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Einzelbildnachweise Hasemann-Liebich-Museum Gutach

Schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen Künstler in das Gutachtal, Schriftsteller und vor allem Maler Ihre Werke sind ein einhelliges Lob der Landschaft, der markanten Bauernhäuser und der Menschen in ihrer attraktiven Tracht mit dem inzwischen weltbekannten Bollenhut Seitdem sich die Schwarzwaldmaler Wilhelm Hasemann (ab 1880) und Curt Liebich (ab 1891, endgültig ab 1896) Gutach zum Wohn- und Wirkungsort erwählt hatten, kann man vom Beginn der Gutacher Malerkolonie sprechen Beide Künstler haben den Schwarzwald als Kulturlandschaft in der Malerkunst entscheidend mitgeprägt Ihre Bezeichnung zu den Ausbildungsstätten in Berlin, Dresden, Weimar, München und Karlsruhe brachten viele Künstler aus allen Gegenden Deutschlands, der Schweiz und Frankreich nach Gutach In den Künstleralben des 'Löwen' und der 'Linde', in Gästealben und in Briefen, in Presseveröffentlichungen und nicht zuletzt in Kunstwerken selbst haben sich über hundert Künstler verewigt Die Gutacher Malerkolonie war ein loser Verbund ohne Fixierung des einzelnen auf einen bestimmten Stil oder eine spezielle 'Schule' der Malerei, Manche Künstler hielten sich längere Zeit in Gutach auf, so z.B. Ernst Kielwein von 1892 bis 1902, andere kamen für kürzere 'Malvisiten' und waren zu Gast bei Hasemann oder Liebich Am 16. April 1880 stieg am Bahnhof in Gutach ein junger Mann aus dem Zug, ein Kunstmaler, wie sich herausstellen sollte Schon die Fahrt auf der 1873 zwischen Hausach und St. Georgen eröffneten Schwarzwaldbahn begeisterte ihn In Gutach fand er bei Löwenwirt Aberle freundliche Aufnahme und gastliche Unterkunft Einen Meldeschein gab es damals noch nicht, dafür jedoch die natürliche Neugierde des Wirts Nach und nach erfuhr dann Löwenwirt Aberle, was er wissen wollte Ein Kunstmaler war also der junge Mann, der auf Empfehlung des Kollegen Paul Meyerheim und des Schriftstellers Berthold Auerbach (1812 – 1882) von München in den Schwarzwald reiste Auerbach, damals neben Jeremias Gotthelf ein bedeutender Vertreter des Dorfromans, war schon in den sechziger und siebziger Jahren im 'Löwen' in Gutach und schrieb an seiner Erzählung 'Barfüßele' Als Illustrator hatte er den von Morges am Genfer See stammenden Benjamin Vautier (1829 – 1898) gewonnen, der zum klassischen Schwarzwaldmaler wurde Da Vautier und andere Künstler aus Zeitgründen die Illustration von Auerbachs neuem Roman 'Lorle, die Frau Professorin' nicht übernehmen konnten, wurde der junge Wilhelm Hasemann angefragt ein Glücksfall, eine Sternstunde für Gutach, wie man heute weiß! Hasemann reizte die Aufgabe und er entschloss sich, nach Gutach zu fahren, 'da ich den landschaftlichen Charakter des Schwarzwaldes und der Bewohner mit ihrem eigenartigen Costüm noch nicht kenne' In den folgenden Tagen und Wochen durchstreift Hasemann das Gutachtal und die Umgebung und hält fest, was ihm besonders ins Auge fällt 'Die Obstbäume blühen, dass es eine Pracht ist, Obstbau ist eine Hauptsache im Gutachtal.' Er bewundert die stattlichen Bauernhöfe und natürlich die Mädchen in der malerischen Tracht mit dem roten Bollenhut Er macht Ausflüge und lernt die Triberger Wasserfälle und den Schellenmarkt auf dem Fohrenbühl kennen Viele dieser ersten Eindrücke werden später in berühmten Gemälden des Künstlers verewigt Ebenfalls in den ersten Wochen seines Aufenthaltes in Gutach besteigt er den fast 800 Meter hohen Farrenkopf, fertigt dort Skizzen und notiert in sein Tagebuch 'Ich hatte einen prächtigen Blick auf den Schwarzwald und konnte den Rhein, Straßburg mit seinem ehrwürdigen Münster und das Vogesen-Gebirge sehen.' Man spürt die Begeisterung für das Dorf und die Region und wundert sich nicht, dass der Entschluss reifte, sich ganz in Gutach nieder zu lassen Die Gutacher lernten Hasemann als fleißigen Maler kennen, der in einem wahren Feuereifer Motiv um Motiv seiner geliebten neuen Heimat in Kunstwerke umsetzte --> --> --> --> -->
 

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