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Einzelbildnachweise Keramikfabriken Zell a.H.

Untere Fabrik: Das Material zum 'Häfilidrille', Gruben mit bestem Ton, hatte der Herrgott den Zellern als sein besonderes Geschenk mit auf die Welt gegeben Untere Fabrik: Was lag da für ihn näher, als ihnen auch die Gabe in die Wiege zu legen, aus den braunen Tonklumpen mit den bloßen Händen und mit Gefühl für Raum und Schönheit bauchige Krüge, ausladende Töpfe und schlanke Gefäße entstehen zu lassen? Untere Fabrik: Die Zeller nutzten, was ihnen die Natur geschenkt hatte Untere Fabrik: Schon früh gab es in dem Reichsstädtle Hafner wie Sand am Meer Untere Fabrik: Doch obwohl sie die schönsten Töpfe und Krüge weit und breit modellierten, obwohl sie die weitaus schönsten Sprüche in die Suppenschüsseln schrieben, die Zeller Hafner blieben arme Schlucker Untere Fabrik: Denn soviele Häfen und Schüsseln konnten das Jahr über gar nicht zerbrechen, wie die Zeller in ihren kleinen Werkstättle produzierten Untere Fabrik: Und Jahrmärkte ringsum waren trotz allem zu dünn gesät, als daß man hier mit der anerkannt guten Ware und lautstarker Stimme das große Geld hätte machen können Untere Fabrik: Wer es also mit der Hafnerei zu etwas bringen wollte, für den war in Zell kein Platz mehr Untere Fabrik: So erging es auch dem Hafnergesellen Josef Anton Burger Untere Fabrik: Sein Vater hatte in Zell eines jener kleinen Werkstättle als Hafner, wie man sie zu Dutzenden in dem Reichsstädtle finden konnte Untere Fabrik: Der Bub, Josef Anton, mußte schon früh mithelfen Untere Fabrik: Kinderarbeit war gang und gebe, und, wo der Hunger daheim ist und nicht der Wohlstand, ist jedes Mittel recht, um zu überleben Untere Fabrik: Natürlich entging dem Vater nicht, wie geschickt der Sohn war und wie gut, fast schon genial er mit dem Ton und der Drehscheibe umzugehen vermochte Untere Fabrik: Doch, was half's! Die kleine Werkstatt konnte kaum die Familie richtig ernähren, und der so begabte Josef Anton mußte in die Fremde, um sein eigenes Glück zu versuchen Untere Fabrik: or allem in der Schweiz, aber auch in Frankreich lernte der junge Burger viel hinzu Untere Fabrik: Als er einmal von der Wanderschaft nach Hause kam, wollte er seine neuen Kenntnisse sofort anwenden Untere Fabrik: Auf dem Acker des Vaters errichtete er mit den eigenen Händen einen vielbestaunten Brennofen, in dem er feuerfestes Geschirr herstellen wollte Untere Fabrik: Doch das Experiment mißlang gründlich; das Geschirr war in tausend Teile zersprungen Untere Fabrik: Burger ließ sich nicht entmutigen Untere Fabrik: Kurzerhand zerschlug er den Brennofen und wanderte wieder hinaus in die Fremde Untere Fabrik: Die Geburtsstunde der Zeller Steingutfabrik - der 22. Oktober 1794 Untere Fabrik: 1790 berichten die Akten wieder von Josef Anton Burger, der sich inzwischen in Zell niedergelassen hatte Rundofen: Was in unserem Zusammenhang besonders interessiert, ist die Porzellanherstellung in der Oberen Fabrik in insgesamt exakt hundert Jahren, von 1842 bis 1942 Rundofen: Neben dem genannten Geschirr wurden hier vor allem keramische Gebrauchsgüter für den bürgerlichen Haushalt produziert, deren Noblesse bisher vor allem höfischer Tischkultur vorbehalten war Rundofen: Eindrucksvolles Relikt aus dieser Zeller Keramikzeit ist der damals genutzte Rundofen mit seinen respektablen Ausmaßen von 16 Metern Höhe und 10 Metern Durchmesser Rundofen: Vermutlich der einzige noch erhaltene Porzellanbrennofen in Deutschland von solchen Ausmaßen Rundofen: 1942 musste der Betrieb aus Brennstoffmangel eingestellt werden Rundofen: Die Bedeutung Zells als Keramikzentrum im 19. Jahrhundert wird vollends durch die Untere Fabrik ergänzt Obere Fabrik: 1890 betrat nun mit dem Zeller Georg Schmider der Mann die Bühne der Zeller Steingut- und Porzellanindustrie, unter dem sich die größte Entwicklung vollzog Obere Fabrik: Noch heute ist die Firma nach ihm benannt Obere Fabrik: Zunächst wurde Schmider Teilhaber der unteren Steingutfabrik Obere Fabrik: Georg Schmider war der Sohn des Zeller Postmeisters Franz-Josef Schmider Obere Fabrik: Das Interesse an Porzellan und Steingut war ihm schon in die Wiege gelegt, denn sein Patenonkel war der Besitzer der Schramberger Majolikafabrik Faißt, dessen Vorfahren aus Nordrach stammten Rundofen: 1824 beschäftigte man 150 Arbeiter, 1842 begann man mit der fabrikmäßigen Porzellanproduktion in der Oberen Fabrik Rundofen: Bald schon hagelte es Auszeichnungen, unter anderen 1861 auf der Industrieausstellung für 'Förderung der Landwirtschaft, der Gewerbe und des Handels' in Karlsruhe Rundofen: Allerdings geriet das Unternehmen 1870 aufgrund des Deutsch-Französischen Krieges in die Krise, weil man die Porzellanmasse nicht mehr wie bisher aus Limoges beziehen konnte Obere Fabrik: Durch die Vereinigung neu gestärkt, konnte die Firma gesichert ins 20. Jahrhundert gehen. Sie kam zu neuer Blüte und beschäftigte in den 20er Jahren bis zu 500 Arbeiter

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