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Einzelbildnachweise Ehemaliges Franziskanerkloster - Haslach

Das Kapuzinerkloster Haslach verdankt seine Entstehung dem Haus Fürstenberg, das im 17. und 18. Jh. auf seinem Territorium gleich mehrere Niederlassungen des Ordens ins Leben rief Der über das Kinzigtaler Städtchen gebietende Graf Christoph II. von Fürstenberg (1580 - 1614) hatte den Plan gefasst, in Haslach ein Kapuzinerkloster für vier bis fünf Patres zu schaffen Das bei der expansionsfreudigen Schweizer Kapuzinerprovinz auf wohlwollende Resonanz gestoßene Projekt war 1614 so weit gediehen, dass der Graf bei dem berühmten Prager Hofmaler Matthäus Gundelach ein Hochaltarbild in Auftrag gab In das noch heute den bedeutendsten Kunstschatz der Haslacher Klosterkirche darstellende, die Krönung der Jungfrau Maria wiedergebende Gemälde ließ sich der selbstbewusste Dynast als Stifterfigur aufnehmen Das Ableben des Grafen 1614 brachte das Projekt der Klostergründung ins Stocken Es wurde freilich von Graf Friedrich Rudolf von Fürstenberg (1602 - 1655), dem Sohn des verhinderten Stifters, wieder aufgegriffen und trotz der Belastungen durch den 30-jährigen Krieges zur Durchführung gebracht Nachdem am 12. November 1630 die feierliche Grundsteinlegung vorgenommen worden war, schritt der Klosterbau rasch voran Zurückgegriffen werden musste dabei auf die Arbeitskraft der Haslacher Bevölkerung, deren wohlhabenderer Teil mit zusätzlichen Spenden aufwartete Das im schlichten Kapuzinerstil erbaute Kloster war Ende des Jahres 1632 bezugsfertig Acht Ordensmänner fanden in Haslach eine neue Heimstatt Wegen seiner Lage im militärstrategisch bedeutenden Kinzigtal musste das Städtchen von 1632 bis 1647 zahlreiche Truppendurchzüge und militärische Besetzungen über sich ergehen lassen Insbesondere das Ausharren in der notleidenden Stadt und die Besänftigung der 'zügellosen Soldateska' wurde den Kapuzinern hoch angerechnet Maximilian Franz (1634 - 1681), der Sohn und Nachfolger des 1655 verstorbenen Grafen Friedrich Rudolf, ließ im Jahre 1660 neben die Klosterkirche eine Lorettokapelle setzen, die in Bauweise, Einrichtung und Abmessungen streng das im Mittelpunkt einer berühmten italienischen Marienwallfahrt stehende Heiligtum kopierte Der neue marianische 'Gnadenquell' wurde samt der Klosterkirche am 5. September 1661 geweiht Letztere erhielt zu Ehren des Initiators des Klosterprojekts St. Christopherus zum Patron Zu diesem Zeitpunkt war Haslach längst in die Rolle eines fürstenbergischen Hausklosters gewachsen, was sich auch daran ablesen lässt, dass mit den Grafen Friedrich Rudolf, Maximilian Franz und dessen Sohn Prosper Ferdinand (1662 - 1704) gleich drei Dynasten hier ihre letzte Ruhe fanden Das gute Einvernehmen mit den Grafen von Fürstenberg sicherte zum einen die Existenz der ab 1668 zur neu gegründeten Vorderösterreichischen Kapuzinerprovinz zählenden Ordensmänner, brachte aber auch weit reichende Verpflichtungen in der Seelsorge mit sich, die ihren Schwerpunkt in der Betreuung der Kinzigtaler Gemeinden fand Ab der zweiten Hälfte des 18. Jh. sah sich die Haslacher Klosterfamilie zunehmend obrigkeitlicher Bevormundung und wegen des Einsickerns aufklärerischen Gedankenguts innerklösterlicher Zwietracht ausgesetzt Einen weiteren Schicksalsschlag versetzte den 1781 in die neu gegründete Schwäbische Provinz eingegliederten Ordensmännern die Plünderung des Klosters durch französische Truppen 1795 Am schwersten wog indes, dass das Haus Fürstenberg dem Konvent seine schützende Hand entzog und 1802 vom Kloster Haslach Besitz ergriff Durch das den Kapuzinern eingeräumte Bleiberecht, welches von der 1806 die Fürstenberger ablösenden badischen Regierung toleriert wurde, konnte die endgültige Aufhebung des Klosters bis ins Jahr 1823 hinausgeschoben werden Auch diese letzte Phase kapuzinischer Präsenz wurde durch interne Auseinandersetzungen überschattet Die Einrichtung von Armenwohnungen rettete das 1844 von der Stadt gekaufte Klostergebäude 1846 vor dem drohenden Abriss Die Klostergebäude mussten im Folgenden nur geringe bauliche Veränderungen über sich ergehen lassen Als die am besten erhalten gebliebene ehemalige Klosteranlage der in der Säkularisation untergegangenen Vorderösterreichischen Kapuzinerprovinz behauptet der heute eine Trachtensammlung beherbergende Gebäudekomplex den Rang eines exzeptionellen Kulturdenkmals Anläßlich des Trachtenfestes im Jahre 1899, bei dem auch der damalige Großherzog von Baden zugegen war, kam der Gedanke zum erstenmal auf, in Haslach ein Heimatmuseum zu errichten 1912 war es dann soweit, dank der Initiative von Buchdruckereibesitzer Wilhelm Engelberg und Studienrat Otto Göller Engelberg war ein unermüdlicher Sammler und sah in der Gründung des Hansjakob- und Heimatmuseums, dessen langjähriger Betreuer er auch war, seine bevorzugteste Lebensaufgabe Zuerst war das Museum im Fürstenbergerhof untergebracht, wurde dann zwischen den beiden Weltkriegen in das ehemalige Kapuzinerkloster übergeführt Während des letzten Weltkrieges mußte es geräumt werden Durch Kriegseinwirkung waren die Räume zum Teil beschädigt und anderen Verwendungszwecken zugeführt und mußten baulich wiederhergestellt werden Die Klosteranlagen sind schon an und für sich ein bemerkenswertes geschichtliches Baudenkmal, sind sie doch die einzige noch in ihrem ursprünglichen Zustand erhaltene mittelalterliche Klosteranlage des Kapuzinerordens in ganz Süddeutschland
 

Lithographien (Fotos) aus dem Trachtenmuseum

Frauentracht aus dem Breisgau Frauentracht aus dem Hanauer Land Männertracht aus dem Hotzenwald Frauentracht aus dem Hotzenwald Frauentracht Schappach-Tal Männertracht aus der Baar Frauentracht aus der Baar Frauentracht Neustadt - Lenzkirch
 

Aus dem Trachtenmuseum

Der Schwarzwald und die Landschaften am Oberrhein gehören ohne Zweifel zu den traditionsreichsten und vielseitigsten Trachtenlandschaften in Deutschland Im Schwarzwald und in seinen Vorlanden ist die Trachtentradition noch so lebendig, daß sie heute in der Lage ist, ihre Individualität in Brauchtum und festlicher Repräsentation zum Ausdruck zu bringen Ende des 17. Jahrhunderts und Anfang des 18. Jahrhunderts entstanden aus der damaligen Mode im Schwarzwald und am Oberrhein eine Vielzahl unterschiedlicher bäuerlicher Volkstrachten Beeinflußt durch den Zeitgeist und verschiedene Moderichtungen, geprägt durch die Landschaft, durch die Mentalität der Bewohner, durch Armut und Wohlstand und durch konfessionelle Bindungen, treten die einzelnen bäuerlichen Volkstrachten im 18. Jahrhundert deutlich bereits in Erscheinung Sie wurden fortentwickelt sowie variiert und wurden bis Ende des 19. Jahrhunderts in den ländlichen Gebieten allgemein getragen Das Bestreben, die Trachten zu erneuern, geht heute vor allem von den zahlreichen in den letzten Jahren neu entstandenen Trachten- und Musikvereinen aus, was natürlich manche Probleme aufwirft Heimatabende im Dienste des Fremdenverkehrs verführen allzu leicht dazu, die Tracht nur nach ihrer Am 7. Mai 1980 wurde in Haslach im Kinzigtal im renovierten ehemaligen Kapuzinnerkloster das 'Schwarzwälder Trachtenmuseum' eröffnet, in welchem die Volkstrachten des Schwarzwaldes und der Oberrheinlandschaft in ihren ursprünglichen Formen gezeigt und bewahrt werden
 

Klosterkirche und Loreto-Kapelle

Die Klosteranlagen sind schon an und für sich ein bemerkenswertes geschichtliches Baudenkmal, sind sie doch die einzige noch in ihrem ursprünglichen Zustand erhaltene mittelalterliche Klosteranlage des Kapuzinerordens in ganz Süddeutschland Graf Christoph von Fürstenberg stiftete das Kloster 1612 (hier Fürstenberger Wappen)  Nach seinem Römische Grabplatte, in Haslach gefunden. Aufgestellt in der ehemaligen Sakristei des Kapuzinerklosters.frühen, unvorhergesehenen Tod übernahm sein Sohn Graf Friedrich Rudolf nach seiner Mündigwerdung die Verpflichtung seines Vaters und wurde der Bauherr und Gönner des Kapuzinerklosters (linker Seitenaltar) Am 12. November wurde der Grundstein gelegt. Planfertiger war Jakob Spring, der als Pater Vinzenz von Prunthruth den Bau leitete; Maurermeister waren Michael Steiner, der auch zugleich Steinmetz war, und Georg Hofacker aus Wolfach Michael Steiner verfertigte auch die schöne Wappen- und Widmungstafel über dem Portal der Klosterkirche, die von der guten künstlerischen Fertigkeit des Handwerks in damaliger Zeit zeugt (hier Mittelaltar mit Stifterbild) 1635 war der Bau vollendet; doch schon 1632 zogen die Mönche ein (hier Sifter- und Widmungstafe)  Innerhalb fünf Jahren fertigte Bruder Adam von Günzburg die drei Barockaltäre sowie die Kanzel in schöner Einlege- und Rocaille-Arbeit an (Billd: Fürstenberger Gruft in der Klosterkirche) Schwarze Madonna in der Loretokapelle
 
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