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Einzelbildnachweise Oberharmersbach St. Gallus

Schon bevor diese Kirche gebaut wurde, stand am gleichen Platz eine kleine Barockkirche Die Grundsteinlegung für die jetzige Kirche war im Jahre 1839 Nach sieben Jahren Bauzeit - aus einheimischem Sandstein im neuromanischen Stil erbaut - konnte sie 1846 eingeweiht werden Um die Jahrhundertwende wurde die Kirche komplett im neugotischen Stil ausgemalt, gleichzeitig erhielt sie farbige Kirchenfenster In den Jahren 1968 / 69 wurde die Pfarrkirche erstmals grundlegend renoviert Dabei wurden die Deckengewölbe im Mittel- und in den Seitenschiffen abgetragen und durch Holzbalkendecken (angepasst an den neuromanischen Stil) ersetzt Bei einem zweiten Renovationsabschnitt 1988 / 89 wurde die Kirche in Zusammenarbeit mit dem Landesdenkmalamt und dem Erzbischöflichen Ordinariat wieder im Stil des 19. Jahrhunderts ausgemalt Ebenso wurden die noch erhaltenen Gemälde in den Apsiden der Seitenschiffe wie auch beim Choraufgang wieder freigelegt Im dritten und letzten Renovationsabschnitt 1990 wurde die Apsisausmalung im Chor originalgetreu wiederhergestellt Die Heiligenfiguren und Reliefs, welche bei der ersten Renovierung monochrom gefasst worden waren, erhielten in den Jahren 1998 / 99 durch Restaurator Fuggis aus Haslach wieder ihre ursprüngliche farbige Fassung Die Kirche ist 57 m lang, 24 m breit und 18 m hoch und bietet ca. 2.000 Sitz- und Stehplätze für Gottesdienstbesucher Die Bänke sind aus Eichenholz, der Fußboden ist Juranaturstein. Altar, Tabernakelstele, Ambo, Sedilien und Taufstein sind aus fränkischem Blaubankstein Im Jahr 2017 wurde die Kirche ein weiteres mal renoviert Neben dem Einbau einer neuen Heizungsanlagen und der Erneurerung der Elektrik wurde der Chorraum umgestaltet Unterm 26. Juni 1822 wurde das Direktorium des Kinzigkreises unter Berufung auf einen Bericht des Bezirksbaumeisters Voß beim Finanzministerium vorstellig wegen nötiger Reparaturen am Pfarrgebäude und am Kirchturm Schon 6 Jahre später wurden Verhandlungen gepflogen über die Notwendigkeit, die Kirche entweder zu vergrößern oder durch einen genügenden Neubau zu ersetzen Baupflichtig war für Turm und Chor das Domänenärar, für Langhaus und Sakristei die Gemeinde Da die Mittel der letzteren aber durch Schulhausbauten gänzlich erschöpft waren, erklärte sich Kath. Kirchensektion durch Erlaß vom 7. April 1829 damit einverstanden, daß die Kirchenbaufrage um 6 Jahre hinausgeschoben werde 1835 wurde sie auch rechtzeitig von der Kreisregierung wieder aufgerollt und von der Bauinspektion Offenburg ein Plan vorgelegt, den Kath. Kirchensektion (14. Juni 1836 Nr. 6811) als den Bestimmungen über Kirchenbauten entsprechend erachtete und auch die Gemeinde billigte Die Kosten hoffte man mit dem Erträgnis eines außerordentlichen Holzhiebes decken zu können; auch wurde die Bereitwilligkeit zu allen Hand- und Fuhrfrondleistungen ausgesprochen Nicht so prompt erfolgte die Zustimmung der Hofdomänenkammer Sie verlangte (27. April 1838) erst noch von der Bezirkgbauinspektion eine Äußerung, ob nicht eine einfache Vergrößerung des Langhauses den Raummangel zu beheben vermöchte, so daß Turm und Chor, also die ihrer Baupflicht unterstehenden Teile stehen bleiben könnten wenn nicht, welchen Beitrag die Gemeinde zu leisten bereit sei, wenn der Turm an die Kirchenfassade käme und ob aus den Gemeindewaldungen unentgeltlich Holz für den Bau abgegeben würde Bezirksbaumeister Rief gab am 15. Mai 1838 über die einzelnen Punkte klaren Aufschluß Eine Vergrößerung des bisherigen Baues sei ganz zwecklos; er sei für die Bevölkerung von 2200 Seelen um vier Fünftel zu klein und der im Untergeschoß des Turmes liegende Chor viel zu beengt Der Turm aber, seinem Mauerwerk nach etwa 250 Jahre alt, sei in den zwei untern Dritteln aus Stein, im oberen 1760 ausgeführten Drittel aus Riegelwerk und vor 10 Jahren einer bedeutenden Instandsetzung unterzogen worden Einen massiven Aufbau würde sein Unterbau wahrscheinlich gar nicht zu tragen imstande sein eine Erhaltung des Turmes sei daher nicht gut möglich Der neu geplante Turm komme in die Fassade und enthalte im Erdgeschoß die Vorhalle; seine gegen das Langhaus liegende und die Eingangstüre umschließende Seite sei bereits auf das Konto der Gemeinde verrechnet noch mehr Kosten aber auf diese abwälzen zu wollen, widerspreche der bisher in ähnlichen Fällen wie in Kürzell und Ortenberg üblichen Gepflogenheit An dem neu aufgestellten Plan Riefs hatte Bauinspektor Fischer von der Baudirektion in Karlsruhe auszusetzen, daß die Verblendung der Decke in Form von Gewölben eine ästhetische Unrichtigkeit sei, die der Kirche den Schein des Monumentalen geben solle und besser ersetzt werde durch eine flache Decke, die auch weniger hoch zu stehen komme daß durch die Erhöhung des Mittelschiffs in den Dachraum der obere Teil desselben etwas finster werde, weshalb noch vier weitere Fenster anzubringen seien und endlich daß der Chorbogen im Halbkreis, statt in einem Stichbogen geführt werden solle Die Pläne wurden darnach nochmals abgeändert; die Hofdomänenkammer war jetzt zur Tragung der ihr zustehenden Kosten bereit, falls die Gemeinde zu Fronden und zur unentgeltlichen Holzabgabe bereit sei, was auch ohne weiteres zugesagt wurde Die Kosten beliefen sich bei der am 5. April 1839 erfolgten Versteigerung auf 62.500 fl., wovon die Domäne 13.800, die Gemeinde 48.700 fl. zu tragen hatte Die Bauarbeiten wurden dem Werkmeister Dürr von Rastatt zugesprochen und alsbald in Angriff genommen Waren die einleitenden Vorverhandlungen verhältnismäßig rasch und reibungslos verlaufen, so sollte es bei der Bauausführung bald anders kommen

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