhaus 1598 durch Philipp Dietrich von Böcklin erbaut der im gleichen Jahr auch das Böcklin’sche Palais an der Place St.-Étienne in Strasbourg errichtete Er war Angehöriger eines Nebenzweigs der Boecklinschen Familie und seine Frau Anna Maria Freiin von Zuckmantel, eines der ältesten elsässischen Adelsgeschlechter Darum zeigt das Wappen über dem Kellereingang auch beide Familienschilde Das Gebäude selbst ist eine Mischung aus Stein- und Holzbau Die besonders reichhaltige Ornamentik sollte wahrscheinlich die Bescheidenheit des Baus - gerade hinsichtlich des Schloss Balthasarburg - kaschieren Es ist daher im allgemeinen nur wenig bekannt, was sehr bedauert werden muß denn gerade, in bezug auf die Burg betrachtet, gewinnt dieses Schlößchen an Bedeutung Beide Baudenkmale sind Schöpfungen der in der Entfaltung begriffenen Renaissance Die Burg wurde nach Zerstörung 1575 wieder in jener Form aufgebaut, wie sie, von wenigen Änderungen abgesehen, auf uns gekommen ist Nur 23 Jahre später, ausweislich der Jahreszahl 1598 über dem Kellereingang, ist das Schlößchen errichtet worden Bauherrschaft war, wie von den Historikern angenommen wird, ein Nebenzweig der Böcklinschen Familie, woraufhin noch heute der Name .Ritterstraße während aber die Burg die ausgesprochene Steinarchitektur repräsentiert, ist das Schlößchen eine Verbindung von Stein- und Holzarchitektur So bietet sich das abseits der Ritterstraße hinter einem Garten liegende Balzareschlößchen als ein Kunstwerk dar, wie man es in ähnlicher Schönheit rechts des Rheines nur selten antrifft Über der kleinen Freitreppe zum Wohnhauseingang baut sich ein giebelgekrönter Fachwerkerker auf Er ist eingebunden in die Fachwerkwand des Obergeschosses, deren reiche Gliederung und Ausstattung mit Zierat - Rosetten, Sterne, Friese usw. - ganz der Schmuckfreude der Renaissance entspricht Vorbote des noch in weiter Ferne liegenden Barock!

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Einzelbildnachweise Krone - früher Stube - Rust

Das Haus - ein zweistöckiges Mansardhaus auf hohem Sockel und darüber gelegtem Fachwerk hat drei Achsen an der nach Norden - und fünf Achsen an der nach Süden ausgerichteten Seite Der bedachte Eingang zur Straßenseite im bekrönten Sandsteingesims weist die Jahreszahl 1768 aus Tatsächlich dürfte das Haus, welches in alten Zeiten auch als Rats- und Amtsstube diente, älteren Datums sein Im Dach sind auf der Langseite drei und auf der Kurzseite zwei Gaupen verbaut Darüber liegen zwei bzw. eine kleine Schleppgaupe(n) Die Fenster im Erdgeschoss werden von Sandsteingewändern gefasst die darüber liegenden Fenster im Fachwerk stehen in Holzrahmen Ehemals vorhandene Schlagläden, deren Angeln noch zu erkennen sind, wurden entfernt Die Aufmerksamkeit soll auch dem aufwändig geschmiedeten Ausleger mit der Krone zum Ausweis der Schildgerechtigkeit gelten. Im Wirtshausschild ist auch das Wappen Rusts mit Fisch und Pflugschar zu erkennen Heute dient die Krone nicht mehr der Bewirtung - was den Getränke- und Speisebetrieb betrifft Eine geräumige Ferienwohnung wird in der ehemaligen Krone angeboten Das prachtvolle Haus wurde 1587 gebaut und lag damals am Marktplatz Noch vor dem Bau des Alten Rathauses befand sich hier die Gemeindestube Der Schultheiß (Bürgermeister) war meist gleichzeitig Wirt der ebenfalls dort ansässigen Wirtschaft 'Stube' Das Gebäude erfuhr so eine doppelte Nutzung, die sich in vielen Ortschaften fand Nach dem Bau des Alten Rathauses und der Aufgabe der Gaststätte befand sich hier bis 1956 die Böcklinsche Gutsverwaltung An der dem Schloss zugewandten Hausecke befindet sich eine Statue des Heiligen Nepomuk Zwischen

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Einzelbildnachweise St. Petri in Ketten - Rust

Die Ruster Kirche wird zuerst in dem berühmten Eddo-Testament vom '13. März 762' genannt, das einem vom Kloster Ettenheimmünster zu Beginn des 12. Jahrhunderts manipulierten Urkundenkomplex entstammt Es ist nur in späten Abschriften einer verlorenen älteren 'Erneuerung' erhalten und muß mit Vorsicht verwendet werden Rust bewahrt schon hier seine eigentümliche, aus einer alten Bindung an Straßburg herrührende Sonderstellung Die alte Ruster Kirche war eine Chorturmkirche, und sie gehörte dann zu den ersten Kirchen in der Ortenau, bei denen (durch Thumbs Neubau) der über dem rechteckigen Chor stehende Turm verschwunden ist Baupflichtig für Chor und Turm war stets der Kirchherr; dem üblichen Streit über nötige Restaurationen verdanken wir die Belege So urteilt 1501 Bischof Albrecht von Straßburg in der Sache der Gemeinde Rust gegen das Kloster, dieses habe das Dach auf dem Turm zu unterhalten; letztmals sei dieser 1439 oder 1461 gedeckt worden Bei der Kirche war ein reclusorium, eine Klause. 1331 ist eine Inkluse Agnes in Rust genannt Zur Klause gehören Haus, Hof, Äcker und ein Garten 'hinter der Kirche'; 1471 wird auch Besitz im Adelnhofer Bann (Denzlingen) erwähnt  1494 schlossen sich die beiden Ruster Klausnerinnen Magdalena und Katharina an das Freiburger Dominikanerinnenkloster im Graben an; damit war das Ruster inclusorium erloschen Die Prediger in Freiburg verkauften Nov. 1500 für 500 Gulden von den Ruster Klausnerinnen überkommene Güter (Haus, Hof und Klosgarten) und Zinsen in Rust, Herbolzheim, Ringsheim und Ettenheim an Abt Effinger von Ettenheimmünster Der Zustand der damals schon uralten Kirche wurde nicht besser. 1720 führte der Pfarrer Münzer 'Klage, daß die Kirche am Verfall und zudem zu klein sei und daß es dem Pfarrer bei der Messe auf den Altar regne' 'Sie sei mehr eine Ruine, berichtet er, als ein Gotteshaus'. Der Visitationsbescheid von 1721 wurde denn auch energisch: Turm, Chor und Sakristei sind zu erneuern Bis zur ausgeführten Reparatur wird der Chor für die Liturgie gesperrt, ebenso das Schiff, wenn der Boden nicht gemacht wird Am 13.6.1722 schreibt Pfarrer Münzer an den Abt als Kirchherrn, mit Datum vom 1.6. sei der Chor interdiziert worden, und er traue sich nicht mehr, 'in Choro sacra peragere' (im Chorraum zu zelebrieren) Der Abt möge doch durch seinen Baumeister 'dessen ruinösen Standt in augenschein nemen lassen' Auch der Kelch sei beanstandet worden, und er bitte darum, ihm aus dem Kloster einen zu leihen, bis ein neuer beschafft sei Aber es gingen noch einige Jahre ins Land, ehe zunächst einmal die Gemeinde Rust sich ihrer Pflicht, das Kirchenschiff zu erneuern, entledigt hat. Unterm 3.4.1728 endlich kann Münzer dem Abt melden, daß die Gemeinde den Platz für das neue Kirchenschiff ausgesteckt hat

Einzelbildnachweise St. Petri in Ketten - Innenausstattung

1886 nahm die Idee einer Erweiterung nach Westen für ca. 15.000 Mark Gestalt an Im alten Langhaus gab es kaum 460 Plätze, 900 waren nötig 1887 / 88 wurde das Schiff also im Westen um 6 m bis an die Ortsstraße verlängert und durch eine weitere Fensterachse und eine Empore erweitert hier entstand jetzt eine neue Westfassade, 'in einfachen romanischen Formen gehalten' Eine neue Sakristei kam hinzu Die alte Eingangstreppe wurde 1888 abgebrochen, 1889 die ganze Kirche und die Altäre 'aus milden Beiträgen' restauriert 1885 war bei Schwarz in Überlingen eine neue Orgel bestellt worden 1886 malte eine Münchner Kunstmalerin, Frl. Anna Barth, für 280 Mark das neue Altarbild 'Petrus in Ketten' (Uhrenbacher) sie hat auch in Bleichheim gearbeitet und 1886 und 1890 die Seitenaltarblätter in Herbolzheim, 1891 ein Altargemälde in Wagenstadt geschaffen 1906 / 07 konnte Pfarrer Andreas Jerger (1884 - 1917 in Rust) eine zweite Erweiterung ins Werk setzen zwei 4 m breite und 20 m lange Seitenschiffe, beiderseits von den Seitenaltären an bis zur Empore, wurden nach den Plänen des Erzb. Bauamts (Raymund Jeblinger) angebaut Sie ergaben 235 zusätzliche Sitzplätze und kosteten 21.002,87 Mark Bei der Entfernung der alten Seitenmauern gab es statische Probleme: 'nachts träumt der Pfarrer, die Kirche stürzt ein' (Uhrenbacher), aber schließlich war im Herbst 1907 der Bau ohne Unfall fertig geworden Dieser einschneidende Umbau durch Jeblinger hat vom barocken Bau die Chormauern und den größten Teil der Langschiffmauern entfernt zugunsten der neuen, vom Mittelschiff durch Säulen getrennten, vierjochigen, kreuzgewölbten Schiffe Von Thumbs Bau blieb wenig übrig am schon von Abt Eck stark vereinfachten Turm Unterbau und Glockengeschoß, Lage und Größe der Zifferblätter, die Turmfenster (Schallöcher später nach unten verändert) und Gesimse (verändert) nter Pfarrer Lorenz Henn wurden 1936 die Altäre renoviert und dabei die ältere helle Marmorierung freigelegt sowie der Turm instandgesetzt Bei den Bauarbeiten 1907 war die barocke Kanzel stark beschädigt worden, die Stiege und der Deckel zertrümmert; bis 1944 war die oft geplante Reparatur immer noch nicht durchgeführt 1940 war auf dem Turm eine militärische Beobachtungsstelle installiert; während der Räumung der Gemeinde vom 3. - 20.7. gab es Beschädigungen. Am 28.2.1945 traf eine Granate eines der Seitenschiffe 1952 begann Pfarrer Anton Uhrenbacher einen großangelegten Umbau Die Kirche wurde 'umgedreht', der bisherige westliche Emporeraum wurde Chorraum, der Eingang in den Osten unter den Turm verlegt, das linke Seitenschiff verlängert 1961 stimmte das Ordinariat zu, daß die durch den Neubau in Niederhausen freigewordenen barocken Seitenaltäre der alten Niederhausener Kirche in Rust aufgestellt wurden Anfang 1962 wurden sie von dem Restaurator Michael Bauernfeind erneuert und in Rust aufgestellt. Das Gemälde am Marienaltar zeigt eine Pieta und in Oberbild den hl. Antonius mit Stab

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