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Einzelbildnachweise - ehem. Evangelisches Pfarrhaus - Kürzell

Wohlwollend betrachtend darf man den Baustil des ehem. Evangelischen Pfarrhauses in Kürzell wohl 'unorthodox' nennen und das entspricht auch der Epoche seiner Entstehung Vorbei der Rausch der 'Gründerzeit' mit rasender Entwicklung und grenzenlosem Wachstumsanspruch sehnt man sich zurück nach 'Altbewährtem' und und lehnt sich auf an tradierten Architekturelementen Dabei ist man nicht gerade 'zimperlich' in der Zusammenstellung der Stilrichtungen Neoklassizismus (oder Neuklassizismus) wird in der deutschsprachigen Kunstgeschichte der letzte formal einheitliche Stil der bildenden Kunst und Architektur des Historismus im frühen 20. Jahrhundert im deutschsprachigen Kulturraum genannt Der eklektizistische Stil gilt gleichzeitig als Beginn der Moderne In der Architektur bildet der Neoklassizismus den ideellen sowie formalen Gegensatz zu der sich gleichzeitig entwickelnden klassischen Moderne, während die Ornamentik der Baustile Jugendstil (Art nouveau) und Liberty zurücktritt Er ist, gemeinsam mit dem Heimatschutzstil, Teil der allgemeinen traditionalistischen Strömungen zu Anfang des 20. Jahrhunderts, die das Ziel hatten, alte (vorindustrielle) Werte und Strukturen beizubehalten Es werden noch einmal Ideen der griechischen und römischen Antike, des Barock und des Klassizismus, und klassizistische Elemente der Renaissance (Andrea Palladio) aufgenommen die sich im monumentalen Erscheinungsbild, in Säulenanordnungen, in der räumlichen Disposition (rechtwinklige Grundrisse, Symmetrie) und in der tektonischen Struktur zeigen Auffallend zunächst der behelmte Treppenturm mit vorgestelltem Portikus Der Portikus mit barockem Schwunggiebel und Krönung auf Säulen gestellt Darunter das industrieell geschmiedete Tor zum Haupteingang Der doppelstöckige Mansardbau wird von massiven Ecklisenen gefasst, was seine Architektur 'in die Höhe' zusammen mit dem Treppenturm betont Ganz der Zeit entsprechend werden Fenstergesimse flächig gehalten Auffallend sind die schweren Schlagläden insbesondere an der Südfassade Nun stand das Haus zu Beginn der 2000er Jahre zum Verkauf und die Bewerbungen sollten nicht ganz friedfertig ausgetragen werden Das evangelische Pfarrhaus in Kürzell könnte an eine Familie aus dem Ort verkauft werden Die Entscheidung zum Verkauf hat der Kirchengemeinderat einstimmig und die Kirchenversammlung mehrheitlich gefällt Die Kaufinteressenten seien der Kirchengemeinde verbunden und wollen das Gebäude erhalten und zu einem Schmuckstück machen Seit im Jahr 1999 der letzte Kürzeller evangelische Pfarrer, Erwin May, aus dem 1904 gebauten Pfarrhaus ausgezogen war wurde festgelegt, dass das Dorf künftig einen Pfarrer mit den Meißenheimer Protestanten teilt Von da an begann in Kürzell die Suche nach einem Käufer für das herrschaftliche Gebäude Pfarrer Adler vermutet, dass der Verkauf im Oktober in trockenen Tüchern sein wird Mit der Zustimmung des Oberkirchenrates rechnet er fest Schließlich gibt es seitens des Rats die Vorgabe, Immobilien, die die Kirche nicht mehr braucht, abzustoßen Alternativen zum Verkauf gebe es kaum, so Adler: 'Wir als Kirche können es uns nicht leisten, 200 000 Euro oder mehr für die Sanierung in die Hand zu nehmen' Und selbst wenn, würden wir das Geld über Mietzahlungen niemals wieder reinbekommen Saniert werden müssen, so schätzt Adler, das Dach, die Heizung, Wasserleitungen und die Elektrik Über die Kaufinteressenten zeigt er sich glücklich. Trost spende, dass das Haus in die Hände von Gemeindemitgliedern gelange: 'Das macht es uns einfacher.'

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