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Einzelbildnachweise Schloss Gaisbach Oberkirch

Schloß Gaisbach, seit Menschengedenken im Besitze der Freiherren von Schauenburg liegt in der Mitte des Dorfes Gaisbach zu Füßen der Ruine Schauenburg mit der es von jeher eine Einheit bildete Es ist ein Neubau bzw. Umbau aus dem Jahre 1870 Aus einem älteren Verwaltungsgebäude wurde das Schlößchen durch Veränderung und Anbauten in neugotischem Stil hergestellt Schon 1351 werden im Gaisbach Wahrscheinlich an der Stelle, wo das jetzige Schloß steht  ist die erste Ansiedlung des kleinen Tales überhaupt zu suchen vielleicht bewachte hier im Mittelalter ein zur Schauenburg gehörendes Vorwerk den Taleingang Urkundlich lag hier das Wirtschaftsgebäude für die Burg geräumige Keller dienten zur Aufnahme der Weinzehnten Es war zugleich Verwaltungssitz, Schaffnei der Grundherrschaft Gaisbach und die obere Gastwirtschaft des Dorfes Im 16. Jahrhundert trennten sich die Freiherren von Schauenburg in zwei Linien sie teilten ihren auswärtigen Grundbesitz und den Burgwald in zwei Hälften Die Feste Schauenburg blieb gemeinsames Eigentum sowie die grundherrschaftlichen Rechte in Gaisbach dazu kam das von einer Mauer umschlossene Gebiet der Verwaltungsgebäude von circa 1 Hektar Aber auch dieser Komplex wurde durch ein Mäuerchen quergeteilt so daß nun zwei getrennte Wirtschaftsgebäude bestanden der obere Hof, jetziges Schloß, und der untere Hof, das Erst dem 19. Jahrhundert war es vorbehalten, alle Gebäude wieder in einer Hand zu vereinigen Über dem rundbogischen Kellertor des Schloßgebäudes ist in Stein gehauen das Schauenburgische Wappen und die Jahreszahl 1713 Demnach ist der Bau in diesem Jahre renoviert worden Vermutlich war das alte Haus im Pfälzer Erbfolgekrieg der Zerstörungswut der Franzosen zum Opfer gefallen denn das Innere des Hauses, wie es vor dem letzten Umbau 1870 war, stimmt nicht mit den Beschreibungen überein die uns aus dem 17. Jahrhundert von der Hand des Dichters und Schaffners Joh. Jacob von Grimmelshausen erhalten sind Wo das berühmte Schreibstübel war, in dem er seine Werke schrieb, läßt sich nicht mehr feststellen Grimmelshausen, als Verwalter der Freiherren von Schauenburg, hat im Jahre 1656 dieses Haus als Schaffnei und Wirtschaft übernommen Hier verfaßte er seine Gaisbacher Polizeiordnung, die für die damalige Handhabung der niederen Gerichtsbarkeit außerordentlich interessant ist Das untere Haus hat seine alte, unscheinbare Gestalt bewahrt Das angeschlossene Trotthaus ist aus dem 17. Jahrhundert, enthält eine große Halle die ein Saal für Gerichtssitzungen gewesen sein mag An der Wand sieht man in Fresko gemalt die Wappen des Hans Reinhard von Schauenburg des Kommandanten Offenburgs im Dreißigjährigen Kriege, und seiner Gemahlin Bonn von Wachenheim und einige Reste von Malerei die eine Justitia mit der Waage andeuten sollen Eine buntgemalte Holzsäule im Renaissancestil trägt das Gebälk Die Jahreszahl 1661 ist an der Außenwand und 1619 an dem danebenstehenden Gartentörchen zu lesen Die in die Gartenmauern eingelassenen Schießscharten werden kaum jemals zur Verteidigung von Schloß Gaisbach gedient haben und die Steinkugeln stammen von der Schauenburg und wurden vermutlich im 17. Jahrhundert als die Herren von Schauenburg die ihnen lästige Pflicht der Erhaltung der alten Burg auf Schloß Gaisbach übertragen ließen, hier eingemauert Neben dem unteren Tor steht noch ein jetzt ungedeckter Turm Mit dem Namen 'Schaffner' werden im 17. Jahrhundert die Verwalter der grundherrlichen Herrschaftsbezirke bezeichnet Ob dieser Ausdruck vom Herbeischaffen der damals meist in Naturalien geschehenen Pachten herrührt, ist fraglich Die Funktion eines Schaffners war viel weitergehend als die eines Gutsverwalters Er hatte Prozesse für seinen Herrn zu führen und zusammen mit dem Schultheiß des Dorfes zu Gericht zu sitzen Daß ein solcher Mann als Mittelglied zwischen dem Adel und dem Volke viele Erfahrungen sammeln konnte, liegt auf der Hand Auch in dem kleinen ritterschaftlichen Bezirk Gaisbach bei Oberkirch sind seit Anfang des 17. Jahrhunderts solche Schaffner bestätigt, und von diesen werden in den alten Chroniken viele heitere, aber auch manch ernste Stücklein erzählt Das kleine Tal wird als so weitläufig bezeichnet, daß das Glöcklein der Kapelle geläutet wird um die Bürger zu außerordentlichen Zeiten zum Schutze der Ortschaft zusammenzurufen Diese Polizeiordnung, nach dem Dreißigjährigen Krieg verfaßt scheint aber nicht mehr in allen Punkten genügt zu haben und wurde von Heuberger ergänzt Wir können nicht auf alle die interessanten Einzelheiten eingehen und schreiben nur einzelne Paragraphen heraus Es heißt da: Übel ist es vermerkt worden, daß vor der Kapelle in Gaisbach ein öffentlicher Kegelplatz entstanden ist so daß mit großem Gekrache die Kugeln in das heilige Haus hinein fallen Desgleichen wird verboten, daß der Mesner mehr Wein einlegt, als er für den Mesdienst gebraucht, und ihn, weil steuerfrei, wieder verkautft Das Kirchenwesen scheint der Herrschaft sehr angelegen gewesen zu sein denn es wird verordnet, die Ratsherren sollen sich schöne Mäntelein anschaffen, um würdig der Prozession beizuwohnen Sodann wird eine Strafe von 2 Pfd. Wachs, wie schon von Grimmelshausen verordnet war für jeden Bürger, der am Sonntag nicht die Messe besucht, ausgesetzt Es sei aber jedem Kirchenbesucher unbenommen, nachher noch einen Hauptgottesdienst in dem benachbarten Oberkirch zu besuchen, lautet der originelle Schlußsatz Im Jahre 1531 wurde die St. Georgs-Kapelle erstmals urkundlich erwähnt 1623 wurde sie durch Hannibal von Schauenburg um- und ausgebaut 1899 wurden im Chor Wandgemälde von S. Keller entdeckt, die wahrscheinlich aus der Zeit des Umbaus aus 1623 stammen
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