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Einzelbildnachweise Schloss Ortenberg

Die Burg liegt auf einem Vorsprung des Höhenzuges Brandeck - Hoheshorn — Keugeleskopf in einer Höhe von 261 Metern Der Berg besteht aus Granit, der hier stellenweise offen liegt, da wegen der Steile die Verwitterungsmassen abgeschwemmt werden und der Fels zutage tritt Deswegen hieß die Burg auch lange Zeit im Volksmund der Stein zu Ortenberg Die Bezeichnung der Burg kommt zum ersten Male im Jahre 1167 mit dem Eigennamen Wernherus de Ortinberch, dann castrum Ortinberg vor Als Ortsbezeichnung erscheint der Name erst viel später, und zwar erstmals in den Jahren 1237—1254 Aus diesem Umstand kann man entnehmen, daß die Burg zuerst entstanden und vermutlich die Veranlassung zur Entstehung des Dorfes war, indem im 14. Jahrhundert Wirtschaftstreibende und Knechte der Burg sich hier ansiedelten und ihren Schutz suchten Der Gründer der Burg hieß Orto; die zweite Silbe en wird man als Endung des Wessenfalls ansprechen Nach Orto wurde die Burg Ortenberg und nach der Burg der Ort genannt Der Name Ortenberg wird auch noch anders erklärt, und zwar aus der natürlichen Lage heraus Der ortenbergische Felshügel bildet einen Vorsprung, ein Eck des Gebirges Eck heißt aber im Althochdeutschen Ort; es würde dann also Eckberg heißen dabei macht aber die Erklärung der zweiten Silbe en Schwierigkeiten. Die Form Mortenberg ist nicht überliefert und nur nach dem früheren Mortenau = Ortenau angenommen Die Folgerungen aus dieser Annahme sind geradesowenig stichhaltig wie die Annahme selbst Wohl aber hat 'Ortenberg' Einfluß auf die Weiterentwicklung des Namens Mortenau Man verspürte die Ähnlichkeit der Worte und vermutete fälschlicherweise auch gleiche Bedeutung, und so ließ man mit der Zeit das anlautende M in Mortenau weg, und es entstand das heutige Wort Ortenau Bader vermutet, daß unsere Burg Ortenberg nach dem Abgang des alten Kinzigdorfes errichtet wurde Dieses war der Hauptort der Ortenau, etwas unterhalb Offenburgs an der Kinzig und Bergstraße die Gerichtstätte für den Gau und als solche auch Sitz der Gaugrafen Seine letzte Erwähnung als selbständiger Ort geschieht 1070, in welchem Jahre Sigefridus eine Schenkungsurkunde über Ulm (in der Ortenau) für die Kirche zu Straßburg hier ausstellt Um diese seit, also 11. bis 12. Jahrhundert, wäre der Stein zu Ortenberg aufgebaut und Sitz der Landvogtei geworden Ein Geschlecht Ortenberg gab es nicht; Gothein hebt dies in seiner Wirtschaftsgefchichte besonders hervor es waren dies Ritter und besonders Ministerialen, also gebildete Unfreie, die im Auftrage ihres Brotherrn dort oben saßen und sich nach ihrem Wohnsitze nannten Nach dem Aussterben der Gaugrafen waren die Zähringer im Besitze des Gaues und damit auch der Burg und zwar von 1016 — 1218 er Letzte dieses Geschlechtes war Herzog Berthold V.; sein Hinscheiden gab die Veranlassung eines langjährigen Erbfolgestreites und einer vollständigen Veränderung der Machtverhältnisse am Oberrhein Die Staufer zogen die Gebiete um Ortenberg, die spätere Landvogtei, als früheres Reichsgut an sich; doch wurde die Rechtmäßigkeit dieses Besitzes bald in den Kämpfen zwischen Papsttum und Kaisertum bestritten  1247 eroberte Heinrich von Stahleck, der mächtige Bischof von Straßburg, außer Offenburg und Gengenbach auch den Stein zu Ortenberg Erst Rudolf von Habsburg (1273 — 1291) brachte die Landvogtei zum Reich Dann aber wurde die Ortenau bei der ewigen Geldknappheit der Kaiser immer und immer wieder verpfändet, so an die Öttinger, an den Markgrafen Rudolf Wecker von Baden (1349) an die Bischöfe von Straßburg, an die Pfalzgrafen am Rhein, die 1405 in ihren Besitz kamen Damals waren sogar zwei Pfandinhaber da: Der Bischof von Straßburg und der Pfalzgraf Die pfälzische Zeit war die Glanzzeit von Burg Ortenberg Damals wurde sie, wie wir später hören, stark befestigt, allerdings auch durch Maximilian I. im Jahre 1504 belagert und eingenommen Die Pfalzgrafen mußten auf ihre Pfandschaft verzichten, und an ihre Stelle traten die Fürstenberger Von ihnen lebte Wilhelm von Fürstenberg, der wilde Graf, eine lange Zeit auf der Burg Die Abenteuer seines Lebens sind uns in der köstlichen 'Zimmerschen Chronik' überliefert  1551 und 1554 wurde die verpfändete Ortenau von den Österreichern eingelöst, und sie blieb bei Österreich mit Ausnahme einer kurzen Spanne Zeit (von 1701 — 1771) in der die Markgrafen von Baden-Baden sie zu Lehen tragen, bis sie 1803 im Reichsdeputationghauptschluß an das Kurfürstentum Baden fiel Im Auftrage der Besitzer der Landvogtei residierte auf Schloß Ortenberg der Landvogt ein Verzeichnis dieser Landvögte, das allerdings nicht vollständig ist, gibt Krieger in seinem Topographischen Wörterbuch bei der nächsten Auflage dieses Werkes wird diefe Zusammenstellung ergänzt werden
 
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