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Einzelbildnachweise Heilig Kreuz Steinach

Kreuzerhöhung oder Heilig Kreuz ist der Weihetitel der römisch-katholischen Pfarrkirche von Steinach im Ortenaukreis von Baden-Württemberg Die Pfarrgemeinde bildet mit St. Arbogast in Haslach im Kinzigtal, St. Michael in Fischerbach, St. Erhard in Hofstetten, St. Afra in Mühlenbach und St. Peter und Paul in Welschensteinach die Seelsorgeeinheit Haslach des Erzbistums Freiburg Über Geschichte und Gestalt der Kirche haben besonders der Lehrer und Heimatforscher Joseph Ludolph Wohleb (1892 - 1960) und der Pfarrer und Kunsthistoriker Manfred Hermann geforscht Die Fundamente des erhaltenen mittelalterlichen Chorturms gehen in die Zeit um 1150 zurück Zur Zeit von Pfarrer Michael Lang (Pfarrer in Steinach von 1729 bis 1749) wurde eine Erneuerung und Vergrößerung dringend  Langs Nachfolger Matthaeus Gaengwisch (Pfarrer in Steinach von 1749 bis 1762, † 1768) betrieb sie mit großem Eifer 'Erstlich' zeige sich, 'daß die hiesige Pfarrkirche, zu welcher circa 1200 Personen eingepfarret seiend, ad summum bequemlich 400 Pfarrangehörige fasse, folgsam nicht einmal vor die Hälfte suffizient seie' Zweitens sei die Kirche 'ohnedas in sehr ruinosem Zustand, die mehrste Fenster sind zerbrochen, die Kirchenstühl verfaulet' Drittens sei der Chor viel zu klein und dunkel, viertens der Boden in der Sakristei höher als im Chor, 'mithin sechs Staffeln hoch hineinzugehen' width= 'Dahin gehet eine Tür,... aus welcher ich nicht hinein- noch hinausgehen kann, sondern hinein- und herausschliefen muß, dahero der auch noch sehr wenig vorhandene Kirchenornat notwendig mit ganzem Gewalt muß zerrissen werden' Fünftens gebe es keinen Beichtstuhl 1748 legten die fürstenbergischen Amtsleute dem Fürsten Joseph Wilhelm Ernst zu Fürstenberg-Stühlingen eine Kostenschätzung vor und regten an, dass 'der ganze Thurm stehen bleiben, und künftighin zur Sacristey... Employret werden könte' Anfang 1750 stimmte die fürstliche Hofkammer zu. Ob nur Reparatur oder Neubau, das sollte entschieden werden, sobald der fürstenbergische Baumeister Franz Joseph Salzmann 'aus Italien, welcher bis medio Martii retournieren soll, wiederum allhier eingetroffen sein wird'  Kreuzerhöhung wurde Salzmanns erster Kirchenbau, dem als nächster St. Bartholomäus im nahen Oberwolfach folgte Als Salzmann am 4. April eintraf, war die alte Kirche bereits bis auf den Turm abgebrochen und ein Neubau nach Plänen der Amtsleute begonnen Salzmann nahm einige Änderungen vor Er setzte unter anderem durch, 'daß der Glockhen Thurn etwas erhöhet, und eine Kuppel, um solchen in einen thaurhaften Stand vollkommen herzustellen, darauf gebauet werde.'  Im November 1750 war der Bau so weit gediehen, dass man sich der Ausstattung wegen an den Fürsten wandte und Entwürfe Franz Xaver Biehelers (1726 - 1787), eines Stiefbruders von Pfarrer Gaengwisch, für den Hauptaltar und den linken Seitenaltar, den Altar der von Pfarrer Lang 1731 gegründeten Bruderschaft Beatae Mariae Virginis de Consolatione, Maria Trost, vorlegte Die Kammer antwortete jedoch:'Nachdeme wir auf den neuerstellten Pfarrkirchenbau zu Steinach bereits einen ziemlich beträchtlichen Unkosten verwendet haben, so seine wir keineswegs gewillet, all dasjenige, was an Altären, Kanzel und inwendigen Erfordernussen annoch weiteres abgängig sein mag, auf einmal, und zwar auf eine so kostsbare Weis, wie Ihr hierzu den Antrag machet, herstellen und vollständig ausmachen zu lassen' 'dannenhero die Anschaff- und Verfertigung der Altären für dermalen noch einigen Anstand gewinnen mag' 'Hingegen haben wir die Herstellung einer Kanzel zur Verkündigung des Wortes Gottes vorzüglich nötig und vor ohnumgänglich erachtet' Die Kanzel müsse aber einfacher und billiger werden Unter vielen Verhandlungen dauerte die Ausstattung mit Altären bis 1777; Pfarrer Gaengwisch erlebte sie nicht mehr 1889 wurde Kreuzerhöhung nach Westen verlängert. 1933, 1953, 1968 und 1996 folgten Restaurierungen. Der Neorenaissanceschmuck der Westerweiterung wurde dabei beseitigt Die Kirche erhebt sich auf dem heute parkähnlichen, von einer Mauer umgebenen ehemaligen Friedhof Auf dem quadratischen mittelalterlichen Unterteil des Turms sitzt Salzmanns achteckiges Glockengeschoss, an den Ecken sandsteinverblendet, mit verschieden hoch angeordneten Fenstern und einer Zwiebelhaube Der ehemalige Chor im Unterteil des Turms, kreuzgratgewölbt und mit dem dreiseitigen Schluss etwas über die Ostwand des Turms hinausragend, ist heute Sakristei Nach Westen folgen der neue, zwei Fensterachsen tiefe Chor und dann das fünf Fensterachsen tiefe Langhaus 'Sehr geschickt hat Architekt Salzmann die beiden Fensterachsen des Chores durch ein barock geschwungenes Oberlicht gekoppelt; ein Motiv, das dem Bau Lebendigkeit verleiht.' Den Eintretenden empfängt ein Saal Ein Gesimsband umspannt ihn knapp unterhalb der Hohlkehle, die zur flachen Decke überleitet Stuck-Rokoko-Ornamente des aus Schwaben stammenden Hans Jerg Lechner zieren die Decke und, sondern Gemäldefelder aus, die nie bemalt waren bis auf das westlichste über der Orgel, das zu der Erweiterung von 1889 gehört und dessen Bild der heiligen Cäcilia von Rom 1953 beseitigt wurde Ein Korbbogen führt in den Chor Sein Kreuzgratgewölbe ist ähnlich verziert wie das Schiff 'Durch die Fenster und Oberlichter flutet viel Helligkeit in den Chor, so daß das Weiß der Wände und Decke aufstrahlt und der Besucher vor über 200 Jahren rasch das Dunkel des einstigen Chores vergaß.'
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