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Einzelbildnachweise St. Martin - Urloffen - Appenweier

Schon früh in ihrer schriftlich nachweisbaren Geschichte handelten die drei benachbarten Dörfer Rüchelnheim, Urloffen und Zimmern gemeinsam als ein Kirchspiel Ihre Pfarrkirche stand in Zimmern Als himmlischen Schutzpatron hatten sie den Frankenheiligen Martin von Tours, das irdische Patronatsrecht hielt die Familie der Freiherrn von Schauenburg Im 15. Jahrhundert verfügte auch Rüchelnheim über eine Kapelle Sie dürfte mit der Brigiden- oder Johanneskirche identisch sein, von der ein Visitationsprotokoll von 1699 berichtet Als Standort wird hier allerdings Urloffen genannt, was sich daraus erklärt, dass es inzwischen das bedeutendere der drei Dörfer geworden war, und Rüchelnheim sich in dieser Zeit im größeren Verband auflöste Mit dem Spital St. Johannes und St. Jakobus in Urloffen, das Uta von Schauenburg dem Kloster Allerheiligen schenkte, dürfte dieses Patrozinium nichts zu tun haben denn hier wird sein Attribut 'der Täufer' ausdrücklich erwähnt, während beim Spital Johannes immer in einem Zuge mit seinem Bruder genannt wird Um 1750 baute die Gemeinde eine neue St. Johanneskirche, wohl am Platz der alten Schon während des Dreißigjährigen Krieges hatte der Ortspfarrer seinen Sitz aus dem an der Heer-straße gefährdeten Zimmern an die Kirche St. Johannes verlegt Aber das Pfarrrecht blieb in St. Martin bis 1831; als man in Urloffen begann, die neue Kirche zu erstellen Wie bekannt, wuchsen während des 17. und 18. Jahrhunderts die Einwohnerzahlen stark an 1666 zählte man im Kirchspiel 300 Seelen, 1830 schon 2200 Da der Kirchenraum jedoch nicht entsprechend vergrößert wurde, gerieten die Gläubigen in viel beklagte Not Weder zwei Frühmeßpfründen noch die Johanneskirche von 1750 schafften Abhilfe Als dann das Gotteshaus in Zimmern, durch Kriegseinwirkungen verwüstet, profaniert wurde, plante die Kirchenverwaltung eine ganz neue Kirche nun in Urloffen zu errichten Nachdem die zunächst zäh widerstrebende Bevölkerung durch langes Zureden gewonnen werden konnte, wehrten sich die beiden Schauenburger Freiherrn, die gemeinsam das Patronatsrecht innehatten und daher an Turm, Chor und Sakristei baupflichtig waren, gegen die Abwertung von Zimmern Während dann die Merzhausener Linie nachgab, musste Lambert von Gaisbach durch Gerichtsbeschluss zum Einverständnis gezwungen werden 1830 kaufte die Gemeinde den Bauplatz, und der Bezirksbaumeister Voß zeichnete die Pläne Voß war damals ein bekannter und vielbeschäftigter Architekt Er entwarf u.a. nicht nur die Illenau in Achern, sondern auch das Schulgebäude in Urloffen, das 2008/09 zu einem Bürgerhaus umgebaut wurde, und die alte Volksschule bei der katholischen Kirche in Appenweier Als Schüler des berühmten Residenzbaumeisters Friedrich Weinbrenner richtete er seine Arbeit ganz nach dem damals gültigen Stil, dem Klassizismus, aus Nachdem zwei Jahrhunderte Pracht und Vielgestaltigkeit des Barock und des Rokoko die Kunst beherrscht hatten, suchte man nun das Schöne in der einfachen Darstellung Aus diesem Gedanken entwickelten Voß, der Generalunternehmer Alois Meisburger von Offenburg und der Stukkator Jodok Wilhelm ihre Vorstellungen in der neuen Kirche Gewohnt an die vergangene Kunst, muss den Gläubigen die Kirche von 1835 recht karg vorgekommen sein Bot doch der große viereckige Raum mit seiner Flachdecke den Blicken lediglich die Blätter dreier Altäre als sehenswerte Objekte. Die langen Wände dagegen wirkten, durch Pilasterreihen verstärkt, gleichförmig, waren allerdings im Süden in der ganzen Raumhöhe von einem Stuckkreuz als sinngebendem Bauelement unterbrochen

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