derOrtenauerHerzlich willkommen beim Ortenauer

Sie müssen die Texte nicht lesen - einfach Ton anschalten, den Text markieren und den kleinen Lautsprecher über der Markierung anklicken. speaker32

Viel Spaß beim Hören und Sehen


Ihr Ortenauer


Bilderkatalog anlicken:

Einzelbildnachweise Allerheiligen Wasserfälle

Nach der Freigabe der ehemaligen Klosterkirche zum Abbruch verödete das ehemalige Klostergebiet, das wieder der Natur überlassen wurde Der sowohl die Meierei als auch die Gastwirtschaft betreibende Förster hatte wohl nicht die Zeit, es besonders zu pflegen, zumal sich hierfür niemand interessierte Schon 25 Jahre nach der Klosterauflösung schien alles mit Ausnahme der Försterwohnung und der Ruine der Kirche in die alte Wildnis vor der Gründung des Klosters zurückgefallen Kaum die Grundmauern der früheren Gebäude waren mehr aufzufinden Gar gierig nagt der Zahn der Zeit in so rauher Gegend an dem verlassenen Menschenwerk, und die ewig schaffende Natur überwuchert üppig die verlassenen Stätten mit Busch- und Dornengestrüpp So schildert Boeckh die Verhältnisse um 1827 Allerheiligen wurde unter diesen Verhältnissen nicht mehr beachtet und vergessen, zumal vermutlich auch die Gastwirtschaft wenig Anreiz bot Die Verhältnisse änderten sich, als Forstmeister Eichrodt, der Amtsvorstand des Forstamtes Achern, gemeinsam mit Forstaufseher Mittenmaier die Wasserfälle erschloß und sie begehbar machte Zunächst geschah dies 1840 durch Anlage eines 1 - 2 Fuß breiten Weges, der innerhalb der Felsabstürze, über die der Lierbach in die 7 Diese sicher nicht ungefährliche Anlage hatte zunächst genügt, um die kürzeste Verbindung in das Lierbachtal herzustellen Man mußte jedoch schon Kletterer und gleichzeitig schwindelfrei sein, um diesen für die Allgemeinheit gefährlichen Weg mit einem Höhenunterschied von etwa 100 m zu durchsteigen Er gewann, insbesondere für Wanderer und Touristen, zunehmendes Interesse, nachdem die Erschließung publik geworden war und sich auch die Großherzogliche Hofkammer in Karlsruhe dafür interessiert hatte Diese übertrug Forstmeister Eichrodt 1842 die einmalige Summe von 100 Gulden für die Anlage eines breiteren, für die Allgemeinheit zugänglichen und sicheren Weges Die Leitern wurden durch Treppen ersetzt, ein festes Geländer wurde an gefährlichen Stellen angelegt  Für 15 Gulden jährlich war die Anlage künftig zu unterhalten Etwa gleichzeitig wurde erkannt, daß die ehemaligen Klosteranlagen, insbesondere die kunsthistorisch wertvolle Kirchenruine gepflegt werden müsse, um sie ebenso wie die Wasserfälle für Touristen und Kunstinteressierte anziehend zu machen Hierfür war der 1838 nach Allerheiligen versetzte 'Waldhüter vom Fach' Mittenmaier, der geeignete Mann, der zugleich die Klosterwirtschaft betrieb und sich durch den Besuch von Touristen einen ergiebigen Wirtschaftsbetrieb versprach In den Jahren vorher war die Wirtschaft nur von Bauern und Waldarbeitern besucht worden und kann nur wenig ertragreich gewesen sein Ob es seine Anregung war, die für eine unbeschränkte Steinentnahme freigegebene Kirchenruine hierdurch nicht weiter zerstören zu lassen, ist nicht festzustellen; jedenfalls beschloß 1840 das Ministerium des Innern zu Karlsruhe zugleich mit der Direktion der Forstdomänen und Bergwerke, den zu Allerheiligen wohnenden Waldhüter anzuweisen 'daß an der Klosterruine nicht weiter gewalttätig, wie dies mitunter früher der Fall war, ruiniert und namentlich keine Hausteine mehr von dem Mauerwerk herausgebrochen und gestohlen werden' Ernst Ludwig Friedrich Mittenmaier, geb. 19. IV. 1800 im Großherzoglichen Forsthaus zu Ispringen bei Pforzheim, angeblich ein natürlicher Sohn des Großherzogs Karl Friedrich, hat sich als 'Waldhüter vom Fach' zweifellos große Verdienste um die Entwicklung Allerheiligens erworben Schon bald nach Aufnahme seiner Tätigkeit begann er die inzwischen zugewachsenen Gebäulichkeiten und die verkommene Barockanlage von Baum- und Strauchwerk zu befreien und ansehnlich zu machen, was sicher auch der Wirtschaft zugute kam Er führte über das Forstamt einen Kampf um die Erhaltung der Ruine und die wenigen noch stehengebliebenen Gebäude, wofür schließlich Mittel aus verschiedenen staatlichen Kassen, darunter auch der Spielbank Baden-Baden zur Verfügung gestellt wurden Die staatlichen Behörden hatten sich vorher verständlicherweise gegenseitig die Kompetenzen für Allerheiligen zugeschoben  Die Direktion der Forsten und Bergwerke war der Ansicht, daß die bisher zur Verfügung gestellten Mittel für den Weg durch die Wasserfälle 'durchaus genügt hätten, um die Hut der Domänenwaldungen sicherzustellen' 'sie seien aber auch ausreichend für die Reisenden, um die Ansicht der dortigen großartigen Naturschönheiten zu genießen' Nachdem die Kompetenzen für den Raum Allerheiligen bisher noch unklar waren, wurde 1846 Verwaltung und Unterhaltung der Ruine und Umgebung mit 15 Morgen, 29 Ruthen schließlich offiziell an das Forstdomänenärar überwiesen, das bis 1958 dafür zuständig war Von da ab untersteht das Gelände mit allen darauf befindlichen Gebäulichkeiten und den landwirtschaftlichen Grundstücken als sogenanntes L-Grundstück dem Domänenärar, während der Weg durch die Wasserfälle der Forstverwaltung gehört und auch von ihr unterhalten werden muß
Hoch zum Bilderkatalog