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Einzelbildnachweise Andreas-Spital Offenburg

Als im Jahre 1689 infolge des Pfälzischen Erbfolgekrieges die Offenburger Altstadt in Schutt und Asche lag, war auch das im Zentrum des mittelalterlichen Stadtkerns liegende Areal des St.-Andreas-Spitals zerstört Um 1280 als Stiftung für Arme und Kranke gegründet, übernahm es über Jahrhunderte hinweg die Pflege und Versorgung von Bedürftigen beziehungsweise ermöglichte einigen in finanzieller Hinsicht besser gestellten Anwärtern die Möglichkeit, ihren letzten Lebensabschnitt innerhalb des Spitals zu verbringen Dieser Anspruch konnte zu unterschiedlichen Preisen über den Pfründbrief erkauft werden Bezahlt wurde er mit Geld oder Grundstücken, die nach dem Tod des Pfründners zusammen mit dem verbliebenen Vermögen in das Eigentum des Spitals übergingen Die wirtschaftliche Grundlage des Spitals basierte jedoch nur zu einem Teil auf den durch die Pfründnerbriefe übertragenen Rechten und Werten Einen wohl nicht unbedeuteten Prozentsatz seines Vermögens erwirtschaftete das Spital durch den An- und Verkauf von Wirtschaftsgütern ergänzt durch Einnahmen aus Sammlungen und Spenden, wobei Letztere dann, wenn es sich um Häuser und Grundstücke handelte, als erhebliche Wertzuwächse zu werten sind Wie auch die Gotteshäuser der Stadt war das Spital von Abgaben befreit und zahlte im Rahmen seiner Handelsgeschäfte weder Zoll noch Steuern Ergänzend zur finanziellen Absicherung war auch die rechtliche Stellung des Spitals fest im politischen Gefüge der Stadt verankert So waren seit den Anfängen des Spitals gemeinsam einmal der Schultheiß, der Rat der Stadt, dann der Landvogt der Ortenau als Vertreter des Kaisers und schließlich der Bischof von Straßburg die Rechtsträger des St.- Andreas- Spitals Mit dem Brand im Jahre 1689 und der offensichtlich weitgehenden Zerstörung des gesamten Spitalkomplexes wurden 400 Jahre Spitalgeschichte plötzlich und einschneidend unterbrochen Gesicherte Daten zum Wiederaufbau der Spitalbauten liefern uns sowohl inschriftliche wie auch dendrochronologisch ermittelte Jahresangaben So befindet sich über dem nördlichen Eingangsportal der Kirche die Jahreszahl 1701, während die Fälldaten der im Spitalkomplex verbauten Bauhölzer zwischen Winter 1699/1700 und Winter 1700/1701 schwanken Nach einer Phase der Reorganisation von Mensch und Kapital, verbunden mit einer zukunftsorientierten Neuplanung, dauerte es somit rund zehn Jahre, bis der Wiederaufbau begann und die ersten Gebäude standen beziehungsweise nutzbar waren Nach den Untersuchungen des Verfassers, die im Jahre 2003 erfolgten und durch die Stadt Offenburg beauftragt wurden, handelt es sich dabei weitgehend um Neubauten, lediglich einzelne Kellerstrukturen und der Chor der St.-Andreas-Kirche entstammen der Zeit vor der Zerstörung Verbleibt somit für die Erforschung der mittelalterlichen Spitalgeschichte nur noch die Auswertung der schriftlichen Quellen und archäologischen Befunde so bietet der erhaltene Bestand des Wiederaufbaus die Möglichkeit, einigen gezielten Fragen der jüngeren Spitalgeschichte, so zum Beispiel der räumlichen und wirtschaftlichen Organisation, nachzugehen  Im Rahmen der folgenden Ausführungen stehen dazu der westlich der Kirche errichtete, zum Fischmarkt ausgerichtete Baukörper sowie die beiden südlich der Kirche angelegten Flügelbauten im Vordergrund der baugeschichtlichen Auswertung Den Schwerpunkt bilden dabei das erste und zweite Obergeschoss, da die Erdgeschossebene wenige Jahre zuvor ohne baugeschichtliche Analysen modernisiert wurde ein Versäumnis, welches glücklicherweise bei der Modernisierung der oberen Etagen vermieden wurde Der Spitalkomplex des Wiederaufbaus gruppiert sich westlich und südlich der St.-Andreas-Kirche Diese steht im Winkel des nördlich gelegenen Fischmarktes und der am östlichen Ende des Marktes nach Süden abzweigenden Spitalstraße Letztere erschließt die eigentlichen Spitalgebäude, welche südlich der Kirche aus dem Nord- und Ostflügel bestehen und den über ein straßenseitiges Tor erreichbaren Hof begrenzen Auf dem Hof stand bis in das 20. Jahrhundert neben mehreren Schuppen auch eine kleine Trotte
 
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