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Einzelbildnachweise St. Mauritius Ulm-Renchen

Die Pfarrei Ulm gehört unzweifelhaft zu den Urpfarreien der Ortenau Sie darf folglich als 'eine königliche' angesehen werden und muß wohl schon in fränkischer Zeit entstanden sein Für das hohe Alter der Pfarrei und der Kirche von Ulm spricht einmal, daß die Ulmer Kirche die Mutterkirche für Renchen, Erlach, Haslach, Stadelhofen, Tiergarten und Mösbach war Die genannten Filialen lösten sich im Lauf der Jahrhunderte vom Ulmer Kirchspiel und wurden selbständige Pfarreien Die erste Filialkirche, die sich von Ulm trennte, war bekanntlich die Kirche von Renchen Zum anderen ist das Mauritius-Patrozinium ein Indiz für das hohe Alter der Pfarrei Mauritius war nämlich in fränkischer Zeit ein besonders verehrter Heiliger und wurde in dieser Zeit oft als Patron angerufen Die Pfarrei als königliche Gründung könnte den Ausgangspunkt gebildet haben, von dem aus das Frauenkloster in Säckingen in den Besitz des Patronatsrechts in Ulm kam Das Patronatsrecht, das der Äbtissin von Säckingen unter anderem das Recht auf Bestellung des Ulmer Pfarrherrn einräumte, wird in einer Urkunde vom 21. September 1332 belegt  In diesem Dokument 'inkorporiert' (angliedern) Bischof Berthold II. von Straßburg als Diözesanbischof die Pfarrkirche von Ulm und die Kapelle in Renchen (... 'ecelesiam parrochialem Ulme cum cappella in Renicheim' ...) dem Frauenkloster in Säckingen am Hochrhein Mit dieser Inkorporation war schließlich auch der Cantor der Domkirche Straßburg einverstanden, denn am 20. Juni 1335 urkundet Bischof Berthold II. von Straßburg, daß der Cantor Ludwig als Rektor auf alle Rechte und Ansprüche verzichtet habe Verzicht geleistet habe er zugunsten der Abtissin Agnes vom Kloster Säckingen, dem die erwähnte Pfarrei Ulm inkorporiert sei Wann das Frauenkloster Säckingen in den Besitz des Patronatsrechts der Pfarrei Ulm gekommen war, läßt sich nicht nachweisen In einer Urkunde vom 3. Juni 1274 ist erstmals Säckinger Einfluß auf die Kirche in Ulm erkennbar, denn die Äbtissin von Säckingen nahm Rechte bei der Besetzung der Pfarrei Ulm wahr, die ihr jedoch vom Straßburger Domkapitel zu diesem Zeitpunkt noch streitig gemacht wurden Der Säckinger Einfluß auf Ulm dürfte mehr als 100 Jahre früher seinen Anfang genommen haben Im Jahre 1486 verkaufte die Äbtissin des Säckinger Frauenklosters das Ulmer Patronatsrecht sowie das Zehntrecht an Straßburg bei dem es auch in der Folgezeit verblieb, wofür folgender, lateinisch geschriebener Quellenhinweis von 1666 den Beleg liefert Der Kirchenpatron von Ulm ist der hl. Mauritius. Die Verleiher sind die Herrn Deputierten des Hohen Chores in Straßburg Ein wichtiges Jahr in der Kirchengeschichte Ulms ist das Jahr 1453  Am 3. Mai 1453 wurde nämlich die endgültige Trennung der beiden Pfarreien Ulm und Renchen vollzogen Bis dahin wurden beide Pfarreien von einem Leutpriester (= Weltpriester im Gegensatz zu einem Ordensmann) betreut Vom 3. Mai 1453 an bekam jede der beiden Pfarreien nach dem Willen des Straßburger Diözesanbischofs Ruprecht und der Abtissin von Säckingen einen eigenen Leutpriester zugeteilt Der erste für Ulm allein zuständige Leutpriester dürfte der für das Jahr 1459 belegte Matern Suler gewesen sein Von der alten Ulmer Pfarrkirche, die vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut wurde, stammen wohl die Grundmauern Der 'Heidenturm' stand dort, wo jetzt die Steintreppen zum Haupteingang der Kirche angebracht sind Im Jahre 1416 bekam die Ulmer Pfarrkirche einen zweiten Turm, von dem heute noch der untere 26,20 m hohe Turmteil aus Granit (Grundriß 7 m x 7 m) steht Dieser Turm war ursprünglich vom Kirchengebäude getrennt und wurde erst in den Jahren 1778 / 79 bei einer Kirchenerweiterung mit der Apsis der Kirche verbunden Eindrucksvolle Zeugen aus der vom Christentum geprägten Vergangenheit Ulms sind überdies die teilweise gut erhaltenen Sakraldenkmale auf den Fluren und Wegen Ulms Sie sind 'in Stein gegossener Ausdruck des religiösen Empfindens und Denkens' Von den aus der Zeit vor 1803 stammenden Sakraldenkmälern Ulms seien folgende erwähnt das Sühnekreuz vom Jahre 1477, die drei aus dem 18. Jahrhundert stammenden Bildstöcke  das Debanokreuz auf dem Ulmer Friedhof, ferner das Epitaph des Frantz Josef Maria Galleto an der Pfarrgartenmauer Epithaph des Franz Josef Maria Galleto an der Ulmer Pfarrmauer beim Missionskreuz neben dem Kirchturm

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