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Einzelbildnachweise Weilermühle Durbach

Im Jahre 1961 waren es 280 Jahre, seitdem die Weilermühle Eigentum der freiherrlichen Familie von Neveu ist Sie liegt am westlichen Rand der Durbacher Gemarkung Die Kreisstraße Durbach - Ebersweier - Windschläg macht um das Anwesen einen großen Bogen Das Dorf Durbach war unter dem Schutz der Burg Staufenberg entstanden Diese, ursprünglich im Besitz mehrerer Ministerialengeschlechter der Herzöge von Zähringen, war nach deren Aussterben über die Grafen von Freiburg und Eberstein 1366 an die Markgrafen von Baden gekommen Das Tal, eine badische Enklave, bildete ein kleines Herrschaftsgebiet, eine sogenannte 'Talschaft', die seit 1604 den Namen 'Herrschaft Staufenberg' trug Der westliche Teil der Talschaft hieß 'Unterweiler' oder einfach 'Weiler' Unmittelbar an der Mühle vorbei zog die Grenze zwischen der Reichslandvogtei Ortenau zu der Ebersweier gehörte, und der Herrschaft Staufenberg Ein Grenzstein mit dem Wappen der Landvogtei ist in die Westwand eingemauert Der erste bekannte Besitzer der Mühle war laut einer Urkunde aus dem Jahr 1328 der Edelknecht Jörg von Wiedergrün der im gleichen Talgrund westlich des Staufenbergs zwischen Nesselried und Ebersweier seinen Sitz hatte  und zwar als Lehensmann des Grafen Konrad von Freiburg Am 'Tag des hl. Kreuzes' gab er 'mit zeitlicher Vorbetrachtung und gutem Willen seiner ehelichen Württin Frau Tilien 5 Mark Sylbers Straßburger Währung zue einer rechten Morgengabe uff der Mülen gelegen zue Durrenbach Wiler zue nisend unnd zue besetzen mit allen Rechten und Freyheiten'  Im Jahre 1378 war sie im Besitz des Edelknechts Andreas von Wiedergrün Dieser und seine Ehefrau sowie seine Söhne Georg, Henselin und Obrecht vermachten für sich und ihre Erben 'der Priorin und den Frauen gemeinlich auf der Clause in Oberdorf und deren Nachkommen' Diese Frauenklause war im 15. Jahrhundert stark verweltlicht Deshalb hob sie Bischof Albrecht von Straßburg auf und schenkte das stattliche Vermögen der Wallfahrtskirche Lautenbach, die von der Ortenauer Ritterschaft begonnen, vom Prämonstratenserkloster Allerheiligen ausgebaut und 1483 konsekriert wurde Die Zinsen waren künftig an das Kloster Allerheiligen zu entrichten Merkwürdigerweise schweigen nun die Quellen fast 280 Jahre lang Es ist fraglich, ob die in einer Urkunde vom Jahre 1445 (Kopialbuch 38 Baden) aufgeführte Die nächste sichere Nachricht stammt erst aus dem Jahr 1655 Damals war die 'alte Mühl' Eigentum des Straßburger Bürgers Ullrich Marbach, Dieser verkaufte sie an den Amtmann der Herrschaft Staufenberg, Johann Michael Scherer Sechs Jahre später, am 8. Januar 1661, veräußerte sie dessen Witwe, die 'edle, vieltugendreiche Frau Anna Margaretha', an den 'hochwohlgeborenen Herrn Carl Neveu de la Folie, Ihrer hochfürstl. Durchlaucht Ferdinand Carls, Erzherzogs zu Oesterreich, Geh. Rat, Cammerer, Obersten und Landvogten in der Ortenau' und dessen Nachkommen Dies ist der Ahnherr der freiherrl. Familie v. Neveu Er stammte aus der französischen Provinz Anjou, war im 30jährigen Krieg im Dienste Habsburgs zu hohen militärischen und politischen Stellen aufgestiegen 1650 war ihm die Verwaltung der vorderösterreichischen Landvogtei Ortenau und 1656 das Dorf Windschläg als Lehen übertragen worden Die Mühle und deren Lage werden im Kaufbrief folgendermaßen beschrieben In den Stöcken, uf Staufenberger Territorio, nadi vorn gegen den Durbach, hinten hinauf gegen den Haardtwald. Ein neuerbautes Haus mit Hof, Scheuer, Stall samt einer abgegangenen Mahlmühlin neben dern dazugehörigen Mühl- und Wasserrecht Der Kaufpreis betrug 280 Gulden Ein Jahr nach dem Kauf, am 20. Februar 1662, verzichteten auch Abt und Konvent des Klosters Allerheiligen auf die Zinsen, die sie seit 1378 bezogen hatten und aus denen sie offenbar ein Obereigentumsrecht abgeleitet hatten In dieser Urkunde wird betont, daß Oberst Carl Neveu 'sowohl unßerem Gotteshauß selbsten alß den unßrigen im besonderen mit Treu eyfrigster, mehr väterlicher Vorsorg, Beschützung und wohlmeinender Zuneigung, auch Reichung jedesmahls benötigter obrigkeitlichen Hülffhandt ohnablässig beygerhan gewest und guetthätig vorgeholfen' Der Abt versprach dem Landvogt, daß er das Anwesen 'als ein recht aigenthumblich und freyes Gueth ruhiglich innehaben, nutzen und nießen, selbiges anderwerths nach Belieben verkaufen, verschenken, vertauschen und in alleweg darmit handeln, thun und lassen mögen als mit anderen dero aigenthumblichen Guetern ...'
 
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