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Einzelbildnachweise St. Jacobus Kirche Grafenhausen

In der Grafenhausener St. Jakobus-Kirche befindet sich ein Chronogramm Über dem großen Chorbogen, der das Kirchenschiff vom Altarraum abtrennt! Vor der Renovierung war alles weiß gestrichen und nicht mehr erkennbar Herr Panowski hat es wieder farblich herausgeholt Das Chronogramm lässt sich entschlüsseln und die Jahreszahl 1789 wird lesbar Die Fertigstellung der Kirche im Jahr 1789 ist belegt Dass die Kirche in zwei Jahren fertiggestellt wurde weist die Jahreszahl 1787 im Grundstein aus Wann immer man von der Autobahn oder von Westen, von Süden oder Norden sich Grafenhausen nähert, schon bald fällt einem der hohe schlanke Turm auf, der die Häuser des Ortes und die Landschaft überragt Er ist stolze 64 m hoch! Der kupfergedeckte Turmhelm sitzt auf einem Glockenstuhl mit großen Schallläden Der rote Sandstein und der weiße Verputz leuchten weit ins Land und die schmucke Turmuhr ist gut zu sehen Besonders schön und einladend ist das Hauptportal gestaltet: Eine reich geschmückte Eichenholztür mit 20 vergoldeten Beschlägen aus dem Jahr 1888 dazu ausladende Sandsteingewände, einem ebenso breiten Türsturz, über dem in einer Nische eine Immakulata-Marienfigur thront An den Ecken jeweils barocke Steinvasen Die Füllung zwischen Tür und Türsturz ist in Schmiedeeisen ebenso festlich gestaltet  Fünf geschwungene Stufen führen zu diesem festlichen Eingang der Kirche hinauf Da die Vorgängerkirche zu klein und baufällig geworden war, wurde 1787 ein Neubau aufgeführt, so prächtig, dass man sich fragt, wie das kleine Dorf das sich hat leisten können! Schließlich gab es keinen Fürsten oder sonstige einflußreiche Persönlichkeiten vor Ort, außer dem Pfarrer Dieser war damals Pfarrer Peter von Wagner, mit dem Abt von Ettenheimmünster verwandt Vielleicht hat diese Beziehung mit den Ausschlag zu diesem Neubau gegeben Fast jeder, der unsere beim Übergang vom Barock zum Klassizismus erbaute Kirche in Grafenhausen betritt, fühlt sich in ihr wohl

Einzelbildnachweise St. Jacobus Kirche Grafenhausen - Innenausstattung

Beim Betreten des Innenraums überrascht die ungewöhnliche Weite Hohe Wände reflektieren das Licht ungebrochen und geben dem Raum eine Atmosphäre strahlender Helligkeit Das Kirchenschiff ist der Länge nach flach überwölbt und mit Stichkappen über Fenstern und Altären seitlich abgestützt Pilasterpaare mit korinthischen Kapitellen teilen das Langhaus in fünf Joche Kräftig profilierte Gesimse, die je zwei Vasen tragen, betonen die Gewölbeansätze  Zur Bildung des um drei Stufen erhöhten Chores sind bei den letzten zwei Jochen die Wände auf die Breite der Apsis eingezogen und wie im Langhaus gegliedert In die erste Vierung über dem Hauptportal fügt sich die Orgelempore Überraschend reich und vielfältig sind die Stuckarbeiten, die Seitenwände und Decke der Kirche gestalten Um den ganzen Innenraum spinnt sich ein Netz zarter Blüten und schwungvoller Barockornamente Blumengirlanden und Rocaillen aus Akanthusblattern ranken sich über die Rundbogenfenster und wiederholen sich unter den Gesimsen Die flachen Wandpfeiler schmücken Stuckkartuschen mit je einem Kreuz Selten in Barockkirchen und daher umso kostbarer ist der Schmuck des Gewölbes und der Stichkappen An Stelle der üblichen Fresken beleben Stuckreliefs die Decke, thematisch hingeordnet auf den Grundgedanken barocker Frömmigkeit: die Verehrung der heiligen Eucharistie Das Flachrelief über der Orgel zeigt die Offenbarung des Gottesnamens Über einem Kelch erscheint in hebräischer Schrift der Name Jahwes Das Langhaus überwölbt ein großes Stuckrelief mit Kreuz, Anker und den Gesetzestafeln des Mose Vor dem Chor verweist ein drittes Bild auf die heilige Eucharistie Über dem Altarraum thront in einer Wolke das Lamm auf dem siebenfach versiegelten Buch Als Meister dieser Arbeiten wird der Kunstmaler Leopold Rauch aus Mengen in Schwaben genannt Zartgetönte Reliefs in den einzelnen Stichkappen, die fast wie ornamentale Stuckmalereien anmuten, nehmen den Grundgedanken der Deckenbilder auf und führen ihn fort Auf leichten Blätterranken gruppieren sich um den Hochaltar die Symbole der heiligen Eucharistie: Aspergill und Meßkännchen, Kelch, Weihrauchfaß und Lunula, schließlich Garbe und Sichel, das Zeichen des Brotes Die beiden letzten Stichkappen des Altarraums tragen die Symbole des Petrusamtes, Tiara und dreifaches Kreuz, und die Symbole des Bischofsamtes, Mitra und Krummstab Im Kirchenschiff unmittelbar vor der ehemaligen Chorschranke sind die Zeichen des Priesterdienstes dargestellt: Kasel, Stola und Monstranz, ihnen gegenüber Kelch, Ciborium und Kerzenleuchter Beiderseits über dem Gestühl des Langhauses folgen die Bilder dem Leidensweg des Herrn Beiderseits über dem Gestühl des Langhauses folgen die Bilder dem Leidensweg des Herrn Die Gewölbeansätze zwischen den Stichkappen beleben Rocaillen, Muschelornamente und stilisierte Blätter Blumengirlanden in hellen Farben vollenden die dynamische Bewegung. Strahlende Lebensfreude, heitere Blüten und die Passion Christi - scheinbar unvereinbare Gegensätze weiß der Barock beschlossen im lebendigen Dasein einer göttlichen Ordnung in dieser Welt
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