derOrtenauerHerzlich willkommen beim Ortenauer

Sie müssen die Texte nicht lesen - einfach Ton anschalten, den Text markieren und den kleinen Lautsprecher über der Markierung anklicken. speaker32

Viel Spaß beim Hören und Sehen


Ihr Ortenauer


Bilderkatalog anlicken:

Einzelbildnachweise Mariä Himmelfahrt - Nesselried - Appenweier

Schon im Jahr 1804 stellte der Amtmann des Amtes Staufenberg an die kurfürstliche Kirchenvogtei Offenburg den Antrag zu prüfen, ob man in Nesselried nicht eine eigene Pfarrei errichten könne Anlass dafür war der Umstand, dass die Bürger aus Obernesselried, Illental und Wiedergrün bisher zum sonntäglichen Gottesdienst nach Durbach mussten Wohnten sie jedoch in Unternesselried, führte ihr Weg in die Kirche St. Sebastian nach Nußbach, während sieben Häuser zur Pfarrei St. Michael in Appenweier gehörten Die überlieferte Begründung für den Antrag lautete: 'Die Entfernung, 2 Berge, Waldungen, die die Gläubigen hinter sich bringen mussten, und besonders das Horrible des Weges in den nassen und Wintermonaten rechtfertigen den Wunsch nach einer eigenen Kirche vor der ganzen Welt' 1811 gab es in Nesselried 52 Haushaltungen. Davon gehörten 33 zur Pfarrei Durbach, 13 zur Pfarrei Nußbach und sechs zur Pfarrei Appenweier Die alte Kapelle war offensichtlich zu klein geworden: 'Genau maß das Langhaus der Kapelle 632,2 Quadratfuß und bot Platz für vierzehn Bänke mit je 5 Sitzen, der Chor 17,5 auf 21 Fuß hatte zwei Bänke mit je 6 Plätzen, und die Empore wies sieben Bänke mit je 6 Plätzen auf' Nach jahrelangen Streitigkeiten konnte schließlich 1874 mit dem Bau einer neuen Kirche begonnen und 1875 der Grundstein gelegt werden Freiherr von Frankenstein hatte das Gelände für den Bau eines Pfarrhauses zur Verfügung gestellt Dieses Grundstück befand sich gegenüber dem Platz der alten Kapelle Das erzbischöfliche Bauamt hatte festgestellt, dass die alte Kapelle für alle Gläubigen von Unter- und Obernesselried sowie Illental um das Vierfache der bestehenden Größe zu klein sei und weniger als die Hälfte der nötigen Sitzplätze aufweise So wurde schließlich ein Neubau der Kirche genehmigt Die neue Kirche wurde an der gleichen Stelle errichtet, an der die 1630 zum ersten Mal erwähnte Kapelle zu Nesselried ('Unserer Lieben Frau Kapell') stand Im Protokoll eines Hexenprozesses bekennt ein Angeklagter, er habe sich vier Jahre zuvor mit dem bösen Geist in der Gestalt eines ihm bekannten Mädchens bei der 'Kirchweihung' von Nesselried getroffen Kirchweihung bedeutet hier nicht der Akt der Kirchengründung, sondern das jährliche Kirchweihfest Diese Verwendung ist in den Nesselrieder Kirchenrechnungen bis 1776 belegbar Die neoromanische Kirche wurde nach den Plänen des Karlsruher Architekten Angelus Weiß zwischen 1874 und 1878 erstellt und nur unter großen finanziellen Mühen der Bevölkerung, aber auch durch Spenden der umliegenden Pfarreien finanziert Am 12. Oktober 1878 erfolgte die Einweihung der neuen Kirche durch den Bischof von Leuka Lothar Kübel, der in seiner Funktion als Verweser des Erzbistums Freiburg die Weihe vornahm Nesselried war wohl eine sehr alte Filiale der Nußbacher Pfarrei, wo schon seit deren Gründung 1196 die Prämonstratenser des Klosters Allerheiligen das Patronatsrecht übernommen hatten 1223 wurde die Nußbacher Pfarrei mit allen Filialen - also auch Nesselried - dem Kloster Allerheiligen einverleibt In kirchlicher Beziehung gehörte Nesselried wie auch Durbach zur Pfarrei Nußbach 1666 wurde dann die Aufteilung der Gläubigen nach Nußbach, Durbach und Appenweier vorgenommen Den Prämonstratensern von Allerheiligen war schon seit 1333 das Recht zugesprochen, das Fest der 'Unbefleckten Empfängnis' zu feiern, was ansonsten noch umstritten war Am 13. März 1892 wurde die Pfarrkuratie errichtet und 1900 schließlich zur selbstständigen Pfarrei 'Maria in den Himmel aufgenommen' erhoben. Kurat und erster Pfarrer der Nesselrieder Pfarrgemeinde war Pfarrer Ernst Fink

Hoch zum Bilderkatalog