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Einzelbildnachweise Ritterhaus-Museum Offenburg

Das Museumsgebäude steht in der Ritterstraße, mitten in der Stadt  In der Liste der Denkmalobjekte des Kreises Offenburg wird es als 'eines der bedeutendsten und schönsten Gebäude der Stadt' bezeichnet Die Straße, deren leichten Biegung die Gebäudefront folgt, trug bis 1824 den Namen 'Hundsgasse' Diese Bezeichnung dürfte im Zusammenhang stehen mit dem mittelhochdeutschen Wort 'huntdinc' (Centgericht) In dieser Hundsgasse kaufte der Reichsschultheiß Franz Georg von Rieneker, der 1756—1800 an der Spitze der Reichsstadt Offenburg stand, im Jahre 1775 'ein Haus mit Höfel und Stallung' und ließ durch den Offenburger Baumeister Mathias Fuchs für sich ein Herrschaftshaus bauen Der lange zweistöckige Bau mit seinen 17 Fensterachsen trägt klassizistische Formen und ist durch einen dreistöckigen Mittelrisalit gegliedert, der durch einen Dreieckgiebel abgeschlossen ist Der in die Hofecke eingebaute Turm mit einer Wendeltreppe aus rotem Sandstein, die in schöner Schwingung zum Dachgeschoß hinaufführt, stammt noch aus dem 17. Jahrhundert Nach Rienekers Tod verkaufte dessen Sohn, Major Georg Freiherr von Rieneker, im Namen der Erben das Haus an den Grafen von Nostiz Der Verkauf an einen Adeligen wurde damit begründet, ja gewissermaßen entschuldigt, daß sich 'ein bürgerliches Gewerbe führender Liebhaber wegen des großen Werthes nie zeigen' würde Gegen Ende des Jahres 1803 zog das Direktorium der Ortenauer Reichsritterschaft, das bis dahin seinen Sitz in Kehl hatte, in das Gebäude ein  In dieser Korporation hatte sich der reichsunmittelbare niedere Adel der Ortenau zusammengeschlossen Heute noch sind freiherrlihe Familien wie von Franckenstein, von Röder, von Neveu und von Schauenburg in unserer Heimat begütert Die ritterschaftliche Residenz dauerte aber nur drei Jahre; denn 1806 wurde auch die Reichsritterschaft mediatisiert, d.h. verlor ihre reichsunmittelbare Stellung  Ihre kleinen Territorien wurden dem badischen Staat einverleibt Das 'Ritter-Corpus' wurde aufgelöst und das Ritterdirektorium aufgehoben Der Name 'Ritterhaus' blieb bestehen Die Hundsgasse erhielt im Zug der Umbenennung der Straßen den Namen 'Ritterstraße' Einige Jahre später nahm das Gebäude das Revisorat des Oberamts auf und nach dem Scheitern der badischen Revolution 1848/49, als Offenburg von preußischen Truppen besetzt wurde, diente das Ritterhaus einige Jahre als Kaserne Bald interessierte sich die badische Justizverwaltung für das Gebäude Als fünfte badische Stadt sollte Offenburg Sitz eines großherzoglichen Haus- und Hofgerichtes werden Bauliche Erweiterungen erwiesen sich als notwendig Hinter dem Hof wurde ein Neubau erstellt, in dem der Schwurgerichtssaal eingerichtet wurde Am 1. Oktober 1864 hielt das Haus- und Hofgericht, ab 1879 Badisches Landgericht, seinen Einzug Um die Büroräume zu vermehren, wurde um die Jahrhundertwende das Dachgeschoß ausgebaut Über 90 Jahre beherbergte das Ritterhaus das Landgericht Als der Staat 1957 in der Oststadt ein neues Justizgebäude erstellt hatte, kaufte die Stadt im August 1958 das für die Verwaltung günstig gelegene Haus In den Räumen des Obergeschosses wurde das Heimatmuseum untergebracht Der Schwurgerichtssaal eignete sich für die Unterbringung der Jagdtrophäen-Sammlung Cron Das Erdgeschoß war zunächst der Landespolizei zur Verfügung gestellt worden Ein Brand, der im Juli 1964 im Westflügel ausbrach, konnte durch den vorbildlichen Einsatz der Feuerwehr eingedämmt werden Nach den Instandserzungsarbeiten wurden die meisten Räume des Erdgeschosses dem Städtischen Sozialamt zugewiesen Der Schuppen unter dem Schwurgerichtssaal wurde in einen feuersicheren Archivraum verwandelt in dem die städtischen Archivalien endlich den Vorschriften entsprechend gelagert werden können Es muß dankbar anerkannt werden, daß Gemeinderat und Stadtverwaltung für diese kulturellen Aufgaben Verständnis zeigten und die Mittel für die Instandsetzung des Ritterhauses zur Verfügung stellten Die Restaurierung hat der Fassade einen freundlichen Charakter verliehen Die kulturelle Tat der Museumsgründung knüpft sich an die Namen zweier Männer, Carl Frowin Mayer und Casimir Walter Letzterer war 1876 - 1901 Ratschreiber der Stadt Offenburg Neben seinen Geschäften auf dem Rathaus forschte er in den städtischen Archivalien Er wurde der erste Geschichtsschreiber Offenburgs Seine wichtigsten Veröffentlichungen sind die 'Beiträge zur Geschichte der Stadt Offenburg' 1880 Außerdem hat er eifrig altes Kulturgut gesammelt 1917 wurde seine Privatsammlung vom Museum erworben Der Gründer des Museums ist Kreissekretär C. F. Mayer. 1827 in Tiengen bei Waldshut geboren, besuchte er das Basler Lyceum, war Straßenmeister in fürstlich-fürstenbergischen Diensten zu Donaueschingen und einige Jahre Bürgermeister von Waldshut 1885 kam er als Kreissekretär nach Offenburg Schon im badischen Oberland trieb er vorgeschichtliche Denkmalpflege  In Offenburg legte er 1895 zwei alemannische Reihengräber auf dem 'Krummer' frei Die Schätze seiner Sammlung übergab er der Stadt So entstand das Offenburger Museum Er sammelte jedoch nicht nur heimatliches Kulturgut, sondern auch Mineralien, Tiere und Vögel aus aller Welt und Objekte aus den Kolonien
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